Hinternet-Bühne auf für einen der entdeckenswertesten Künstler. Bereits das Vorgänger-Doppelalbum „Smartie Mine“ aus dem vergangenen Jahr hat mich schon komplett aus den Angeln gehoben, aber was Dan Bern mit seinem insgesamt vierten Album abliefert, ist sein bisheriges Meisterstück. Klang der Vorgänger noch nach Singer/Songwriter mit musikalischer Begleitung, glänzt „New American Language“ mit echter Bandleistung.
WeiterlesenAutor: Dirk-Michael Mitter
Entwine: Time Of Despair
Ich bin mir nicht sicher, ob die Omnipräsenz von HIM für Bands wie Entwine Segen oder Fluch ist. Wenn man eine finnische Band mit bombastischen Sounds und düsterem Sänger hört, denkt man unweigerlich an die Mannen um Ville Valo. Dabei bemüht sich Sänger Mika Tauriainen von Entwine nach allen Kräften, um einiges variationsreicher zu agieren als der Schlaks von HIM.
WeiterlesenSoulmotor: Revolution-Wheel
Soulmotor ist das Projekt von Tesla-Bassist Brian Wheat und während jene mit „Replugged Live“ vor kurzem souveränen Bluesrock gezockt haben, will es in modernen Gefilden nicht so recht klappen. „Revolution-Wheel“ ist eine nicht wirklich schlechte Mischung aus Modern-Rock, Grunge und Alternative, die aber zu schwach ist, um in der Flut der Veröffentlichungen zu überstehen.
(4 Fritten)
Soulmotor: Revolution-Wheel
Sanctuary/Zomba
Mary Lorson & Billy Coté: Piano Creeps
„Piano Creeps“ ist eine dieser Scheiben, die man nur in bestimmten Stimmungen hören kann. Wenn die Stille die Fantasie nicht wirklich fördert, ist „Piano Creeps“ eine Platte, die man auflegen sollte. Mary Lorson (Saint Low) und ihr Partner Billy Coté projizieren mit zwölf Songs direktes Kino in deinem Kopf. Bei drei Songs darf Mary Lorson singen, ansonsten herrschen verhaltene Töne und Klangfarben, die allesamt in jeden schrägen Independent-Film gepasst hätten.
WeiterlesenMary Lorson & Saint Low: Tricks For Dawn
Und es gibt doch Engel: In dem Moment, in dem Mary Lorson ihren Mund öffnet, und die Worte „Morningless dreamer I’m here by your side“ singt, ist man von diesem Album gefangen. War der Vorgänger wie ein Kokon dicht verwebt, ist „Tricks For Dawn“ offen, transparent und doch verspielt. Man weiß gar nicht, ob man zuerst die ausgefeilten Arrangements, das pointierte Songwriting oder Mary Lorsons Gesang extrem herausstreichen soll.
WeiterlesenKristofer Åström & Hidden Truck: Northern Blues
Schonmal Pizzateig gemacht? Ist gar nicht so leicht das Ganze breit anzulegen, ohne zu dünn zu werden oder unschöne Verdickungen zu akzeptieren. Zumindest was den musikalischen Hefeboden angeht, sind die Nordlichter die eindeutig besseren Pizzabäcker. Zum zweiten Mal vor dem Holzofen steht Kristofer Åström (sonst Sänger bei Fireside), der mit seinem neuen Album „Northern Blues“ den Teig in die Breite walkt. Dünn wird er dabei nicht; die Songs haben Substanz und wer „Blues“ als Gemütszustand begreift und nicht als Musikrichtung, wird dieses bittersüße Album lieben.
