Propellerheads: Decksandrumsandrockandroll

Es ist sicher viel zu früh, über DIE CD des Jahres 1998 zu sprechen. Wenn ich aber die besten Scheiben des Jahres 1997 und die ersten 1998 höre, müssen sich die anderen Herrschaften schon sehr anstrengen, um noch einen draufzusetzen und in meiner persönlichen Bestenliste noch weiter oben zu landen. Propellerheads haben beste Chancen auch am 31.12. noch ganz oben zu stehen.

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Carsten Franks Inselplatten

Zehn Platten für den Edelstahlzylinder bei ALCOR

Eigentlich geht es hier um Platten für die Ewigkeit. Die Erde ist so klein, früher oder später wird man auch auf der abgelegensten Insel gefunden. Musik für die Zeit bis dahin sollte in mißlicher Lage von dieser ablenken. Interessanter ist da doch der Gedanke, Scheiben mit in die Zukunft zu nehmen. Zeitmaschinen gibt es, zumindest nach der offiziellen Version des CIA, noch nicht.

Was es gibt ist die Kryonik und ALCOR. Meist wird die kryonische Suspension genutzt um Embryos oder Blutplasma zu konservieren. ALCOR ist eine Stiftung deren Hauptsitz in Phonix/Arizona liegt. Wird man hier Mitglied kann man sich, gegen eine Gebühr versteht sich, nach seinem Ableben auf minus 196 Grad Celsius einfrieren lassen (Kopfüber in einem Zylinder voller flüssigem Stickstoff. Sieht so ähnlich aus wie eine überdimensionale Thermoskanne). In einer unbekannten Anzahl von Jahren wird man wieder zum Leben erweckt. Zuerst wird mit der Rekonstruktion des Gehirns in einer „Revival Unit“ begonnen. Auf Nanotechnologie beruhende Reparatureinheiten räumen u.a. die Blutbahnen von Eis frei und beseitigen die Gefrierschäden (auch Gefrierbrand genannt ;-)) an den Zellen. Schließlich wird man anhand seiner DNA – Struktur wieder komplett hergestellt. Damit die Eingewöhnung in der Zukunft leichter fällt, wäre es doch schön, bekannte Musik mitzunehmen.

Vielleicht stirbt auch der Rest der Menschheit. Für diesen Fall sollten auch Scheiben dabei sein, die man, ohne rot zu werden, Extra Terrestrials vorspielen kann.

Alle Platten aus Vinyl. Im Zweifel kann man ´nen Plattenspieler selbst bauen.

  1. David Munyon – Stories from the curve
    Für die Aufwachphase. Leider ein besch… Cover.
  2. Massive Attack – Protection
    Das Richtige zum hellwach werden.
  3. AC/DC – Highway to Hell
    Falls es keine echten Gitarren mehr geben sollte.
  4. Tocotronic – Digital ist besser
    Damit Cyborgs wissen wie es früher wirklich war.
  5. The Prodigy – Music for the jilted generation
    For those from den anderen Sternen.
  6. Alex Reece – So Far
    Um den neusten Stand der PA-Technik zu testen, um eine gute Vergleichsbasis zu haben.
  7. Miles Davis – Tutu
    zumindest etwas von Kunst und Kultur
  8. Jingo de Lunch – Underdog
    Wird in den offiziellen Archiven sicher nicht überleben.
  9. Johnny Cash – The Ring of Fire
    Da Elvis irgendwo eingefroren liegt und sicher einer der ersten wiedererweckten sein wird und Nanotechnologie Alzheimer nicht wieder rückgängig machen kann. Sie hätten Johnny schon vor Monaten einfrieren sollen.
  10. Das BBC Hörspiel von Douglas Adams – Per Anhalter durch die Galaxis
    Noch Fragen?

Interview: Twenty Ton Fly

Twenty Ton Fly sind kurz nach Veröffentlich ihrer ersten CD für 14 Tage auf Tour. Mit den Melvins und Schweisser. Es gibt sicher schlechtere Voraussetzungen eine neue Platte zu promoten. Bisher (10 Termine) scheint alles sehr gut gelaufen zu sein für die 5 Jungs aus München mit Proberaum in Landshut.

