Deutschland scheint ein fruchtbarer Boden für Celtic-Bands aller Art zu sein. Aber kaum sind die Pflänzchen durchgebrochen, entpuppen sich zu viele als Unkraut. Wild Silk sind in Darmstadt zu Hause und wer da einmal war, weiß, dass die hessische Stadt nicht der geeignete Ort ist, um irische Frühlingsgefühle zu bekommen. Das vorliegende Live-Werk kann meine gewagte These aber nicht stützen.
WeiterlesenAutor: Dirk-Michael Mitter
Schock: Erwacht
Gibt es derzeit eine Szene, die mehr stagniert als Gothic/Dark-Pop? Diese düsteren Bands, die alle klingen wie Camouflage für Grufties? Ich glaube kaum! Um so mehr grenzt es an ein Wunder, wenn es sich überhaupt lohnt, genauer hinzuhören. Das Label greift zwar etwas hoch, wenn es die Band zwischen HIM und Marilyn Manson stellt, aber Schock passen nicht in das starre Schema der Düster-Szene.
WeiterlesenAvantasia – The Metal Opera Pt. I
Alle paar Monate wird das Bombastzentrum in meinem Kopf aktiviert. Dann höre ich Nightwish und Everon und schalt‘ nicht weiter, wenn Meat Loaf im Radio läuft („…no, I won’t do that…“). Die Hauptband von Tobias Sammet -Edguy- dreht sich dann auch vermehrt in meinem Player. Schneller, melodischer Metal mit fetten Chören und hymnischen Refrains. Generell geht es ja bei Combos dieser Art immer um Drachen, Zwerge, böse Druiden und so’n Gedöns. Tobias Sammet hat daraus gleich eine komplette Metal-Oper gemacht (Part II kommt noch), die mit einer komplexen Story aufwartet.
WeiterlesenRage: Welcome To The Other Side
Vorbei der Umbesetzungswirbel, vorbei der Fokus auf klassische Elemente. „Welcome To The Other Side“ ist das erste Album, das komplett in dieser Besetzung eingespielt wurde. Peavy Wagner (Bass und Vocals), Victor Smolski (Guitar) und Mike Terrana (Drums) meißeln es in Stein: Rage sind eine Metal-Band. Nicht so speedig wie in den Anfangstagen, aber auch nicht mehr so verspielt wie auf „Ghosts“.
WeiterlesenDie Happy: Supersonic Speed
Da hat sich alle Welt so eine Mühe gemacht, Die Happy in die Guano Apes-Ecke zu stellen und dann kommt das Album raus – und jegliche Parallelen sind verschwunden. Mit Ausnahme des Bandgefüges (Trio + Sängerin) und der ersten Single („Supersonic Speed“) haben die beiden Bands nicht viel gemein. Die Happy sind eindeutig im Hard-Rock verwurzelt und überlassen auf ihrem Debüt nichts dem Zufall.
WeiterlesenDiesel Boy: Rode Hard And Put Away Wet
Die Plattenfirma beteuert, dass der Albumtitel einem Begriff des Pferderennsports entlehnt ist! Zweiter Erklärungsversuch: Die Band gönnt ihren Zuhörern keine Pause, bis diese sich in Ekstase geschwitzt haben. Ein Schelm ist, wer Ärgeres dabei denkt. Auf 15 Titel verteilt versprühen die vier Jungs ihren Humor feinsinniger, als der Albumtitel vermuten lässt.
WeiterlesenSubstyle: On The Rocks
Was bleibt, wenn man von einer Band die atemberaubende Erfolgsstory und die Nähe zu Faith No More abzieht? Eine Menge guter Songs. Substyle aus Mönchengladbach haben im Vorprogramm von In Extremo mächtig abgeräumt und im Internetportal Peoplesound.de noch vor Album-VÖ die Download-Charts angeführt.
WeiterlesenThe Why Store: Welcome To The Why Store
„Welcome To The Why Store“ – diesen Gruß hat die Band in den Staaten schon 1993 ausgesprochen. Erst jetzt erscheint das Album in Deutschland. Es ist ein kleines Wunder, dass diese Band Anfang der 90er nicht wirklich punkten konnte. Akustik-Grunge mit Humor wäre im damaligen Seattle-Hype ein netter Gegenpol gewesen.
WeiterlesenThe Presidents Of The United States Of America: Freaked Out And Small
Zack, sie sind wieder da. Schneller noch als seinerzeit die Ärzte hat sich das US-Trio wieder zusammengetan und macht dem Albumtitel alle Ehre. Ein durchgeknalltes kleines Album! Aber klangen die Präsidenten schon früher so sehr nach den B-52’s?
Terrorvision: Good To Go
Vorsicht – das Album geht ab wie eine geschüttelte Wasserflasche. Terrorvision haben das, was so vielen Bands fehlt: Esprit. Den Geist des Rock’n’Roll, den Geist des Punk, aber auch den Pop-Geist. Auf ihrem mittlerweile fünften Album klappern sie die komplette Stilpalette durch und haben elektronische Geschwindigkeitsattacken („D’Ya Wanna Go Faster“) genauso drauf wie melodische Pop-Nummern („Sometimes I’d Like To Kill Her“).
