Deutsche Krimis – jetzt auch spannend!

Über die Tagung der Krimiautoren-Innung SISYPHOS im romantischen Bad Wildungen haben wir → an dieser Stelle berichtet. Die dort eingesetzte Arbeitsgruppe zur Einführung von Spannung (suspense) in deutsche Krimis unter der Leitung von Eberhard „Dolchi“ Springer hat nun im Rahmen einer Pressekonferenz im romantischen Bad Bergzabern erste Ergebnisse vorgelegt. Vorläufiges Fazit: Das deutsche Krimischaffen schreitet innovativ, synergieeffizient, teamfähig und kostengünstig in die Zukunft!

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Neues in der Criminalbibliothek

Der erste Seriendetektiv der deutschsprachigen Kriminalliteratur ermittelt noch einmal in den Niederungen des Verbrechens. Das Faksimile von Auguste Groners „Der rote Merkur“ (1910) findet man ab sofort in der → „Criminalbibliothek“. Ebenso den zweiten Rundbrief mit einer Leseprobe aus Benno Bronners köstlicher Krimiparodie „Herr von Syllabus“. Alles zum Download, alles kostenlos, alles hoffentlich appetitmachend. Hier wird Krimigeschichte geschrieben. Seien Sie dabei!

Die Ignoranten

Heinrich Steinfest hat einen neuen Krimi veröffentlicht. Arne Dahl auch, Gabriele Wolff desgleichen. Und Oliver Bottini sowieso. Dass diese Krimis hier nicht rezensiert werden, hat einen simplen Grund.
Ja, wie läuft das eigentlich mit dem Rezensieren bei watching the detectives? Was wird, was wird nicht?

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Die logische Welt des Frank Heller

Frank Hellers „Marco Polos Millionen. Psychoanalytischer Kriminalroman“, 1928 erstmals veröffentlicht und im folgenden Jahr als 6. Band der „Roman-Rundschau“ neu aufgelegt, ist das Musterbeispiel eines „Schachromans“. Das Gute macht seine Züge, das Böse reagiert – oder umgekehrt. Und doch ist es, um es mit → Franz Blei zu sagen, ein Krimi „mit albernen Voraussetzungen“. Genau das macht ihn stark.

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Krimi und Uni

By the way: Für das SS 2006 ist an der Universität des Saarlandes, Fachbereich Germanistik, ein „Krimiseminar“ angesetzt. Ich verfolge die weitere Entwicklung mit Interesse und berichte gegebenenfalls darüber. Vielleicht schreib ich mich ja als Gasthörer ein…

Andreas Hoppert: Zug um Zug

Der Kriminalroman als Schachaufgabe: Vorbereitung – Eröffnung – Mittelspiel – Endspiel. Akkurat nach diesem Muster hat Andreas Hoppert seinen neuen Krimi „Zug um Zug“ aufgebaut, einen „Gerichtsthriller vom Allerfeinsten“, wie der Klappentext klappert und tollkühn hinzufügt: „die deutsche Antwort auf Grisham“. Naja. Ein gelungener Krimi aus dem Gerichtsmilieu – das reicht doch auch, oder?

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Krimikritik 1929

Der Literat Franz Blei, 1871 wohlhabend in Wien geboren, 1942 im Armenhospital von Westbury / New York gestorben, war ein rühriger Mensch. Er dichtete, er gründete Literaturzeitschriften, er förderte die Talente (Musil, Kafka, Robert Walser), er entdeckte die Vergessenen (ETA Hoffmann, Karl Philipp Moritz) neu. Und er schrieb „Zu Kriminalromanen“. So lautet der Titel jener kleinen Abhandlung in der Nr. 6 der „Roman-Rundschau“ von 1929.

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Schlussfolgerung

„Daß die Menschheit die Macht hat, zu strafen, das ist die Ursache jeder geistigen Rückständigkeit. Gäb‘ es keine Strafen, so hätte man längst schon Mittel gefunden, Verbrechen unmöglich, überflüssig und aussichtslos zu machen. Wie weit wären wir in allem, wenn wir Galgen und Kerker nicht hätten! Wir hätten Häuser, die nicht Feuer fangen, und es gäbe keine Brandstifter. Wir hätten keine Waffen mehr, und es gäbe keine Meuchelmörder. Jeder hätte, was er braucht und was er sich ersehnt, und es gäbe keine Diebe. Manchmal kommt mir der Gedanke: Wie gut es ist, daß Krankheit kein Verbrechen ist. Sonst hätten wir keine Ärzte, nur Richter.“

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Kollegenkritik

Aus unserer beliebten Reihe „Blinde beklagen die Farblosigkeit der Welt“:

„Sowas wird heutzutage im Hardcover auf den Markt geworfen, der Autor sei ja schließlich der deutsche Mankell, verkündet der Verlag. Klar, dessen Schund verkauft sich ja auch ganz prima.“ (Eintrag vom 11.April).

Schon richtig. Was da so alles schund- und hardcovermäßig auf den Markt geworfen wird… → Hier weiß eine, von was sie spricht.

Unperson

Medienmogul Alfred „Silvio“ Miersch („Alligatorpapiere“, NordPark Verlag u.v.a.), besonderes Kennzeichen: trinkt seinen täglichen Champagner bevorzugt aus Autorenschädeln, hat zurückgeschlagen. Erbost über meine knallharte → Enthüllungsstory setzt er alle Hebel in Bewegung, mich zur Unperson zu erklären und aus dem kollektiven Gedächtnis der deutschen Krimibesserleser zu streichen (danke für die Formulierung, → Astrid!). Hier der Beweis:

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Geschichte einer Nichtrezension

I
Das Päckchen erreichte mich an einem regnerischen Morgen. Es enthielt zwei Bücher – beide identischen Inhalts, das eine gebunden, das andere broschiert – und einen kurzen Brief: „Hallo! Wir freuen uns, Ihnen als NordPark-Powerrezensent den von Axel Bußmer herausgegebenen Band → „Lawrence Block – Werkschau eines New Yorker Autors“ überreichen zu dürfen, und zwar in zwei Ausführungen.“ Das sah ich selbst. Weiter hieß es: „Um baldige Besprechung wird gebeten. Sonst werden wir ungemütlich.“ Den letzten Satz hielt ich für einen Scherz.

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Das Krimigedicht

Dass der Geheime Rat Goethe seiner Zeit voraus war, wissen Sie natürlich. Dass er auch auf dem Gebiet der Kriminalliteratur hochmodern ist, mag Ihnen neu sein. Aber was, bitte schön, ist Goethes Ballade „Der Erlkönig“ anderes als ein Kinderschinder-Gedicht, ja, da der Bursche wohl notorisch Spätdurchnachtundwind-Reitende mordete, gar eine Serienkiller-Ballade?

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