„Wir haben befürchtet als Opener vor leerem Saal spielen zu müssen. Meist hatten wir aber Glück und das Publikum hat nicht nur an der Bar gesessen und Aufwärmbiere getrunken. Wir sind viel besser angekommen, als wir zu träumen gewagt hätten.“ meint Sänger Gigi, der erst relativ kurz bei der Band ist.
Anläßlich ihres Auftritts in der Batschkapp zu Frankfurt (am 20. November 1997) sprach Carsten Frank mit der Band.

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Bei uns ging’s eigentlich nie um Jugendlichkeit

Ein Gespräch mit Dirk von Lowtzow (Tocotronic)

Hinter-Net!: Tournee-Zeit heißt auch Interview-Zeit. Seid Ihr schon gestreßt?

Dirk: Nö, eigentlich nicht. Natürlich machen wir ’ne Menge Interviews, und oft sind es immer wieder dieselben Fragen. Eine gewisse Routine hat das schon. Daher kommt es auch selten vor, daß wir zu dritt ein Interview machen, meist geht nur Einer von uns hin. Da kann die Frage noch so gut sein, irgendwann hast du sie doch schon mal gehört, und wenn dann Einer von uns loslegt mit der Antwort, dann sitzen die beiden anderen rum und können nicht mehr zuhören, weil wir das untereinander alles schon mal gehört haben.

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Die Aeronauten – Schuldigung

Neben den beiden Hits „Schuldigung“ und „Countrymusik“ vom 97er Album „Jetzt Musik“ sind 4 weitere Tracks (2 aus dem 95er Album „Gegen Alles“, einer aus der Maxi-CD „Bettina“, einer aus dem Album „1:72“) auf der Maxi. Man erhält hier also einen günstigen Einblick in das Schaffen der Band. Schön sind vor allem die Bläser bei den beiden Hits und früher oder später fängt man sowieso an sich für Countrymusik zu interessieren! (6-Track-Maxi, Laufzeit 19:40)

Die Aeronauten – jetzt musik

Sind Die Aeronauten Hamburger Schüler? No, Schweizer kann man nicht so einfach in Norddeutschland vereinnahmen. Inzwischen sollte darauf verzichtet werden, deutschsprachige Rockmusik mit Alltagstexten die Erinnerungen auslösen nur nach Hamburg einzuordnen. Vielleicht hatten die Norddeutschen zuerst den kommerziellen Erfolg. Jungs wie Die Aeronauten sind aber schon länger im Geschäft und Lado hat kaum abgefärbt. Im Gegenteil. Die Aeronauten sind sich und ihrere Musik treu geblieben. Passend daß die Texte sich mit dem Alter der Texter entwickeln, während die Tocos immer noch über die Abi-Zeit singen.

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Scare Crows – Flourish

Da ist sie wieder, die deutsch-amerikanische Band mit dem Sänger der so verdammt nach Bono klingt. Musikalisch hat sich auf dem ersten Longplayer gegenüber der EP nicht sehr viel getan. Ruhige Stücke, Acoustic, unverzerrte Guitar und gelegentlich ein Cello. Dominiert durch die Stimme von Sänger Mäx. Alles sehr gefällig und doch ambitioniert. Aber irgendwie reißt es mich nicht so vom Hocker wie die EP vor einem halben Jahr. Irgendwie hat der „große“ Bono doch Einfluß genommen. Er ist mit seinem neusten Geseier einfach zu oft und überall zu hören. Das hätten die Scare Crows eigentlich nicht verdient.

Eläkeläiset: In Humppa we trust – live

Tja lieber Leser, bei dem Bandnamen ahnt man es schon. Wieder einmal hat sich eine CD aus dem hohen Norden Europas in meinen CD-Player verirrt. Finnischer Humor in Musikform. Bildlich gesprochen: Man nehme einen Haufen wenig oder merkwürdig (Bärte, Cowboyhüte, etc.) gekleidete Finnen, stelle sie auf eine Bühne und lausche ihrere Interpretation moderner Pop- und Rockmusik. Eigentlich spielen sie nur Polka und singen Humppa. Andererseits sind es Songs von Queen, Oasis, Billy Idol, The Cure, The Cranberries, Jim Morrison und anderen. Schon die Auswahl der Musik zeigt daß die Jungs vor wenig zurückschrecken.