WeiterlesenGotthard: Homerun
Kann man eine Band gut finden, die irgendwo zwischen den Scorpions und Bon Jovi steht? Geht schon; die Eidgenossen von Gotthard haben mit „Open“ von 1999 den schmalen Grat getroffen, den man da gar nicht vermutet hat. Im Hardrock gestartet, haben sie nach einem Unplugged-Ausflug („Defrosted“, 1997) ihre Rocker-Attitüde zurückgeschraubt und mit Blues- und Westcoast-Anleihen verfeinert. Das Ergebnis war ein akustisch geprägtes Mainstream-Album der besonderen Güte. Mit Merkmalen, welche die o.g. Bands verloren haben, bzw. nie hatten.
WeiterlesenRefluxus (3)
Nachbarschaftshilfe
Ah, wunderbar – „TV Total“ gibt’s jetzt viermal die Woche. Ob das Sinn macht oder nicht, ob Stefan Raab unerträglich oder brüllend komisch ist, lasse ich mal außen vor. Faszinierend finde ich, dass „TV Total“ zur Dauerwerbesendung verkommt, um bei der relevanten Zielgruppe so richtig abzuschöpfen.
WeiterlesenIQ: The Seventh House
Das Flaggschiff des Prog-Rock ist wieder auf hoher See. „The Seventh House“ ist, wer hätt’s gedacht, das siebte Studioalbum der Band. Und mich beschleicht so ein bisschen das Gefühl, dass kleinere, schnelle Schiffe aus dem Kielwasser ausgeschert sind, um an der alten Dame vorbei zu ziehen.
WeiterlesenUtah Saints: Two
Radieschen, Paprika, Tomaten, Gurken usw. – fein säuberlich geschnitten und zusammengewürfelt macht das noch lange keinen Salat. Wenn’s Dressing fehlt, ist es halt nur rohe Kost. Das Dressing haben die Utah Saints bei ihrem zweiten Werk auch vergessen. Schöne Samples zusammentragen, fein säuberlich schneiden und in einen Topf werfen langt nicht!
WeiterlesenAnywhen: The Opiates
Von einer Platte zu sagen, sie eigne sich hervorragend zum Mittagsschlaf, klingt, zugegebenermaßen, nicht nach einem Kompliment. Ist aber eins – meine letzte große Mittagsschlaf-Platte war „A Deeper Kind Of Slumber“ von Tiamat. Wer da nicht bis zum Intro des vierten Songs eingedöst ist, war auch nicht wirklich müde. In wachem Zustand freue ich mich an den großartigen Songs und der genialen Umsetzung.
WeiterlesenAna Popovic: Hush
Dass sich der Blues-Rock nicht mehr neu definieren wird, ist klar. Trotzdem gibt es immer wieder Aufnahmen, die frischen Wind durch die Boxen blasen. „Hush“ gehört leider nicht dazu.
WeiterlesenFive Fifteen: Six Dimensions Of The Electric Camembert
Es ist wahrscheinlich eine Schutzfunktion des Menschen, dass man Bands nicht hören mag, die von elektrischem Weichkäse singen und deren Sänger zwei Küchensiebe als Brille trägt. Ganz Mutige sollten diese verrückte Finnen-Combo trotzdem mal anchecken. Klassischer Hardrock mit durchgeknallten Texten und leicht psychedelischem Unterton.
WeiterlesenSuperNot: Phlegmatic Sun
Gründe, Metallica nicht mehr zu hören, gibt’s ja genug: die Napster-Diskussion, angeblich das „Metal“ im Namen nicht mehr verdient, Jason Newsted ist weg usw…. Die unbekannte Alternative heisst SuperNot und kommt aus Kanada. Harter, sehr straighter Metal von vier Jungs, die es noch nicht mal ansatzweise schaffen, ein eigenes Profil zu haben.
WeiterlesenLauren Ellis: Push The River
Beim ersten Durchlauf von „Push The River“ glaubt man, die Songs irgendwo schon mal gehört zu haben. War das nicht von Melissa Etheridge? Das war Sheryl Crow, oder? Oder doch Bonnie Raitt? Aber ausser „As The Crow Flies“ (Tony Joe White) hat die Gitarristin und Sängerin alle Lieder selbst geschrieben. Es sticht zwar kein Song heraus, dafür regiert gleichbleibende Qualität.
WeiterlesenTvå Fisk Och En Fläsk: Jungfruburen
Das schwedische Septett mit dem unaussprechlichen Namen (Zwei Fische und ein Fleisch) ist eigentlich eine Folklore-Band. Drei Perkussionisten, zwei Geiger, ein Gitarrist und eine Sängerin bearbeiten traditionelle schwedische Weisen. Oberflächlich betrachtet ist das mittelalterliche Musik, hat aber mit vielen vergleichbaren Bands nichts gemein. Bier-, bzw. Metselige Refrains zum munteren Mitgröhlen gibt es nicht, Två Fisk Och En Fläsk versuchen auch nicht, das Liedgut mit brachialen Stromgitarren zu modernisieren. Sehr rhythmisch und akustisch sind so zwölf Songs (davon drei Eigenkompositionen) entstanden, die mich in erster Linie durch ihren Klang überzeugen.
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