Arcturus: The Sham Mirrors
Nach rund einer Minute des Openers fällt mir sofort mein Lieblingswort für solche Bands ein: überambitioniert. Da wird jeder erdenkliche Einfluss mit reingepetzt und alles gegeben, um auch wirklich in den ersten Sekunden zu zeigen, was für eine versierte Band hier am Start ist. Auch wenn der Eindruck im kompletten Albumverlauf nicht ganz verschwindet, schaffen es die fünf Jungs erstaunlich gut, ihre Mischung aus Progressive-, Rock-, Symphonic- und Speed-Metal ansehnlich zu drapieren.
WeiterlesenThe Jeff Austin Project: Go Big Or Stay Home
Lieber Jeff, halte durch, deine Zeit wird kommen! Noch ungefähr 78 Jahre und dann ist es wieder so weit: Die 80er fangen an. Auch wenn sich die Ohrwürmer aneinanderreihen: „Go Big Or Stay Home“ ist wie Ketchup mit Majo – irgendwie fehlen die Fritten. Fairerweise muss man dazusagen, dass die Scheibe astrein gemacht ist und in den 80ern manchem Fan vor Glück das Wasser in die Augen getrieben hätte.
(4 Fritten)
The Jeff Austin Project: Go Big Or Stay Home
Frontiers/Point Music
Del Amitri: Can You Do Me Good
Zur Promotion des fünften Del Amitri Albums kam von der Plattenfirma eine CD mit fünf neuen Titeln und fünf Klassikern der Band gemischt. Von daher ist eine exakte Beurteilung von „Can You Do Me Good“ nicht möglich, aber der direkte Vergleich schmerzt, wenn man die neuen Songs hört.
WeiterlesenBoikot: De Espaldas Al Mundo
Wer eine gewisse Punk-Müdigkeit spürt, weil ihm die Texte der kleinen Pickel-Kinder nicht mehr so wirklich zusagen, und überhaupt alles zu sehr kommerzialisiert ist, der sollte seine Blicke zur iberischen Halbinsel wenden und das neue Boikot-Album eintüten.
WeiterlesenMarillion: Anorak in The UK
Hört man „The Thieving Magpie'“, das Abschluss-Live-Album mit Fish als Sänger, direkt vor „Anorak In The UK – Live“, liegen nicht nur Jahre, sondern auch Welten dazwischen. Spieltechnisch ist die Band um Gitarrist Steve Rothery immer noch allererste Sahne, aber mit dem Sound von 1988 haben sie 2002 nicht mehr viel gemein.
WeiterlesenWilco – Yankee Hotel Foxtrot

Oma hat’s ja immer gesagt: „Geduld ist eine Tugend“ und „Hilf dir selbst, dann hilft die Gott.“ Manchmal auch eine Plattenfirma. Jeff Tweedy und seine Mannen hatten keine mehr, haben stattdessen ihr neues Album übers Internet unters Volk gebracht und einfach mal abgewartet, ob sich nicht vielleicht doch jemand für „Yankee Hotel Foxtrot“ interessiert.
Eigentlich aberwitzig – da spielt eine der respektiertesten Bands der 90er Jahre ein neues Album ein und keiner will es haben. Aber zum Glück gibt es noch einige Plattenfirmen, die merken, wenn große Dinge am Start sind. „Yankee Hotel Foxtrot“ ist jetzt für Jedermann zu haben, ein typisches Wilco-Album und doch so anders als „Being There“ oder „Summer Teeth“.
Die elf Titel funktionieren nicht als Songs im klassischen Sinne. Jeff Tweedy scheint sie nur zu benutzen, um Stimmungen zu erzeugen. Was zählt, ist die Atmosphäre des Albums, und es gleicht fast einem Gottesgeschenk, dass trotzdem Perlen wie „I Am Trying To Break Your Heart“ oder „Jesus, etc.“ an der Liederkette glitzern.
