Further Seems Forever: How To Start A Fire

Bloß keine Langeweile aufkommen lassen. Dieser unterstellte Vorsatz könnte als Erklärung herhalten für den abwechslungsreichen Einstieg von „How To Start A Fire“. Der gleichnamig betitelte Opener bratzt in bester Emo-Manier los und obwohl die Hardcore-Wurzeln nie durchbrechen, breiten sie sich unter der Oberfläche aus. Das darauffolgende „The Sound“ erinnert in seiner poppigen Leichtigkeit an das vergangene Jimmy Eat World Album, während „A Blank Page Empire“ als sperrige Ballade einen gelungenen Kontrastpunkt setzt.

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Jane’s Addiction: Strays

Jane’s Addiction sind eigentlich eine Band, von der man nichts mehr erwarten konnte. Die Ikone lag jahrelang auf Eis, man hörte zwar hier und dort von Perry Farrel oder Dave Navarro, aber außer dem Soloalbum des Gitarristen blieb nichts wirklich hängen. Unter der Führung der alternden Produzentenlegende Bob Ezrin ist das Quartett wieder vereint (Bassist Chris Chaney ist neu an Bord) und jagt mit „Strays“ ein Album in den Orbit gejagt, das jede noch so optimistische Hoffnung übertrifft.

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Enchant: Tug Of War

Was schreibt man über eine Band, die noch nie ein schlechtes Album herausgebracht hat? Kurz und knapp: „Tauscht bei einem Kaufladen eurer Wahl die nötige Menge Euros gegen dieses Album ein“. Die Neo-Prog-Rocker Enchant musizieren seit ihrem Debüt „A Blueprint Of The World“ auf höchstem Niveau und alle Alben zeichnen sich jeweils durch eine leichte Soundverschiebung aus. Die druckvolle Transparenz von „Blink Of An Eye“ wurde beibehalten, diesmal aber mit einer leichten Retro-Schlagseite belegt.

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Blackmore’s Night: Ghost Of A Rose

Ritchie Blackmore hat wieder zugeschlagen. So langsam gewöhne ich mich an die Stimme von Candice Night; es ist aber auch unüberhörbar, dass sie sich von ihrem Klein-Mädchen-Charme weg bewegt. „Ghost Of A Rose“ bietet gewohnte Kost mit ausnahmsweise gelungenen Coverversionen und besserem Songmaterial als auf „Fires At Midnight“. Ganz Optimistische können sogar schon fast Gitarrensoli ausmachen.

(6 Fritten)

Blackmore's Night: Ghost Of A Rose
(Steamhammer/SPV)

Queensryche: Tribe

Queensryche mit dem Bad Religion-Syndrom? Brett Gurewitz heißt hier Chris DeGarmo, ist der Band seit einigen Jahren abhanden gekommen und seitdem will es nicht mehr so wirklich klappen. Obwohl Chris DeGarmo nicht als festes Bandmitglied zurückgekehrt ist, war er bei einigen Sessions dabei, und es liegt auf der Hand, ihn mitverantwortlich zu machen. Mitverantwortlich für ein richtig gutes Queensryche Album. Die klare, druckvolle Produktion erinnert an „Empire“, während der eher düstere Stil auch direkt hinter „Promised Land“ gepasst hätte.

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From.Zero: My So-Called Life

Ich halte an meiner Theorie fest, dass die „Explicit Content“-Vermerke inzwischen fest in die Covergestaltung integriert werden. Bei From.Zero kommt noch der Zusatz „Strong Language“ dazu, die Bandmitglieder wurden von einem blinden Frisör gestylt, ins Böse-Gucken-Training geschickt und zwangsgepierct. Nützt aber alles nix – die Jungs klingen nicht halb so böse wie sie aussehen.

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Liz Phair: Liz Phair

Ist schon lustig; wenn Liz Phair singt „rock me all night“ versteht Jeder das böse Wort mit F. Das Cover und die Booklet-Gestaltung tun ihr Übriges, um Liz Phairs Ruf aufrecht zu erhalten und sie ja nicht als braves Hausmütterchen zu sehen. Dabei dürften die etwas anzüglicheren Texte wie z.B. „H.W.C.“ heute wirklich niemandem mehr die Schamesröte ins Gesicht treiben. Anyway, auf der anderen Seite bilden die teils offensiven Texte und ihre unschuldige Stimme immer noch ein nettes Kontrastprogramm.

