The Bronx Casket Co.: Sweet Home Transylvania

Mischt gut abgehangenes Heavy-Riffing mit Gothic und dem üblichen Mumpitz und ihre bekommt The Bronx Casket Co. Kopf hinter der Band ist DD Verni (Overkill), der sich hier zum zweiten Mal als Schwarzmäntelchen austobt. Neben vielen coolen Songs ist sogar ein echter Überhammer dabei herausgekommen: „Black Valentine“ ist Pflicht. Wenn man das Album mit Humor angeht, hat man 56 Minuten komplett sinnfreien Spaß.

(6 Fritten)

The Bronx Casket Co.: Sweet Home Transylvania
(Massacre/Connected)

Mike Harrison meets the Hamburg Blues Band: Touch

„Touch“ – schöner Titel für ein unspektakuläres, aber berührendes Album. Rhythm’n’Blues vom Feinsten, ordentlich abgehangen, sauber gespielt, mit einigen wirklich starken Songs wie den beiden Balladen „Perfect Day“, „There’s A Road“ und dem kraftvollen Live-Titel „Waiting For The Wind“.

(6 Fritten)

Mike Harrison meets the Hamburg Blues Band: Touch
(Ruf Records)

Edguy: Mandrake

Wurden die Oberhessen zu Beginn ihrer Karriere eher belächelt haben sie schon mit ihrem vergangenen Album „Theatre Of Salvation“ die einheimischen Vorbilder locker abgehängt. Jetzt haben Edguy mit „Mandrake“ die internationale Konkurrenz im Visier. Ausgefuchst und super fett hauen die fünf Jungs ihre Songs unters Volk. Dass man dabei jeden Ton, jede Harmonie im Vorfeld erahnen kann, schmälert den Eindruck aber keineswegs. Man weiß, was man kriegt – und das in Formvollendung.

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Motor Mania Vol. 2

Ich mag ja eine ganze Menge im Blut haben, aber Benzin ist definitiv nicht dabei. Nachdem man sich auf dem ersten Teil der Reihe schon „Legendary Biker Sounds“ anhören durfte, gibt es jetzt Volume 2 und da geht es um „Legendary American Car Engines“. Wer also Lust hat, einer Corvette von 1979 20 Sekunden beim Knattern zuzuhören, der wird speziell mit der zweiten CD viel Spaß haben.

Auf der ersten CD spielt dann die Musik und die ist mit 18 Songs recht üppig ausgefallen. Sie beschäftigt sich natürlich thematisch mit dem Automobil und hat von neueren Aufnahmen wie Big Country mit „Driving To Damascus“ bis zu Klassikern wie Hot Chocolates „Heaven’s In The Back Seat Of My Cadillac“ alles drauf. Ordentlich zusammengestellt für eine spitz definierte Zielgruppe.

V.A.:
Motor Mania Vol. 2
(SPV)

Econoline Crush: Brand New History

„Brand New History“ von Econoline Crush ist eine zwiespältige Geschichte. Auf der einen Seite beeindruckt die Band mit knallig modernen Rocksongs, auf der anderen Seite regiert Belanglosigkeit und Eighties-Spirit. „Make It Right“ oder die Single „You Don’t Know What It’s Like“ gehen in die Richtung von der neuen Stabbing Westward: Ausgeklügelter, melodischer Rock mit modernen Elementen, während Titel wie „Flamethrower“ oder „Diggin‘ The Heroine“ sowohl durch Melodie und Umsetzung komplett abfallen und gerade letzterer komplett an die 80er erinnert.

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Jim Capaldi: Living On The Outside

Als ich die Neue von Jim Capaldi das erste Mal in den Player gelegt habe, lief vorher noch im Radio „Run To You“ von Bryan Adams. Wenn das Album dann direkt mit dem Titelsong eröffnet muss man schon sehr genau hinhören, um zu merken, dass man jetzt nicht noch irgendein 80er-Jahre Rocklied im Radio mitkriegt. Immer noch Bryan Adams? Oder Bruce Springsteen zu „Glory Days“ Zeiten?

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Transatlantic: Bridge Across Forever

Da ist sie wieder, die Supergroup, bei der sich das Talent der Mitglieder tatsächlich potenziert. Nicht, dass ich die Hauptbands der vier Akteure nicht mögen würde, aber was Roine Stolt, Mike Portnoy, Pete Trewavas und Neal Morse gemeinsam als Transatlantic verzapfen, liegt mindestens gleich auf mit den Stammbands, wenn nicht in einzelnen Fällen sogar mit der Nase vorn.

