Letzter Gruß an eine feine Sache. Ruhe in Frieden. Und jetzt: Tanz in den Mai! Auf zu neuen Ufern!
Kategorie: Watching the detectives
Wie und warum man Leser beschimpft
Leserbeschimpfung? Ja, ich gebs zu: Die gestatte ich mir zuweilen. Nicht weil sie, die Leser, lieber Steinfest als Rudolph lesen, das Krimijahrbuch nicht kaufen oder ihnen alte Krimis am Allerwertesten vorbeigehen. Schon gar nicht, weil ich Leser (das „innen“ denke man immer mit) für dumm hielte. Tue ich gar nicht. Ich stelle mir bloß vor, wie diese Leser zu Konsumenten herabgewürdigt werden, wie man ihnen ohne Unterlass die Ohren volllügt, sie an allen Gliedmaßen zerrt, kurz: Wie man sie systematisch verdummen möchte.
WeiterlesenMichael Gruber: Shakespeares Labyrinth
Der Mensch ist ein Körper. Dazu gesellt sich der Verstand, und alles wird ungemein kompliziert. Was dann an Realitäten und Wahrnehmungen entstehen kann, zeigt uns der Mann, der unzählige Betrachtungsweisen durch Raum und Zeit geschickt zusammenklaubt, um sie elegant aufeinanderprallen zu lassen. So z. B. geschehen in der Jimmy Paz-Trilogie (vgl. Wendekreis der Nacht, 2004 ; Das Totenfeld, 2007 und das noch nicht übersetzte Night of the Jaguar, das im Frühjahr 2010 in deutscher Übersetzung vorliegen soll).
WeiterlesenSelma Mahlknecht: Es ist nichts geschehen
Kleiner Werbespruch gefällig? – Bitteschön: ACHTUNG! Dieses Buch legt Ihre Nerven blank! Vergessen Sie die üblichen Blutfestspiele! Denn in diesem Buch passiert – nichts! Na, das ist jetzt dick aufgetragen, aber wie soll man sonst jedermann zuposaunen, dass auch in Texten, die ganz sicher nicht „für das Genre“ geschrieben wurden, manchmal mehr Genre steckt als dort, wo einem das Wort „Thriller“ schon von weitem lüstern entgegenlacht?
WeiterlesenVargas im Fernsehen
Schon mal zum Vormerken: Im Spätsommer / Herbst zeigt das ZDF die Verfilmungen von vier Fred-Vargas-Romanen. Die Sendetermine, laut Aufbau Verlag:
Der vierzehnte Stein: Sonntag, 30.8., 22 Uhr
Es geht noch ein Zug von der Gare du Nord: Sonntag, 6.9., 22 Uhr
Bei Einbruch der Nacht: Sonntag, 13.9., 22 Uhr (Teil 1) und Sonntag, 20.9., 22 Uhr (Teil 2)
Fliehe weit und schnell: Sendetermin steht noch nicht fest, es soll aber ein Montag, 22.15 Uhr sein
Alle Angaben ohne Gewähr
Wörtche empfiehlt
Weiterlesen„Es wird eine Menge zitiert, von Goethe über Ernst Jünger zu Joni Mitchell.“
Frauensachen?
Ich bin ja skeptisch, wenn es wieder einmal heißt, Frauen schrieben anders als Männer. Anders? Wie anders? Und der Hirnforschung traue ich, bei allem Respekt, in Sachen Literaturbetrachtung nicht über den Weg. Aber jetzt bin ich doch ein wenig ins Grübeln gekommen…
WeiterlesenEnde eines Projekts
Hurra! Gute Nachricht für alle Schnäppchenjäger unter den Krimifreunden! Die Edition Köln verscherbelt kurz nach dem Erscheinen des 10. und letzten Bandes ihre von Frank Göhre herausgegebene Reihe →„Kriminelle Sittengeschichte Deutschlands!“. Statt über 100 jetzt nur schlappe 38 €! Da heißt es zugreifen! Das finden wir klasse! – Nein. Ganz offen: Das finden wir sehr traurig.
WeiterlesenUnd Samstag ist Sonntag
… ja, auch das kann nur wtd, ihr Beherrscher von Raum und Zeit: Pieke Biermanns Artikel „Wir müssen reden“ aus dem Tagesspiegel AM SONNTAG, kann man heute schon lesen. →Hier. Fragen Sie uns nicht, wie wir dieses Mirakel hingekriegt haben…
Krimisamstags ist der Mann ein Schwein
Na, Schlagzeilen halt… Dabei ist auch der heutige Krimisamstag beim Titel-Magazin wieder sehr solide. Uta-Maria Heim verpasst dem Wienerischen einen →„Kopfschuss“. Sven Jachmann fragt sich, was →Comics können, was andere Literaturformen nicht können. Jörg von Bilavski hört →Hörspiele. Sabina Schutter hat →Jason Starr gelesen und seither – siehe Titel – keine gute Meinung von Männern. Wtd-Qualitätsmitarbeiterin Anna Veronica Wutschel versucht es mit →Jeffery Deaver und warnt. Frank Rumpel entdeckt einen Stinkstiefel bei →Leif GW Persson. →Ruben Bladés krimidichtet auf Spanisch, eine Zeile versteht jeder: „Como en una novela de Kafka“.
