International Pony: We Love Music

Die Zukunft von Fischmob steht weiterhin in den Sternen. DJ Koze und Cosmic DJ haben sich in der Zwischenzeit mit Erobique zusammengetan und das Projekt International Pony aus der Taufe gehoben. Bei ihrem Debütalbum „We Love Music“ ist der Name Programm. Die Freude am Kreieren von Sounds ist jedem Stück anzuhören. Der trockene norddeutsche Humor, zum Teil wohl vom Verzehr holländischen Grases beeinflusst, ist dem von Fischmob ähnlich.

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J Mascis & The Fog: Free So Free

Der einstige Frontmann der Indie- und Alternative Rock-Band Dinosaur Jr. kehrt mit seinem dritten Studioalbum zurück. Auf Solopfaden scheint er sich wohl zu fühlen und alle künstlerischen Freiheiten zu genießen. Das ist ihm anscheinend sehr wichtig, zieht man den Albumtitel („Free So Free“) und aktuelle Songtitel wie „Freedom“, „Set Us Free“ und „Free So Free“ in Betracht.

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Black & Proud Vol. 1 & 2

Es waren die Olympischen Sommerspiele in Mexiko City, 1968. Die afroamerikanischen 200 Meter-Läufer Tommie Smith, Sieger des Rennens, und John Carlos (Bronze) reckten auf dem Siegerpodest je eine mit schwarzem Lederhandschuh geschmückte Faust in die Luft. Smith die Rechte, als Symbol für die Macht der Schwarzen; Carlos die Linke, als Zeichen für Einheit. Die Öffentlichkeit war empört. Die Anhänger der Black Panther Party For Self-Defence mussten wohl eher schmunzeln. Besagte Organisation verstand sich als Partei der Schwarzen, mit dem Auftrag, gegen den Terror der Polizei vorzugehen. Sie trat teilweise äußerst aggressiv und gewaltbereit auf. Andererseits unterstützte sie im gleichen Maße soziale Projekte. Gegründet 1966 von Bobby Seale und Huey Newton, war sie Anfang der 70er auf Veranlassung von Edgar J. Hoover fast völlig zerschlagen worden. Viele ihrer Anführer wurden entweder ermordet oder eingesperrt. Die, die entkamen, ließen sich in Kuba nieder.

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The Transporter OST

Die Musik, die vom Film „The Transporter“ inspiriert ist (also nicht unbedingt im Film zu hören sein wird), deckt so ziemlich das komplette Spektrum der schwarzen Musik ab. Butterweicher Soul, der in der Sonne zergeht, dargeboten von Keith Swert, Lola Troy und Lade Rac („One On One“). Peppiger HipHop von Missy Elliots Entdeckung Tweet („Boogie 2nite“), von Angie Martinez („If I Could Go“) und der Meisterin Elliott höchstpersönlich („Scream Aka Itchin“). Schmuse-Gangsta-R’n’B von Nate Dogg in Form des Hits „I Got Love“. Party-HipHop von DJ Pone und Brixxxé („Fightin Man“) und Knoc-Turn’al („Muzik“).

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Interpol: Turn On The Bright Lights

Sie werden bereits gefeiert und zu den derzeit interessantesten Newcomern aus New York gezählt. Wer in den letzten Monaten gut aufgepasst hat, der wird wissen, dass Interpol letztes Jahr eine EP über das schottische Indielabel Chemikal Underground veröffentlicht haben. Diese legte den Grundstein für erfolgreiche Vertragsverhandlungen mit Matador (USA, Großbritannien) beziehungsweise Labels (Rest Europas). Auf dem Weg zum Studio angelten sich Interpol Peter Kadis (Mercury Rev) und Gareth Jones (Depeche Mode, Nick Cave) für die Produktion ihres Debütalbums und spielten unter deren Regie spannende und atmosphärisch-dichte Songs ein, die mal Indierock, mal Wave, mal Postrock sind.

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Fear Factory: Concrete

Nein, „Concrete“ ist kein neues Album von Fear Factory. Ja, sie haben recht: Die Band hat sich nach dem Ausstieg von Sänger Burton C. Bell aufgelöst. Was nun hinter „Concrete“ steckt? Nun, es handelt sich um ein verschollenes Debütalbum, könnte man sagen. Noch bevor sie bei Roadrunner einen Vertrag unterschrieben und damit ihren Industrial/Metal-Siegeszug antraten, hatten sie diese Songs mit Produzent Ross Robinson aufgenommen. Veröffentlicht wurden sie jedoch nie – nicht offiziell und nie als Bootleg.

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San Dimas: Drowning

Sie tourten bis dato mit solch unterschiedlichen Acts wie Subway To Sally und Motörhead oder eröffneten für Bon Jovi, Billy Idol, Saxon oder Kreator. Dabei haben sie sich einer ganz anderen Musikrichtung verschrieben: Nu Metal. Verrückt, nicht wahr? Die vier Schweizer, die sich früher Mud Slick nannten (von 1993 bis circa 2000), dann aber den Namen einer kalifornischen Stadt vorzogen, versuchen, dem Genre Neues abzugewinnen.

