Carla Bruni: Quelqu’un M’a Dit

Wie oft kann man sein musikalisches Herz verlieren? Maria McKee hat schon ein Stück, Natalie Merchant und Sophie Zelmani sowieso –jetzt kommt noch die Wahlfranzösin Carla Bruni dazu. Hinter ihrem Namen steht in Klammern das Ausschlusskriterium „Model“, aber bei „Quelqu’un M’a Dit“ wurde niemand direkt vom Laufsteg ins Studio geschubst. Bis auf einen Coversong hat Carla Bruni alle Songs selbst geschrieben und dringt mit ihren brüchigen Chansons tief in den Gehörgang ein. Behutsame Arrangements, die um Chanson, Pop und Folk kreisen, und eine rauchig belegte Stimme, die sich in dein Herz bohrt.

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Xavier Naidoo: Alles Gute vor uns

OK, diesmal keine inhaltliche Abhandlung, jetzt geht es nur um die Musik. „Alles Gute vor uns“, das zweite Live-Album Xavier Naidoos, belegt erneut, dass man am Besten nur die Liveplatten des Mannes kauft. Eigentlich gibt es keinen Grund, bei zwei Studioalben zwei Tourmitschnitte in den Konsumentenkorb zu werfen, aber Xavier Naidoo ist er auf der Bühne ein anderes Kaliber als im Studio.

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Amorphis: Far From The Sun

Zuerst „Am Universum“ jetzt „Am A….“? Definitiv nicht, aber die ersten Takte des Openers „Day Of Our Beliefs“ ließen mich verwirrt auf die Hülle gucken, ob ich auch wirklich Amorphis in den Player gelegt habe, Der Opener des neuen Albums hat eine extreme Schlagseite in Richtung Metal-Folk à la Falconer und dürfte mit Abstand das eingängigste Lied sein, das die Finnen bisher eingeschraubt haben. Auch die danach folgenden neun Songs lassen nicht erkennen, dass hier ehemalige Grunzteufel am Werk sind.

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Hedningarna: 1989 – 2003

Die schwedische Vorzeigeband Hedningarna beglückt ihre Fans oder potenzielle neue Freunde mit der Compilation „1989-2003“ mit insgesamt 18 Titeln. Auch wenn die Band in Sachen moderner skandinavischer Folklore Zeichen gesetzt hat, kann ich mit ihren Epigonen manches Mal mehr anfangen. Irgendwo zwischen schrill und mystisch verlangen Hedningarna ihrem Hörer eine Menge ab, aber wer ein bisschen Geduld mitbringt, wird belohnt.

(7 Fritten)

Hedningarna: 1989 - 2003
(Westpark/Indigo)

Sepultura: Roorback

Der Opener „Come Back Alive“ verbreitet eigentlich direkt Totengräberstimmung. Wer braucht Sepultura noch, wenn sie so einen stupiden Stiefel runterspielen? Ja, die alten Fans, die freuen sich, aber Innovation ist was anderes. Trotzdem ist der Weg zurück zu einem ursprünglichen Sound bestimmt nicht der schlechteste, wie „As It Is“ und die überaus gelungene Coverversion von U2s „Bullet The Blue Sky“ belegen.

(6 Fritten)

Sepultura: Roorback
(Steamhammer/SPV)

Ane Brun: Spending Time With Morgan

Nordlicht (diesmal eine Frau) sitzt hinter der Gitarre und klampft. Erinnert stimmlich an eine Mischung aus Ani DiFranco und Pina und hat damit eigentlich alles richtig gemacht, um mich zu begeistern. Aber trotz aller musikalischer Intimität will tiefe Emotionalität hier nicht aufkommen. Ane Brun müht sich redlich, muss aber am Lagerfeuer weiterhin in der dritten Reihe sitzen bleiben.

(6 Fritten)

Ane Brun: Spending Time With Morgan
DetErMine/V2

Karen Matheson: Time To Fall

Karen Matheson ist die Stimme von Capercaillie und obwohl sie auf ihrem zweiten Soloalbum den Folkrahmen nicht verlässt, bewegt sie sich deutlich von den atmosphärischen Klangwelten ihrer Stammband weg. „Time To Fall“ ist über weite Strecken sehr klar und transparent und erinnert auf der einen Seite an Acts wie Mary Black, verschließt sich aber auch nicht vor neuen Einflüssen.

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Bruce Cockburn: You’ve Never Seen Everything

Rund 33 Jahre nach seinem Debüt und 26 Alben später fliegt der Kanadier Bruce Cockburn immer noch schneller als der Dämon Stagnation. Unermüdlich lotet er die Grenzen seines Tätigkeitsbereiches aus und lässt in seinen Polit-Folk immer neue Anregungen einfließen. „You’ve Never Seen Everything“ ist ein verhältnismäßig jazziges Album geworden und vom Songwriting um einiges klassischer als der Vorgänger „Breakfast In New Orleans, Dinner In Timbuktu“.

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Carl Carlton And The Songdogs: Love & Respect

Ein Ostfriese ging nach Holland. Klingt eher wie der Beginn eines Schwanks von Knut Kiesewetter als wie die Erfolgsgeschichte eines Rock’n’Rollers. Carl Carlton tritt jetzt mit „Love & Respect“ zum zweiten Mal aus dem Schatten derer, die er sonst mit seiner eindrucksvollen Gitarrenarbeit unterstützt. Wie der Vorgänger „Revolution Avenue“ fest in der Tradition verwurzelt, streckt sich das neue Werk ein kleines bisschen mehr in Richtung Innovation.

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Firebird: No. 3

Früher sagte man „Kiffermusik“ – und jeder wusste Bescheid: Verrauchte Gitarrensounds mit Deep Purple-Orgel und dem hippiesken Schütteln der Hüften. Heute kann „Kiffermusik“ alles sein, für Firebird muss aber die alte Definition herhalten. Lediglich die klare, fast schon hohe Stimme von Bandleader Bill Steer? rückt Firebird aus der Liga der üblichen Verdächtigen raus. Fast schon selbstverständlich, dass „No 3“ in Schweden aufgenommen wurde und erstklassig nach Retro klingt.

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Tower Of Power: Oakland Zone

Wenn’s warm ist, muss man schonmal das Gebläse aufdrehen. Schade, wenn dann nur ein laues Lüftchen rauskommt. Tower Of Power sind mit Sicherheit der Inbegriff eines „Gebläses“, aber die alten Recken garen mit ihrem neuem Album nur ihren Legendenstatus. Wirklich cool ist hier nix, zu sehr parkt die Band auf dem Parkplatz der Routine und der technischen Finesse. Also – alles ein bisschen langweilig.

(5 Fritten)

Tower Of Power: Oakland Zone
(SPV)