Zugegeben, aufgrund der Vorboten-EP hätte ich ein noch etwas stärkeres Album erwartet, aber „Prince Valium“ kann sich sehen lassen. Die Pillen, die hier angeboten werden, sind eindeutig Generika. Die Entwicklungsarbeit haben andere geleistet, es war alles schon mal da, aber helfen tut’s trotzdem.
WeiterlesenAutor: Dirk-Michael Mitter
Newsboys: Thrive
Schade, dass Newsboys mit ihrem 96er Album „Take Me To Your Leader“ nicht den Flächenbrand der Begeisterung ausgelöst haben, den sie verdient hätten. Nachdem mit Ausnahme von Peter Furler die ganze Band mindestens einmal ausgetauscht wurde, scheint jetzt der humorige Rock der Amis ein bisschen die Kraft zu verlieren.
WeiterlesenRollins Band: The Only Way To Know For Sure
„Es gibt nur ein‘ Henry Rollins…..“ – ohne jetzt in Schlachtengesänge zu versinken, aber es ist gut, dass es Henry Rollins gibt. Seit zwei Alben hat er den Rock’n’Roll für sich entdeckt und manifestiert seine neue Liebe mit einem Live-Album, das die Bezeichnung „lebendig“ wirklich verdient.
WeiterlesenSherri Youngward: Six Inches Of Sky
Sherri Youngward ist, wenn auch völlig unbekannt, eine großartige Songwriterin. Schon mit „No More Goodbyes“ (1998) und jetzt „Six Inches Of Sky“ bietet sie feines Stöffchen für die, denen das vergangene Shawn Colvin Album „Whole New You“ zu routiniert erschien.
WeiterlesenPina: Quick Look
Achtung, Herzbruch! Sophie Zelmani ruft nicht an, Natalie Merchant schreibt nicht und Jann Arden veröffentlicht ihre Platten nur noch in ihrer Heimat. Wer sein musikalisches Herz mal wieder an eine ausdrucksstarke Sängerin verlieren mag, sollte sich „Quick Look“ von der Österreicherin Pina anhören. Sie lebt in Irland und bezaubert mit zehn eindringlichen Folk-Songs.
Red Hot Chili Peppers: By The Way
Mit allen Erwartungen gebrochen und alle Erwartungen erfüllt. Oder, um es mit Herbert Grönemeyer zu sagen: Bleibt alles anders. Red Hot Chili Peppers gehören zu den wenigsten Bands, die es schon vor Jahren geschafft haben, einen eigenen Sound zu kreieren, der unverrückbar mit ihnen verbunden ist. Schon mit dem Atemholen von Anthony Kiedis weiß man sofort, welche Band gerade am Werke ist. Kiedis‘ typischer Sprechgesang (wie immer mit atemberaubender Schieflage), Fleas ausgefeiltes Bassspiel, John Frusciantes beseelter Gitarrenton – alles ist auf „By The Way“ vorhanden, aber die Band hat sich von den Funk- und Zappelattacken der vergangenen Tage fast ausnahmslos verabschiedet.
WeiterlesenThe Seer: Rise
Eins vorneweg: Ich mag The Seer, ich war auf unzähligen Konzerten und ich schätze die überragende Live-Qualität der fünf Augsburger. Jetzt das andere hinterher: die Alben der Band werden immer müder. 1995 („Across The Border“) mit prominenter Unterstützung der soundverwandten Hooters gestartet, haben es die folgenden Alben immer weniger geschafft, die fast einzigartige sympathische Energie der Konzerte auf Platte zu bannen.
WeiterlesenJerry Cantrell: Degradation Trip
Als in den frühen 70er Jahren Geborener sah meine musikalische Kultivierung wie folgt aus: 1986 dachte ich, dass a-ha und Duran Duran die coolsten Bands der Welt sind, erlebte kurz danach mit „51st State Of America“ von New Model Army meine erste kleine Revolution und hörte fortan das, was man damals stolz als Independent bezeichnete.
WeiterlesenEnchant: A Blueprint Of The World
Wer von den exquisiten Prog-Rockern die aktuellen Alben im Schrank stehen hat, kann jetzt nochmal mit dem Debüt nachlegen. Das Label Insideout hat „A Blueprint Of The World“ remastered und mit einer Bonusversion und Liner-Notes angereichert.
WeiterlesenMark Selby: Dirt
Mark Selby hat auf seinem zweiten Album ein kleines bisschen den Fuß vom Gas genommen, aber -Albumtitel und Cover verraten es schon- eine Schippe Dreck mit drauf gelegt. Nicht mehr ganz so explosiv wie auf „More Storm’s Coming“ steht seine raue Gitarre gleichberechtigt neben seiner kratzigen Stimme, und mit diesen Pfunden rüttelt Mark Selby nachhaltig am Hörerohr.
