Kein Urlaub!

Das Kreuz tut weh, die Bandscheiben ächzen. Schwere Hautabschürfungen, eingerissene Fingernägel, dazu eine Art Platzwunde am Kopf, der Wandschräge sei Dank. Was heißt das? Klar: Der Blogger renoviert. Verrückt Möbel, streicht an, bringt Rolllädenkästen wieder auf den neuesten Stand. Und kommt diese Woche nicht mehr zum Bloggen ob all des Häuslich-Kriminellen. Falls nicht Unvorhergesehenes (Blogger wird unter dem Kleiderschrank begraben) passiert, melde ich mich nächste Woche wieder. Bis dahin: Betet für meine Gesundheit!

Presseschau 8. September 2009

Speech Debellegewinnt den Mercury nachdem sie vorher noch Dinge sagt wie „I don’t have a favourite Hugh Grant movie. ] I think he’s a very over-rated actor. In fact, I think he’s shit.

Galore-Interview mit Irmin Schmidt (CAN): ↑Man muss auch mal in die Scheiße treten dürfen.

Eine Big Star-Box, „Keep an Eye on The Sky“, wird bei uns am 25. September auf Rhino erscheinen: ↑Big Star Surprised to Hear Their Own Rarities und NPR streamt die komplette erste CD.

Die taz über Nouvelle Vague auf Tour: ↑Zuckersüße Entschleunigung

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Presseschau 7. September 2009

Nick Hornby schreibt im Observer über die Vorzüge von MP3-Blogs: ↑The Thrill of it all

All I know is that if you love music, and you have a curious mind, there has never been a better time to be alive.

FAZ-CD der Woche: Noisettes – Wild Young Hearts

Die Süddeutsche spricht mit Nelly Furtado über Ruhm: ↑„Natürlich steckt Ehrgeiz in mir“

Die Süddeutsche über staatlich geförderte Popmusik: ↑Rock around the Gießkanne

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Auf der September-Couch

Und wieder sitzt das verlegerische Großkapital feist und zigarrenpaffend auf der irgendwie notorischen →Krimi-Couch: Der Buchgigant Edition Phantasia mit Rex Miller, der globale Literaturkonzern Ariadne mit Monika Geier und Nora Miedler, der Schweizer Megaverlag Kein & Aber mit Joaquín Guerrero Casasola… Da freut es mich schon, neben diesen Krösussen ein kleines Plätzchen ergattert zu haben. Für die kleine →Kolumne über Polizeiromane, einen herzhaften →John-Hart-Verriss und einen netten →William-Boyd-Krimi. Setzen Sie sich einfach dazu…

Auf der Fährte

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eines großen und vergessenen Kriminalromans? Einiges spricht dafür. Etwa die Aussage eines Herausgebers, bei H.F. Woods „The Passenger from Scotland Yard“ handele es sich um „den besten Kriminalroman zwischen The Moonstone und The Hound of the Baskervilles“. Ob das stimmt, kann man jetzt anhand der deutschen Übersetzung von 1889 nachprüfen. Wo? Natürlich in der →„Criminalbibliothek des 19. und frühen 20. Jahrhunderts“

Geoffrey Household: Einzelgänger, männlich

Ein Mann mit einem Gewehr schleicht sich auf das Grundstück eines Diktators und bekommt ihn ins Fadenkreuz. Bevor er schießen kann (will er das überhaupt?), wird der Mann entdeckt, gefoltert, von einem Felsen geworfen. Er überlebt und flüchtet aus dem Land des Diktators in seine Heimat, England. Gerettet ist er nicht. Die Agenten des Diktators sind ihm auf den Fersen, als er einen von ihnen tötet, jagt ihn auch die englische Polizei. Der Mann gräbt sich einen Bau, lebt dort wie ein Tier. Es nützt ihm wenig. Die Agenten scheuchen ihn auf, es kommt zum großen Showdown…

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gemein 015

Selbst wenn ich geschickt durch die Radiosender zappe, werde ich seit Monaten auf allen Kanälen verfolgt von einem jaulenden Mädchen, dass nach nichts als „einem kleinen bisschen Sicherheit“ verlangt. Sie klingt, als habe der Arzt ihr das Singen zur Schluckaufbekämpfung verordnet. Was ist das? Die Bewerbung für die Allianz-Werbepartnerschaft 2009?

Pop war mal anders. Im Jahre 40 n. W. (nach Woodstock) verbietet sich eine solche klangteppichunterlegte Schleimbeutelentzündung eigentlich von selbst. Aber nicht, wenn man sich Silbermumpitz nennt, aus Bautzen stammt und sich selbst attestiert, eine Bande von „Vollblutmusikern“ zu sein. Dafür habe ich vor 20 Jahren die DDR nicht von ihrem Terrorregime befreit, um mir jetzt diesen korrupten Müll anhören zu müssen.

