Smoke Blow: Dark Angel

Schwarz? Ja. Engelhaft? Nein. Trotzdem der passende Titel für diese Scheibe. Das neue Album der eigentlich netten Jungs von Smoke Blow ist pechschwarz und düster wie eine Nacht ohne Mond. Nicht das Cover, der Inhalt ist gemeint und damit die Texte und die Musik. Allein schon die Songtitel, die Smoke Blow sich ausgedacht haben: „Diabolical“, „Diabolical Reaction“, „Black Church Of America“ oder „Demonslaver“. Dämonen und Teufel allerorten. Es ist zum Gruseln. Man könnte fast meinen, die Jungs hätten gar keinen Spaß.

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The Royal We: The Royal We

Nach seinem Ausstieg bei Scumbucket wollte deren ehemaliger Bassist Dylan Kennedy musikalisch nicht untätig bleiben. Ergo gründete er The Royal We, anfangs ein Soloprojekt, das über das Kölner Indielabel Rakete vor einigen Monaten die EP ‚A New Sunrise‘ herausbrachte. Die Presse verglich die Songs des Mini-Albums mit Tom Waits, Grandaddy und Calexico. Eine fürwahr interessante Mischung.

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Starsailor: On The Outside

Nein, es ist nicht das erwartete Album von Starsailor. Die Herren um Ausnahmesänger James Walsh hätten sicherlich weiter den Weg der Melancholie beschreiten können und wären mit der Masche bestens gefahren. Aber den sicheren Weg, den wollten sie nicht einschlagen. Sie wollten experimentieren.
Ihr drittes Album sollte nicht unbedingt nahtlos an die Vorgänger „Love Is Here“ (2001) und „Silence Is Easy“ (2003) anknüpfen. Obwohl Walsh anfangs schon so seine Zweifel ob des neuen Sounds hatte: „Es ist bizarr, wenn man so etabliert ist wie wir. Manchmal glaubt man fast, es wäre einem verboten, Neues auszuprobieren. Aber ich bin überzeugt, dass wir mit ‚On The Outside‘ ein reifes Album aufgenommen haben, das das Beste der frühen Starsailor mit vielen neuen Ideen perfekt kombiniert.“ Wo er Recht hat, hat er Recht.

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Cathedral: The Garden Of Unearthly Delights

Lee Dorrian ist der Gott des Doom. Oder besser gesagt: der geistige Bruder des Doom-Gottes. Denn es gibt ja noch Scott „Wino“ Weinrich. Jedenfalls sind Cathedral eine der Bands, auf die kein echter Doom-Fan verzichten will/kann. Was zum einen am Einfallsreichtum der Band liegt. Zum anderen an der unverwechselbaren Stimme Dorrians. Zumal Cathedral selten langweilig klingen – auch nicht auf ihrem mittlerweile achten Studioalbum, das den seltsamen Titel ‚The Garden Of Unearthly Delights‘ trägt und dessen Cover im typischen Cathedral-Stil gezeichnet wurde.

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Blackalicious: The Craft

Was soll man über Blackalicious noch viele Worte verlieren? Das ist der allerbeste Underground-HipHop, den es auf dem Markt gibt. Wer der Verkommerzialisierung des New Yorker Labels Rawkus hinterher trauert, dem Ende von Company Flow Tränen nachweint, sich mit dem dumpfen Gehabe der Mainstream-Rapper nicht anfreunden kann/möchte und lieber die kongenialen A Tribe Called Quest oder Sage Francis & Co. hört, der ist bei Blackalicious an der genau richtigen Stelle.

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t.A.T.u.: Dangerous And Moving

Es gab Zeiten, da strebte die Wahrscheinlichkeit, dass es von dem russischen Skandal-Duo t.A.T.u. ein zweites Album geben würde, gen Null. Es hieß, dass Duo sei zerstritten und es sowieso leid, ein lesbisches Pärchen vorzugaukeln. Außerdem wurde bekannt, dass ihr einstiger Produzent und Förderer, Ivan Shapovalov, ein neues Projekt an den Start gebracht hatte: N.A.T.O. genannt und statt mit lesbischen, nun mit vermummten und auf tschetschenische Selbstmordattentäterinnen getrimmten Mädchen.

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TSAR: Band – Girls – Money

Das renommierte US-amerikanische Branchenblatt „Billboard Magazine“ lehnte sich jüngst weit aus dem Fenster, als es über das Debütalbum der Newcomer Tsar schrieb, ‚Band – Girls Money‘ sei eines der besten Rockalben des Jahres. Wir wollen doch mal die Kirche im Dorf lassen. Denn die Konkurrenz – zumindest aus unserer Sicht – ist immens groß und zudem gut gerüstet.

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Youth Group: Skeleton Jar

Anti Records, das charmante und unpunkige Sublabel von Epitaph, hat diese wundervolle Platte der Band Youth Group lizenziert. Sie stammt aus Sydney (Australien) und besteht hauptsächlich aus Singer/Songwriter Toby Martin sowie Schlagzeuger/Keyboarder Danny Allen. Aktuell gehören noch zwei weitere Musiker dazu – jedoch scheint das Gründungsduo nach Belieben die Begleitmusiker auszutauschen.

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Integrity: Sliver In The Hands Of Time

Clevelands Hardcore-Urgesteine Integrity melden sich auch mal wieder zu Wort. „Silver In The Hands Of Time“ ist erwartungsgemäß gespickt mit metallischem Hardcore und hasserfülltem Gesang.
Allerdings alles kein neues Material, sondern B-Seiten und Rares aus der Integrity-Schatzkiste. Weshalb wir über den mitunter mäßigen Sound den Mantel des Schweigens werfen wollen.

(4 Fritten)

Integrity: Sliver In The Hands Of Time
Dockyard1/Soulfood
VÖ: 15.7.2005

Amplifier: The Astronaut Dismantles HAL

Vor einigen Monaten stellten wir an dieser Stelle die Wiederveröffentlichung des selbstbetitelten Amplifier-Debüts vor, da die Erstveröffentlichung seinerzeit vielerorts untergegangen war. Was schade war ob des abwechslungsreichen Alternative Rocks, den das britische Trio zu bieten hat. Dieses Mal möchten wir euch das Mini-Album ‚The Astronaut Dismantles HAL‘ ans Herz legen. Noch immer erinnert der Sound von Neil Mahonys Bass an den von Tool. Ansonsten haben sich Amplifier – nicht gänzlich, aber immerhin ein gutes Stück – von Tool wie von Queens Of The Stone Age entfernt.

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Hard-Fi: Stars Of CCTV

Was tun, wenn man in Staines, im Westen Londons gelegen, groß wird, wo außer Ali G. kein Prominenter herkommt? Wo selbst die Infrastruktur keine vernünftigen Alternativen zu bieten hat:„Hier gibt’s keinen Plattenladen, keinen Klamottenladen, keinen Club, keinen Nachtbus, keine Spätzug – gar nix. Wenn du abends in Central London warst, musst du mit einem Taxi zurück. Das kostet 80 Pfund“, jammern die Jungs von Hard-Fi. Da braucht man sie auch gar nicht zu fragen, warum sie sich mit beschissen bezahlten Jobs durchschlagen mussten und teilweise auf Stützte angewiesen waren. Immerhin hatten sie die glorreiche Idee, eine Band zu gründen und mit der ihren Idolen The Clash, Dexy’s Mignight Runners, Curtis Mayfield, Lee „Scratch“ Perry, den Rolling Stones und den Happy Mondays nachzueifern.

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