Libertines: Up The Bracket

Extrem heftig sollen sie es auf Tour treiben, denn just kündigte ihr erfahrener Tourmanager. Er hatte die Schnauze voll von den Exzessen der Musiker. Frauen, Alkohol und Drogen – wie immer eben. Der aktuelle Über-Hype aus Großbritannien nennt sich The Libertines und könnte als Übersee-Gegenstück zu den Strokes durchgehen. So zumindest der erste Eindruck des Debüts („Vertigo“, „Death On The Stairs“).

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La Sega Del Canto: Das Kekkonen

J.J. Calo, Y. Sauros und M. Hulkkit, Finnen mit Vorliebe für absonderliche Singer/Songwriter, legen ein skurriles Album vor, das mal todtraurig klingt („Berceuse“), mal zum Schmunzeln anregt („Oravanpesä“, „Onnelliset“). Mal auch nur irritierend („Kekkonen“). Selbst den Mariachi-Sound beherrschen sie. Alles mit Hilfe von Harmonium, (Akustik-)Gitarren, Blockflöte und Säge; das macht seltsame Klangbilder, wie man sie wohl nur an dunklen Abenden in Finnland erschaffen kann.

(7 Fritten)

La Sega Del Canto: Das Kekkonen
(Humppa/Tug Rec/Indigo)

Bombshell Rocks: From Here And On

Die Streetpunker aus dem Hause Bombshell Rocks sind zurück. Richard Andersson, der auf dem Debüt „Street Art Gallery“ einen großen Teil der Musik und Texte schreiben, aber kurz nach dessen Veröffentlichung von dannen zog, ist wieder bei den wilden Recken an Bord. Mit ihm kam eine Fülle an verzückenden Melodien zurück. Mitbrüllen war früher ebenso so leicht wie es heute ist. Nachzuhören auf dem dritten Album „From Here And On „.

(7 Fritten)

Bombshell Rocks: From Here And On
(Burning Heart/Connected)

Raised Fist: Dedication

Die Metalcore-Bande Raised Fist brachte just ihr drittes Album in die Plattenläden. „Dedication“ wurde erneut unter der Regie von Machine Head- und Meshuggah-Produzent Daniel Bergstrand eingespielt und klingt erwartungsgemäß kompromiss- und schnörkellos. Vielleicht etwas zu dünn produziert, aber es gilt weiterhin: Brutalität in der Musik trägt unter anderem den Namen Raised Fist.

(kfb, 6 Fritten)

Raised Fist: Dedication
(Burning Heart/Connected)

Sepultura: Under A Pale Grey Sky

Nur um Verwirrungen zu vermeiden: Unter freiem Himmel hatten Sepultura seinerzeit nicht gespielt. Es war der 16. Dezember 1996, der letzte Gig der Europatournee. Die fand in der Brixton Academy zu London ihren Abschluss. Damals war die Welt der Sepulturas noch in Ordnung – zumindest nach außen hin. Man ahnte nicht, dass sich Max mit Bruder Igor überworfen hatte. Es sollte allerdings der letzte Auftritt mit Max Cavalera gewesen sein, wie sich später herausstellen sollte.

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International Pony: We Love Music

Die Zukunft von Fischmob steht weiterhin in den Sternen. DJ Koze und Cosmic DJ haben sich in der Zwischenzeit mit Erobique zusammengetan und das Projekt International Pony aus der Taufe gehoben. Bei ihrem Debütalbum „We Love Music“ ist der Name Programm. Die Freude am Kreieren von Sounds ist jedem Stück anzuhören. Der trockene norddeutsche Humor, zum Teil wohl vom Verzehr holländischen Grases beeinflusst, ist dem von Fischmob ähnlich.

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Dropkick Murphys: Live On St. Patrick’s Day

Zu dumm, dass man diesen Konzerten nicht beiwohnte. Drei Nächte hintereinander gaben sich die Dropkick Murphys in ihrer Heimatstadt Boston die Ehre, drei atemberaubende Shows abzuliefern. Den Reaktionen der Fans nach zu urteilen, muss es heiß hergegangen sein. Fast alle Texte werden lauthals mitgeschrieen. Die Zuschauer jubelten und grölten sobald ein Song ausgeklungen war.

