Wer braucht schon all die Girl Groups aus England oder den USA, wenn auch Deutschland eine überaus interessante und unterhaltsame All-Girl Gruppe auf die Beine stellen kann? Das meine ich im Ernst. No Angels sind kein Abfallprodukt des Fernsehens. Es läuft doch immer so: Casting, Probeaufnahmen, Promotion, Platte, Video – Bang! Nur kriegen wir sonst nie mit, was hinter den Kulissen vor sich geht.
WeiterlesenAutor: Kai Florian Becker
Soilent Green: A Deleted Symphony For The Beaten Down
Dass das amerikanische Rolling Stone-Magazin einmal geschrieben haben soll, Soilent Green seien eine der zehn wichtigsten „hard and heavy bands“, möchte man kaum glauben. Dasselbe Magazin, das regelmäßig die alternden Rockstars U2 und Phil Collins auf dem Cover hat, beweist plötzlich Underground-Glaubwürdigkeit und Geschmack. Chapeau!
WeiterlesenV.A.: Iron Curtain Revisited
„Between Or Beyond The Iron Curtain“ hieß das Original, das uns den Jazz osteuropäischer Prägung bzw. Herkunft näherbrachte. Das war nur der erste Streich. Der zweite heißt „Iron Curtain Revisited: New Aspects In Jazz“ und ist die nachbearbeitete Variante. Von der Matinee zur Soiree. Von der Galerie in den Club.
WeiterlesenTindersticks: Trouble Every Day
Dem Soundtrack nach zu urteilen, handelt es sich bei „Trouble Every Day“ um einen ruhigen, tief-traurigen Film. Wahrscheinlich geht es um eine ausweglose Beziehungskiste, die tragisch und schockierend endet. Da hätte die Wahl der Musikgestaltung nicht besser fallen können. Tindersticks sind bekannt für ihre musikalische Neigung zur Klassik, ihre schwelgerische Ader, die in Pathos und Tragik zu versinken droht.
WeiterlesenNeil Landtrumm: She Took A Bullet Meant For Me
Auf dem Berliner Techno-Label Tresor erschienen just einmal mehr Soundkreationen von Neil Landstrumm. „She Took A Bullet Meant For Me“ ist kein schnöder Einheitsbrei. HipHop, Elektro-Gefrickel und Breakbeats haben sich eingeschlichen und machen diese Platte richtig spannend.
(7 Fritten)
Neil Landtrumm: She Took A Bullet Meant For Me
(Tresor/EFA)
Popium: Popium
Ganz große, bezaubernde Gitarren-Popmusik aus Norwegen. Popiums selbstbetiteltes Album weckt unter anderem Erinnerungen an Beach Boys, The Beatles, Oasis und Blumfeld (kein Scherz!). Frank Hammersland, der alle Songs im Alleingang geschrieben hat, muss ein Genie sein. Anders ist der sofortige Drang mitzusingen und zu tanzen nicht zu erklären.
(9 Fritten)
Popium: Popium
(Music Network/Zomba)
Rhythm & Sound: Rhythm & Sound
Minimal-Techno aus dem Hause Rhythm & Sound auf dem Label Rhythm & Sound – da muss man sich nichts merken. Eine Zusammenstellung von zehn (neu überarbeiteten) Tracks, die in den vergangenen Jahren auf Vinyl erschienen sind. Klingt wie Stefan Betke alias Pole auf bezirzender Dub-Exkursion. Sehr schön.
(8 Fritten)
Rhythm & Sound: Rhythm & Sound
(Rhythm & Sound/EFA)
Chimaira: Pass Out Of Existence
„Warum bin ich so, wie ich bin“, fragt Sänger Mark Hunter im Opener „Let Go“ in den Raum. Das könnte folgende Gründe: a) Hunter ist unverbesserlich und hat nichts dazugelernt. b) Er ist überhaupt nicht lernfähig. Egal ob a) oder b), das Resultat ist dasselbe und lässt sich auf die Musik seiner Band Chimaira übertragen.
WeiterlesenTwin Obscenity: Bloodstone
Der Anfang klingt vielversprechend, aber der uninspiriert grunzende Sänger zerstört mit seiner heißen Luft alles. Musikalisch gut, gesanglich unterste Death Metal-Schublade. Schade drum.
(5 Fritten)
Twin Obscenity: Bloodstone
(Century Media/SPV)
Rhoff: La Vie Avant La Mort
Das Leben vor dem Tode – wie mag das in den Augen eines Pariser Jungsporns aussehen? Rhoff (jamaikanischer Slang für rough, also rau, hart) hat radikale Antworten auf diese Frage, die ihm in seiner Heimat immer wieder Ärger mit den Radiosendern garantieren. Meist mimt er den Hardcore-Rapper; ab und an aber lässt er die Aggressionen beiseite und rappt sich durch einen Funk/Soul-Track.
