Krimisamstag. Heute aus Karlsruhe

Ehre, wem Ehre gebührt. Kollege Dschordsch aus K. hat die ganze Nacht wachgelegen, um heute morgen als erster die samstäglichen Krimirezensionen beim Titel-Magazin anzuzeigen. Er hat auch tatsächlich keine vergessen, nicht einmal die des hiesigen Bloggers. Aus diesem Grunde bitten wir unsere werte Leserschaft, sich den Zugang zur Titel-Seite diesmal über →Herrn Dschordschs Blogeintrag zu verschaffen. Lohnt sich. Und wir haben im Rahmen der Aktion „Ein Herz für die Kleinen“ mit diesem Verweis auch noch ein gutes Werk getan!

Pentti Kirstilä: Den Göttern trotzt man nicht

Das ist der Fluch des hohen Niveaus. Wenn es mal nicht ganz so hoch ist, wird gleich die Nase gerümpft, während man beim gewöhnlich Durchschnittlichen jede noch so kleine Steigerung wohlwollend begrüßt. Pentti Kirstilä unterhält uns stets auf hohem Niveau. Und ist das, wie in „Den Göttern trotzt man nicht“, mal ein wenig schwankend, dann sagen wirs halt und fügen hinzu: Aber lesenswert bleibt das allemal.

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Ein Blogger im Stress

Das wird heut wohl nix. Mein Radschlagen wird anderweitig benötigt. Also: heute und wahrscheinlich auch morgen: nichts. Höchstens das: Den neuen Kirstilä kann man unbesorgt lesen (jedoch…), den neuen Adair auch (jedoch…). Über die Jedochs gibt’s dann demnächst ein paar mehr Worte. Spätestens am Freitag. Bis dahin. Schaut euch die anderen Krimiblogs an, die freuen sich. Ich weiß, das ist kein wirklicher Ersatz; aber immerhin…

Live! Blogging!

Auch Hinternet hechelt dem neuesten Trend hinterher: Liveblogging! Deshalb exklusiv von den Blieskasteler „Tagen des expliziten Krimis“ unser Korrespondent dpr, der sich von der traditionellen „Krimi-Frühstückslesung“ in der Schalterhalle der Kreissparkasse Saarpfalz meldet. Dpr? Hallo? Dpr, hören Sie mich?
— sprotzknisterknirschwürg— Ja? Bin ich auf Sendung? Moment, ich muss noch dieses USB-Kabel in die dafür vorgesehene… jetzt besser? Prima!

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Uns würde was fehlen

… ohne den Krimisamstag im Titel-Magazin. Aber dem Krimi-Titel-Samstag fehlt auch heute etwas. Jedenfalls in der Übersicht. Und das freut mich. Denn jetzt kann ich endlich schreiben, was ich schon immer schreiben wollte: Tobias Gohlis hat es bis jetzt (8 Uhr 45) leider nicht auf die Liste der Tages-Artikel geschafft.

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So ist das

Als in Theorie und Praxis der Kriminalliteratur Tätiger kann ich mich über einen Mangel an Arbeit nicht beklagen. Ein wenig anders sieht es beim materiellen Lohn für diese Arbeit aus. Flüchtig überschlagen, hat mir die Produktion von drei Krimijahrbüchern, einem Kriminalroman, mehreren herausgegebenen „alten Krimis“, etlichen Petitessen in Sammelbänden sowie geschätzten 2000 Blogartikeln inzwischen eine Summe eingebracht, die sich an zwei Abenden in einem durchschnittlichen Restaurant mühelos verbraten ließe. Vorausgesetzt, ich speise dort alleine.

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Michael Collins: Tödliche Schlagzeilen

Bevor am Ende von „Tödliche Schlagzeilen“ das große Geheul ausbricht und die vor dem Zubettgehen notorisch schmökernde Krimimimi die Schwarte gen Frisierkommode feuert, verrate ich dieses Ende lieber. Also: Der Mörder von Ronny Lawtons Vater wird nicht ermittelt. Stattdessen heißt es im Epilog: „Sie fragen sich immer noch, wer Ronny Lawtons Vater umgebracht hat? Genausogut könnten Sie sich fragen, welches spezifische Ereignis die Schließung unserer Fabriken und den Tod unserer Stadt zur Folge hatte. (…) Wer ist daran schuld, dass wir unsere Produktionsstätten im Stich gelassen und nicht länger Dinge mit unseren Händen erschaffen? Es gibt unzählige Verdächtige, aber zu einer Verurteilung wird es vermutlich niemals kommen.“

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Hausmitteilungen

1. Die Oktober-Ausgabe von wtd – die Zeitschrift wird ausfallen. Einmal aus Zeitgründen – schließlich muss mit Hochdruck am nächsten Krimijahrbuch gearbeitet werden – und außerdem, um zu überlegen, ob das Konzept überhaupt trägt und akzeptiert wird. Spätestens zum Ende November gibt es weitere Nachrichten.

