Zielgruppe

„Was hilft, viele Bücher zu verkaufen?“ Weiß ich doch auch nicht. Aber ER weiß es: TW, der Noch-aber-nicht-mehr-lange-Krimipapst. Sein launiger, für das Sommerheft der „Buchkultur“ geschriebener Aufsatz über Zielgruppen und, unter anderem, auch Blogger, kann jetzt bei →Kaliber .38 eingesehen werden.

Böser Verdacht

Ich mag Frauen. Sie sind anders. Nicht so langweilig wie Männer. Riechen besser. Meistens. Können auch mal zuhören. Sind sensibler. – Also: Ich liebe Frauen. Nur: Warum bringe ich sie dann um?
Weil sie nicht rechnen können? Einmal im Monat schlecht drauf sind? – Kaum. Aber es ist so. In „Menschenfreunde“ stirbt – eine Frau. Auch in den drei stilistisch und dramaturgisch höchst unterschiedlichen Konzepten für den Nachfolgeroman muss jeweils eine Frau dran glauben. Ich bin entsetzt.

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Der Ernst des Lesens

Drei schöne lange Jahre lang konnten wir unseren Rezensenten-Azubi Jochen König vor den Fallstricken des Daseins, dem Morast des Alltags, der Verludertheit des Menschen schützen. Er hat etwas gelernt (manchmal), er hat die Segnungen des Rezensionsreservats wtd (Whirlpool, freie alkoholische Getränke, Zwangspraktikantinnen) genutzt (ständig) – doch jetzt, nach bestandener Prüfung („befriedigend“) weht ihm der Wind der Welt um die Ohren; und siehe: es ist ein stürmischer.

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Verfügbar

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Obiges Produkt ist verfügbar. Beim Verlag. Nicht bei mir, meine Autorenexemplare müssen den ganzen weiten Weg von Berlin zu Fuß zurücklegen. Rezensionsexemplare gehen hoffentlich auch bald raus (nicht zu Fuß), Kaufexemplare gibts beim →Verlag, bei der freundlichen Buchhändlerin, dem freundlichen Buchhändler um die Ecke oder im großen Internethandel. Georg? Lesebefehl erteilen!

Nachtrag: Ich sehe gerade, dass euch der Verlag auch eine umfangreiche Leseprobe spendiert.

van de Wetering +

Eigentlich wollte ich euch die Nachricht, dass ich morgen unterwegs bin und nicht bloggen kann, als eine „traurige“ verkaufen. Und muss dafür eine wirklich traurige bekanntgeben: Janwillem van de Wetering ist am 4. Juli im Alter von 77 Jahren in Maine, USA gestorben.

Neu bei den Glorreichen Sieben

Seit neuestem gibt der Blogger kund, welche sieben Werke der Kriminalliteratur ihm im laufenden Kalenderjahr am besten gemundet haben. Jetzt wird es Zeit, die Liste (in der rechten Leiste, wenn man den Beitrag anklickt) ein wenig zu aktualisieren. Was nicht heißt, dass die Ausgestoßenen des Lesens nicht mehr wert wären. Aber ab und zu muss was Neues rein.

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Weichgekochtes

Hard Case Crime? Interessiert mich nur am Rande. Ich kenne bisher nur die ersten drei erschienenen Bände der deutschen Reihe und die nicht einmal vollständig. Neben dem netten Block gibt es da einen höchst überflüssigen Bruen / Starr und einen Guthrie, den ich angelesen, dann aber zugunsten wichtigerer Lektüre beiseite gelegt habe. Auch über die Lizenzpolitik bei Rotbuch vermag ich, da kein Insider, nichts Erhellendes zu sagen. Und die Cover? Je nun, es gibt gewiss Grauenvolleres, was aber kein Argument pro und contra sein kann.

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Klarstellungen

Unvorstellbare Szenen vor deutschen Bahnhofsbuchhandlungen. Verzweifelte Krimifans bedrängen noch verzweifeltere Verkäuferinnen und verlangen nach „wtd – die Krimizeitschrift“. Gibt’s aber nicht. Kein Hochglanz, keine erbauliche Zwischendurchlektüre beim Warten auf die Straßenbahn.

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Titelsamstag

Braungebrannt und endlich wieder nüchtern: Thomas Wörtche, verantwortlich fürs Kriminelle beim „Titel-Magazin“, ist aus dem Urlaub zurück und legt jetzt richtig los. Heute lesen wir ein Porträt von Stuart MacBride, diverse Rezensionen (Colin Cotterill, John Connolly, Jean-Christophe Rufin) sowie – ein Gedicht von H.C. Artmann. Bei so viel lyrischer Besinnung tut dann der Rundumschlag von Le Chef persönlich richtig gut. Die neue Kolumne „Markt & Totschlag“ preludiert mit einer kritischen Betrachtung des aktuellen Hardboiled-Hypes. Und wo gibts die ganze Bescherung? →Hier natürlich.