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The Dackel 5: Arthur Lee, Belmondo, du und ich

„Aber wir haben uns entschieden zwischen Bon Jovi und Bon Scott…
Aber wir haben und entschieden zwischen Rudi Carell und Rudi Dutschke „

Schwuppdiwupp, die deutschen Bands mit Alltagstexten schießen wie Dönerbuden aus dem Boden. Wer glaubt, dass The Dackel 5 nur auf einen Zug aufgesprungen sind, merkt schnell, dass die Combo ihr Ticket schon lange gelöst hat. Alle Songs von „Arthur Lee, Belmondo, du und ich“ wurden bereits 2001 aufgenommen und völlig unerklärlich erst im März dieses Jahres gemastert.

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The Who: Live AtThe Royal Albert Hall

Im November 2000 mitgeschnitten und noch mit John Entwistle am Bass zeigt sich die Band bestens aufgelegt. Soundtechnisch überraschend roh prescht die Band mit „I Can’t Explain“ in ihr Set, und drückt dann bis zum sechsten Song (The Kids Are Alright“) ordentlich aufs Gaspedal. Danach beschreibt der Auftritt einen schönen Spannungsbogen, wenn im Anschluss die melodischen Stücke folgen, danach Pete Townsend mehr als gekonnt die Akustische bedient, um sich dann über einen erneuten Melodieblock in harte Gefilde zurückzuarbeiten.

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Wir sind Helden: Die Reklamation

Früher war das einfacher mit Helden – Tarzan war ein Held, den durfte man gut finden, ja, man musste ihn sogar gut finden. Heute ist das schwieriger, wenn man schon Wochen vorher gesagt bekommt, wen man gut zu finden hat. Auf einmal sind Popmusiker Helden und die Begeisterung schlägt einem noch vor dem ersten Album unisono entgegen. Wer also in Opposition gehen will, hat mit dem Opener „Ist das so?“ noch alle Trümpfe in der Hand: Laues NDW-Revival mit einer Stimme, die direkt an Ixi oder Frl. Menke erinnert.

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Michael Schenker Group: Arachnophobiac

Fast so schnell wie sich bei Michael Schenker das Personalkarussell dreht veröffentlicht er neue Scheiben. Mal mit UFO, mal akustische Instrumentalprojekte oder eben mit der Michael Schenker Group. Während es Bassist und Drummer der letzten Scheibe „Be Aware Of Scorpions“ schon wieder geschmissen hat, ist Goldkehlchen Chris Logan schon das zweite Mal dabei. Michael Schenkers Ruf kann noch so exzentrisch sein – wenn man auf klassischen Hardrock steht, ist er immer noch eine der ersten Adressen.

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Edguy: Burning Down The Opera – Live

Edguy gehören sicher zu den fleißigsten Hardrock-Combos in unserem Land. Innerhalb weniger Jahre haben sie sich von einer Provinzcombo zu Vorzeige-Metalern entwickelt und fahren schon eine ganze Weile beachtliche Erfolge auch außerhalb Deutschlands ein. Nach fünf Studioalben und zwei Soloalben von Tobias Sammet („Avantasia“) ist der Live-Nachschlag fast schon überreif.

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Amorphis: Far From The Sun

Zuerst „Am Universum“ jetzt „Am A….“? Definitiv nicht, aber die ersten Takte des Openers „Day Of Our Beliefs“ ließen mich verwirrt auf die Hülle gucken, ob ich auch wirklich Amorphis in den Player gelegt habe, Der Opener des neuen Albums hat eine extreme Schlagseite in Richtung Metal-Folk à la Falconer und dürfte mit Abstand das eingängigste Lied sein, das die Finnen bisher eingeschraubt haben. Auch die danach folgenden neun Songs lassen nicht erkennen, dass hier ehemalige Grunzteufel am Werk sind.

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