Ökonomisch ist der Sound von Seven Mary Three fürwahr. Zwölf Songs, die meisten mit einer Länge um die magische 3-Minuten-Grenze. Das vergangene Album „Orange Ave.“ hat in Deutschland eigentlich niemand wahrgenommen und selbst wenn, hat es doch 3 Jahre gedauert, bis jetzt wieder ein neues Album des Quartetts vorliegt.
WeiterlesenAutor: Dirk-Michael Mitter
Yes: Magnification
Es hätte sooo schön sein können. Die Art-Rock-Echsen Yes nach 21 Jahren wieder gemeinsam mit einem Orchester. Nicht, dass in den vergangenen Jahren keiner versucht hätte, Rockmusik und Orchester zusammenzubringen. Aber Yes bringen, zumindest theoretisch, die Voraussetzungen mit, um daraus eine interessante CD werden zu lassen.
WeiterlesenStephan Eicher’s Favourite Hotel*s
Best Of-Alben sind oft unnütz: Vertragserfüllung, lieblos zusammengestellt und man steht als Fan grübelnd davor, ob man sich für zwei neue Lieder wirklich nochmal alle anderen mit kaufen soll. Umso erfreulicher, wenn ein Künstler seine 19 liebsten Songs selbst zusammenstellt, sie mit einem umfangreichen Booklet und eigenen Liner-Notes versieht und die Erstausgabe in einen Papp-Schuber mit einer zweiten CD zusammen packt. Auf dieser sind nochmal 12 Titel, die unter der Überschrift „Lost and Found“ allerlei Remixes, Demoversionen, Backstage-Aufnahmen, auf den komischsten Medien im Originalzustand aufgenommen, präsentiert.
WeiterlesenAntithesis: Dying For Life
Antithesis schreiben gute Songs, sind hart, versiert – und so eingängig wie Zäpfchen in Melonenform. Vertrackte Songs in der Klangfarbe zwischen Dream Theater und Fates Warning sind beileibe kein Fehler, aber manchmal sehnt man sich nach einer Hookline, die sich im Ohr festbohrt.
WeiterlesenNDV: Karma
NDV sind die Initialen von Nick D’Virgilio, der sonst bei Spock’s Beard die Trommelstöcke schwingt. Über „Karma“ zu sagen „Elf Titel – Elf Stile“ wäre zwar etwas hoch gegriffen, charakterisiert das Album aber recht treffend.
WeiterlesenVirtue: Virtuosity!
Wer auf trällernde Trios á la TLC oder Destiny’s Child steht, wird hier in einer etwas sanfteren Variante bedient. Singen können die drei Mädels und auch das Songmaterial ist recht ordentlich. Schade, dass das Album etwas anorganisch klingt; dass es auch anders geht, beweisen die erwähnten Vorbilder.
(6 Fritten)
Virtue: Virtuosity!
(Zomba)
Axxis: Eyes Of Darkness
Nachdem „Back To The Kingdom“ (s.u.) Axxis wieder auf die Spur gebracht haben, schließt das deutsche Metal-Quintett an die wieder erschaffene Erwartungshaltung an. Warum irgend etwas ausprobieren, wenn man das macht, was man am besten kann?
WeiterlesenNickelback: Silver Side Up
Nein, Inno-Flakes haben die Jungs immer noch nicht gegessen, aber immerhin Weiterentwicklungs-Riegel. Waren Nickelback auf ihrem vergangenen Album noch etwas gesichtslos, haben sie jetzt einen eigenen Sound gefunden. „Never Again“ ist dann ein kratziger Einstieg, bei dem der gute Eindruck nur durch den Text getrübt wird.
WeiterlesenLammbock OST
Keine Ahnung, auf was für einem Qualitätslevel der Film „Lammbock“ spielt, aber der Soundtrack ist ziemlich cool. Die meisten vertretenen Bands sind dafür bekannt, dass sie immer dezent neben der Spur liegen: Ween, Calexico, Sportfreunde Stiller, Kings Of Convenience und das 80er-Relikt Captain Sensible mit „Wot“. Die Newcomer Oblivia machen mit „My Friend“ eine gute Figur und auch unbekannte Bands wie Muki verheddern sich im Trommelfell. 16 Titel, cool zusammengestellt, mit extrem assoziativer Färbung – was will man mehr von einem Soundtrack?
Lammbock OST
(Zyx)
Urban Tale: Urban Tale
Journey! Mehr muss man zum Debüt des schwedischen Quintetts gar nicht sagen. Sänger Kimmo Blom klingt an manchen Stellen so sehr nach Steve Perry, dass dieser wahrscheinlich denkt, er wär’s. „Passion Takes Over“ oder „Runaway Train“ hätten auch auf jeder Journey-Scheibe dabei sein können. Wer also seine alten Scheiben von Neal Schon & Co. Schon dünn genudelt hat, kann Urban Tale eine berechtigte Chance geben.
(5 Fritten)
Urban Tale: Urban Tale
(Frontiers / Point)
Gillian Slovo: Roter Staub
„Schuld und Sühne“, „Gut und Böse“, „Schwarz und Weiß“ – seit jeher ein in Büchern vorherrschendes Thema. Wobei „Schwarz und Weiß“ bei „Roter Staub“ nicht nur metaphorisch gemeint ist. Im Südafrika der späten 90er treffen sich vor der Wahrheitskommission zwei Männer wieder, deren Rollen jetzt vertauscht sind. Der inhaftierte ex-Polizist Dirk Hendricks und der schwarze ehemalige ANC-Kämpfer Alex Mpondo.
