Wild Silk: In Concert

Deutschland scheint ein fruchtbarer Boden für Celtic-Bands aller Art zu sein. Aber kaum sind die Pflänzchen durchgebrochen, entpuppen sich zu viele als Unkraut. Wild Silk sind in Darmstadt zu Hause und wer da einmal war, weiß, dass die hessische Stadt nicht der geeignete Ort ist, um irische Frühlingsgefühle zu bekommen. Das vorliegende Live-Werk kann meine gewagte These aber nicht stützen.

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Schock: Erwacht

Gibt es derzeit eine Szene, die mehr stagniert als Gothic/Dark-Pop? Diese düsteren Bands, die alle klingen wie Camouflage für Grufties? Ich glaube kaum! Um so mehr grenzt es an ein Wunder, wenn es sich überhaupt lohnt, genauer hinzuhören. Das Label greift zwar etwas hoch, wenn es die Band zwischen HIM und Marilyn Manson stellt, aber Schock passen nicht in das starre Schema der Düster-Szene.

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Avantasia – The Metal Opera Pt. I

Alle paar Monate wird das Bombastzentrum in meinem Kopf aktiviert. Dann höre ich Nightwish und Everon und schalt‘ nicht weiter, wenn Meat Loaf im Radio läuft („…no, I won’t do that…“). Die Hauptband von Tobias Sammet -Edguy- dreht sich dann auch vermehrt in meinem Player. Schneller, melodischer Metal mit fetten Chören und hymnischen Refrains. Generell geht es ja bei Combos dieser Art immer um Drachen, Zwerge, böse Druiden und so’n Gedöns. Tobias Sammet hat daraus gleich eine komplette Metal-Oper gemacht (Part II kommt noch), die mit einer komplexen Story aufwartet.

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Rage: Welcome To The Other Side

Vorbei der Umbesetzungswirbel, vorbei der Fokus auf klassische Elemente. „Welcome To The Other Side“ ist das erste Album, das komplett in dieser Besetzung eingespielt wurde. Peavy Wagner (Bass und Vocals), Victor Smolski (Guitar) und Mike Terrana (Drums) meißeln es in Stein: Rage sind eine Metal-Band. Nicht so speedig wie in den Anfangstagen, aber auch nicht mehr so verspielt wie auf „Ghosts“.

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Die Happy: Supersonic Speed

Da hat sich alle Welt so eine Mühe gemacht, Die Happy in die Guano Apes-Ecke zu stellen und dann kommt das Album raus – und jegliche Parallelen sind verschwunden. Mit Ausnahme des Bandgefüges (Trio + Sängerin) und der ersten Single („Supersonic Speed“) haben die beiden Bands nicht viel gemein. Die Happy sind eindeutig im Hard-Rock verwurzelt und überlassen auf ihrem Debüt nichts dem Zufall.

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Terrorvision: Good To Go

Vorsicht – das Album geht ab wie eine geschüttelte Wasserflasche. Terrorvision haben das, was so vielen Bands fehlt: Esprit. Den Geist des Rock’n’Roll, den Geist des Punk, aber auch den Pop-Geist. Auf ihrem mittlerweile fünften Album klappern sie die komplette Stilpalette durch und haben elektronische Geschwindigkeitsattacken („D’Ya Wanna Go Faster“) genauso drauf wie melodische Pop-Nummern („Sometimes I’d Like To Kill Her“).

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Gotthard: Homerun

Kann man eine Band gut finden, die irgendwo zwischen den Scorpions und Bon Jovi steht? Geht schon; die Eidgenossen von Gotthard haben mit „Open“ von 1999 den schmalen Grat getroffen, den man da gar nicht vermutet hat. Im Hardrock gestartet, haben sie nach einem Unplugged-Ausflug („Defrosted“, 1997) ihre Rocker-Attitüde zurückgeschraubt und mit Blues- und Westcoast-Anleihen verfeinert. Das Ergebnis war ein akustisch geprägtes Mainstream-Album der besonderen Güte. Mit Merkmalen, welche die o.g. Bands verloren haben, bzw. nie hatten.

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Anywhen: The Opiates

Von einer Platte zu sagen, sie eigne sich hervorragend zum Mittagsschlaf, klingt, zugegebenermaßen, nicht nach einem Kompliment. Ist aber eins – meine letzte große Mittagsschlaf-Platte war „A Deeper Kind Of Slumber“ von Tiamat. Wer da nicht bis zum Intro des vierten Songs eingedöst ist, war auch nicht wirklich müde. In wachem Zustand freue ich mich an den großartigen Songs und der genialen Umsetzung.

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Lauren Ellis: Push The River

Beim ersten Durchlauf von „Push The River“ glaubt man, die Songs irgendwo schon mal gehört zu haben. War das nicht von Melissa Etheridge? Das war Sheryl Crow, oder? Oder doch Bonnie Raitt? Aber ausser „As The Crow Flies“ (Tony Joe White) hat die Gitarristin und Sängerin alle Lieder selbst geschrieben. Es sticht zwar kein Song heraus, dafür regiert gleichbleibende Qualität.

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Två Fisk Och En Fläsk: Jungfruburen

Das schwedische Septett mit dem unaussprechlichen Namen (Zwei Fische und ein Fleisch) ist eigentlich eine Folklore-Band. Drei Perkussionisten, zwei Geiger, ein Gitarrist und eine Sängerin bearbeiten traditionelle schwedische Weisen. Oberflächlich betrachtet ist das mittelalterliche Musik, hat aber mit vielen vergleichbaren Bands nichts gemein. Bier-, bzw. Metselige Refrains zum munteren Mitgröhlen gibt es nicht, Två Fisk Och En Fläsk versuchen auch nicht, das Liedgut mit brachialen Stromgitarren zu modernisieren. Sehr rhythmisch und akustisch sind so zwölf Songs (davon drei Eigenkompositionen) entstanden, die mich in erster Linie durch ihren Klang überzeugen.

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