„Basement Apes“ ist ein Album, an dem sich das Rock’n’Roller-Herz uneingeschränkt freuen kann. Wie so viele ihrer skandinavischen Kollegen haben sich Gluecifer vom kompletten Rotzrock verabschiedet und spielen jetzt eine versierte Mischung aus Retro- und High-Energy-Rock. Aber von allen sind Gluecifer die vielseitigsten.
WeiterlesenAutor: Dirk-Michael Mitter
Billy Bragg and The Blokes: England, Half English
Manchmal habe ich das Gefühl, dass mit dem Ende der Thatcher-Ära alle politischen Bands verschwunden sind. Nur einen gibt es immer noch, der links außen die Fahne hochhält und angepisst ist wie eh und je. Nach den genialen Ausflügen in die Song-Archive von Woody Guthrie ist Billy Bragg nicht nur musikalisch nach England zurückgekehrt.
WeiterlesenMillencolin: Home From Home
Millencolin ist eine der Bands, bei denen Schreiberlinge immer erst die Vergangenheit abhandeln, dann auf die veränderte Geschwindigkeit hinweisen, um abschließend festzustellen, dass die Jungs immer erwachsener werden. Damit sollte nach „Home From Home“ endlich Schluss sein – deswegen letztmalig: kein Ska mehr, weniger Gas, aber immer noch genug Dynamik und Frische, um ordentlich in den Pudding zu hauen.
WeiterlesenRPWL: Trying To Kiss The Sun
Beim gleichnamigen Debütalbum von RPWL konnte man die Häme nicht unterdrücken, dass die Jungs eigentlich klingen wie eine astreine Pink Floyd Coverband. Die Vorbilder lassen sich zwar auch auf dem Nachfolger „Trying To Kiss The Sun“ deutlich erkennen, aber man hat nicht mehr permanent den Eindruck, dass das bestimmt unbekannte Stücke von Pink Floyd sind.
WeiterlesenUntitled
Wie sang Bruce Cockburn vor rund 25 Jahren in „Laughter“:
„Let’s hear a laugh for the man of the world
who thinks he can make things work
tried to build the New Jerusalem
and ended up with New York.“
Alles falsch – das neue Jerusalem ist Mannheim.
Xavier Naidoo hat in Offenbarung 21,16 den passenden Vers dazu entdeckt und verkündet in „Sie ist im Viereck angelegt“ seine Erkenntnis: Aha, Mannheim ist also Zion.
WeiterlesenLords Of Karma – A Tribute To Vai/Satriani
Schüler und Lehrer auf einem Tribute-Album vereint: Steve Vai war als Teenager für drei Jahre Gitarrenschüler bei Joe Satriani. Gerade in den Achtzigern galten beide als die Flitzefinger des Hardrock und haben Millionen von Gitarristen dazu animiert, möglichst viele Töne in einer Minute zu spielen.
WeiterlesenThe Quill: Voodoo Caravan
Metal Vocals treffen auf Stoner Rock. Was ungewöhnlich klingt und Erinnerungen an Mrs. Hippie wachruft, flattert hier frisch durch die Membrane. Sänger Magnus Ekwall phrasiert zwar wie ein Heavy-Poser, findet sich aber in den monumentalen Soundwänden seiner Kollegen mehr als gut zurecht.
Annihilator: Waking The Fury
Bei „Waking The Fury“ geht es mir wie bei allen Annihilator-Scheiben – die wirklichen Nackenbrecher wie „My Precious Lunatic Asylum“ sind mir ein Stück zu heftig und bei den Kommerzhappen wie „Nothing To Me“ oder „Striker“ fällt es mir immer ein bisschen schwer zuzugeben, dass ich sie gut finde.
WeiterlesenYeah!: Discopunk
Hey, töfte Idee – wenn man krätzige Musik macht, die in keine Schublade passt, kreiert man einfach eine: Discopunk! Allein die Songtitel bremsen jegliche Hoffnung auf Qualität („Jippie Yeah!“, „Cooler Fuckin‘ Sound“, „Beatbox Rocker“). Es passt musikalisch nicht hundertprozentig, aber will irgendjemand eine Mischung aus Alcazar und Bloodhound Gang hören?
WeiterlesenOmar Sosa: Sentir
Omar Sosa nimmt den Hörer in die Pflicht. Sein neues Werk „Sentir“ ist zwar um einiges leichter zugänglich als der Vorgänger „Prietos“, ist aber trotzdem alles andere als leicht verdauliche Kost.
WeiterlesenDead Soul Tribe: Dead Soul Tribe
Dead Soul Tribe ist das neue Projekt von Devon Graves, früher Buddy Lackey, der Sänger der US- Band Psychotic Waltz. Es gibt nicht wenige, die die Alben von Psychotic Waltz in den 90ern als absolute Meilensteine im Prog gesehen haben. Um Sänger Buddy Lackey war es seit seinem Ausstieg 1997 relativ ruhig und er meldet sich jetzt zurück.
WeiterlesenMedication: Medication
Große Namen werfen ihre Schatten voraus. Das Quintett Medication präsentiert sich zusammengewürfelt aus ziemlich bekannten bis mehr oder weniger bekannten Bands. Allen voran Whitfield Crane (ex Ugly Kid Joe) am Mikro und Logan Mader (ex Machine Head) an der Gitarre. Bevor Medication mit dem Debütalbum im Sommer zum ganz großen Schlag ausholen, gibt’s jetzt eine gleichnamige 5-Track-EP als Appetizer.