WeiterlesenJohn Hiatt: The Tiki Bar Is Open
Wem noch das letztjährige Meisterwerk „Crossing Muddy Waters“ im Ohr klingt, der sollte jetzt wieder auf „elektrisch“ umschalten. John Hiatt hat wieder seine Begleitband The Goners reanimiert, mit der er das letzte Mal 1988 „Slow Turning“ auf Platte gebracht hat. Obwohl überraschend rockig, knüpft „The Tiki Bar Is Open“ doch an die akustischen Klänge des Vorgängers an. Direkt, spontan, unverkrampft – es sind die gleichen Attribute, mit denen man beide Platten beschreiben kann. Und nach einer kurzen „Einhörphase“ hat man sich auch daran gewöhnt, dass die Folk- und Countryeinflüsse diesmal gering sind.
WeiterlesenNeal Morse: It’s Not Too Late
Der rührige Sänger von Spock’s Beard hat neben diversen Projekten jetzt auch sein zweites Soloalbum am Start. Überraschend ist die poppige Leichtigkeit, die er diesmal in die Songs einfließen lässt. Prog ist Fehlanzeige, Neal Morse zeigt vielmehr, dass das Klavier sein Heimatspielfeld ist und kommt dabei gefährlich nahe in Gefilde von Joshua Kadison und Elton John, um sie dann doch zu umschiffen.
WeiterlesenIn Extremo: Sünder ohne Zügel
Bin ich mittelalter-müde oder liegt es daran, dass In Extremo auf ihrem neuen Album gar nicht mehr so richtig nach Mittelalter klingen? Gut, der neue Gitarrist Basti ist wirklich eine Bereicherung. Sein Spiel ist um einiges heftiger und variantenreicher als das seines Vorgängers. Auf der anderen Seite haben In Extremo jetzt eine unheimliche Schlagseite bekommen. Düster gemurmelte Strophen unterlegt von harschen Riffs münden in hymnischen Refrains. Wer sich jetzt an Combos wie Oomph! oder Megaherz erinnert fühlt, der liegt damit genau richtig.
WeiterlesenThe Strokes: Is This It
Oh, Retro-Rock mit Samtuntergrund. 11 Mal herrlich scheppernd zwischen ungestüm und larmoyant. Sänger Julian Casablancas gibt sicherheitshalber mal den großen Rockstar – wer weiß, wie die Platte einschlägt!? Die Fünf zelebrieren so gekonnt ihren Revivalismus, dass ich es nicht über’s Herz bringe zu motzen, dass das alles schon mal da war und seitdem Trillionen von Bands versucht haben, diesen Sound wiederzubeleben.
WeiterlesenThe Traceelords: Sex, Money, Rock’n’Roll
Für dieses Teil muss man sich erstmal aufwärmen. Ein paar flüssige Dehnübungen am Tresen, danach ausreichend Jahre abstrampeln, um sich der Pubertät zu nähern, um abschließend mit etwas Bauch-Beine-Po in die „Mir ist nix peinlich“-Stimmung zu kommen (die hat man genau dann erreicht, wenn man auf Parties bei „Er gehört zu mir“ mitsingt).
WeiterlesenSlipknot: Iowa
Was bliebe von dieser Band, hätte sie ihr Image nicht? Das neunköpfige Psychokollektiv hat zu seinem zweiten Schlag ausgeholt und haut dem Hörer auch gleich standesgemäß „People = Shit“ um die Ohren. Einbetoniert in einen Mix aus allen deftigen Metalspielarten mit dem selbst formulierten Ziel: „I’m about to punch you as hard as I can in the fucking face“. Buh, die Jungs sind ja richtig böse. Deswegen gibt es auch ganz viele gruselige Sounds und Gestöhne – so ein bisschen wie in der Geisterbahn. Dass Sänger Corey dazu immer die Luft einzieht wie ein Lustmörder, der sich in Stimmung bringt, macht das Ganze auch nicht authentischer.
WeiterlesenKick: Sweet Lick Of Time
Die in der Label-Info zitierten Parallelen zu Bon Jovi oder Def Leppard haben ausgereicht, dass ich mich ganz weit von der Stereoanlage entfernt versteckt habe. Aber zum Glück fehlt Kick der Bombast der Leoparden und Nick Workman singt auch nicht wie ein Schaf.
WeiterlesenMorgenstern: Heute ist die Rache mein
Bandname und Titel verraten es eigentlich schon: Mittelalter. Der Sänger des Debüts „Feuertaufe“ ist zum Glück nicht mehr dabei, der Neuzugang Rico macht am Mikro eine doch deutlich bessere Figur. Trotzdem bleiben Morgenstern im Vergleich zu anderen Bands ziemlich weit zurück.
WeiterlesenPaul Kelly: Nothing But A Dream
Der Australier Paul Kelly ist ein altes Reptil. Seit 23 Jahren veröffentlicht er mit/in den unterschiedlichsten Bands/Konstellationen Alben.
Weiterlesen