Trainer: Oh, Mandy!

Lokalpatriotismus hin oder her: Was ist das zweite Album der saarländischen Krachmacher Trainer für ein Knaller. Max Ludwig von Tausend Augen hat es aufgenommen, was die beste Wahl in der Region für solche Musik ist. Die wurde übrigens ausdrücklich nicht von Bundesgeldern querfinanziert, sondern aus eigener Tasche bezahlt. Darauf legen Trainer Wert, die in vielerlei Hinsicht ihr eigenes Ding machen. Trends sind ihnen Schnuppe. Sie machen lieber guten, abgehangenen Noiserock, der mit seiner Wucht und seiner technischen Raffinesse überzeugt. Lieber ein Break mehr als eins zu wenig, aber keinesfalls eins zu viel. Die Hörbarkeit hat oberstes Gebot. Über dem Sound der beiden Gitarristen Christoph Duymel und Martin Schad sowie Steaknife-Schlagzeuger Stephan Philipp erhebt Dietmar Bottler (Ex-Karcher, Ex-Zesura) seine leicht heisere Stimme, die phasenweise an Scott McCloud (Girls Against Boys) erinnert. 13 Songs plus Pro- und Epilog, an denen es rein gar nichts zu mäkeln gibt.

Trainer
Oh, Mandy!
Broken Silence

Kalenderblatt 19. August 2025

231. Tag des Jahres

I sang ‚Nessun Dorma‘ twice with Pavarotti, and he told me he’d heard ‚Smoke‘ about five or six times, and every time was different. He was so jealous because if he deviated one jot from the traditional interpretation of the famous arias, he’d be crucified. We have the freedom.

Ian Gillan

Vor 55 Jahren: Albumveröffentlichung „Close to You„. Die Carpenters veröffentlichen ihr zweites Album, darauf u.a. die bereits als Single veröffentlichten „(They Long to Be) Close to You“ und „We’ve Only Just Begun“.

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Wytch Hazel: V: Lamentations

Es gibt sie bereits seit 2011, drangen aber bis dato nie bewusst an mein Ohr. Umso erfreulicher, dass sich das jetzt mit ihrem Album „V: Lamentations“ änderte. Wer auf einen waschechten NWOBHM-Sound steht, sollte mit dem Quartett aus dem nordwest-englischen Lancashire seine Freude haben. Die konnten mit Schlagzeuger Aaron Hay einen Rückkehrer aus ihren Anfangstagen in ihren Reihen begrüßen. Und mit diesem haben sie diese stilechte, mit vielen starken Riffs und Melodien geschmückte Songs aufgenommen. Dabei half ihnen wieder ihr langjähriger Produzent Ed Turner. Der habe „seinen Anteil an dem, was wir machen“, bekräftigt Wytch Hazels Kopf Colin Hendra. „Er hat so viele Details hinzugefügt, dass man bei mehrmaligem Hören immer Neues heraushören kann. Ed war der Schlüssel dazu, diese Songs zum Leben zu erwecken“. Und dafür, dass sie, die immer wieder an die ersten beiden Iron Maiden-Alben erinnern, so rund und gleichzeitig auch nach den früheren Achtzigern klingen.

Wytch Hazel
V: Lamentations
Metal Blade/Sony Music

Michael Leheckas Inselliste

10 Alben für die einsame Insel, Ausgabe 2025

1.) The Beatles, White Album:
Die erste Frage ist: Ist das eine Liste meiner Lieblingsalben, oder eine Liste der Alben, die ich mir wünschen würde, wenn ich wirklich allein auf einer Insel wäre? Nehmen wir die zweite Option an, denn sie ist interessanter. Damit würde das White Album ganz oben auf meiner Liste stehen. Es ist keineswegs mein Lieblingsalbum – es ist nicht einmal mein Lieblingsalbum von den Beatles; das wäre wahrscheinlich A Hard Day’s Night – aber es ist das Album, das mich davon abhalten würde, wahnsinnig zu werden, wenn ich es jeden zweiten Tag hören müsste. Während Exile an der Main Street ein Gefühl (Entfremdung, die Suche nach Erlösung, so etwas) so tief wie möglich erforscht, springt das Doppelalbum der Beatles immer wieder von einem Stil zum anderen und dann wieder zurück. Wenn ich jetzt überlege, vielleicht würde mich das ziemlich schnell wahnsinnig machen. Aber wahrscheinlicher – hoffentlich werde ich es nie herausfinden – würde es immer ein oder zwei Lieder geben, auf die ich zurückkommen könnte, egal wie ich gelaunt bin. Außerdem könnte ich Ringo jede Nacht „Good Night“ zu mir singen hören!

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Kai Martins Inselliste

10 Alben für die einsame Insel, Ausgabe 2025

1) Watermelon Men – Past, Present and Future (1985)
Eine Platte aus dem Jahr 1985, die nicht nach 80er klingt – aber irgendwie doch: Die Underground-Musik dieser Zeit bestand oft aus Jingle-Jangle-Gitarren und Garagen-Sound, wie in den 60ern. Ganz wunderbar hat das die schwedische Band Watermelon Men zelebriert, mit tollen Songs und herrlichen Melodien. Einer der beiden Gitarristen hat später Karriere als Diplomat gemacht – und unter dem Namen Distant Days auch weiterhin Musik aufgenommen. Der andere Gitarrist starb 2004 durch den Tsunami auf Thailand.