Susanne Fischer hört zuviel Radio: ↑Die Matschmusik von Silbermond

The Maccabees – Wall Of Arms

Anlässlich ihres ersten Albums prophezeiten wir, dass The Maccabees den Sprung aufs Festland schaffen würden. Auch, dass ihr Maximo Park/Bloc Party-getränkter Britrock viele Freunde gewinnen dürfte und alles andere als langweilig klinge. Okay, bekannt sind die Herren aus Brighton hierzulande noch nicht. Dennoch halten wir viel von der Band, auch wenn das neue Songmaterial nicht mehr auf oben genannte Bands verweist.

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Presseschau 4. September

R.I.P.: Jake Brockman. Der Keyboarder von Echo & The Bunnymen starb am Dienstag bei einem Motorradunfall auf der Isle of Man. ↑Meldung bei Spinner

Peter Kruder plädiert im Süddeutsche Musikblog für „ordentliche“ Stereoanlagen und spricht über seine heute erscheinende “Private Collection”: ↑Ich habe Tom Waits einen Brief geschrieben

Nochmal Lou Reed/Laurie Anderson in Frankfurt: ↑Gegenseitige Störung

Das PopMatters Musikblog würdigt Hüsker Düs „New Day Rising“-Album

Quietus-Interview mit Tom Araya (Slayer): ↑Tom Araya Unplugged? Not Just Yet

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Heißer Buchtipp

Frisch aus der Druckerei, ein epochales Werk für jeden gepflegten Krimihaushalt. Ich kann das bestätigen, denn ich habe das Buch gelesen. UND KONNTE ES NICHT MEHR AUS DER HAND LEGEN! Schon der Anfang kommt prächtig: Ein Engel schneidet einem Maler ein Ohr ab und nagelt es auf ein Bild! Das ist neu in der Kriminalliteratur, das war noch nie da! Und so munter geht es weiter, über 200 Seiten lang!

Das Beste aber: Sie können das Buch sofort kaufen! Bewegen Sie den Zeiger Ihrer Maus auf das Bannerchen links – und er wird zur Hand! Das heißt: Hier darf geklickt werden! Hier ist verlinkt worden! Der Link führt direkt zur Seite des Conte Verlages, wo weitere wertvolle Informationen sowie eine bequeme Bestellmöglichkeit Ihrer harren. Die freundliche Mitarbeiterin Saskia erwartet Ihre Bestellung und wird sie prompt ausführen! Und bedenken Sie: Wenn Saskia bis Monatsende nicht die gesamte Auflage verscherbelt hat, wird sie von den beiden brutalneoliberalen Verlegern FRISTLOS ENTLASSEN! Das kann doch kein Mensch wollen!

Also: zögern Sie nicht. Es wird Ihr Schaden nicht sein. Meiner jedenfalls ist es bestimmt nicht…

Where I write

wiw-haldemanFür sein Projekt „Where I write“ fotografiert Kyle Cassidy Science Fiction- und Fantasyautoren an ihrem Arbeitsplatz. Das reicht dann von der riesigen Ledercouch mit Collie und Laptop bis zur bis zugetürmten Schreibecke. Abgelichtet wurden bisher u.a. Ben Bova, Michael Swanwick, Joe Haldeman (der als Einziger auf den Fotos mit der Hand schreibt und das bei Kerzenlicht!), Piers Anthony, Harry Harrison, Frederik Pohl und Samuel R. Delany.

Where I Write

P.S.: Vielleicht kennt der ein oder andere Kyle Cassidy von Projekten wie ↑„Armed America“ (für das er „normale“ Amerikaner zuhause mit ihren Waffen posieren ließ) oder ↑„Echoes Of Life“ (s/w-Aufnahmen von öffentlichen Plätzen in Philadelphia an denen Menschen ermordet wurden).

Beastie Boys – Paul’s Boutique: 20th Anniversary Edition

Das war sicherlich ein Schock für die Bierdosen werfenden Partyrocker von einst, die die Beastie Boys mit ‚Licensed To Ill‘ und damit mit Songs wie „Fight For Your Right“ oder „No Sleep Till Brooklyn“ kennen gelernt hatten. Denn der Nachfolger, der drei Jahre später in die Läden kam, war so sehr anders und um Längen ambitionierter und erwachsener: ‚Paul’s Boutique‘.

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Massimo Carlotto / Francesco Abate: Ich vertraue dir

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‘Der Mensch ist, was er isst,’ stellte Feuerbach klar, wobei das täglich Brot nicht nur dem Leib, sondern durchaus auch der Sinnlichkeit bekömmlich ist. (Heil-)Wirksamkeit von Nahrung und Genuss pur lassen sich in vielerlei Gerichten köstlich kombinieren. Doch Vorsicht bei den Zutaten! Gift im Wein, Hormone im Wasser, Pestizide im Obst, Antibiotika im Fleisch und und und – die Mahlzeit kann lebensgefährlich werden. Der Gourmet gibt sich bestürzt, der gewöhnliche Esser ist ratlos. Was tun? Nun, schon Miguel de Cervantes (16. Jahrhundert) formulierte klarsichtig über die unabwendbare Notwendigkeit zu essen, und die heutige Lebensmittel-Mafia kann sich immer noch auf die alte Weisheit verlassen: ‘Alles Elend wird vergessen, gibt es etwas zu essen.’

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