Viel zu spät

… erreichte mich jetzt die 19. Ausgabe der schönen kanadischen Krimizeitschrift →Alibis. Aber so kann es kommen, wenn solch wichtige Post direkt an die Redaktion geschickt wird und fortan als Vorlesebuch für Klein-Vincent herhalten muss, der beim Klang des Französischen sanft entschlummert und schon früh „Fremdsprachenkompetenzen“ erwerben soll, um im globalen Mediengeschäft dereinst ein Großmogul zu werden.

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Michael Robotham: Amnesie

In einem Krankenbett erwachen, ahnen, dass etwas Furchtbares geschehen sein muss, aber nicht wissen was – das ist die ideale Ausgangssituation für einen Thriller. „Amnesie“ von Michael Robotham verrät sein Thema schon im Titel, aber der Text selbst ist nicht frei von Überraschungen.

Inspector Vincent Ruiz ist das Maleur widerfahren, eine dramatische Spanne Zeit einfach aus dem Gedächtnis verloren zu haben. Also begibt er sich, von seinen körperlichen Blessuren noch nicht genesen, auf die Suche nach der verlorenen Zeit und ihren Geheimnissen. Alles hängt mit einem Fall zusammen, den Ruiz vor Jahren erfolglos bearbeitet hat: Die kleine Mickey verschwand spurlos, ein offensichtlich pädophiler Nachbar wurde per Indizien überführt und abgeurteilt.

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Tusse tourt

Sie ist besser als Robbie Williams, machts aber kostenlos. Sie ist jünger als Keith Richards, aber den Rhythmus kloppt sie genauso routiniert. Sie lässt sich besichtigen, ist aber kein Museum. Wer? Die Dame, der man die Meinung geigen und ein Autogramm abluxen kann. Das Objekt der Begierde, wenn man bloß ma‘ kiekn will, was dit für’ne Tusse is. Leider nur in Berlin.

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Schnitzel, Sonne und Blondinen

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Humor im Krimi kann zum Heulen sein. Zwischen der treffenden Lakonie eines Hammett / Chandler und dem Sprachwitz eines Wolf Haas tummeln sich Witzbolde jeglicher Couleur, die Kleinen-Feinen, die Brutal-Direkten, die Aufgesetzt-Blödelnden. Drei Exempel angewandten Humors möchte ich heute vorstellen: die aktuellen Krimis von Leo P.Ard, José Luis Correa und Robert B. Parker.

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So satt, so satt

habe ich dieses Scharwenzeln um Nichtigkeiten. Da laufen die klugen Hunde um die Bäume und pissen ihre Intelligenz unnütz an die toten Stämme: Handkewalsergrass, die Rechtschreibreform, irgendeine Theaterpremiere, ganz aktuell: Eva Herman. Das sind die Buzztätigkeiten träger Hirne, pardon, das sind die „Synergieeffekte“ des Geistes, die „Teamfähigkeiten“ des Verstandes. Das sind gaaaaanz schlechte Krimis.

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Die Leib- und Magen-Krimis

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Was tut man nicht alles für die Kunst. Sogar einen schwer ins Chaotische abschweifenden Magen habe ich mir zugelegt, um die Antwort auf eine der letzten offenen Fragen der Kriminalliteratur zu finden: Beeinflusst die persönliche körperliche Befindlichkeit unser Urteil über Krimis? Steigt proportional zur Magensäure unsere Sympathie für, unsere Abneigung gegen bestimmte Themen und Strickmuster? Wenn ja: warum? Wenn nein: warum nicht? Hier erste vorläufige Erkenntnisse.

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Das Wiki-Projekt

Ludger „nein, diese Arbeit!“ Menke, Internetberserker und Plattenleger, geht in die Vollen. Er plant ein Krimi-Wiki. Wassn das? Solln da drinne sein? Kann ich da mitmachen? Fragen, auf die Ludger „Auch mein Tag hat nur 72 Stunden“ Menke →hier erste Antworten gibt. Also, ihr Krimivölker dieser Welt: macht mit, reiht euch ein!

Piekes Kofferradio

Steht in Berlin irgendwo ein „herren“loser Koffer herum, dann befinden sich in ihm entweder „unkonventionelle Kriminal- und Spannungsbücher“ oder „unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtungen“. Für erstere bin ich zuständig, für letztere Pieke Biermann in ihrer neuen Kriminalreportage.

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Disher-Doppel

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Garrydisherland scheint aufgeteilt. Der Zürcher Unionsverlag kultiviert in seiner metro-Reihe die Entwicklung des Polizisten Hal Challis, Pulp Master widmet sich dem Ganoven Wyatt. Mit „Schnappschuss“ und „Port Vila Blues“ ist nun der neue Doppelpack erschienen, Gelegenheit, beide Terrains zu erkunden.
Unwegsames Gelände sind beide Fälle nicht. In „Schnappschuss“ hat es Inspector Hal Challis mit dem Mord an einer Psychologin zu tun, einer regelrechten Hinrichtung vor den Augen ihrer kleinen Tochter. Die üblichen Prozesse laufen ab, Zeugenbefragungen, Suche nach dem Tatmotiv, dass es sich bei der Ermordeten um die Schwiegertochter des Polizeichefs handelt, erschwert die Ermittlungen naturgemäß.

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Inspiration

Jetzt ist es offiziell: Beim genrekorrekten Schreiben eines auch krimiesk überzeugenden Thrillers versetzt sich → Astrid Paprotta auf makabere Weise in die adäquate Stimmung. Sie wirft hässliche Messer in ein aus Kaugummi modelliertes Männlein (Sonderanfertigung). Und trifft immer. Der fünfte Krimi ist in Arbeit – das fünfte Messer steckt schon. Ganz schön zynisch und messerverachtend.

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Kleinkrimifragen

Notbesetzung bei der heutigen Redaktionskonferenz der Krimiabteilung von Hinternet. Kollege Bernd genießt die letzten Ferientage am sonnigen Strand der Demokratischen Republik Bakterien, Nachwuchskraft Jochen „Scottsch“ König drischt seit Stunden mit Baseballschlägern auf eine von der Decke seines Büros baumelnde Rinderhälfte ein. Kleiner Kreis also. Chefredakteur Walter, auf dem Schoß Kronprinz „Zieh nicht immer am Ohr“ Vincent, dazu die bewährten Werktätigen Raphael „Oberstudiendirektor“ Wünsch und d“er“ p“ansen“ r“umort“, Schutzheiliger aller Magenblesierten. Das Thema indes ist von allergrößtem Interesse und untoppbar brisant: „Meine Herrn“ beginnt Chef Walter, „Pluto ist kein Planet mehr. Was bedeutet das für die Kriminalliteratur?“

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