(dmm)
Wilco
Yankee Hotel Foxtrot
Nonesuch/Wea
Michelle Branch: The Spirit Room
Nach all den poppigen Retortenkindern geht jetzt anscheinend der Trend wieder zu jungen Musikern, die ihre Songs selbst schreiben und sich einigermaßen professionell an einem Instrument festhalten. Michelle Branch ist noch keine zwanzig Jahre alt, Shooting-Star in den USA und man muss sich im Moment schon viel Mühe geben, um ihre Single „Everywhere“ zu überhören. Ich persönlich habe trotz des fröhlichen Lalala-Songs ein noch etwas fundierteres Album erwartet, aber auch so ist „The Spirit Room“ nicht wirklich schlecht geworden.
WeiterlesenLana Lane: Project Shangri-La
Welcher Teufel hat Lana Lane geritten, „Time To Say Goodbye“ zu covern? Vielleicht ist es ja nicht bis USA durchgedrungen, dass das so die Kategorie „Klassik für Supermarktkassiererinnen“ ist, aber sich als Symphonic-Rock Sängerin an dieser Schnulze zu vergreifen, dafür muss man schon hart gesotten sein.
WeiterlesenSteve Morse Band: Split Decisions
Wunderbar, kein Flitzefinger-Rock, kein Skalengedudel und schon gar keine gegenseitige Nabelschau der beteiligten Musiker. Stattdessen hat Songwriting oberste Priorität, dicht gefolgt von Ideenreichtum und einer schier überbordenden Spielfreude. Steve Morse (Gitarrist von Deep Purple), Dave LaRue (Bass) und Van Romaine (Drums) scheinen sich blind zu verstehen, wobei insbesondere Bass und Gitarre prägnant agieren. Getragen von Dave LaRues Tieftöner lässt Steve Morse seine sechs Saiten singen und ersetzt mühelos jede denkbare Gesangslinie.
WeiterlesenMegadeth: Rude Awakening
Die Metal-Institution Megadeth ist seit fast 20 Jahren am Start, aber erst jetzt gibt es ein offizielles Live-Album, das auf einer Doppel-CD die größten Kracher der Bands vereint. Erst nach Erscheinen wurde bekannt, dass Dave Mustaine durch eine Nervenkrankheit in der linken Hand dazu gezwungen ist, Megadeth fürs erste auf Eis zu legen und sich anderen Dingen zuzuwenden.
WeiterlesenCopyright: The Hidden World
Hui, fängt dieses Album stark an. Die ersten drei Titel, „The Hidden World“, „Rock Machine“ und „Mother Nature“, rauchen in bester Rock-Manier (Stones und so) durch die Boxen und präsentieren die Kanadier nach vielen Jahren in ziemlich guter Form. Nur bei den Balladen mag man gar nicht glauben, dass das dieselbe Band sein soll, die in dieses Werk so furios gestartet ist.
WeiterlesenTy Tabor: Safety
Da ist er wieder, der Harmoniejäger und Melodiensammler Ty Tabor. Bei King’s X, Platypus und Jelly Jam ist sein melodischer Einfluss zwar unüberhörbar, aber auf seinen Soloalben tobt er sich richtig aus. Wenig Groove, noch weniger Gefrickel, stattdessen feiner Singer/Songwriter-Stuff wie schon auf seinem ersten (kompletten) Solowerk „Moonflower Lane“.
WeiterlesenMotörhead: Hammered
Motörhead steht und fällt zwar mit Lemmy, aber was seine beiden Mitstreiter Phil Campbell und Mikkey Dee hier abliefern, ist auch nicht von schlechten Eltern. Im Vergleich zur Dampframme „We Are Motörhead“ klingt das neue Album fast schon filigran und verspielt.
WeiterlesenHeyday: Wide Awake
Grunge hat mich seinerzeit zu sehr infiziert um die Bands, die heute ihren Heroen huldigen, nur mit einem Lächeln abzutun. Während es eine Band wie Puddle Of Mudd zwar eindeutig übertreibt und zur billigen Kopie verkommt, gibt es hierzulande einige Bands, die versuchen, in die immer noch andauernden Grunge-Nachwehen ihren Pflock einzurammen.
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