Grundsätzlich war es ja keine schlechte Idee von Santana, sich mit ein paar ‚jungen Wilden‘ aus der Versenkung zu holen. Aber vielleicht waren nicht alle Kooperationspartner mit Bedacht gewählt und vielleicht hätte man nicht ganz so penetrant in jeden Songs die typischen Santana-Gitarrenläufe pressen sollen. Bert Jansch ist da entspannter.
WeiterlesenAutor: Dirk-Michael Mitter
Deftones: Saturday Night Wrist
Elf Freunde sollt ihr sein, oder auch fünf, oder vier. Was im Fußball selten funktioniert, klappt bei Rockbands noch lange nicht. Immer wieder faszinierend zu beobachten, wie Chino Morenos Kollegen sich in Interviews unverblümt über ihren Sänger auslassen und klarstellen, dass er eigentlich aus der Band fliegen würde, wenn er nicht so talentiert wäre. Und an Talent mangelt es dieser Truppe sicher nicht.
WeiterlesenSarah McLachlan: Mirrorball – The Complete Concert
Die Frage muss erlaubt sein: Braucht man das komplette „Mirrorball“-Konzert, wenn bereits ein Zusammenschnitt mit 14 Songs vorliegt? Die Antwort lautet tatsächlich: Ja.
Mitgeschnitten beim Tourabschluss in Portland am 20. und 21. April 1998 bietet die Doppel-CD 23 Songs, denen das Livegewand besser steht, als der sonst etwas ätherische Studioklang. Beeindruckend ist Sarah McLachlans Stimme, die auf der Bühne um so vieles kraftvoller klingt und nicht für einen Moment die Brillanz verliert. Sollte hier einer nachträglich an den Masterbändern geschraubt haben, dann hat er einen perfekten Job gemacht.
Olli Schulz und der Hund Marie: Warten auf den Bumerang
Ausgerechnet Olli Schulz überrascht auf seinem dritten Album mit einer neuen Ernsthaftigkeit. „Das beige Album“ hat schon die Richtung gewiesen, in die Schulz jetzt in letzter Konsequenz geht. Mit Band im Rücken und einer Absage an Songs wie „Klappskalli“ ist er im Deutschrock angekommen und findet sich mühelos zurecht.
WeiterlesenSaosin: Saosin
Das US-Quintett Saosin hat das Problem, dass es sich erst zu Wort meldet, als eigentlich schon alles gesagt ist. Ihr Wortbeitrag wurde zwar erwartet, aber keiner wusste, wann es so weit sein würde.
Als Sänger Antony Green nach der vielversprechenden EP „Translating The Name“ (2004) ausstieg und die famosen Circa Survive formte, wurde es, von Tourneen und Internetstreiflichtern abgesehen, ruhig um Saosin. Wäre das selbstbetitelte Full-Length-Debüt schon vor zwei Jahren erschienen, hätte es der Emo-Welt wahrscheinlich die Sprache verschlagen. Jetzt kann man nur hoffen, dass der Cover-Käfer stark genug ist, um beim großen Krabbeln mitzuhalten. Verdient hätten es die Jungs allemal.
Johann König: Gestammelte Werke

Wer Johann Königs aktuelles Programm „Johann König eskaliert“ gesehen hat, weiß, dass der Kölner mehr drauf hat als den somnambulen Stammler. Mit wenigen Worten skizziert er die Welt und schwenkt zwischen scheinbar Sinnlosem und Alltagsphilosophie geschickt hin und her. Im stillen Kämmerlein kann man das mit seinem ‚literarischen Debüt‘ nachvollziehen, das jetzt unter dem leider nur mäßig witzigen Titel „Gestammelte Werke“ erscheinen ist.
WeiterlesenLevellers: Chaos Theory
In jeder musikalischen Sozialisierung gibt es initialzündende Bands. Als ich Anfang der 1990er Jahre nur die letzten Takte von „15 Years“ gehört habe, entbrannte eine mühsame (internetfreie!) Suche nach der Band, von der ich leider nicht den Namen wusste. Auch wenn diese Begeisterung viele Federn lassen musste, kann man Levellers auch heute noch zugestehen, dass sie einige Alben lang eine wichtige und vor allem wuchtige Band waren.
WeiterlesenSophia: Technology Won’t Save Us
Die Albumtitel von Sophia klingen immer ein wenig wie Statements: Erst mussten wir feststellen, dass Menschen den Jahreszeiten nicht unähnlich sind, jetzt wissen wir, dass uns die Technologie nicht retten wird. Robin Proper-Sheppard ist einfach nicht der Richtige, wenn es darum geht, der Meute ordentlich einzuheizen.
WeiterlesenKurt Krömer: Na, Du Alte Kackbratze!
Allein für zwei Wörter muss man Kurt Krömer dankbar sein: ‚Kackbratze‘ und ‚Pummelfee‘ gehören in jeden Wortschatz und können gleichermaßen als Schimpfwort und Kosename eingesetzt werden. Seit Jahren im Humoruntergrund aktiv, trat Krömer in den vergangenen Monaten aus dem Schatten seiner „Kurt Krömer Show“ auf RBB. Der Duft der medialen Übersättigung weht zwar schon zu uns rüber, aber noch kann man für Neuköllns bekanntesten Sohn die Lanze brechen.