Tardy Brothers: Bloodline
Mitte der Achtziger gründeten John und Donald Tardy, der eine Sänger, der andere Schlagzeuger, die Death Metal Band Executioner bzw. Xecutioner. Aus der ging später Obituary hervor. Letztgenannte Band machte sich und ihre Mitglieder dank der Alben ‚Slowly We Rot‘, ‚Cause Of Death‘ und ‚The End Complete‘ unsterblich (sic!). Während Obituary zuletzt pausierten beschlossen die Tardy-Brüder unter dem Namen Tardy Brothers eigene Songs aufzunehmen und dabei auf die Hilfe von befreundeten Musikern zu setzen.
WeiterlesenDer Vorab-Alligator
Normalerweise verrät uns der Alligator am Montag, was am Sonntag in der Zeitung stand. Wir von wtd sind da fortschrittlicher. Unser Medium, Fräulein Astrobella, kann Ihnen heute schon verraten, was am Sonntag die Krimiwelt bewegen wird. Bitte, Fräulein Astrobella…
WeiterlesenDie 30. Alibis

Wieder einmal nette Post von unseren Kollegen aus dem frankophonen Kanada. Das dort erscheinende Krimimagazin „Alibis“ legt sein 30. Heft vor, wie immer eine gelungene Mischung aus neuen Krimistorys, Rezensionen und Artikeln. Diesmal zu empfehlen: Jean-Jaques Pelletiers „Enquête sur le polar“, Folge 2. Sie führt ihn diesmal in die Welt der „Hochliteratur“ und zeigt, dass sich auch der Krimi, insonderheit der „Noir“, entwickelt hat. Warum soll das, was kaum einer liest, „Literatur“ sein, das aber, was viele lesen, eher nicht? Interessanter Ansatz. Also: Französisch aufmöbeln, lesen. Auf der→ Internetseite der „Alibis“ gibts Gratisstückchen.
Die reine Leere
Der Alligator befindet sich momentan auf dem Niveau seines geliebten 1. FC Köln, sprich: Er kann nicht Fußball spielen, weil Knie kaputt. Aus Protest dagegen vertickt er vorläufig auch keine Nachrichten aus der manchmal grausligen Welt der Krimikritik.
WeiterlesenBlöd, wenn man als unbestechlich gilt
Weiterlesen„Statt der Wiedergabe von unabhängigen Erfahrungsberichten und Qualitätsbeurteilungen häuften sich Manipulationen, die Blogger als einzelne und in der Gruppe betreiben. (…) gibt es nicht nur scheinbar unabhängige Blogs und Foren, die keine sind, es gibt auch Blog- und Forennutzer, die sich als unabhängig ausgeben, es aber nicht sind.“
Michael Theurillat: Sechseläuten
Darüber, wie die Wahl eines Themas unsere Rezeption von Kriminalliteratur vorbestimmen kann, war ja anlässlich des letzten Krimistammtischs mit Charles den Tex‘ „Die Zelle“ schon die Rede. Auch Michael Theurillats „Sechseläuten“ punktet mit der Thematik. Nicht nur…
WeiterlesenFitzek was here
Na, so was. Da lamentiert man, dass die Amis und die Angelsachsen egozentriert durch die Krimiwelt laufen – und gleich kommt der gute Sebastian Fitzek daher und zeigt ihnen, was ne →vernünftige teutonische Thrillerwerbung ist. Sarah Weinman, gestern noch sauer, ist schwer fasziniert und hat sogleich die Initiatoren der Reklamesoße für Fitzeks „Therapy“ interviewt. Doch, clevere Burschen. Sieht man schon daran, dass sie wissen, wie sinnlos es wäre, mich mit solcherlei Schabernack zu belästigen.
Nacktkrimi online!
Seit Tagen redet die Krimiwelt über nichts anderes: Anlässlich der Veranstaltung „Kunst gegen Kohle“ am 17. April in Wiesbaden hat die einheimische Autorin Christiane G. während einer Lesung sämtliche Hüllen fallen lassen (der „Wiesbadener Kurier“ berichtete ausführlich). Jetzt endlich können wir den Pflasterstein des Anstoßes online genießen – nein, nicht die nackte Künstlerin, aber →ihren nackten Text.
Weiterlesen„Criminalbibliothek 1850 – 1933“: neueste Lieferungen

Zeit für ein wenig Werbung in Sachen Krimitradition. Dieser Tage erscheinen in der von mir herausgegebenen Reihe „Criminalbibliothek 1850 – 1933“ der zweite und dritte von insgesamt zehn Bänden. Über die Notwendigkeit, J.D.H. Temme in dieser Bibliothek zu präsentieren, muss hier nichts mehr gesagt werden. Der wohl wichtigste Krimiautor der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, engagierter Kämpfer für das Recht und zugleich glänzendster Stilist, wird mit drei längeren Erzählungen vorgestellt.
WeiterlesenPaprotta twittert
Doch, die darf. Die schon. Keine Widerrede. Der Astrid verzeihe ich auch →das Twittern. Soll sie.