King´s X: Please Come Home…Mr. Bulbous


King´s X gehören zu einer handvoll Bands, deren Name zum Synonym eines ganz eigenen Stils, bzw. Sounds wurde. Die Texaner wurzeln vom Beginn ihrer Karriere im harten Rock, gepaart mit unglaublich guten Harmoniegesängen. Als King´s X 1988 ihr Debüt „Out Of The Silent Planet“ veröffentlichten, waren sie mit ihrem kantigen Sound und den verschachtelten Harmonien der musikalischen Zeit weit voraus.

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The Awesome Machine: …It’s Ugly Or Nothing

Schwarzes edles Cover mit Gold-Schrift – rein äußerlich könnte auf der CD fast alles sein. Dass sich hinter der dezenten Fassade „dreckiger Rock“ versteckt, erwartet man eigentlich nicht, man ahnt es nur, wenn man bemerkt, dass das Label eigentlich „I used to fuck people like you in prison“ heißt. The Awesome Machine machen Stoner-Rock und legen hart und düster los.

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Walter Trout: Live Trout

März 2000, Tampa Bay Blues Fest: Nach einem Horrortrip aus verspäteten Flugzeugen, fehlendem Hotelzimmer, mangelndem Schlaf und zu wenig Essen steigt Walter Trout auf die Bühne und spielt diesen atemberaubenden Gig, der jetzt als Doppel-CD der Nachwelt erhalten bleibt. Jeder kennt diesen Mythos, wenn Musiker und Instrument „Eins“ sind und das Spielen mehr von Intuition als von Technik geführt wird. Näher dran als Walter Trout an diesem Tag kann man nicht sein. Er lässt seine Strat weinen, schreien, lachen, jubeln und spielt auf der ganzen Palette der Emotionen. Technisch perfekter kann man spielen, emotionaler nicht!

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Mrs. Hippie: Lotus

Die Rohaufnahmen von Mrs. Hippie stammen von 1996 und wurden erst jetzt nochmal überarbeitet, um veröffentlicht zu werden. Sänger der Formation ist Joacim Cans, der mit seiner jetzigen Band Hammerfall auf der True-Metal-Front ziemlich abräumt. Musikalisch hat „Lotus“ aber nicht viel mit Dauerwellen-Metal zu tun. Retro-Rock mit dem vollen 70er Jahre Feeling, gepaart mit Haarspray-Vocals aus den 80ern – so könnte man Mrs. Hippie umschreiben.

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Reincidentes: ¿Y Ahora Qué?

Von wegen Europa – die Meisten waren schon x-mal in Spanien, aber beim Aufzählen von spanischen Bands tun sich alle ein bisschen schwer. Während skandinavische Rock-Bands vom Norden her die musikalische Weltherrschaft anstreben, kommt ihnen aus dem Süden wenig entgegen. Mutig auf dem Weg sind die vier Spanier von Reincidentes. In ihrer Muttersprache ballern sie 15 Songs in rund 47 Minuten raus und müssen sich keinesfalls vor anderen Bands verstecken.

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Stuck Mojo: Declaration Of A Headhunter

Oh, ist das Cover peinlich! Auch Titel wie „Hatebreed“ oder „Give War A Chance“ tragen nicht unbedingt dazu bei, mich neugierig zu machen. Hat sich aber gelohnt: Bislang von Stuck Mojo völlig unbefleckt wusste ich nur, dass sie Crossover machen und der krankt ja schon seit einer Weile an latenter Ideenlosigkeit. Die vier Amis haben zwar auch nicht die Innovation im Patronengurt, aber das Songmaterial stimmt.

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Snuff: Numb Nuts

Im Moment bin ich „schwer auf Punk“ und wie immer, wenn ich diese Phase habe, fällt mir auf, wie hart es ist, brauchbare neue Acts „zu entdecken“. (Sollte jemand diese Seerosen-Giesser-Bands, die den ganzen Tag auf Viva gespielt werden, als Punk bezeichnen, möge er sich bitte einen Tag vor die Anlage schnallen und Nachhilfe bei den alten Meistern nehmen.) Da freut es einen schon, wenn sich Bands auf die Ursprünge besinnen.

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John Hiatt: Crossing Muddy Waters


Gleich zu Beginn verschreckt John Hiatt bei „Lincoln Town“ die Zuhörer erstmal mit einer knödeligen Stimme, an der schon echte Fans schwer zu schlucken haben. Aber was danach kommt, gehört zu dem Besten, was der amerikanische Songwriter in den letzten Jahren veröffentlicht hat. Back to the roots – purer Folk, Country und Blues – außer Fußstampfen ohne Drums eingespielt.

