Bei Pelecanos fährt man viel Auto. Die Guten tun es, die Bösen, die Täter und die Opfer, so ist alles in Bewegung, und am Ende war jeder überall und alles, und der Leser war auch irgendwo. Mitten in der Wirklichkeit.
WeiterlesenKategorie: Watching the detectives
Noch ein Jahrbuchlob
Auch die „Deutsche Welle“ hat das Krimijahrbuch 2006 in ihrer „Bücherwelt“ vorgestellt. Ein kleines Zitat:
WeiterlesenDeutsche Krimis – jetzt auch spannend!
Über die Tagung der Krimiautoren-Innung SISYPHOS im romantischen Bad Wildungen haben wir → an dieser Stelle berichtet. Die dort eingesetzte Arbeitsgruppe zur Einführung von Spannung (suspense) in deutsche Krimis unter der Leitung von Eberhard „Dolchi“ Springer hat nun im Rahmen einer Pressekonferenz im romantischen Bad Bergzabern erste Ergebnisse vorgelegt. Vorläufiges Fazit: Das deutsche Krimischaffen schreitet innovativ, synergieeffizient, teamfähig und kostengünstig in die Zukunft!
WeiterlesenFußballsammelbildchen 6

Halali!
Neues in der Criminalbibliothek
Der erste Seriendetektiv der deutschsprachigen Kriminalliteratur ermittelt noch einmal in den Niederungen des Verbrechens. Das Faksimile von Auguste Groners „Der rote Merkur“ (1910) findet man ab sofort in der → „Criminalbibliothek“. Ebenso den zweiten Rundbrief mit einer Leseprobe aus Benno Bronners köstlicher Krimiparodie „Herr von Syllabus“. Alles zum Download, alles kostenlos, alles hoffentlich appetitmachend. Hier wird Krimigeschichte geschrieben. Seien Sie dabei!
Rick Mofina: Blood of Others
Liebe in den Zeiten des Internets: Wenn Menschen entwurzelt in ihren Wohntürmen leben, bietet es sich als Ort des Kennenlernens an. So kommt auch der Täter in „Blood of Others“ von Rick Mofina mit seinen Opfern, allein lebenden jungen Frauen, über Chat rooms und andere Internet-Singletreffs zusammen. Frauen, von denen der Killer viel fordert (absolute Vergebung) und denen er alles nimmt.
WeiterlesenDie Ignoranten
Heinrich Steinfest hat einen neuen Krimi veröffentlicht. Arne Dahl auch, Gabriele Wolff desgleichen. Und Oliver Bottini sowieso. Dass diese Krimis hier nicht rezensiert werden, hat einen simplen Grund.
Ja, wie läuft das eigentlich mit dem Rezensieren bei watching the detectives? Was wird, was wird nicht?
Die logische Welt des Frank Heller
Frank Hellers „Marco Polos Millionen. Psychoanalytischer Kriminalroman“, 1928 erstmals veröffentlicht und im folgenden Jahr als 6. Band der „Roman-Rundschau“ neu aufgelegt, ist das Musterbeispiel eines „Schachromans“. Das Gute macht seine Züge, das Böse reagiert – oder umgekehrt. Und doch ist es, um es mit → Franz Blei zu sagen, ein Krimi „mit albernen Voraussetzungen“. Genau das macht ihn stark.
WeiterlesenHoltei-Lob
Das vernimmt man doch gern, wenn Thomas Klingenmaier in der heutigen Ausgabe der → Stuttgarter Zeitung schreibt:
WeiterlesenKrimi und Uni
By the way: Für das SS 2006 ist an der Universität des Saarlandes, Fachbereich Germanistik, ein „Krimiseminar“ angesetzt. Ich verfolge die weitere Entwicklung mit Interesse und berichte gegebenenfalls darüber. Vielleicht schreib ich mich ja als Gasthörer ein…
Andreas Hoppert: Zug um Zug
Der Kriminalroman als Schachaufgabe: Vorbereitung – Eröffnung – Mittelspiel – Endspiel. Akkurat nach diesem Muster hat Andreas Hoppert seinen neuen Krimi „Zug um Zug“ aufgebaut, einen „Gerichtsthriller vom Allerfeinsten“, wie der Klappentext klappert und tollkühn hinzufügt: „die deutsche Antwort auf Grisham“. Naja. Ein gelungener Krimi aus dem Gerichtsmilieu – das reicht doch auch, oder?