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Thomas Wörtche: Das Mörderische neben dem Leben

Thomas Wörtche, dessen Wirken man an dieser Stelle nicht mehr vorzustellen braucht, hat sich zu einem Kompendium seines Schaffens aufgerafft, „Das Mörderische neben dem Leben“ genannt, dreizehn Aufsätze, zwei davon neu (einer über seine Zeit als Herausgeber der vielgerühmten metro-Reihe), der Rest über die Jahre hier und dort erschienen, für die Buchausgabe teilweise leicht überarbeitet. Endlich also, „nach nur wenigen Jahren geduldiger Nachfrage“, wie es im Abspann des Verlages heißt, versammelt da einer, der es wissen muss, die Mosaiksteinchen seiner Überlegungen zu einem Kompendium, zu einem „Wegbegleiter durch die Welt der Kriminalliteratur“ und knipst das definitive Licht der Erkenntnis an.

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Mord beim Mordspektakel

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Endlich: Kurzratekrimi-Erfolgsautor Dale Patrick Rutherford präsentiert ein neues Ermittlerpaar mit geradezu tragisch-griechischem Potential. Freuen Sie sich auf Kriminalhauptkommissar Bonifatius Majakowski, der unter latentem Schwulsein in einer Machogesellschaft leidet, und seine Kollegin Kriminalhauptkommissarin Svantje Butzbach, bekennende Nymphomanin und nebenberufliche Betreiberin einer Blow-Jobagentur (Arbeitslose bitte nur mit Vermittlungsgutschein bewerben).

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Über das Abscheuliche

Man neigt ja dazu, jede öffentliche Diskussion sogleich auf die Kriminalliteratur zu münzen und Erkenntnisse, die einem beim Bedenken der Kriminalliteratur untergekommen sind, auf das öffentliche Leben. Die jüngste Aufregung um Herrn Reich-Ranickis Äußerungen zur Qualität des Fernsehens – nebst sofortiger Hilfestellung von Frau Heidenreich – könnte man mit einem oder mehreren Kopfschütteln zur Kenntnis nehmen, sich fragen, wie denn da einer, der seit Jahrzehnten im Fernsehen reüssiert, nicht wissen kann, wohin er geraten ist, und wie da eine, die Literaturkritik zum Flachevent hat verkommen lassen, plötzlich glaubt, sie sei im falschen Medium. Aber eigentlich reflektiert dieses ganze Bohei nur, was die Kriminalliteratur und ihre Rezeption seit Jahr und Tag, ja, seit den Tagen ihrer Jugend malträtiert: die scheinbar unüberwindliche Kluft zwischen Hoch- und Trivialliteratur.

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Neues Futter für die sieben Glorreichen

So, es wird Zeit für ein wenig Bewegung. Neu bei den sieben Glorreichen sind Michael Collins mit „Tödliche Schlagzeilen“ (schämt euch wieder einmal, deutsche Titelgeber) und, weil wir auch der Krimitheorie eine Chance geben wollen, Thomas Wörtche mit „Das Mörderische neben dem Leben“; die lange erwartete Best-Of-Kompilation des sympathischen Kritikers und Schalträgers. Ausführlich besprochen werden beide Titel nächste Woche. Und zwar bei wtd, nicht bei wtd-die Zeitschrift. Die fällt in diesem Monat aus, aber dazu schreibe ich nächste Woche auch noch was. Ausscheiden müssen leider Anne Chaplet und Tana French, zwei Frauen, was aber rein zufällig ist. Alle Titel, die jemals bei den Glorreichen Sieben vertreten waren, bleiben auch dann gut, wenn sie nicht mehr dort vertreten sind. Da kann der Patzerschorsch noch so mosern.

Pieke lässt klettern

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Kaum ist la Biermann von der Buchmesse zurück, steckt sie auch schon wieder im düsteren Alltag. Das heißt: Ein bisschen Licht gibt es schon. Zum Beispiel, wenn aus Feindschaft Seilschaft wird. Ein Experiment. Hoffentlich erfolgreich. Worum es geht, erfährt man am Freitag, 24. Oktober 2008 im RBB-Inforadio 93,1 um 10:27 und 13:27 Uhr und am Sonnabend, 25. Oktober 2008 in DER TAGESSPIEGEL. Oder nach intensiver Linksuche auf obigem Bildchen.

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2008: the best and the worst

So, heute seid ihr wieder dran. Wir würden gerne wissen, welches Werk der Kriminalliteratur des Jahres 2008 euch bisher am meisten beeindruckt und / oder am nachhaltigsten enttäuscht hat. Zwei, drei erläuternde Sätze wären prima. Wenn genügend Interessantes zusammenkommt, könnte man das als „the peoples‘ voice“ fürs Krimijahrbuch zusammenstellen. Also scheut euch nicht. Kurz überlegen und dann…