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Matchbox Twenty: Mad Seasons By

Ist es Zufall, dass das 21. Wort im Opener das Wörtchen „Smooth“ ist oder ist es ein augenzwinkernder Hinweis auf die mehr als erfolgreiche Kooperation von Rob Thomas und Santana? So oder so zeigt „Mad Seasons By Matchbox Twenty“ deutlich, dass die Band auch weiterhin in den vorderen Regionen mitspielen will und so die größtmögliche musikalische Schnittmenge anpeilt. In einem Interview mit der Zeitschrift „Gitarre & Bass“ stellt Sänger Rob Thomas ganz klar fest, dass Matchbox Twenty eine Radioband sind. Ziemlich wohltuend, wenn man sowas selbst bemerkt!

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Peter Case: Flying Saucer Blues

Betrachtet man die Charts, stellt man in der Regel fest, dass Chartplatzierungen im umgekehrten Verhältnis zur Qualität stehen. Wen wundert es da, dass kaum jemand Peter Case kennt? 1989 überraschte er die Welt mit „The man with the Blue postmodern fragmented neo-traditionalist Guitar“ (was für ein Zeilenschinder!). Inzwischen sind elf Jahre vergangen und er wird wahrscheinlich ein ewiges Talent bleiben. Was für eine Verschwendung! „Flying Saucer Blues“ ist schlichtweg genial.

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After Forever: Prison Of Desire

Man kennt das ja: Die berühmten Vergleiche, die bei neuen Bands immer bemüht werden. „Klingen wie…“ springt einem aus jeder Anzeige, jedem Pressetext entgegen. Bei den Holländern After Forever mussten die Landsleute von The Gathering herhalten, erweitert mit Nightwish und Therion. Aber ausnahmsweise passen die Vergleiche wie der Arsch auf die Schüssel. Die Sängerin Floor Jansen klingt wie Anneke von The Gathering und streckt sich in den opernhaften Passagen nach Tarja von Nightwish aus. Abgeschmeckt wird „Prison Of Desire“ mit dem Bombast von Therion.

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Eric Bibb: Roadworks

Die Ähnlichkeiten zwischen Keb Mo und Eric Bibb sind frappierend: Für beide ist der Blues keine sehr traurige Angelegenheit, beide tragen gerne Hüte, beide sind gute „Thumb-Picker“ und im ersten Moment kann man ihre Stimmen kaum auseinanderhalten. Warum also Eric Bibb statt dem bekannteren Pendant hören? Weil „Roadworks“ unheimlich intensiv und emotional ist. Ein Teil der 14 Songs wurde live mitgeschnitten, die anderen irgendwo unterwegs in verschiedenen Studios, ein Lied sogar im Badezimmer.

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16 Horsepower: Secret South

Ho, Brauner! Davis Eugene Edwards reitet wieder durch die mentale Prärie. Aber anstatt die Weiten des kargen Landes zu vertonen, sind 16 Horsepower auch auf ihrem neuen Album gewohnt klaustrophobisch. Mit „kompakt“ kann man ihren Sound gar nicht beschreiben, „eng“ trifft es eher. Und Edwards singt nicht, er proklamiert. Seit ich 16 Horsepower kenne, überlege ich, an wen mich seine Stimme noch erinnert. Und jetzt die Erleuchtung: Schlagt mich tot (nein, so was tun wir bei Hinternet nicht – Red.), aber er klingt wie eine manische Mischung aus Mike Peters (The Alarm) und Liam Ó Maonlaí (Hothouse Flowers).

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Western Electric: Western Electric

Western Electric, das ist eher ein Kollektiv als eine Band. Aus der Asche verschiedener Combos formiert, haben sich zahlreiche Musiker um Produzent Sid Griffin versammelt. „Americana“ oder „Neo-Folk“ wären zwei Etiketten, die passen würden. Mit einem festen Anker in der Country-Musik sind neun Tracks entstanden, die neben „normalen“ Instrumenten verstärkt auf Banjo, Steel Guitar oder Mandoline zurückgreifen.

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No Fun At All: State Of Flow

Mist, hier hätte genau die selbe Einleitung wie zu der neuen Millencolin gepasst. Anyway, „State Of Flow“ braucht 47:25 Minuten für zwölf Songs – in der Vergangenheit hätte eine halbe Stunde gereicht. Also auch hier ist etwas Ruhe eingekehrt, aber keine Langeweile. An manchen Stellen blitzt ein bißchen amerikanischer Gitarrenrock durch, doch die meisten Songs erinnern ziemlich an die vergangenen Scheiben von Bad Religion.

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Millencolin: Pennybridge Pioneers

Ich kann´s nicht mehr hören! Sobald eine Band die ausgetretenen Pfade verlässt, geht das Geschrei der Die-Hard-Fans los. Dass sie dabei klingen wie die eigenen Großeltern, ist noch niemandem aufgefallen. Jaja, früher war alles besser. Da waren Bands wie Millencolin oder No Fun At All noch richtig schnell oder haben sogar Ska-Songs gespielt… Aber das war halt früher; irgendwann gibt es wichtigere Dinge im Leben als Skateboard fahren.

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