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Thomas Haus Inselliste

10 Alben für die einsame Insel, Ausgabe 2025

Platten für die Insel ist so eine Sache. Eine ganz besondere Sache. Lieblingsplatten sind schnell aufgelistet. Das wäre keine Herausforderung. Epochale Werke auch nicht: Jeff Buckley, Towns van Zandt… Wer aber den Rest seines Lebens auf einer Insel verbringen will oder muss – ich gehe hier nicht von England mit Plattenläden, Online-Shopping und Streaming, sondern von einer einsamen Insel ohne Zugriff auf weitere Musik aus – der braucht sowas wie ein musikalisches Survival-Pack für alle erdenklichen Situationen: Good Vibes, Melancholie, Trost, Energie, Leidenschaft und Zuversicht. Das ist nicht ganz trivial, das auf eine Essenz von 10 Platten zu reduzieren, die auch nach dem fünfzigsten Auflegen nicht nerven:

Ideal – Ideal (1980):
Aufgewachsen mit käsigem 70er Radio-Rock und Disco war der Auftritt von Ideal vor dem Reichstag eine Offenbarung – eine unfassbare Frische und Ausdruck einer neuen Haltung, die den alten Muff links liegen lässt.

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Kalenderblatt 15. August 2025

227. Tag des Jahres

Läßt man einen Deutschen zur Geschichte sprechen, wird meistens ein Besinnungsaufsatz draus.

Roger Willemsen

Vor 50 Jahren: Albumveröffentlichung „Atlantic Crossing„. Das sechste Soloalbum von Rod Stewart – produziert von Tom Dows – erscheint. Es wird Stewarts viertes Album, das es in Großbritannien an die Spitze der Albumcharts schafft. In den USA reicht es immerhin noch zu Platz 9. Auf „Atlantic Crossing“ finden sich mit „Sailing“ und „I Don’t Want to Talk About It” zwei von Stewarts populärsten Songs.

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Kalenderblatt 14. August 2025

226. Tag des Jahres

Ohne die Songs von Bob Dylan hätte ich nie die Courage aufgebracht, oder den Größenwahn, Filme zu machen.

Wim Wenders

Vor 80 Jahren: Todesurteil gegen Pétain. Ein Kriegsgericht verurteilt Marschall Philippe Pétain, den Kopf des Vichy-Regimes wegen Kollobaration mit Deutschland zum Tode. Später wird das Urteil in lebenslänglich verwandelt.

Vor 60 Jahren: Roger Vadim heiratet Jane Fonda.

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Carsten Franks Inselliste

10 Alben für die einsame Insel, Ausgabe 2025

1997. Das ist lange her. 2050 liegt näher. Aber die 1990er waren wohl eines der besseren Jahrzehnte der Musikgeschichte. Das zeigt sich daran, dass ich bei der Aktualisierung meiner Inselplatten gar nicht soooo viel ändere.

Passend auch: ALCOR gibt es immer noch, man kann sich immer noch einfrieren lassen, aber es wurde noch niemand wieder aufgetaut. Im Jahr 2025 ist mir immer noch nicht nach Insel. Die Platten, die ich alleine auf langen Autofahrten höre, kommen dem wohl am nächsten. Oder auf einem isländischen Hochplateau. Oder auf einer vierjährigen Kreuzfahrt mit der Club Med 2.

David Munyon – Stories from the Curve
Krame ich tatsächlich immer wieder mal raus und bei der Erinnerung an Davids Konzerte schaudert es noch wie vor knapp 30 Jahren.

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Karin Schmitz‘ Inselliste

10 Alben für die einsame Insel, Ausgabe 2025

Jamiroquai: Travelling Without Moving
(der Titel passt, außerdem will man ja auch mal tanzen)
Air: Moon Safari
(kann ich immer hören)
The Beatles: Magical Mystery Tour
(von allem was dabei, und falls ich ein Walross kennen lerne)
Antonín Dvořák: 9. Sinfonie e-Moll op. 95 Aus der neuen Welt
(als Integrationshilfe)
The Jayhawks: Tomorrow the Green Grass
(erinnert mich an den allerschönsten Urlaub)
Bilderbuch: Schick Schock
(falls es langweilig wird auf der Insel)
Massive Attack: Blue Lines

(statt Gras)
Alabama Shakes; Sound & Color
(statt Whisky)
Modest Petrowitsch Mussorgski: Bilder einer Ausstellung
(statt Museum)
Black Keys: Turn Blue
(statt Pink Floyd)

Kai Florian Beckers Inselliste

10 Alben für die einsame Insel, Ausgabe 2025

1. Mogwai „Come On Die Young“ (1999)

Im August 1999 schrieb ich über dieses Album: „‚Come On Die Young‘ ist nach ‚Mogwai Young Team‘ abermals ein von vorne bis hinten überzeugendes Werk, das lediglich dann Schwächen aufweist, wenn die Band ihre sphärischen Pfade verlässt und schrammelt/noist.“ Der letzte Halbsatz ist natürlich aus heutiger Sicht totaler Unsinn. Dieses Album ist eine 12 von 10. Keine andere Musik berührt meine Seele so sehr.

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Feiertage

KI-Bild eines Bildschirms mit Tastatur und der Schrift "30 Jahre Hinternet - Pop, Kultur & Pommes"

Zur Feier unseres 30jährigen Bestehens veröffentlichen wir in den kommenden Tagen die Insellisten unserer aktuellen und ehemaligen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Die beantworten die ebenso beliebte wie kniffelige Frage nach den 10 Alben/Filmen/Büchern, die wir für eine einsame Zeit auf einer einsamen Insel einpacken würden. Einige waren schon vor 25 Jahren als wir das erste Mal die Inselfrage stellten schon bei Hinternet und der Vergleich damals-heut ist zusätzlich spannend.

Die unter unseren Leserinnen und Lesern, die uns etwas zum Jubiläum schenken möchten schicken entweder einen – gedeckten – Scheck an das Hinternet-Hauptquartier oder – noch lieber – eine eigene Inselliste an insel@hinternet.de.