Alicia Keys: The Diary Of Alicia Keys

Bei Alicia Keys müsste man eigentlich mediale Overflash-Pickel bekommen. Die Promo-Maschine schnurrt wie eine Katze auf der Kaminbank und bewirkt, dass die begabte Pianistin im Moment wirklich in jeder Zeitung dieser Welt vertreten ist.Hört man ihr zweites Werk „The Diary Of Alicia Keys“, ist es dann nicht so, dass man sich dieser Begeisterung nur kraftlos anschließt. Schon das Intro „Harlem’s Nocturne“ kitzelt die Begeisterung wach. Während man in Deutschland (frei gewählte Beispiele Rödelheim und Mannheim) der Meinung ist, mit einer guten Stimme und ein paar modernen Beats eine deutsche Soulplatte gemacht zu haben, zeigt Alicia Keys eine nicht enden wollende Bandbreite. Die sonst so weit verbreitete Eintönigkeit im HipHop wird hier aufgebrochen durch massive Souleinflüsse und Gospel groovende Background-Vocals.

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Elliott Murphy – Strings Of The Storm

Bei seinem letzten Album „Soul Surfing“ musste sich Elliott Murphy von mir noch den Verdacht gefallen lassen, dass er vom Schunkelheinz befallen ist. Mit seinem aktuellen Doppelalbum „Strings Of The Storm“ gibt er aber seine fast vollständige Genesung bekannt.

Einige wenige Male rutschen zwar ganz seltsame Songs über den Laser, aber das fällt bei einer Doppel-CD mit insgesamt 23 Songs nicht weiter auf. Vorneweg Olivier Durand, gefolgt von der schon angestammten Band aus Ernie Brooks, Florent Barbier und Danny Montgomery zeigt sich Elliott Murphy wieder als entspannter Songwriter, in dessen Hände man beruhigt seine Ohren legen kann.

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Skew Siskin: Album Of The Year

„Kiss my lips, the one I don’t eat with“ – ja, so ein Satz prägt sich ein und verpflichtet Skew Siskin, mit derlei Aussagen auch auf dem neuen Album weiterzumachen. Vier Jahre hat es gedauert, bis der Nachfolger zu „What The Hell“ in den Regalen stand, aber die Berliner Combo hat an der Mischung aus Anzüglichkeiten und dreckigem Rock’n’Roll eisenhart festgehalten. Dass das manchmal platt und ein bisschen peinlich ist, muss man gar nicht diskutieren, man sollte sich lieber entspannt zurücklehnen und nicht weiter drüber nachdenken, warum es so einen Spaß macht, Motörhead oder The Donnas zu hören.

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Coldplay: Live 2003

Bemerkenswert an Coldplay finde ich, dass ich eine Menge Leute kenne, die am liebsten leugnen würden, früher U2 gehört zu haben und sich heute begeistert auf Coldplay stürzen. Egal – die Jungs um Chris Martin haben ein bemerkenswertes Händchen für große Gesten und einprägsame Melodien.Nach der vergangenen Welttournee liegt jetzt eine extrem schön gemachte DVD/CD vor mit einem 90-minütigen Konzertmitschnitt aus Sydney, einer 40-minütigen Dokumentation und einer Audio-CD mit zwölf Live-Tracks.

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Cool Hand Luke: Wake Up. O Sleeper

Cool Hand Luke haben nicht nur einen coolen Bandnamen, sondern auch ein Händchen für ausgefallene Songtitel („Nobody Hugs A Rose“). Das musikalische Haus haben Cool Hand Luke mit Tapeten aus Emo, Indie-Pop und modernem Rock á la Dredg verziert. Eigentlich alles perfekt, aber eine komplette Behaglichkeit will nicht aufkommen. Manches Mal wirken die Songs, als hätte die Jungs definitiv den Refrain vergessen und es fehlt noch das kompositorische Talent, einen Song über vier Minuten spannend zu halten. Da wird mal hier mit einem Klavier oder einer Geige liebevoll verziert, aber für den ganz großen Wurf reicht es am Ende nicht.

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Christiansen: Stylish Nihilists

So, schnell noch die schwitzigen Hände am Hosenboden abgewischt, Plektron wieder zwischen den Zähnen rausgepult und dann aber nix wie ab. Bei Christiansen hat’s bei mir mal wieder die berühmten drei Durchläufe gebraucht, aber dann hat „Stylish Nihilists“ voll gezündet. Lässt der Opener „Kentucky Goddamn“ noch eine Punk- oder Hardrock-Vergangenheit vermuten, wurschteln sich die vier Jungs in den folgenden zehn Songs durch alle erdenklichen Spielarten.

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Guano Apes: Live

Einst als deutsche Crossover-Hoffnung gefeiert, haben die Göttinger in den vergangenen Jahren von Kritikern hauptsächlich Prügel einstecken müssen. Seit Mike Patton Guano Apes für Scheiße befunden hat, haben sich dieser Meinung viele ungefragt angeschlossen und selbst ein ordentliches Rockalbum wie „Walking On A Thin Line“ konnte daran nichts entscheidendes verändern. Gut, Stumpfsinnsattacken wie „Lords Of The Boards“ oder „We Use The Pain“ lassen sich auch auf dem jetzt vorliegenden Live-Album nicht wegdiskutieren, aber auf der Mehrzahl der 20 Songs zeigen Guano Apes, dass sie ordentlich rocken.

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Katja Riemann Oktett: Favourites

Das Buch „Singende Schauspieler“ hat viele dunkle Kapitel. Katja Riemann kann seit „Bandits“ die Finger auch nicht mehr vom Mikro lassen und veröffentlicht mit „Favourites“ ihr zweites Album. Westernhagen muss sich bis heute anhören, dass er den Rockstar nur spielt und wenn Katja Riemann den lasziven Vamp, der sich in einer kleinen Bar im Abendkleid auf dem Flügel räkelt, nur spielt, dann macht sie das sehr überzeugend.

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Natsuo Kirino: Die Umarmung des Todes

Vier unterschiedliche Frauen arbeiten Nacht für Nacht in der Lunch-Fabrik am Band. Als eine von ihnen im Affekt ihren Mann tötet, läuft das Leben der einzelnen völlig aus der Bahn. Von der Monotonie der Fließbandarbeit genauso gefangen wie von der Gleichförmigkeit ihres Lebens werden Masako, Yoshië und Kuniko unausweichlich mit ihren persönlichen Problemen konfrontiert, als sie versuchen, den Mord an Yayois Mann zu vertuschen.

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Michael Schenker: Forever And More

Nachdem Michael Schenker bei Mascot eine neue Label-Heimat gefunden hat, legt jetzt die alte Plattenfirma mit einer Doppel-Best-Of-CD nochmal nach. Die Auswahl aus neun Alben gibt zwar keinen kompletten, aber doch recht umfassenden Überblick. Specials oder irgendwelche Boni fehlen zwar, aber es geht ja um die Mucke.

(6 Fritten)

Michael Schenker: Forever And More -
The Best Of Michael Schenker (Do-CD)
(Steamhammer/SPV)