Autechre: Draft 7.30

Gottverdammt. Was für eine Platte. Ich kann es nicht glauben. Es ist atemberaubend. Für Jahre waren mir Autechre suspekt, ich konnte ihren Sound nicht nachvollziehen. Jetzt aber habe ich mir dieses Album aufgezwungen und irgendwann hat es Click gemacht. Hier sitzt kein Teil auf dem anderen. Der Rhythmus ist verquer und nie durchgehend. Der Kopf hört mit.

(7 Fritten)

Autechre: Draft 7.30
(Warp/Zomba)

Miles: Don’t Let The Cold In

Ü ber die letzten Jahre hinweg hatten Miles kontinuierlich daran gearbeitet, aus dem Gros der deutschen Bands hervorzustechen. Ihr nunmehr viertes Album „Don’t Let The Cold In“ untermauert das Streben nach Anerkennung. Miles sind reif – reif für die Popohren und reif für die Insel. Nur wenig bezieht sich auf Musik aus Übersee. Lediglich bei „Give It Away“: Hier rocken sie fast schon in Nirvana-Tradition drauflos. Das war es dann auch schon mit der US-Musik. Danach und davor ziehen Miles ganz andere Seiten auf.

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Doubledrive: Blue In The Face

Eigentlich glaubten Sänger Donnie Hamby, Gitarrist Troy McLawhorn, Bassist Josh Sattler und Schlagzeuger Mike Froedge, es 1999 geschafft zu haben. Ihr Debütalbum „1000 Yard Stare“ war auf den Markt und sie waren mit Kid Rock auf US-Tour. Die Vier dachten, dem Erfolg und dem Durchbruch greifbar nah zu sein. Ein Trugschluss. Der Vertrag mit der Plattenfirma lief aus, die Band tauchte im Nichts ab.

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Hard-Ons: Very Exciting

Ob es an der Jahreszeit liegt? Oder an was gänzlich anderem? Erstaunlich ist, dass immer mehr Bands wieder aus der Gruft emporsteigen und sich reformieren. Der Drang, wieder im Mittelpunkt zu stehen, scheint stärker denn je. Da hätten wir Turbonegro, die Buzzcocks und jetzt auch die Hard Ons. Besonders die Punkrockbands scheinen vom Reunion-Virus infiziert zu sein. Im Januar schon hatten die drei Australier die Foo Fighters auf deren Tour durch Down Under begleitet. Jetzt folgt der globale Nachschlag in Form des Comeback-Albums „Very Exciting“.

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Jah Wobble: Fly

Jah Wobble ist auf einem Trip hängen geblieben. Seine Reise führt ihn durch erträglichen Jazz jenseits der freakigen Improvisation weiter durch die flauschigen Wiesen des TripHop über einige Hügel Drum’n’Bass bis hin zu Trance-mäßigen Elektro. Den Ex-Bassisten von Public Image Limited, kurz auch PIL genannt, hätte es schlimmer erwischen können.

(6 Fritten)

Jah Wobble: Fly
(30 Hertz Rec./Soulfood)

Buzzcocks: Buzzcocks

Völlig unerwartet trudelte vor einigen Wochen diese CD ein. Buzzcocks? Die Buzzcocks? Man wollte es nicht für möglich halten, dass die 77er-Punk-Heroen zu ihren Wurzeln zurückgekehrt sind. Schließlich hatten sie sich zwischenzeitlich dem Punk abgewandt und dem Pop zugewandt. Nach ihrem Auseinanderbrechen hatte zum Beispiel Steve Diggle ganz anderes im Sinn und experimentierte solo mit Computer-Sounds.

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IR8 vs. Sexoturica: Split

Wieder ist Jason Newstedt am Werk. Dieses Mal mit Tom Hunting (Exodus), Andreas Kisser (Sepultura) und Devin Townsend (Strapping Young Lad). Aus dem Oktober ’94 stammt das Projekt IR8 (mit Townsend und Hunting). In sechs Tagen entstanden drei Songs, die verdammt böse und leider auch einfältig klingen. Thrash Metal kann dabei so aufregend sein. Besser sind die drei Lieder von Sexoturica. Newstedt, Hunting und Kisser gaben sich im März 1995 die Punk/Thrash Metal-Kante.

(5 Fritten)

IR8 vs. Sexoturica: Split
(Surfdog/SMIS)

Moloko: Statues

Hossa, Moloko haben es ja doch noch drauf. Das beziehungstechnisch getrennte, musikalisch nach wie vor vereinte Pärchen liefert mit „Statues“ ein sehr starkes Album ab. Der alte Vibe von Moloko wurde abermals zum Leben erweckt. Die Songs sind spannungsgeladen und laden einen zum Tanzen und Mitwippen ein. Das hier ist großes Soundkino. Da fegen die Streicher durch das grandiose wie schräge „Familiar Feeling“ und wecken eben dieses. Man kennt, was man da hört. Ist eindeutig Moloko. Aber zugleich eine moderne Variante ihres typischen Klangbildes.

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Genocide Superstars: Superstar Destroyer

Was uns das Label als Metal verkaufen will, ist präziser formuliert eine Hardcore-Variante von Motörhead. Mit unmenschlicher Geschwindigkeit fegen die Genocide Superstars (geschmackloser Name übrigens!) durch 14 Songs und spielen sich dabei um Sinn und Verstand. Headbangen kann man bei diesem Tempo echt vergessen.

(7 Fritten)

Genocide Superstars: Superstar Destroyer
(Relpse/SPV)

The Donnas: Spend The Night


Wer würde nicht gerne eine Nacht mit den Schönheiten von den Donnas verbringen. Ob das ein Zuckerschlecken werden würde, bleibt wohl ein Geheimnis. Donna A., Donna R., Donna F. und Donna C. schlüpfen im Booklet ihrer neuen CD in die Rolle schüchterner Teenager im 80er Look. Dabei haben sie es faustdick hinter den Ohren und können sich sicher sein, in einer der besten All Girl-Punkrock-Bands zu spielen. Wobei Punkrock mitunter durch australischen Rock der Marke AC/DC ersetzt wird. Hauptsache ist, es klingt dreckig und verrucht. Solange die Songs in diesem Rahmen bleiben, sind die Donnas glücklich.

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Ms. Jade: Girl Interrupted

Neue Stars sind an jeder Ecke zu finden. Doch nur bei ganz wenigen spürt man gleich, dass sie das Zeug zu mehr haben. Das dachte sich bestimmt auch Timbaland als er Ms. Jade kennen lernte. Ms. Jade stammt aus Philadelphia und hat damit einen engen Bezug zu einer der kreativsten HipHop-Städte der USA. Künstler wie Bahamadia, Grand Agent, Eve, Vikter Duplaix, Jill Scott und natürlich The Roots stammen aus selbiger Stadt.

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