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Sugar Ray: Sugar Ray

Sugar Ray sind das musikalische Pendant zu Popcorn-Kino: Zurücklehnen, berieseln lassen, nur nicht zuviel nachdenken. Dass man diese Art von Unterhaltung ab und zu braucht, ist unbestritten, aber über die ganze Lauflänge ist es etwas anstrengend, dass man das Hirn überhaupt nicht einschalten muss, um dieses Album zu begreifen. Irgendwie hat sich die Band selbst ein Bein gestellt mit dem Versuch, Allen zu gefallen.

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Refluxus (4)

Frucht’ge Spalte

Der letzte Staub hat sich gerade um das World Trade Center gelegt, die Welt hat ihren Atemstillstand überwunden und kennt jetzt nur noch ein Thema: Promi-Sex. Den genauen Zeitpunkt vergessen, wann der eigene Partner vom Lustobjekt zum Haushaltsgegenstand mutierte, erfreut sich der deutsche Durchschnittsbürger an den Rammelgeschichten der Reichen und Schönen (ha, ha, wir reden hier von Naddel und Loddar!).

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Kalabra: Folka

Stellt euch ein typisches, schwedisches, rotes Holzhaus mit Namen „Folka“ vor und die Gäste heißen Jazz, Fusion, Rock und Pop. Die fünf jungen Schweden von Kalabra greifen bei den zwölf Titeln ihres Album „Folka“ ebenso auf traditionelle Instrumente wie die Nyckelharpa oder die nordische Bozouki, als auch auf das Rock-Instrumentarium von Drums, Bass und Gitarre zurück. Basierend auf den Klängen ihrer Heimat, haben sie ein Holzhaus gezimmert, das nur auf den ersten Blick typisch schwedisch ist.

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Adema: Adema

Nachdem die Nu-Metal-Welle schon deutlich abflacht, funktionieren viele neue amerikanische Bands nach dem Baukastenprinzip: Das Beste aus beiden Welten. Auf der einen Seite der wuchtige Pathos von Bands wie Creed, auf der anderen Seite die Dicke-Hosen-Musik. Bands wie Liquid Gang (leider schon wieder aufgelöst), Staind oder jetzt Adema schmiegen sich zwischen diese beiden Pole und sprechen eigentlich alle die an, die es weder extrem hart noch extrem kompliziert wollen. Auch wenn sich eine Schwemme dieser Bands abzeichnet, ist der Mittelweg vielleicht gar kein schlechter.

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Butterfly Jones: Napalm Springs

Hätten Butterfly Jones sich an alten Vinyl-Zeiten orientiert, wäre mit dem zehnten Song Schluss gewesen. So zerschießen sie sich mit vier überschüssigen „Mehrtiteln“ fast den guten Gesamteindruck. Aber halt nur fast, denn was die Jungs vorher zehn Titel lang abfackeln, kommt extrem gut. Eingängiger Rock mit Streichern, Surf-Reminiszenzen, psychedelischen Klängen, fetten Refrains oder auch mal ganz schlicht wie bei der schönen Ballade „Wonder“.

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The 4 Of Us: Classified Personal

Das irische Quartet The 4 Of Us ist wie Frischhaltefolie: Es gibt viele bessere Möglichkeiten, die Reste zu verpacken, aber manchmal ist halt nichts Anderes da. Einmal von der Rolle, kriegt man sie nie mehr glatt, sie schrumpelt zusammen oder klebt an Stellen, an denen sie nicht kleben soll. „Classified Personal“ wirkt auf den ersten Blick auch etwas durchsichtig und unnütz, aber ist die CD erstmal im Player klebt sie auch überall fest, legt sich wie ein Vakuum um den Kopf und dichtet die Ausgänge ab.

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The Flower Kings: The Rainmaker

Waren mir Yes auf ihrem aktuellen Album „Magnification“ zu flügellahm, spannt jetzt der Adler seine Schwingen. Die Frickel-Schweden um Roine Stolt breiten wieder das ganze Spektrum der U-Musik vor dem Hörer aus und machen es ihm schwer zu entscheiden, welches denn nun tatsächlich das beste Album von The Flower Kings ist. Die erlesenen Zutaten sind immer ähnlich: Mörderlange Epen wie das 11-minütige „Last Minute On Earth“ oder präzises Songwriting wie das charmante „World Without A Heart“, das seine Qualitäten schon in gut vier Minuten offenbart.

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Shakra: Power Ride

Es gibt Alben, da muss man eigentlich nur den Namen und den Albumtitel rufen und schon weiß man, wie der Hase läuft. Bei Shakra ist es zwar eine Rennschnecke, die auf dem Backcover zu sehen ist, aber es steht einfach bei dem Titel „Power Ride“ schon zu vermuten, dass hier ordentlich gerockt wird: Straight, laut und eingängig. Gerockt im Sinne von fetten Melodien und einprägsamen Hooks.

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