WeiterlesenRose Tattoo: Pain
Sie sind aus Australien, sie sind hart und sie machen seit Jahren die gleiche Musik. Wenn man mit dieser Beschreibung nicht AC/DC meint, bleiben eigentlich nur die räudigen Straßenköter von Rose Tattoo.
WeiterlesenKillswitch Engage: Alive Or Just Breathing
Verehrte Knochenbrecher und Schädelspalter, wenn ihr mal wieder Ausschau nach einem Album haltet, das so hart und so verwirrend ist, dass ihr nach dem Komplettkonsum zur Psychoanalyse müsst, dann solltet ihr euch „Alive Or Just Breathing“ antun. Das Quartett verschmilzt Hardcore-Einflüsse mit Death Metal, hängt hymnische Refrains obenauf und ist mit diesen Einflüssen immer noch nicht hinreichend erklärt.
Dario Mollo/Tony Martin: The Cage 2
Wer mit den Alben von Glenn Hughes was anfangen kann (speziell „From Now On“), der wird an „The Cage 2“ auch nichts auszusetzen haben. Klassischer, rifforientierter Hardrock mit Tony Martin am Mikro, der auch stimmlich ziemlich in der Ecke von Glenn Hughes liegt.
WeiterlesenThe 69 Eyes: Paris Kills
Dass ein Gothic-Rock-Album drollig ist, ist wahrscheinlich nicht so das Riesen-Kompliment, aber die Düster-Finnen von The 69 Eyes haben sich mit ihrem siebten Album nicht wirklich Mühe gegeben, Ernst genommen zu werden. An den zehn Songs gibt‘ zwar nix zu meckern, aber Sänger Jyrki borgt sich schon im ersten Titel das Timbre von Billy Idol und wechselt dann wahlweise zwischen Sisters Of Mercy- und Depeche Mode-Anleihen.
WeiterlesenCoal Chamber: Dark Days
Irgendwie tragisch – „Dark Days“ ist das dritte und wahrscheinlich auch bislang stärkste Werk von Coal Chamber. Einziges Problem: es kommt ein paar Jahre zu spät! Coal Chamber haben bereits mit ihrem Debüt 1997 an einem Sound mitgebastelt, der damals noch im Entstehen war. Jetzt haben sie sich gefunden und wurden in der Zwischenzeit von unzähligen Bands überholt.
WeiterlesenRefluxus (6)
Ja, is denn heut‘ scho Weihnachten?

Viele wissen es noch nicht: zum 1. Juni tritt ein Gesetz zur Vermeidung von Manierismen, Platitüden und chronischer Witz-Repetierung in Kraft. Vorangegangen war der Richterspruch, der einen Geschäftsführer eines Start-Up Unternehmens für drei Monate hinter Gittern gebracht hatte. „Es geht rund, sprach der Papagei und sprang in den Ventilator“ ist definitiv nicht mehr erste Wahl.
WeiterlesenAxel Rudi Pell: Shadow Zone
Trotz meiner metallischen Jugendprägung fällt es mir immer schwerer, Alben wie „Shadow Zone“ an einem Stück zu hören. Herr Pell spielt Hardrock, wie er ihn schon immer spielt und wie er ihn am besten kann. Mit Johnny Gioeli hat er auch einen wirklich respektablen Sänger am Start, aber auf Albumlänge gestreckt, wirkt das alles ermüdend vertraut.
(5 Fritten)
Axel Rudi Pell: Shadow Zone
Steamhammer/SPV
The Goo Goo Dolls: Gutterflower
Über das vergangene Album der Goo Goo Dolls „Dizzy Up The Girl“ (s.u.) habe ich seinerzeit geschrieben, dass der Staub noch an den Stiefeln klebt; inzwischen sind die Schühchen aber blank geputzt.
WeiterlesenAynsley Lister: Supakev n Pilchards
Auch wenn Aynsley Lister nicht mit einem neuen Studioalbum aus dem Quark kommt, kann er solche Live-Überbrücker gerne dazwischen schieben. In reinster Form, nur mit einer Stomp-Box und seiner Gitarre bewaffnet, hat er sich in England auf die Bühne gestellt und durch zwölf (überwiegend) Blues-Klassiker geklampft.
WeiterlesenUnleashed: Hell’s Unleashed
Unleashed machen zwar schwer auf Death-Metal-Band, aber es reicht eigentlich schon aus, Motörhead gut zu finden, um mit diesem Album Spaß zu haben. Klassisches Hardrock-Riffing mit Death-Elementen versetzt war ja schon immer recht geeignet, um die Hölle zu entfesseln. Mission geglückt.
(7 Fritten)
Unleashed: Hell's Unleashed
Century Media/SPV