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Locust Fudge: Business Express

Und mal wieder eine neue Veröffentlichung der aktivsten Mitglieder in der ostwestfälischen Musikszene. Schneider/Uhe (Ostwestfalen) meets mal wieder Weilheim (Bayern). Erklärtes Ziel der Musiker ist es von den Früchten ihrer (musikalischen) Arbeit leben zu können (siehe auch die Interviews mit Sharon Stoned und Hip Young Things). Da man sich aber nicht beim Massenpublikum anbiedern möchte, muß halt ständig neues und überarbeitetes Material unter die kleine Fangemeinde gebracht werden.

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Boywonder: Deep Fried Peace

Man stelle sich vor: die Zeit nach Erscheinen der legendären „Ten“ von Pearl Jam. Anfang der 90er der große Boom des Sounds aus Seattle. In den folgenden Jahren entwickelten sich alle großen Protagonisten weg von diesem ursprünglichen, sehr markanten Sound in Richtung Standard Moderne Rockmusik der sicher auch sehr interessant und schön ist aber doch kaum vom Rest der Welt zu unterscheiden ist. Die aktuellen Scheiben der Pearl Jam, Soundgarden und wie sie alle heißen könnten auch von der Ostküste oder sogar aus Europa kommen.

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Blind Melon: Nico

Blind Melons Sänger Shannon ist schon vor einiger Zeit von uns gegangen. Das vorliegende Album ist das insgesamt dritte Album der Band, die durch „No Rain“ und durch das dazugehörige Video (das kleine Mädchen im Bienenkostüm) bekannt geworden sind. Das zweite Album „Soup“ hatte dann nicht mehr den gleich großen Erfolg. Anscheinend kamen die Jungs nicht klar damit. Die Energie der ersten Tour hatten sie jedenfalls nicht mehr.

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Hip Young Things: Ventilator

Bei Glitterhouse gelten sie schon seit längerem als die Band der Zukunft. Bisher war es aber alles eher „Nice-to-hear“-Material. Etwas schräg, etwas Dinosaur jr., aber nie richtig hip. „Ventilator“ ist ein sehr abwechslungsreiches Album mit einigen popigen, fröhlichen Stücken, zwei, drei immer noch sehr schrägen Teilen und mit „Castor“ und „1 1/2“, welche am ehesten mit houseorientierten, analog-instrumental zu umschreiben sind. Insgesamt eine gut hörbare Scheibe, die eher die Summe ihrer Songs, als etwas Ganzes ist.

Hip Youg Things: Ventilator
(Glitterhouse)

Interview: Hip Young Things

Wenn Ostwestfalen sprechen…

Ostwestfalen sind etwas schwierig. Sie reden langsam und bedächtig, sind Fremden gegenüber zuerst mißtrauisch und recht verschlosssen. Haben sie sich aber erst einmal warmgeredet und zum Gesprächspartner Vertrauen gefaßt, erzählen sie recht persönliche Dinge. Schneider ist in dieser Hinsicht ein Parade-Ostwestfale. Jede Frage des Inteviewers wird zuerst mit einer langen Nachdenkphase eingeleitet, Sätze kommen nur recht langsam aus ihm hervor. Egal wie beiläufig die Frage ist, man denkt erst nach, bevor man sich äußert. Vorlesen dauert schon etwas länger, da jeder Satz verstanden und in sich aufgenommen werden will.

Interviews gibt bei den Hip Young Things nur Dirk, gelegentlich begleitet von Basser Edgar. Oli und Thorsten „Gumbo Botanik“ haben eigentlich nie Lust dazu.

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Babylon Zoo – The Boy With The X-Ray Eyes (The Remixes)

4 mal der gleiche Song. Ist das nicht langweilig ? Erstens gehört “ The Boy With The X-Ray Eyes “ zu den besseren Stücken der jüngeren Pop-Geschichte; zweitens waren hier so unterschiedliche Wiederverwerter am Werk, daß mensch die gesamte Scheibe durchhören kann ohne Langeweile zu verspüren. Goldie dürfte sich inzwischen mit seinem prägnanten, wiedererkennbaren Sound und Beat einen solchen Namen geschaffen haben, daß eine weitere Erläuterung überflüssig erscheint. Arthur Baker ist noch wesentlich länger im Geschäft. Am bekanntesten sind wohl seine Produzententätigkeiten in den 80er, als er Cindy Lauper u. ä. in die Charts brachte. Er steuert zwei Versionen bei. Die Standard 7″-Version fehlt natürlich nicht. Der Kauf lohnt für Leute die den Song sowieso mochten, aber auch für Anhänger der etwas wummernderen Musik.