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Jason Loewenstein: At Sixes And Sevens

Unter dem Bandnamen Sparkalepsy hätte dieses Albums erscheinen sollen. Doch darauf hatte Jason Loewenstein keine Lust. Er zog es vor, nicht mit einer Band aufzutreten und lieber einen Soloversuch zu starten. Ende 1989 stieg Loewenstein auf Geheiß von Eric Gaffney bei Sebadoh ein. Dort blieb er – im Gegensatz zu Gaffney – bis zum bitteren Ende, das vor einigen Monaten kam.

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Glassjaw: Worship & Tribute

Ross Robinson schlägt mal wieder zu. Natürlich als Produzent harter Töne. Dieses Mal auf dem Regie-Stuhl während der Studiosessions von Glassjaw. Das Quintett aus Long Island ist weit davon entfernt, in das typische Robinson-Soundschema zu passen. Die Band kommt aus dem Hardcore-Sektor und keineswegs aus dem Nu Metal-Bereich. Eher noch haben die Jungs ein paar Emo-Brocken geschluckt, so dass zwischen all der urgewaltigen Mosh-Musik ein Raum für ruhige Töne geblieben ist.

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All Boro Kings: Just For The Fun Of It

Just for the fun of it. Der Titel sagt schon alles über dieses Album. Lasst uns vergessen, dass in den letzten Jahren klassischer Crossover, also die Melange aus Hardcore und Metal mit Hüpfanteilen, keinen mehr richtig interessiert hatte. Lasst uns statt dessen lieber die Musik der einstigen Szenegrößen Mucky Pup, Scatterbrain, Murphy’s Law und Dog Eat Dog neu erleben. Man muss sich schließlich nicht an alle ehernen Gesetze des Business halten und darf getrost einsam gegen den Strom schwimmen. Sprich: Zurück zu den Wurzeln, zu dem, was seinerzeit den Nährboden für heutige Nu Metal-Acts spendete.

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Slam: Alien Radio Remixed

Das atemberaubende Slam-Album „Alien Radio“ erfuhr eine Überarbeitung seitens namhafter Elektro-Künstler. Silicone Soul, Two Lone Swordsmen, Carl Cox, Unkle und Slam themselves machen sich über einige der Album-Tracks her, die uns vor einigen Monaten schon in die House-Schlappen stiegen ließen. Nun darf man den Tanz zu remixten House genießen.

(8 Fritten)

Slam: Alien Radio Remixed
(Soma/Zomba)

Nightmares On Wax: Mind Elevation

Ich sage es wirklich nicht gerne, komme aber nicht umhin, es zu tun. Nightmares On Wax haben an ihrer bis dato allseits be- und anerkannten Brillanz verloren. „Mind Elevation“ ist nicht das von der ersten bis zur letzten Sekunde fesselnde Album geworden, da sich manch einer erträumt hatte. Es fehlt etwas. Der geniale Moment zum Beispiel, in dem man als Hörer felsenfest davon überzeugt ist und denkt: Das ist es. Der fehlt.

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New Found Glory: Sticks & Stones

Bedenkt man, dass New Found Glory unter anderem aus der Hardcore-Band Shai Hulud hervorgegangen ist, muss man sich schon wundern, welchen Weg die Band mittlerweile eingeschlagen hat. Vom Hardcore ist nichts mehr übrig geblieben. Statt dessen widmet sich das Quintett aus Florida melodiösem Punkrock wie er auch von Blink 182, Millencolin, Sum 41 und Konsorten feilgeboten wird.

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Johnny Dowd: The Pawnbroker’s Wife

Johnny Dowd, Möbelpacker und Songschreiber, hat eine ganz besondere Religion: Rock’n’Roll. „The Pawnbroker’s Wife“ klingt verrucht, dreckig, roh und unheimlich. Sie dürfte insbesondere Fans von Beasts Of Bourbon gefallen. Die Reise ins Dunkel der Seele endet mit „Sleeping In The Grass“, geschrieben von Lee Hazelwood.

(7 Fritten)

Johnny Dowd: The Pawnbroker's Wife
Glitterhouse/Indigo

Crooked – The Original Score

HipHop mal ganz anders: Underground, non-commercial, deep, technisch höchst anspruchsvoll, vertrackt, furztrocken, mit viel Kopf (manchmal zu viel), nah am Rande zu anderen Gewässern, die man am ehesten mit Elektro in Verbindung bringen würde. Und dann ist besagte Scheibe sogar noch ein Soundtrack. Oder, The Original Score, wie es im Kaugummi-Englisch heißt. Nicht zu verwechseln mit dem Album „Crooked: The Movie & Soundtrack“. Das war zwar die gleiche Baustelle, doch unter der Aufsicht eines anderen Architekten.

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Modaji: Pre-Sets

Die Gesetze der Bewegung müssen nicht unbedingt neu definiert werden. Wer einmal ein Ohr in das Album von Modaji riskiert, der wird allerdings kaum noch stillhalten können. Man könnte an dieser Stelle viele abgelatschte Klischees aus der Mottenkiste kramen und von heißen Rhythmen und südamerikanischem Flair sprechen. Wenn es ganz hart käme, fallen wahrscheinlich gar Metaphern wie „nicht unähnlich der Barcadi- oder Bounty-Werbung“. Igitt.

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