The Grassy Knoll: s/t

Eine Platte wie diese macht es dem Kritiker alles andere als einfach. Alle Stücke auf dem unbetitelten Debüt von The Grassy Knoll sind instrumental (geben also nichts her für hochintellektuelle Textinterpretationsversuche). Der Gruppenname The Grassy Knoll (zu deutsch etwa: Grashügel) ist genauso nichtssagend wie das Cover (ein Grashügel? Ha ha!). [Ja, der Hügel spielt eine Rolle in den Verschwörungstheorien um die Ermordung JFKs – das bringt mich aber inhaltlich auch nicht weiter]. Und zur Gruppe selbst gibt es außer ihrem Herkunfsort San Francisco keinerlei biografischen Angaben oder Fotos.

Was bleibt ist also die Musik und die präsentiert sich als wahrer Gemischtwarenladen: zur (nicht hektisch) treibenden (und oft jazzigen) Schlagzeuggrundlage gesellen sich ein düster brummelnder Bass, BookerT.-Gitarren, ein Saxofon mit gelegentlichen Free Jazz-Anwandlungen, Industrial- Elemente, Loops und Samples. Was sich liest wie in Doktor Frankensteins Musiklabor zusammengebastelt, erweist sich beim Hören als äußerst überzeugender neuer Sound, der alles andere als kopflastig klingt.

The Grassy Knoll: s/t
(Nettwerk/I.R.S.)

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