Cybele: Interactive Playground

Norwegisches Quartett mit einer unterhaltsamen Mischung aus Wave, Rock, Gothic und Folk. Leider ist die Band kompositorisch noch etwas schwach auf der Brust, ansonsten klappt’s recht gut. Hilde Wahl hat eine einprägsame und wandelbare Stimme und die Arrangements überraschen mit einer Mischung aus elektronischen und akustischen Einflüssen. Mainstream meets Underground.

(5 Fritten)

Cybele: Interactive Playground
Voices Of Wonder/Indigo

Untitled

Der Genuss von einigen natürlich gewachsenen Pflanzen soll ja eine gewisse Gleichgültigkeit verursachen. Gepaart mit dem dazu passenden Genre Stoner-Rock ist das eigentlich auch der Zustand, mit dem man „Driven“ hört. Nicht gut genug, um die Götter vom Thron zu stoßen, aber zu gut, um unter den Tisch zu fallen. Geht gut rein und hat mit „World Without End“ einen echten Killer am Start.

(6 Fritten)

Solarized: Driven
People Like You

Earl Scruggs And Friends: s/t

Was mit Santana geklappt hat, muss doch auch mit einem nicht mehr ganz taufrischen Banjo-Spieler funktionieren. Das scheinen sich die Labelstrategen gedacht zu haben, als sie jetzt den fast schon legendären Fingerpicker Earl Scruggs nach 17 Jahren wieder ausgegraben haben. Gemeinsam mit Big Names wie Elton John, Sting, John Fogerty oder Don Henley pluckert sich das Banjo durch zwölf Songs.

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Ian McNabb: Waifs & Strays

Ian McNabb (ex-Icicle Works) ist ein superber Komponist und hat eine absolut einprägsame Stimme. Trotz allem schafft er es immer wieder, seine Alben ungefähr zur Hälfte an die Wand zu fahren. Oft etwas unentschlossen, zu überproduziert und glatt, nudelt er ursprünglich gute Songs zu Tode. Dass er zu Ecken und Kanten fähig ist, beweist „Waifs & Strays“: Eine Sammlung von 14 Demos, Session-Outtakes und allerlei anderer Kuriositäten, die den Musiker von seiner rohen Seite zeigen.

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Elizabeth George – Nie sollst du vergessen

Elizabeth George hat sich Zeit gelassen. Zeit, um ihren neuen Roman zu schreiben und Zeit, um die neue Handlung aufzubauen. Mit genüsslicher Akribie baut sie über 900 Seiten die verschiedenen Handlungsstränge auf, um den Leser -fast unbemerkt- immer tiefer in den Strudel der Ereignisse zu ziehen: Eine Frau wird im nächtlichen London überfahren. In ihrer Tasche ein Zettel mit dem Namen des Mannes, der ihre Leiche findet.

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Powergod: Bleed For The Gods – That’s Metal-Lesson I

Sagen blödsinnig Pseudonyme etwas über die Qualität einer Platte aus? Das Trio Powergod, im Einzelnen President Evil, Riff Randall und Hama Hart, haben sich bei einem Tribute der besonderen Sorte 16 Songs aus der Hochzeit des Haarspray-Metal vorgenommen. Und da ja fast jeder mal irgendwann eine Metal-Phase hatte, ist „Bleed For The Gods“ eine ganz spaßige Angelegenheit geworden.

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Michael Schenker Group: Be Aware Of Scorpions

Auch wenn der Albumtitel saublöd ist, ein gutes Album ist doch dabei herausgekommen. Chef-Egozentriker, Tour-Verlasser und Sänger-Rausschmeißer Michael Schenker demonstriert hier 13 mal die Kraft von einprägsamen Melodien und gut abgehangenen Gitarrenriffs. Hard-Rock hat man da früher dazu gesagt, und mit Sänger Chris Logan strapaziert hier auch einer seine Stimmbänder, der in dieses Genre wunderbar passt.