WeiterlesenThe Jelly Jam: The Jelly Jam
Platypus ist tot, lang lebe The Jelly Jam. Nachdem das All-Star-Projekt beerdigt wurde, tauchen jetzt Ty Tabor, John Myung und Rod Morgenstein ohne Derek Sherinian unter neuem Namen wieder auf.
WeiterlesenLambchop – Is a Woman

Das sechste Album von Lambchop wirft bei Schreiberlingen die Manierismus-Maschine an. Ungläubig sitzt man vor diesem Werk, und versucht krampfhaft, Eingebungen wie: „unterkühlte Jazzatmosphäre“, „blaue Nacht“, „gepflegte Arrangements“ zu verwerfen. Ich versuch’s ohne: Kurt Wagner und seine Mannen haben sich auf dem neuen Werk selbst übertroffen.
Der Opener „The Daily Growl“ beginnt mit einem präsenten Piano, wird von einer noch präsenteren Gitarre gekrönt, um den Weg freizumachen für Kurt Wagner. Mit seiner sonoren, ruhigen Stimme füllt er jede Lücke aus und ist klanglich noch viel weiter vorne als alle Instrumente. „Is A Woman“ lebt von einer fast physischen Präsenz, von einem Ausfüllen der Zwischenräume und klingt trotz aller Behutsamkeit so dicht, dass man meint die Nähe der Musiker zu spüren.
Die drei verschiedenen Drummer/Percussionisten streicheln so behutsam die Felle, dass „Schlagzeuger“ schon fast eine Beleidigung ist, während Pianist Tony Crow mehr als einmal an das Cave’sche Intensitätslevel heranreicht. Feinster Singer/Songwriter Stuff mit jazzigem Feeling und einer seelenvollen Stimme – ich krieg den Lämmerwahnsinn.
Lambchop
Is A Woman
City Slang/Labels/Virgin
Andthewinneris: Earlier That Day A Car Passed By
Was Seattle für den Grunge, scheint Nordwest-Deutschland für Emo zu werden. „Earlier That Day A Car Passed By“ ist zwar nur eine Five-Track-EP, lässt aber das Wasser im Mund für die nachfolgende LP zusammenlaufen.
WeiterlesenKev Russell’s Junkers – Buttermilk & Rifles
Wenige kennen ihn, den kleinen Bruder von Lucky Luke. Mit seinem Pferd Sad Hobbler reitet er im Schatten seines großen Bruders durch die Welt. Apropos Schatten – dieser Mann zieht definitiv nicht schneller als derselbe, weil er so unscheinbar ist, dass er gar keinen hat. „Buttermilk & Rifles“ ist randvoll gestopft mit kleinen, sympathischen Looser-Balladen, die mit ihrem hintergründigen Humor erst beim zweiten oder dritten Mal zünden. Kev Russell war früher bei The Gourdes und hat jetzt mit einer Armada von Gastmusikern ein Album aufgenommen, das all denen gefallen müsste, die auch nicht schneller ziehen als ihr Schatten und dabei Mark Olson oder Mary Gauthier hören.
Kev Russell's Junkers
Buttermilk & Rifles
(Munich Records/Indigo)
All Star United: Revolution
Mastermind Ian Eskelin ist einfach ein verrückter Hund. Er mischt alle Einflüsse zwischen Brit-Pop und Rock zusammen, haut ’ne Portion gute Laune drauf und schafft es trotzdem, nicht lächerlich zu wirken. Auf dem dritten Album von All Star United ist zwar eine gewisse Melodie-Repetierung zu den beiden vorangegangenen Werken festzustellen, was aber dem Spaß keinen Abbruch tut. Oder, um eine alte Weisheit zu zitieren: In einem guten Rocksong ist in rund drei Minuten alles gesagt.
WeiterlesenBrendan Benson: Lapalco

Würde die Vokabel „schön“ das Album nicht so unzureichend beschreiben , wäre die Kritik an dieser Stelle zu Ende. Was soll man sich auch immer zu Superlativen hinreißen lassen – „Lapalco“ berührt mehr als nur die Ohren, auch wenn das Album recht unspektakulär durch die Tür kommt. Eigentlich erst nach drei bis vier Durchläufen wird klar, was hier für ein Kleinod im Player liegt.
WeiterlesenElliott Murphy: Soul Surfing
Ups, beim Seelensurfen wurde Elliott Murphy anscheinend vom Schunkelheinz heimgesucht. Speziell die ersten drei Songs zeichnen sich durch 1A Schunkelrhythmus aus und haben mich eingangs doch ziemlich überrascht. Im weiteren Verlauf öffnet Mr. Murphy zwar das ein ums andere Mal den Beutel der feinen Weisen, aber „Soul Surfing“ erreicht nicht die hypnotische Geschlossenheit von „Rainy Seasons“ oder dem famosen „La Terre Commune“ mit Iain Matthews.
WeiterlesenMagnum: Breath Of Life
Jetzt ist es vollends egal – nachdem ich mich im vergangenen Jahr als Magnum-Sympathisant geoutet habe, kann ich jetzt auch offen zugeben, dass mir das neue Album gefällt. Ohne zum Selbstplagiat zu verkommen, haben Magnum den Mut besessen, ihren opulenten Klang zu entschlacken und etwas moderner zu Werke zu gehen.
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