Wir befinden uns im Lande der halluzinogenen Pilze und des Psychedelischen. „Berlins Psychedelic Rockband Nr. 1“ (O-Ton Bandinfo) hat mit „State Of Mind“ einen knackigen Opener geschrieben, der vielversprechend ist. „Waste“ bricht allerdings mit den Erwartungen. Statt flottem „stoned Rock“, wird jetzt die Hammond-Orgel ausgepackt und hippiesker Drogenrock vorgezogen. Der dritte Song beginnt wie von Dave Wyndorf (Monster Magnet) geschrieben, verliert sich aber in erst funkige, dann psychedelische Gitarrenakkorde.
WeiterlesenAutor: Kai Florian Becker
Silkworm: Italian Platinum
Sie haben den Boom in Seattle überlebt und sich gar ins neue Jahrtausend gerettet. Allerdings sind sie nicht mehr bei Matador und auch nicht bei Touch & Go unter Vertrag, sondern bei dem noch eher unbekannten Label 12XU (zumindest in Europa). Silkworm, das sind vor allem mal Gitarrist Andy Cohen und Bassist Tim Midgett, die sich die Credits teilen. Auf „Italian Platinum“, ihrem nunmehr achten Werk, helfen zudem Kelly Hogan (The Pin Valley Cosmonauts) und Matt Kadane (The New Year) aus. Ihr Backgroundgesang und Keyboardspiel versteckt sich hinter den verqueren Songideen von Cohen und Midgett.
WeiterlesenGuided By Voices: Universal Truths And Cycles
Was ist Wahrheit? Läuft das Leben in Zyklen ab? Passieren wir öfters uns schon bekannte Punkte? Was Guided By Voices betrifft, heißt die Antwort: Ja. Sie hatten sich vor Jahren von Matador getrennt, um nach einiger Zeit bei TVT wieder zu besagtem US-Indie zurückzukehren.
WeiterlesenVincent Gallo: Recordings Of Music For Film
Zu Vincent Gallo braucht man nicht mehr viel zu sagen. Er ist ein Exot, der sich wenig um Business-Regeln kümmert. Für sein beeindruckendes Debüt „When“ gab er nur Interviews, wenn die Magazine garantierten, dass er aufs Cover kommt. In Deutschland war die Spex bereit, dem nicht unumstrittenen Mann ein Forum zu bieten. Jetzt läutet Gallo die zweite Runde ein.
WeiterlesenTrans-Am: AT
Major Tom? Depeche Mode? The Cure? Kraftwerk? Yes? Queen? Was ist denn im Hause Trans Am los? Früher ein Garant für Noise, dann mit Elektro angebändelt und jetzt in den Achtzigern gelandet. Sie überraschen einen immer wieder. „Cold War“, „Molecules“ und „Run With Me“ geben Anlass für kleinere Irritationen.
WeiterlesenZe Malibu Kids: Sound It Out
So anormal der Name der Band ist, so unkommerziell und abgefahren ist ihre Musik. Nach dem Aus von Redd Kross haben die Brüder Jeff und Steven McDonald mit Ze Malibu Kids ein neues Zuhause für ihre verrückten Ideen gefunden. Dies ist wirklich mal eine Platte, die sich in keine Schublade zwängen lässt.
WeiterlesenDischarge: Discharge
Bitte tief Luft holen, bevor sie den Startknopf ihres CD-Players drücken. Denn eine Verschnaufpause wird ihnen während der nächsten 13 Songs (inklusiver zweier Remixe) keine gegönnt. Die Punk-Legende Discharge ist zurück. Was wie aus einem Märchen klingt, ist wahr. Sänger Cal Morris und Bassist Rainy Wainwright, die bis dato noch jeden Line-up-Wechsel der Band überlebt haben, konnten die Original-Besetzung reanimieren, um jedem Jung-Punk zu zeigen, wie roher Ur-Punk auch im neuen Jahrtausend noch klingen kann.
WeiterlesenFaultine: Your Love Means Everything
Schon die ersten Töne lassen erahnen, dass es Faultine alias David Kosten ernst meint. Ihm steht der Sinn nicht nach feiern, sondern nach dem Verarbeiten von Trauer. Schwer beladen und bedrückend sind die ersten Takte des Openers „Your Love Means Everything“. Sigur Rós lassen grüßen.
Weiterlesen35007: Liquid
Es gab einige Bands, die haben vorgemacht dass es funktioniert, auf Gesang zu verzichten. 35007 wollen es auch probieren und haben auf ihr Vier-Song-Album „Liquid“ Vokales außen vor gelassen. Sie fragen sich bestimmt, ob ich mich verzählt habe? Nee, habe ich nicht. Vier Songs ergeben 39 Minuten und somit das Album „Liquid“, zugleich Soundtrack zum gleichnamigen Film.
WeiterlesenZombie Joe: Vegas
Zugegeben: Es ist ungewöhnlich, dass eine Alternative Metal-Band mit deutschen Texten ihr Glück versucht. Aber warum nicht, Herrschaften? Es gibt kein Regelbuch, das besagt, es müsse in Englisch gesungen werden. Das dachten sich wohl auch Zombie Joe und fütterten ihre düsteren lyrischen Visionen mit ebensolcher Musik. Ein fieser eigenwilliger Bastard ist der sächsischen Band gelungen, der noch am ehesten mit einer wilden Mischung aus Tool, Thumb und Korn zu vergleichen ist.