WeiterlesenKrimikritik 1929
Der Literat Franz Blei, 1871 wohlhabend in Wien geboren, 1942 im Armenhospital von Westbury / New York gestorben, war ein rühriger Mensch. Er dichtete, er gründete Literaturzeitschriften, er förderte die Talente (Musil, Kafka, Robert Walser), er entdeckte die Vergessenen (ETA Hoffmann, Karl Philipp Moritz) neu. Und er schrieb „Zu Kriminalromanen“. So lautet der Titel jener kleinen Abhandlung in der Nr. 6 der „Roman-Rundschau“ von 1929.
WeiterlesenNoch ein Lob
Natürlich ist die bezaubernde und hochtalentierte Kriminaldichterin → Anobella befangen, wenn es um das → Krimijahrbuch 2006 geht. Doch wer sie kennt, der weiß: Sie ist auch integer. Was sie sagt, das stimmt einfach. Und was sagt sie so?
WeiterlesenSchlussfolgerung
Weiterlesen„Daß die Menschheit die Macht hat, zu strafen, das ist die Ursache jeder geistigen Rückständigkeit. Gäb‘ es keine Strafen, so hätte man längst schon Mittel gefunden, Verbrechen unmöglich, überflüssig und aussichtslos zu machen. Wie weit wären wir in allem, wenn wir Galgen und Kerker nicht hätten! Wir hätten Häuser, die nicht Feuer fangen, und es gäbe keine Brandstifter. Wir hätten keine Waffen mehr, und es gäbe keine Meuchelmörder. Jeder hätte, was er braucht und was er sich ersehnt, und es gäbe keine Diebe. Manchmal kommt mir der Gedanke: Wie gut es ist, daß Krankheit kein Verbrechen ist. Sonst hätten wir keine Ärzte, nur Richter.“
Alan Furst: Dark voyage
In Deutschland scheint nur Tobias Gohlis Alan Fursts Lied zu singen: Schon zweimal hat Gohlis dem Lob des Autors kostbaren Platz in seiner monatlichen Kolumne in der ZEIT zur Verfügung gestellt. Sehr groß ist ansonsten in Deutschland die Resonanz auf neue Bücher des Autors nicht. Zwei DKP aus den 80er Jahren zeigen, dass das einmal anders war. Der Edgar 1976 für den besten Erstling des Jahres bezeugt zudem, dass hier ein ehemaliges Talent und ein nunmehr routinierter Autor schreibt.
WeiterlesenOstergruß
„Heute ist mir“, bemerkt Chef Walter sardonisch lächelnd, „irgendwie danach, jemanden ans Kreuz zu nageln. Ich weiß auch nicht warum. Na, dpr, keinen Verriss in der Schublade?“
WeiterlesenStieg Larsson: Verblendung
Mach dir die Dinge bewusst und gemach zueigen. Ent-schleu-ni-ge. Slow food. Nimm dir ne halbe Stunde Zeit für die Currywurst. Schling nicht so. „Verblendung“ von Stieg Larsson ist die Krimivariante dieser Philosophie. Und funktioniert. Jedenfalls über weite Strecken.
WeiterlesenKollegenkritik
Aus unserer beliebten Reihe „Blinde beklagen die Farblosigkeit der Welt“:
„Sowas wird heutzutage im Hardcover auf den Markt geworfen, der Autor sei ja schließlich der deutsche Mankell, verkündet der Verlag. Klar, dessen Schund verkauft sich ja auch ganz prima.“ (Eintrag vom 11.April).
Schon richtig. Was da so alles schund- und hardcovermäßig auf den Markt geworfen wird… → Hier weiß eine, von was sie spricht.
Unperson
Medienmogul Alfred „Silvio“ Miersch („Alligatorpapiere“, NordPark Verlag u.v.a.), besonderes Kennzeichen: trinkt seinen täglichen Champagner bevorzugt aus Autorenschädeln, hat zurückgeschlagen. Erbost über meine knallharte → Enthüllungsstory setzt er alle Hebel in Bewegung, mich zur Unperson zu erklären und aus dem kollektiven Gedächtnis der deutschen Krimibesserleser zu streichen (danke für die Formulierung, → Astrid!). Hier der Beweis:
WeiterlesenErich Loest: Der Mörder saß im Wembley-Stadion
Sieben Jahre Zuchthaus lagen hinter Erich Loest, als ihn wirtschaftliche Erwägung und politische Notwendigkeit zum Autor kriminalliterarischer Harmlosigkeiten machten. Das wäre eigentlich auch schon das Spannendste an „Der Mörder saß im Wembley-Stadion“.
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