(6 Fritten)
Rhoff: La Vie Avant La Mort (EMI)
Boozie Boogy: Welcome To The Bogyland
Im Bogyland da hört der Mann gerne lustigen Punkrock und singt über geile Weiber, die ihm devot zu Füssen liegen. Nicht sonderlich produziert, aber so trashig, dass es fast (!) schon wieder gut ist. Das bezieht sich auf die Texte, die Musik und insbesondere das Artwork.
(3 Fritten)
Boozie Boogy: Welcome To The Bogyland
(Nexus/Point Music)
Generators: Tyranny
Ihr dritter Kraftakt in Sachen energetischer Punkrock. Druckvoll, ausgereift, laut, richtig schön dreckig und mit vielen Mitsingrefrains.
(9 Fritten)
Generators: Tyranny (People Like You/SPV)
No Curfew: If
Wären wir doch alle wieder 18 Jahre, dann könnten wir vielleicht verstehen, warum diese jugendliche, drittklassige College Rock-Band unter Vertrag genommen wurden. Machen sie doch genau dasselbe, was ihre Kollegen mit Flaum seit Jahr und Tag machen. Außerdem: Wer singt heute noch über kiffende Mitschüler, Eltern und Dinge, die man nicht tun sollte, die aber ungemein Spaß machen?
(4 Fritten)
No Curfew: If
(Polydor)
Garlic Boys: Death Match
Vier Punkrocker aus Osaka, von den Ärzten für ihre anstehende Sommertour 2001 gebucht, veröffentlichen in Deutschland ein 23 Stücke umfassendes Best Of-Album mit rotzigen und poppigen Anteilen. Hoch die Tassen und Anlage auf Volldampf.
(7 Fritten)
Garlic Boys: Death Match
(Wolverine/SPV)
www.garlicboys.com
No Use For A Name: Live In A Dive
Die erste CD aus einer Reihe von Live-Alben auf Fat Wreck. No Use For A Name (mit Comic im Booklet) machen ihre Sache gut, punkrocken das Haus und peitschen die Menge zu Höchstform an. Jedes Bandmitglied durfte seine Faves zur Setlist beisteuern und obendrein das Misfits-Cover „Martian“ und „Redemption Song“ von Bob Marley.
(6 Fritten)
No Use For A Name: Live In A Dive
(Fat Wreck/SPV)
Embrace: If You’ve Never Been
Es ist aus dem Titel nicht klar ersichtlich, was man wohl noch nicht war. Traurig? Betroffen? Einsam? Verloren vielleicht? Wahrscheinlich, nimmt man die einfühlsame, epische Musik auf dem neuen Album der Band aus Yorkshire als Maßstab. Episch und auch bombastisch. Die Songs wurden bis kurz vorm Platzen zu prachtvollen Epen aufgeblasen, die über die Felder hallen, bis weit in die nächste Stadt hinein.
WeiterlesenNew Order: Get Ready
Was für ein Comeback. Herrschaftszeiten! Ich schrieb mal – ich glaube, es war anlässlich einer Livekritik von The Church oder The Godfathers -, dass alte Männer besser rocken. Nun sind New Order keine waschechte Rockband. Zumindest nicht eine solche, wie es Erstgenannte sind.
WeiterlesenMariah Carey: Glitter

Die psychischen Probleme der Popsirene Mariah Carey scheinen schwerwiegender zu sein, als angenommen. Sie ließ vor einiger Zeit verlauten, ausgebrannt und erschöpft zu sein. Was verständlich ist, arbeitete sie zeitgleich an dem Film „Glitter“ (ab 15. November in europäischen Kinos zu sehen) und dem gleichnamigen Album, das die Musik für das Stück Zelluloid stellen wird. Andererseits könnte man ihr auch vorwerfen, vom vielen Posen – Brüste und Po raus, Bauch rein! – ausgelaugt zu sein. Aber lassen wir das.
WeiterlesenThorn.Eleven: Thorn.Eleven
Plattenfirmen sind mitunter allzu berechnend. Mische Tool (Gesang) mit amerikanischem Nu Metal-Standard (Musik) und du hast Thorn.Eleven. Wer’s mag.
(3 Fritten)
Thorn.Eleven: Thorn.Eleven
(Steamhammer/SPV)
Tori Amos: Strange Little Girls
„Strange Little Girls“ist kein Märchenalbum, das Sagen über seltsame, kleine Mädchen verbreitet. Ebenso wenig ist es ein gewöhnliches Studioalbum einer Frau, die über Jahre hinweg mit ihrer Musik nicht nur Männerherzen verzaubert hat. Die rothaarige Sängerin Tori Amos hat sich ein neues Konzept zurechtgelegt, um den Tour-Studioalbum-Tour-Zirkel aufzulockern: Man nehme Songs männlicher Künstler und packt diese auf eine Platte.