Red Hot Chili Peppers: By The Way

Mit allen Erwartungen gebrochen und alle Erwartungen erfüllt. Oder, um es mit Herbert Grönemeyer zu sagen: Bleibt alles anders. Red Hot Chili Peppers gehören zu den wenigsten Bands, die es schon vor Jahren geschafft haben, einen eigenen Sound zu kreieren, der unverrückbar mit ihnen verbunden ist. Schon mit dem Atemholen von Anthony Kiedis weiß man sofort, welche Band gerade am Werke ist. Kiedis‘ typischer Sprechgesang (wie immer mit atemberaubender Schieflage), Fleas ausgefeiltes Bassspiel, John Frusciantes beseelter Gitarrenton – alles ist auf „By The Way“ vorhanden, aber die Band hat sich von den Funk- und Zappelattacken der vergangenen Tage fast ausnahmslos verabschiedet.

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The Seer: Rise

Eins vorneweg: Ich mag The Seer, ich war auf unzähligen Konzerten und ich schätze die überragende Live-Qualität der fünf Augsburger. Jetzt das andere hinterher: die Alben der Band werden immer müder. 1995 („Across The Border“) mit prominenter Unterstützung der soundverwandten Hooters gestartet, haben es die folgenden Alben immer weniger geschafft, die fast einzigartige sympathische Energie der Konzerte auf Platte zu bannen.

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Killswitch Engage: Alive Or Just Breathing


Verehrte Knochenbrecher und Schädelspalter, wenn ihr mal wieder Ausschau nach einem Album haltet, das so hart und so verwirrend ist, dass ihr nach dem Komplettkonsum zur Psychoanalyse müsst, dann solltet ihr euch „Alive Or Just Breathing“ antun. Das Quartett verschmilzt Hardcore-Einflüsse mit Death Metal, hängt hymnische Refrains obenauf und ist mit diesen Einflüssen immer noch nicht hinreichend erklärt.

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The 69 Eyes: Paris Kills

Dass ein Gothic-Rock-Album drollig ist, ist wahrscheinlich nicht so das Riesen-Kompliment, aber die Düster-Finnen von The 69 Eyes haben sich mit ihrem siebten Album nicht wirklich Mühe gegeben, Ernst genommen zu werden. An den zehn Songs gibt‘ zwar nix zu meckern, aber Sänger Jyrki borgt sich schon im ersten Titel das Timbre von Billy Idol und wechselt dann wahlweise zwischen Sisters Of Mercy- und Depeche Mode-Anleihen.

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Refluxus (6)

Ja, is denn heut‘ scho Weihnachten?

Viele wissen es noch nicht: zum 1. Juni tritt ein Gesetz zur Vermeidung von Manierismen, Platitüden und chronischer Witz-Repetierung in Kraft. Vorangegangen war der Richterspruch, der einen Geschäftsführer eines Start-Up Unternehmens für drei Monate hinter Gittern gebracht hatte. „Es geht rund, sprach der Papagei und sprang in den Ventilator“ ist definitiv nicht mehr erste Wahl.

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Axel Rudi Pell: Shadow Zone

Trotz meiner metallischen Jugendprägung fällt es mir immer schwerer, Alben wie „Shadow Zone“ an einem Stück zu hören. Herr Pell spielt Hardrock, wie er ihn schon immer spielt und wie er ihn am besten kann. Mit Johnny Gioeli hat er auch einen wirklich respektablen Sänger am Start, aber auf Albumlänge gestreckt, wirkt das alles ermüdend vertraut.

(5 Fritten)

Axel Rudi Pell: Shadow Zone
Steamhammer/SPV