Analogie

Vor manchen Fragen scheut man ja instinktiv zurück; und vor keiner so angewidert wie vor der, was denn „Krimi“ eigentlich sei. Meine Erfahrung sagt mir: Je intensiver ich mich um eine Definition bemühe, desto mehr zersplittert der Begriff an sich. Eine andere Frage jedoch bleibt fruchtbar; nicht weil sie sich schlüssig beantworten ließe, sondern weil die Beschäftigung mit ihr immer neue Fragen aufwirft, die für sich schon Erkenntnisse sein können. Wann wird etwas als Krimi wahrgenommen – und wann nicht? Und warum?

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Pieke verfinstert den Tag

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„Es beginnt am hellichten Tag“: in Pieke Biermanns aktueller Kriminalreportage, die man am Freitag, dem 4. Juli 2008 im RBB-Inforadio 93,1 um 10:27 und 13:27 Uhr hören und am Sonnabend, dem 5. Juli 2008 im TAGESSPIEGEL lesen kann (oder per Klick aufs Radio). Aber das ist nichts weniger als sonnig und freundlich, was uns Pieke da zu berichten hat: Kinderpornografie, Kindermissbrauch. Finster ists unter dem Asphalt von Berlin.

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Ein Tagungsbericht

Wieder einmal freuen wir uns, Ihnen einen Bericht unseres Partnermediums, des Itzehoer Volksboten, zur Lektüre anbieten zu können. Die Kollegen von der papiervernichtenden Zunft haben sich auf einem für alle Liebhaber spannender Kriminalliteratur interessanten Kongress umgeschaut…

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Röhrende Zwanziger

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Ja, war schon was los, damals, 1929. Börsenspekulanten plumpsten aus 33. Stockwerken, elegante Damen mit Federn an den Topfhüten hoben die Beine zum letzten Charleston, im deutschen Straßenbild tauchten immer mehr Männer mit Charlie-Chaplin-Bärtchen auf. Apropos: Auch „Die Drei aus Hollywood“ brechen zu einem Abenteuer auf, jetzt in der →„Criminalbibliothek des 19. und frühen 20. Jahrhunderts“ unter dem Autorennamen Herbert Rosenhayn nachzulesen. Wir wünschen viel Vergnügen.

Krimiwelt-Bestenliste Juli 2008 – und offene Fragen

Die – inhaltlich unverächtliche – Juli-Bestenliste habe, so →Initiator Gohlis, „die Grenzen ausgelotet“. Nun – nicht ganz. Auf eine noch nicht eindeutig gezogene Grenze macht →jener Kollege hier aufmerksam (bei dem man auch die aktuelle Liste betrachten kann), wenn er zu bedenken gibt, dass die Praxis, keine WIEDERveröffentlichungen zu berücksichtigen, im Falle des Neueinsteigers Rex Miller („Fettsack“) nicht beachtet wurde. Das Werk ist 1987 schon einmal erschienen und jetzt in einer „vollständigen Neuübersetzung“ zum zweiten Mal. Okay.

Das allerdings ist eine eindeutige Benachteiligung von deutschsprachigen Krimis, die ja in der Regel nicht übersetzt werden müssen, dieses Hintertürchen also verschlossen finden. Oder genügt in Zukunft ein Hinweis wie „Endlich vernünftig lektoriert“ oder „Jetzt auch mit korrekten Konjunktiven!“, um einst ignorierte Deutschkrimiprodukte doch noch in die Charts zu hieven? Die Nichtberücksichtigung deutschsprachiger Titel in der aktuellen Bestenliste hat aber nichts mit diesem Handicap zu tun. Sie geht völlig in Ordnung, denn das erste Halbjahr war aus Sicht einheimischer Schaffender eher ein Trauerhalbjahr.

Spannender wird eine zweite Grenze. Berücksichtigt die Bestenliste lediglich „Krimis“ oder schürft sie auf dem weiteren Feld der Kriminal-Literatur? Dort also, wo nicht nur belletristische Fiktion entsteht? Und heißt „Erstveröffentlichung“, dass etwas zum ersten Mal in BUCHFORM vorliegen muss, aber durchaus schon z.B. in Zeitungen abgedruckt gewesen sein kann – oder im Radio zu hören? Oder gelten solche erstmals zwischen zwei Buchdeckel gepressten Arbeiten automatisch als „Wiederveröffentlichung“ und müssen folglich draußen bleiben? Das ist neuerdings keine theoretische Frage mehr, wie aufmerksame LeserInnen dieses Blogs wissen. Mal sehen, wie sie in praxi beantwortet wird.

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wtd – die Zeitschrift. Juni 2008

Da ist sie: die erste Ausgabe von „watching the detectives“, der Krimizeitschrift im PDF-Format und – auf besonderen Wunsch – als geschütztes WORD-Dokument. Mit Aufsätzen über tödliches Lesen und die wahren Verbrechen, Rezensionen neuer Krimis von Matti Rönkä, Pieke Biermann, Jean-Cristophe Grangé und Wolfgang Kaes und einer ersten Verlagsanzeige. Noch schreibt dpr das Ganze ganz allein. Aber das wird sich ändern. Wenn sich zukünftig mehr Verlage breitschlagen lassen, in wtd eine Anzeige zum absoluten Tiefstpreis zu schalten. Auch deshalb danke ich dem Grafit Verlag und seinem Verleger für die Pionierleistung der ersten Annonce. Um fleißige Kritik wird gebeten.

wtd 1: PDF
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