Vertigo

„The Seventh One“ von Toto war exakt die vierte CD, die ich mir gekauft habe. Die wurde, genauso wie der Vorgänger „Fahrenheit“ von Joseph Williams, eingeträllert und suggeriert mir bis heute, dass ich ihn als Sänger noch ein kleines bisschen besser fand als Bobby Kimball. Für Toto-Puristen wahrscheinlich ein Greuel, aber ich wollte nun mal CDs hören; Schallplatten waren Ende der 80er einfach extrem uncool.

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Cracker: Countrysides

Cracker goes Country. Wer die Alben der Indierocker aufmerksam hört, merkt schnell, dass der Sprung zu lupenreinem Country gar nicht so weit ist. Acht Coverversionen (u.a. Merle Haggard, Hank Williams, Ray Wylie Hubbard) und eine bissige Abrechnung mit der ehemaligen Plattenfirma („Ain’t Gonna Suck Itself“) ergeben ein skurriles Album, das authentisch klingt, aber wahrscheinlich nur zu besonderen Anlässen in den Player wandert.

(7 Fritten)

Cracker: Countrysides
(Cooking Vinyl/Indigo)

Life Of Agony: River Runs Again

Keith Caputo hat sich erstmal ausgeweint, seit Anfang des Jahres wird wieder gerockt. Life Of Agony haben sich am 3.und 4. Januar 2003 im Irving Plaza in NYC auf die Bühne geschmissen und der Menge das gegeben, worauf diese Jahre gewartet hat. Die ersten Töne von „River Runs Red“ und die Halle rastete kollektiv aus. Wenn man bei der zeitgleich erscheinenden DVD nicht ganz genau hinguckt, glaubt man, irgend jemand hätte Ozzy Osbourne in den Jungbrunnen geworfen, aber es ist dann doch „nur“ ein langhaariger Keith Caputo, der ausgeruht über die Bühne fegt.

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Terrorgruppe: Fundamental

Hat ein bisschen gedauert, bis die neue Terrorgruppe-Platte bei mir gezündet hat. Aber „Fundamental“ ist ein pfiffiges Stück Punkrock, das um einiges dreckiger und direkter daherkommt als viele deutsche Kollegen. Wenn man außerhalb der Kommerzwahrnehmung segelt, kann man schonmal ordentlich auf die Kacke hauen und in Songs wie „Angela“ oder auch „Kathedralen“ textlich extrem deutlich werden.

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Live: Life Of Agony

Offenbach, Capitol. 19. Oktober 2003

Ich war mir nicht sicher, ob die Welt darauf gewartet hat, Offenbach aber anscheinend schon. Das Capitol war mehr als gut gefüllt um die Wiedervereinigung von Life Of Agony zu feiern und bis es so weit war, gab es mit den Supportbands Fony und Breed 77 zwei sympathische Zeitverkürzer. Besonders letztere überzeugten mit einem dynamischen Set, das mit orientalischen Anleihen und einem charismatischen Frontman im Gedächtnis haften blieb.

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Dreamtide: Dreams For The Daring

Ups, der Song hat mich wirklich weggeblasen. „Dream Real“ ist bis zur Schmerzgrenze ausgesteuert und donnert in einer Wucht, die Magnum würdig wäre, aus den Boxen. Das ist ohne Hohn und Ironie ein beeindruckender Song. Danach pendelt sich das Album in etwas gemäßigteren Gefilden ein und bietet gut gemachten, bombastischen Rock. Die Zielgruppe dürfte begeistert sein.

(6 Fritten)

Dreamtide: Dreams For The Daring
(Frontiers/Soulfood)

Kari Bremnes: You’d Have To Be Here

Als ich das erste Mal „You’d Have To Be Here“ gehört habe, saß ich ziemlich müde im abgedunkelten Wohnzimmer und musste mich von der CD losreißen wie von einem guten Buch. Gefangen von einer atemberaubenden Produktion und einer nicht minder spektakulären Stimme habe ich mich irgendwann doch ins Bett geschleppt und eine objektive Beurteilung auf den hellichten Tag verschoben.

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Death Cab For Cutie: Transatlanticism

Das Album „Transatlanticism“ ist ein „Grower“. Es wächst mit jedem Hören, es wächst über sich hinaus und es wächst dir ans Herz.
Auch, wenn es in jeder Kritik steht, es lässt sich vieles damit erklären: Marcus Wiebusch (Kettcar) und Thees Uhlmann (Tomte) sind die Köpfe des Hamburger Labels Grand Hotel van Cleef und wenn man weiß, dass Marcus mit seinem inzwischen stillgelegten Label B.A. Records die Weakerthans nach Deutschland holte, weiß man auch, warum Death Cab For Cutie auf GHVC willkommen waren.

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Harmful: Sanguine

Manchmal durchzuckt mich dieses musik-patriotische Gefühl, dass es seit einigen Jahren wieder zunehmend gute Musik aus Deutschland gibt. Speziell im Rocksektor haben die Musiker hierzulande extrem aufgeholt und müssen nicht mehr fürchten, international belächelt zu werden. Ganz aktuell haben Harmful mit ihrem fünften Longplayer „Sanguine“ diesen Quantensprung geschafft und reihen sich locker in die großen Namen des Alternative-Rock ein.

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Boysnightout: Make Yourself Sick

Irgendwann haben sich alle Genres die Hörner abgestoßen, man hat seine Favoriten eingesammelt und wenn niemand die Schubladenkruste aufbricht, haben es Nachkömmlinge extrem schwer. Boysnightout aus Kanada surfen an den bekannten Emo-Größen vorbei und schaffen es relativ zielsicher, ihren Vorbildern ein bisschen Gischt in die Augen zu spritzen. Gute Songs sind schon da, wenn jetzt noch die Eigenständigkeit mit aufs Brett kommt, könnte für Boysnightout nach oben noch eine Menge drin sein.

(7 Fritten)

Boysnightout: Make Yourself Sick
(Ferret)

The Fire Theft: s/t

Mit Jeremy Enigk, William Goldsmith plus Nate Mendel ist mit The Fire Theft der Kern von Sunny Day Real Estate zurückgekehrt. „The Fire Theft“ macht den Hörer fassungslos – die einen vor Entsetzen, die anderen vor Erstaunen. Die Argumente für oder gegen das Album sind die gleichen: große Emotionen, weit reichende Spannungsbögen, versponnene Instrumentalspielereien und ein unüberhörbarer Hang zum 70er Jahre Art-Rock.

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