Das Bierbeben: Alles fällt

Die Elektropunk-Allstar-Combo Das Bierbeben hat mit „Alles fällt“ nun ihr lang erwartetes zweites Album veröffentlicht. Die minimalistische Monotonie ist gereift zu einer hypnotischen Dancefloor-Meditation, die im Nebeneinander von Elektronik, Rockinstrumenten und Gesang einen düster angehauchten lyrischen Protest transportiert.

Die Texte schweben irgendwo zwischen Punkparolen und verschlüsselter Innerlichkeit, die Songs funktionieren trotz ihrer Eintönigkeit, das Album könnte als neue Referenz für das Genre Minimal-Elektropunk herhalten, gäbe es dieses denn.

Den Rahmen bildet der klassische Tagesschau-Gong zu Beginn und ein verzerrter strukturierter Klangteppich zum Schluss. Dazwischen zieht die Atmosphäre des gleichzeitig treibenden wie zurückhaltenden Albums in einem gekonnt konzeptualisierten Fluss dahin. In den meist vagen Texten finden sich Anspielungen, die im Kontext des durchkreuzten Bundesadlers gedeutet werden wollen, dazu zwei in das Albumkonzept eingegossene Coverversionen: Der EA80-Song „Häuser“ und „Kein schöner Land“, letzterer auf zwei relevante Strophen gekürzt.

Das Bierbeben präsentieren sich zwar eindeutig als moderne Punks mit Anti-Haltung, sind aber politisch trotzdem nicht klar greifbar, was vielleicht gerade die künstlerische Stärke des Albums ausmacht. Musikalisch sind sie auf jeden Fall fähig, Begeisterung auszulösen.

Das Bierbeben: Alles fällt
Shitkatapult 2006
VÖ: 19.5.2006
htp://www.bierbeben.de

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