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Refluxus (5)

Oh, das hab‘ ich nicht gewusst

Ein Richter aus Essen verklagt den Coca Cola-Konzern, weil er bei den Brauseherstellern die Mitschuldigen für seine Diabetes sieht. Sicherheitshalber hat er Master-Foods, die Hersteller von Snickers und Mars, gleich mit verklagt. Ja, man muss schon Mitleid haben mit diesem armen Mann. Es grenzt auch fast an eine Unverschämtheit, dass Coca Cola den Warnhinweis auf den Flaschen vergessen hat. Es hat mich total überrascht, dass in Coca Cola tatsächlich Zucker drin ist. Zur Hölle mit der Selbstverantwortung – lasst uns klagen gegen Gott und die Welt! Gegen den Schöpfer, weil er vergessen hat, auf die doch sehr schwierige Spezies „Frau“ einen Warnhinweis zu kleben und gegen die Welt, weil bei Schnellrestaurants der Kaffee einfach zu heiß ist. Dass ein Junkie neulich seinen Dealer verklagen wollte, weil der vergessen hatte, ihm zu sagen, dass Heroin nicht nur Spaß macht, ist noch ein Gerücht – noch…

U.D.O.: Live From Russia

Selbst in den Hoch-Zeiten von Accept oder U.D.O. konnte ich diesen Bands nichts abgewinnen. Wenn Sänger Udo Dirkschneider wie ein kurz geschorener Kugelblitz in Armeeklamotten über die Bühne fetzt ist es nicht unbedingt das, was ich mir unter Rock’n’Roll vorstelle. Als mir jetzt das Doppel-Live-Album von U.D.O. auf den Tisch geflattert ist, hat mich schon allein die Aufmachung verblüfft: Edles, schwarz gestaltetes Booklet, massig Bildmaterial – alles so gut gemacht, dass meine Neugierde irgendwie doch geweckt wurde.

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Brain Donor: Love, Peace & Fuck

Hm, was wollen uns Brain Donor mit dem Titel ihres Albums sagen? Ob sie das überhaupt selbst wissen? Egal, Brain Donor ist das neue Kind der ehemaligen Spiritualized-Mitglieder Kevlar und Dogman sowie Julian Cope, der Solokünstler ist und auch schon mit Nova Mob und Teardrop Explodes gespielt hat. Sie ergeben zusammen diese hochexplosive Mischung namens Brain Donor. Ihnen geht es um freie Meinungsäußerung jenseits des politisch Korrekten.

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Joan Baez: Original Master Series


Das ehrwürdige Label Vanguard veröffentlicht innerhalb der „Original Master Series“ 14 CDs von Joan Baez in verbesserter Klangqualität und mit unveröffentlichtem Material. Los geht’s mit drei Alben: Dem Debüt von 1960 „Joan Baez“, „Joan Baez Vol 2“ (1961) und „Noël“ von 1966. Es ist sicherlich nicht vermessen, die beiden ersten CDs als Meilensteine zu bezeichnen, gilt doch Joan Baez bis heute als das weibliche Pendant zu Bob Dylan.

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Anne Haigis: in deutsch

Urgendwann hat sich meine Chrom-Compact-Cassette verabschiedet, die auf ihrem Band „Wer fragt nach mir“ von Anne Haigis beherbergt hatte. Das hektische Suchen nach der CD verlief erfolglos, da die vier deutschsprachigen CDs von 1984-1989 nicht mehr aufgelegt werden. Für jeden, der irgendwann und irgendwo ein Lieblingslied von Anne Haigis hatte, gibt es jetzt alle deutschsprachigen Singles der Sängerin auf einer CD. 18 Tracks, 77 Minuten mit allem was die stimmgewaltige Süddeutsche bekannt gemacht hat.

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Pink Cream 69: Endangered

Die beiden vergangenen Scheiben der Melodic-Rocker von Pink Cream 69 waren Manifeste stramm sitzender Rockmusik. „Endangered“ ist das dritte Album, das auf der Erfolgsschiene reitet und so ein bisschen leiern die Gummibündchen jetzt aus. Betrachtet man alle acht Alben, sind Pink Cream 69 durch tiefe Täler gegangen, haben sich wieder hochgekämpft und immer versucht, sich ein Stück weit neu zu definieren, was ihnen aber auf „Endangered“, ob gewollt oder ungewollt, nicht mehr gelingt.

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The Cranberries: Wake Up And Smell The Coffee

Die Meinungen über die irische Band klaffen weit auseinander. Aber so schlecht, wie sie gerne gemacht werden, sind The Cranberries auch nicht. Zumindest nicht auf ihrem fünften Album „Wake Up And Smell The Coffee“. Die beste Nachricht zuerst: Die Stimme von Dolores O’Riordan verliert immer mehr diese schneidende Penetranz, die bisher Milchprodukte aller Art zum sofortigen Umkippen bewegt hat.

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