Liquid Visions: Hypnotized

Wir befinden uns im Lande der halluzinogenen Pilze und des Psychedelischen. „Berlins Psychedelic Rockband Nr. 1“ (O-Ton Bandinfo) hat mit „State Of Mind“ einen knackigen Opener geschrieben, der vielversprechend ist. „Waste“ bricht allerdings mit den Erwartungen. Statt flottem „stoned Rock“, wird jetzt die Hammond-Orgel ausgepackt und hippiesker Drogenrock vorgezogen. Der dritte Song beginnt wie von Dave Wyndorf (Monster Magnet) geschrieben, verliert sich aber in erst funkige, dann psychedelische Gitarrenakkorde.

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Silkworm: Italian Platinum

Sie haben den Boom in Seattle überlebt und sich gar ins neue Jahrtausend gerettet. Allerdings sind sie nicht mehr bei Matador und auch nicht bei Touch & Go unter Vertrag, sondern bei dem noch eher unbekannten Label 12XU (zumindest in Europa). Silkworm, das sind vor allem mal Gitarrist Andy Cohen und Bassist Tim Midgett, die sich die Credits teilen. Auf „Italian Platinum“, ihrem nunmehr achten Werk, helfen zudem Kelly Hogan (The Pin Valley Cosmonauts) und Matt Kadane (The New Year) aus. Ihr Backgroundgesang und Keyboardspiel versteckt sich hinter den verqueren Songideen von Cohen und Midgett.

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Discharge: Discharge

Bitte tief Luft holen, bevor sie den Startknopf ihres CD-Players drücken. Denn eine Verschnaufpause wird ihnen während der nächsten 13 Songs (inklusiver zweier Remixe) keine gegönnt. Die Punk-Legende Discharge ist zurück. Was wie aus einem Märchen klingt, ist wahr. Sänger Cal Morris und Bassist Rainy Wainwright, die bis dato noch jeden Line-up-Wechsel der Band überlebt haben, konnten die Original-Besetzung reanimieren, um jedem Jung-Punk zu zeigen, wie roher Ur-Punk auch im neuen Jahrtausend noch klingen kann.

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35007: Liquid

Es gab einige Bands, die haben vorgemacht dass es funktioniert, auf Gesang zu verzichten. 35007 wollen es auch probieren und haben auf ihr Vier-Song-Album „Liquid“ Vokales außen vor gelassen. Sie fragen sich bestimmt, ob ich mich verzählt habe? Nee, habe ich nicht. Vier Songs ergeben 39 Minuten und somit das Album „Liquid“, zugleich Soundtrack zum gleichnamigen Film.

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Zombie Joe: Vegas

Zugegeben: Es ist ungewöhnlich, dass eine Alternative Metal-Band mit deutschen Texten ihr Glück versucht. Aber warum nicht, Herrschaften? Es gibt kein Regelbuch, das besagt, es müsse in Englisch gesungen werden. Das dachten sich wohl auch Zombie Joe und fütterten ihre düsteren lyrischen Visionen mit ebensolcher Musik. Ein fieser eigenwilliger Bastard ist der sächsischen Band gelungen, der noch am ehesten mit einer wilden Mischung aus Tool, Thumb und Korn zu vergleichen ist.

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Coheed And Cambria: The Second Stage Turbine Blade

Das Kölner Label Defiance Records hat vom US-Hardcore/Emo-Label Equal Vision das Album der nicht mehr ganz neuen Band Coheed And Cambria lizenziert. Wer jetzt glaubt, hier abwinken zu müssen, weil die x-te Emo-Band auf den Plan tritt, der täuscht sich gewaltig. Coheed And Cambria sind in vielerlei Hinsicht anders. Oberflächlich mag man an Emo denken, beschäftigt man sich intensiver mit der Materie, entdeckt man melodischen bis komplexen Prog-Metal als Nebengewächs. Man stelle sich eine Mischung aus Into Another, Further Seems Forever und Rush vor. Irre, oder?

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Nate Dogg: Music & Me

Der Titel des neuen Nate Dogg-Albums klingt irgendwie religiös, nachdenklich und andächtig. Es scheint, als würde er sich vom Gangster-Image distanzieren wollen. Zumindest in textlicher Hinsicht trifft das zu. Musikalisch ist der G-Funk weiterhin dominierend. Nate Dogg alias Nathaniel Hale war früher Stammgast auf Alben von Dr. Dre, Warren G, Snoop Dogg, 2 Pac, Kurupt … eine endlose Liste an Hits, an denen er mitgewirkt hat. Jetzt darf er sich auch solo beweisen.

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Chokebore: It’s A Miracle

1998 erschien „Black Black“, das letzte Studioalbum von Chokebore. Nach einer ausgedehnten Tournee igelte sich die Band, um neue Kraft zu schöpfen und einen Ersatz für Schlagzeuger Mike Featherstone zu finden. Christian Madrigal Izzo kehrte spontan in den Schoß seiner ehemaligen Bandmitglieder zurück. Es folgten eine Single und eine EP, ehe man sich an das fünfte Album ran traute.

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Kotipelto: Coldness

Schwerfälliger bis flotter Power Metal, dem ein wenig mehr Tempowechsel gut getan hätten. Timo Kotipelto hat das Album mit Musikern von Symphony X, Children Of Bodom und Tunnelvision eingespielt. Manche Keyboard-Eskapaden hätte sich Janne Wirman von Children Of Bodom wie von Warmen sparen können.

(5 Fritten)

Kotipelto: Coldness
(Century Media/SPV)

Maria Solheim: Behind Closed Doors

Süßes Gesicht, verschmitztes Lächeln. Wie sie so dasteht mit ihrer roten Handtasche älteren Datums? Warum sie wohl Knöpfe sammelt? Will sie nähen? Hat sie einen Tick? Was sie wohl hinter den verschlossenen sonst noch treibt? Wer weiß. Was wir wissen ist, dass sie eine tolle Stimme hat. Irgendwo zwischen Björk und Tori Amos. Macht sie sympathisch. Alles macht sie eigentlich sympathisch. Nicht weil der Rezensent männlichen Geschlechts ist. Es ist ihre Ausstrahlung, ihre Musik, ihre Aura.

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