Auf den Einfluss des Schauerromans, der Gothic Novel, auf die Entwicklung der Kriminalliteratur muss eigentlich nicht mehr hingewiesen werden. Er hat seine Spuren auch anderswo hinterlassen, von Schiller über Jean Paul bis ETA Hoffmann und darüber hinaus, viele ihrer Elemente finden sich später eben auch im „Krimi“ wieder und einer der zentralen Begriffe der Gothic Novel wurde geschickt trivialisiert, der des „Genius“ nämlich.
WeiterlesenAutor: dpr
Jetzt bloggt er wieder
Kaum hat man sein aktuelles Buch „Joint Adventure“ in einer Leserunde auf der Krimicouch über den grünen Klee gelobt, gibt Peter J. Kraus medial Gas. Er bloggt wieder. →Hier nämlich. Ich werde ihn im Auge behalten müssen, damit mir der Bursche nicht zu keck wird.
Spannende Kurvendiskussion
Nein, nicht angeekelt die Seite hier wegklicken, es geht nicht um abirelevante Mathematik! Sondern um Krimis und Spannung. Den →ersten Teil, in dem nun einmal Kurven, Kurven, Kurven besprochen werden, gibt es ab sofort auf der Krimicouch, dem ultimativ spannendsten Ort im Internet – außerhalb von wtd, versteht sich.
Kitsch, Kunst, Studer
Klassiker Glauser
Die Wachtmeister-Studer-Romane Friedrich Glausers gehören seit den siebziger Jahren zum Inventar einer im Nachhinein gezimmerten Tradition der deutschsprachigen Kriminalliteratur. Anlass dieser „Wiederentdeckung“ war vor allem eine Reihe von TV-Verfilmungen, in deren Gefolge man diesen in mancherlei Hinsicht merkwürdigen Autor aus dem großen Vergessen zurückholte. Inzwischen ist nicht nur ein Krimipreis nach ihm benannt, er gilt vielen gar als DER Kirchenvater der deutschsprachigen Kriminalliteratur, das Pünktchen, mit dem „Krimi als Schund“ endet und „Krimi als Literatur“ beginnt.
WeiterlesenDrood am Stück
Noch einmal der Hinweis: Ab Samstag/Sonntag sind die ersten 75 Folgen des →Edwin-Drood-Projekts für Späteinsteiger auch am Stück als PDF-Dokument erhältlich. →Kurze Mail genügt. So, und jetzt weiter mit dem Glauser, wird a weng länger.
Lachflash
Das Internet ist der größte Komiker. Du denkst an nichts Böses, recherchierst mal brav den Glauser Fritz und landest bei Wikipedia, wo dich folgende →Behauptung
WeiterlesenMenschen, die keine Romane mögen
Nein, den „neuen Suter“ hab ich noch nicht gelesen, wenn schon Diogenes, dann den alten Glauser. Wird aber unisono verrissen, jetzt auch von Spiegel Online, →hier, und Dank an Schorsch, der sich →hier darüber mokiert, aber warum eigentlich.
WeiterlesenFragen an die Klassiker
Auf den Schultern von Riesen steht es sich gut. Sie heben uns, sie stützen uns, leider begrenzen und bevormunden sie uns auch, spielen die Gesetzgeber, was wie im richtigen Leben zwei Seiten hat, eine konstitutive und eine repressive, eine bewahrende und eine hemmende. Aber sind es wirklich die Klassiker des Genres oder doch nur die Exegeten der Klassiker des Genres? Wie haben es die Meister denn nun wirklich angestellt, Meister zu werden?
WeiterlesenElmore Leonard: Road Dogs
Warum sollen wir eigentlich Elmore Leonards „Road Dogs“ lesen? Erwarten uns „gesellschaftliche Relevanz“, „packende Milieustudien“, gar „psychologische Tiefer“? Eher nicht. Ein bisschen ist das wie ein Roman von Saul Bellow. Es wird einem was erzählt und man braucht schon einiges Abstraktionsvermögen, um herauszufinden: Hey, der schreibt da grad über mich.
WeiterlesenDie alten Herren
Von den in diesem Jahr auserkorenen Werken für den →Deutschen Krimi Preis habe ich nur zwei gelesen, aber für die (Frank Göhres →„Der Auserwählte“ und Dominique Manottis →„Letzte Schicht“) freut es mich sehr. Dass auch die restlichen Vier es verdient haben, nun, kein Zweifel daran.
WeiterlesenHelmut Zenker
Gestern gleich zweimal über den Geburts- und Todestag von Helmut Zenker (11.1.1949 – 7. 1.2003) gestolpert und für ein paar Gedanken liegen geblieben. Zenker erfand den Polizeimajor Kottan – hieß er nicht Adolf mit Vornamen? – Held einer Serie, die einem die hedonistischen 80er Jahre erträglich machte, wenn es überhaupt die 80er waren, gefühlt auf jeden Fall, keine Lust zu googeln.
WeiterlesenEtwas übertrieben
Joe Gores ist tot. Er starb am 10.1.2011 und das ist natürlich sehr traurig. Man kann dem Mann nichts Schlechtes nachsagen, nicht einmal nach seinem Tod, er war hierzulande unverdientermaßen ein wenig im Schatten, sein Klassiker „Hammett“ aber fand weltweite Beachtung. Aber jetzt kommts: Auch Dashiell Hammett starb an einem 10.1., zwar 1961, aber immerhin exakt 50 Jahre nach Gores. Zufall? Ja klar. Wir kennen sie doch, die Zufälle in Krimis und rümpfen die Nase darüber. Hier hat Gores übertrieben, aber vielleicht wars auch der liebe Gott oder einfach der Zufall selber, der mal im richtigen Leben wie im Krimi sein wollte. Farewell, Joe.