WeiterlesenDepeche Mode: Touring The Angel
Sondererwähnung für Martin L. Gore: Nicht nur, dass er bei dem zur Pianoballade umgestrickten „Shake The Disease“ die Leadvocals übernimmt, er schafft es auch, mehr als eine halbe Stunde sein Hühnermützchen aufzubehalten. Ich komme kaum bis zur S-Bahn und da fängt mein Kopf schon zu jucken an, während sich Martin Gore von der Lightshow und der Hitze des Konzerts völlig unbeeindruckt zeigt.
WeiterlesenOliver Uschmann: Voll beschäftigt
Man erfährt es nur nebenbei, aber Hartmut und das namenlose ‚Ich‘ haben früher zusammen geduscht. Was der erste Teil verschweigt, enthüllt jetzt der zweite. Wie bei der etwas anderen Männer-WG zu erwarten, wurde das gemeinsame Duscherlebnis im Wesentlichen von Dosenbier und dem Geräusch der Wassertropfen auf demselbigen geprägt.
WeiterlesenSolomon Burke: Nashville
Wahrscheinlich ist Soul-König Solomon Burke eines Morgens aufgewacht, hat sich wohlig gestreckt, mit den Fingerknöcheln geknackt und entschieden: „Ich mach jetzt mal ein Country-Album“.
WeiterlesenBen Folds: Supersunnyspeedgraphic, The LP
Ben Folds Junkies dürfen sich jetzt ausgiebig ärgern, dass sie in den vergangenen Jahren seine EPs aus dem Netz gezogen haben. „Supersunnyspeedgraphic, The LP“ fasst einen Teil der Songs der drei (fast) gleichnamigen Only-Internet-EPs zusammen und ergänzt sie mit launigen Coverversionen wie „Bitches Ain’t Shit“ von Dr. Dre (wir verzichten an dieser Stelle auf Pieptöne oder züchtige Platzhalter).
WeiterlesenGus Black: Autumn Days – Official Bootleg
Ist das schön! Gus Black hat fünf Songs seines vergangenen Albums „Autumn Days“ (2005) mit fünf Coverversionen gemischt und präsentiert einen gänzlich reduzierten Ausflug in seine musikalische Welt.
Lag auf der Studioversion von „Autumn Days“ meterdick die Watte drauf, konzentrieren sich die zehn Tracks von „Autumn Days Official Bootleg“ im wesentlichen auf Gitarre, Klavier und Streicher.
Sophie Auster: Sophie Auster
Singende Models oder Schauspielerinnen sind bei Kritikern ungefähr so beliebt, wie Partyluder oder Kinder berühmter Eltern. Manchmal (aber nur manchmal) würde man gerne einige kritische Anmerkungen platzieren, die über objektive Kritik ein bisschen hinausgehen. Hat bei Julie Delpy nicht geklappt, bei Carla Bruni sowieso nicht und bei Sophie Auster wird das auch nicht funktionieren.
WeiterlesenGigantour
Wer sich wundert, warum ausgerechnet Megadeth mit drei Songs auf dem Doppel-CD-Sampler „Gigantour“ vertreten sind, bekommt die Erklärung im Booklet geliefert: Megadeth-Vorsteher Dave Mustaine ist der Organisator der Metal-Tour und hat sich gewohnt demokratisch einen Song mehr gegönnt.
WeiterlesenSting: Songs From The Labyrinth
Bis Mitte der 1990er Jahre sah es so aus, als wolle sich Sting gegen sein Schicksal wehren, in einem Atemzug mit Phil Collins genannt zu werden. Dass er diesen Kampf verloren hat ist hinreichend bekannt und das Beste, was von ihm in den vergangenen Jahren erschienen ist, war seine Autobiografie.
WeiterlesenOST: Over The Hedge
Jetzt muss man sich schon Soundtracks von Kinderfilmen kaufen, um an Songs von Ben Folds zu kommen. Neben einer neuen Version von „Rockin‘ The Suburbs“, mit William Shatner, gibt es ein Clash-Cover („Lost In The Supermarket“) und drei neue Titel des australischen Songwriters.
WeiterlesenKeb‘ Mo‘: Suitcase
Keb‘ Mo‘ hat mal wieder eine Platte gemacht. Wer den unaufgeregten, souligen Blues-Pop seines größten Hits „That’s Not Love“ mag, wird auch mit „Suitcase“ bestens bedient.
WeiterlesenBellowhead: Burlesque
Vorhang auf, die alte Tante keltische Musik bekommt eine Frischzelleninjektion in den Bobbes. Die behandelnden Ärzte, bzw. Scharlatane sind eine elfköpfige Truppe, die mit Blechbläsern der gewöhnlichen Irish-Folk-Besetzung ordentlich Dampf macht.
Weiterlesen