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Black & Proud Vol. 1 & 2

Es waren die Olympischen Sommerspiele in Mexiko City, 1968. Die afroamerikanischen 200 Meter-Läufer Tommie Smith, Sieger des Rennens, und John Carlos (Bronze) reckten auf dem Siegerpodest je eine mit schwarzem Lederhandschuh geschmückte Faust in die Luft. Smith die Rechte, als Symbol für die Macht der Schwarzen; Carlos die Linke, als Zeichen für Einheit. Die Öffentlichkeit war empört. Die Anhänger der Black Panther Party For Self-Defence mussten wohl eher schmunzeln. Besagte Organisation verstand sich als Partei der Schwarzen, mit dem Auftrag, gegen den Terror der Polizei vorzugehen. Sie trat teilweise äußerst aggressiv und gewaltbereit auf. Andererseits unterstützte sie im gleichen Maße soziale Projekte. Gegründet 1966 von Bobby Seale und Huey Newton, war sie Anfang der 70er auf Veranlassung von Edgar J. Hoover fast völlig zerschlagen worden. Viele ihrer Anführer wurden entweder ermordet oder eingesperrt. Die, die entkamen, ließen sich in Kuba nieder.

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Custom: Fast

In den USA hat sich Custom – hinter dem Pseudonym verbirgt sich nämlich lediglich ein Musiker und der heißt Duane Lavold – schon gehörigen Ärger eingehandelt. In seiner Radio-Hitsingle „Hey Mister“ heißt es: „Hey Mister, I really like your daughter / I’d like to eat her like ice cream“. Upps. Das war den Zensurliebhabern zu provokant. MTV ließ das Video links liegen. Es war ihnen zu heiß und provokant.

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Murderdolls: Beyond The Valley Of The Murderdolls

Joey Jordison trägt eigentlich profimäßig eine Maske auf dem Kopf und hämmert wie wild auf sein Drumkit ein, dass einem Hören und Sehen vergeht. Doch Slipknot haben derzeit Pause und so kann sich Jordison die Zeit für sein Nebenprojekt Murderdolls nehmen. Das hat mit Slipknots Metal-Sound nicht viel gemein. Jordison und seine Kumpanen – unter anderem Wednesday 13, ehemaliges Mitglied von Frankenstein Drag Queens From Planet 13, und Tripp Eisen von Static X – zogen es vor, zu ihren Punkrock- und Rock’n’Roll-Wurzeln zurückzukehren.

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Mia.: Hieb & Stichfest

Mia. (mit Punkt, bitte!) heißt die Band um die kreischende Frontgöre Mieze. Kein Scherz, sie heißt wirklich Mieze. Sie singt über eine „Cool Cat“ und gesteht in „Kreisel“, selbst eine zu sein und gerne durch Berlins Strassen zu flitzen. Bei dieser Gelegenheit hatte sie 1997 Andi, Robert und Ingo getroffen und mit ihnen Mia. gegründet. Später stieß noch Gunnar hinzu. Die Sache nahm schnell konkrete Formen an. Mia. hatten beschlossen, Elektropunk zu machen. Was das ist? Nun, man stelle sich 80er Jahre-Elektropop vor, dem Punk und Riffgewitter injiziert werden. PIL und Ideal schießen einem unweigerlich durch den Kopf.

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J Mascis & The Fog: Free So Free

Der einstige Frontmann der Indie- und Alternative Rock-Band Dinosaur Jr. kehrt mit seinem dritten Studioalbum zurück. Auf Solopfaden scheint er sich wohl zu fühlen und alle künstlerischen Freiheiten zu genießen. Das ist ihm anscheinend sehr wichtig, zieht man den Albumtitel („Free So Free“) und aktuelle Songtitel wie „Freedom“, „Set Us Free“ und „Free So Free“ in Betracht.

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