Zwei Protagonistinnen
Sie haben vieles gemein. Ihre Abenteuer erleben sie in Krimis des Ariadne Verlages, ihre SchöpferInnen haben, nach positiv aufgenommenen Debüts, ihre jeweils zweiten Romane vorgelegt, sie sind Frauen in den frühen Dreißigern und beileibe nicht das, was man kantenlos nennt. Beider Profession ist nicht das Klären von Mordfällen. Die eine, Nikola Rührmann, arbeitet als Meteorologin im Hamburg des Jahres 1999, die andere, Lilly Sommer, schlägt sich als erfolglose Schauspielerin mehr schlecht als recht durch Wien.
WeiterlesenPropheten des Untergangs
Als journalistisches Leitmedium in Sachen Kriminalliteratur ist uns die „Süddeutsche Zeitung“ bislang eher nicht aufgefallen. Vor Jahr und Tag, als man die hauseigene „SZ Kriminalbibliothek“ mit bequemen Wiederverwertungen sogenannter „Klassiker“ vermarktete, schien sich das zu ändern, aber es war dann doch nur schlichtes Marketing und endete mit dem erwarteten vollständigen Abverkauf der Bücher. Jetzt hat die SZ wieder zugeschlagen und lässt einen sicheren J. Käppner einen →Abgesang auf den Krimi singen.
WeiterlesenClaudia Piñero: Die Donnerstagswitwen
Noch ein Buch, an dessen Beispiel man sich trefflich über Sinn und Unsinn des Krimi-Begriffes und seiner dramaturgischen Agenda streiten könnte. Claudia Piñero, seit „Ganz die Deine“ auch hierzulande mit einem guten Ruf, erzählt in „Die Donnerstagswitwen“ die Geschichte dreier Leichen in einem Swimmingpool und vieler Scheintoter in einer Luxussiedlung am Rande von Buenos Aires. Was sie uns da berichtet, ist nicht überraschend. Doch wie sie das macht, besitzt Raffinesse.
WeiterlesenSo wird es und wir können es nicht ändern
Wer nicht bis Dezember 2011 warten möchte, um zu wissen was das Krimijahr so alles bringt, der lese bitte →diese merkwürdige Kolumne. So kommt es. Garantiert.
Ein Blog geht ins neue Jahr
Ja, das sähen einige gerne: Wenn dieser kleine Krimiblog hier versanden würde wie ein Flüsslein in der Wüste. Ich gebe zu: Mit dem Gedanken wurde gespielt, aus vielerlei Gründen, privaten wie grundsätzlichen. Der Trend geht weg vom Blog, hin zu den „sozialen Netzwerken“, ist auch in Ordnung so, aber alles muss man nicht mitmachen. Auch Blogs sind soziale Netzwerke, wenngleich – das ist mir ebenfalls nicht entgangen – die Bereitschaft zur Diskussion etwas nachgelassen hat. Verständlich. Nach wie vor regiert die alte Mauschelbrigade und lebt fröhlich an den modernen Zeiten vorbei. So etwas törnt ab, es weckt aber auch neue Kräfte. Jedem sein „Stuttgart 21“.
WeiterlesenEin Blog wünscht frohe Weihnachten
Dieser kleine Blog wünscht allen Leserinnen und Lesern das, was sie sich von Weihnachten erwarten, auch wenn sie nichts erwarten. Ein wenig vernachlässigt war er im ablaufenden Jahr, aber er existiert noch, nebst anderem. Ob das so bleiben wird, darüber reden wir im neuen Jahr. Manchmal müssen sich die Dinge ändern, manchmal ändern sie sich, indem sie so bleiben wie sie sind. Mit diesen hochphilosophischen Worten entlasse ich euch offiziell in die Besinnlichkeit. Macht was draus.
Das Gesicht der Stadt der Unsichtbaren
Markus Dawo, Cheflayouter des Conte Verlags, hat sich mal wieder selbst übertroffen, was er zwar immer tut, aber trotzdem. Sein Cover zu meinem nächsten aus der berüchtigten Pipeline entlassenen Roman ist jedenfalls – um im Jargon des Buches zu bleiben – voll supi krass ey alda! Dafür aufrichtigen Dank aus Blieskastel-Lautzkirchen nach Blieskastel-Alschbach (kleiner Scherz für Ortskundige).
WeiterlesenRon Goulart: Groucho Marx, Meisterdetektiv
Groucho Marx, der Komiker mit der bevorzugt nichtrauchenden Zigarre im Gesicht, ist unter die Detektive gegangen, wenigstens im Roman von Ron Goulart. Hat das irgend eine Bedeutung? Natürlich nicht. „Groucho Marx, Meisterdetektiv“ gehört zu den völlig sinn- und zwecklosen Kriminalromanen, mit denen man uns zu drangsalieren versucht, aber er gehört NICHT zu den scheinwichtigen, hölzern fabulierten und in ihrer Witzigkeit völlig witzlosen Elaboraten, von denen ich soeben wieder ein Halbdutzend vom Tisch gestoßen habe. Ein Krimi zum Spaßhaben also, nicht mehr, nicht weniger, also genug.
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