WeiterlesenRadar Brothers: And The Surrounding Mountains
Auf in die Berge! Sattelt die Pferde und reitet zu den Endlose-Weiten-Melodien der Radar Brothers der seelischen Erfüllung in der Natur entgegen. In epischer Breite schweben zwölf Songs aus der Feder es Oberbruders Jim Putnam auf uns zu. Sie sind erhaben, epochal und – so wurde es im Info der Plattenfirma ganz richtig notiert – majestätisch.
WeiterlesenCoheed And Cambria: The Second Stage Turbine Blade
Das Kölner Label Defiance Records hat vom US-Hardcore/Emo-Label Equal Vision das Album der nicht mehr ganz neuen Band Coheed And Cambria lizenziert. Wer jetzt glaubt, hier abwinken zu müssen, weil die x-te Emo-Band auf den Plan tritt, der täuscht sich gewaltig. Coheed And Cambria sind in vielerlei Hinsicht anders. Oberflächlich mag man an Emo denken, beschäftigt man sich intensiver mit der Materie, entdeckt man melodischen bis komplexen Prog-Metal als Nebengewächs. Man stelle sich eine Mischung aus Into Another, Further Seems Forever und Rush vor. Irre, oder?
WeiterlesenNate Dogg: Music & Me
Der Titel des neuen Nate Dogg-Albums klingt irgendwie religiös, nachdenklich und andächtig. Es scheint, als würde er sich vom Gangster-Image distanzieren wollen. Zumindest in textlicher Hinsicht trifft das zu. Musikalisch ist der G-Funk weiterhin dominierend. Nate Dogg alias Nathaniel Hale war früher Stammgast auf Alben von Dr. Dre, Warren G, Snoop Dogg, 2 Pac, Kurupt … eine endlose Liste an Hits, an denen er mitgewirkt hat. Jetzt darf er sich auch solo beweisen.
WeiterlesenChokebore: It’s A Miracle

1998 erschien „Black Black“, das letzte Studioalbum von Chokebore. Nach einer ausgedehnten Tournee igelte sich die Band, um neue Kraft zu schöpfen und einen Ersatz für Schlagzeuger Mike Featherstone zu finden. Christian Madrigal Izzo kehrte spontan in den Schoß seiner ehemaligen Bandmitglieder zurück. Es folgten eine Single und eine EP, ehe man sich an das fünfte Album ran traute.
WeiterlesenDillinger Four: Situationist Comedy
Im Lager von Fat Wreck ist man stolz und etwas aufgeregt, dass man den ersten Dillinger Four-Release auf dem Label präsentieren darf. Die Band verließ nämlich für ihr drittes Album ihren bisherigen Heimathafen Hopeless Records. Dass sie es seit ihrer Gründung 1994 erst zu drei Alben gepackt haben, ist nicht unbedingt rühmlich.
WeiterlesenKotipelto: Coldness
Schwerfälliger bis flotter Power Metal, dem ein wenig mehr Tempowechsel gut getan hätten. Timo Kotipelto hat das Album mit Musikern von Symphony X, Children Of Bodom und Tunnelvision eingespielt. Manche Keyboard-Eskapaden hätte sich Janne Wirman von Children Of Bodom wie von Warmen sparen können.
(5 Fritten)
Kotipelto: Coldness
(Century Media/SPV)
Regency Buck: Incoming
Sie kommen aus Glasgow und zu ihren Einflüssen zählen sie Depeche Mode, The KLF und Black Sabbath. Welch bizarre Mischung. Das muss ihnen erst einmal jemand nachmachen. Noch bevor sie ein Album auf den Markt bringen konnten, wurden sie von zehn US-Major-Firmen gejagt.
WeiterlesenMaria Solheim: Behind Closed Doors
Süßes Gesicht, verschmitztes Lächeln. Wie sie so dasteht mit ihrer roten Handtasche älteren Datums? Warum sie wohl Knöpfe sammelt? Will sie nähen? Hat sie einen Tick? Was sie wohl hinter den verschlossenen sonst noch treibt? Wer weiß. Was wir wissen ist, dass sie eine tolle Stimme hat. Irgendwo zwischen Björk und Tori Amos. Macht sie sympathisch. Alles macht sie eigentlich sympathisch. Nicht weil der Rezensent männlichen Geschlechts ist. Es ist ihre Ausstrahlung, ihre Musik, ihre Aura.
WeiterlesenWohlstandskinder: Baby, Blau!
Infantiler Punkrock, wie er mir so gar nicht gefallen möchte. Schallala und trallala und wenn es sein muss, dann gibt es plötzlich Betroffenheitstexte. Nö, lasst mal gut sein, rockt nur weiter, aber ohne mich.
(2 Fritten)
Wohlstandskinder: Baby, Blau! Vitaminpillen Records/Zomba (VÖ. 21.05.)
Rachel Stamp: Oceans Of Venus
Schriftzug und Cover-Gestaltung lassen auf eine Progressive Rock-Band schließen – wären da nicht die böse dreinschauenden Gesichter der Musiker. Die verraten durch ihre Kajal-Schminke, dass in der Verpackung hippe Musik stecken muss. Bingo! Marylin Manson trifft die Backyard Babies. Oder so ähnlich. Not too bad!
(6 Fritten)
Rachel Stamp: Oceans Of Venus
(Pure Stirling/Sony Music)
