Presseschau 15. Januar 2010

presseschau6aR.I.P.: Bobby Charles (1938-2010): Abschied eines Eigenbrötlers

Deutschlands einziger Crooner. Der Tagesspiegel über Max Raabe: Mein Herz, dein Nerz

Noch ein kleiner Nachklapp zur SPEX-Diskussion: Johnny Häusler schreibt im Freitag über Das Ende der Plattenkritik, wie wir sie kennen.

Der Spiegel interviewt Simon Frith zum Boom-Geschäft Popkonzerte: „Viele Bands spielen immer noch fast für umsonst“

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Presseschau 11. Januar 2010

Grober Stadionrock. Der Tagesspiegel über Depeche Mode in Berlin: ↑Ohohoho!

Die New York Times über Spoon (neues Album in knapp zwei Woche!): ↑Still Independent, Still Cool

Die taz über Vampire Weekend und deren neues Album „Contra“: ↑Raus aus der Uni, rein in die Tropen. Das Süddeutsche-Musikblog: ↑Erhöhung der Schichtzulage. Und das Musikblog des Wall Street Journals ↑interviewt die Vier.

Druckvolle Sensitivität. Edo Reents in der FAZ über Big Star und die Rhino-Box „Keep An Eye On The Sky“: ↑Das Erbe der glücklichen Verlierer

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Jim Nisbet: Dunkler Gefährte

Nein, keine literaturtheoretischen Einlassungen an dieser Stelle. Nur das: Durch viele Texte ziehen sich mehr oder weniger offene Bedeutungsstränge, die, richtig miteinander verknüpft, so etwas wie einen Subtext, ein zusätzliches Zeichen- und Bedeutungssystem ergeben. Fast immer wird dabei mit Synekdochen gearbeitet. Ganz allgemein: Das was der Text auf seiner Oberfläche aussagt, ist auf seiner Subebene entweder eine Spezifierung oder eine Verallgemeinerung – oder beides. Wenn wir z.B. Gregor Samsa als Käfer wiederfinden, geht es nicht um die Person Gregor Samsa, es geht um den Menschen an sich in seiner Entfremdung. Habe ich das erkannt, kann ich von dieser höheren Warte des Allgemeinen wieder auf das Spezielle, vielleicht auf meine eigene Situation schließen.

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PES 2010 – Pro Evolution Soccer

„PES 2020“ (Pro Evolution Soccer), das Konsolenfußballspiel für Taktiker und Techniker, geht in eine neue Runde: mit fulminanter HD-Grafik (PS3) und einem Sound, dass man erschrickt, wenn man das Leder Vollspann an den Torpfosten donnert. Realistischer war das Kicken an der Konsole noch nie. Man kann Länderspiele bestreiten oder Clubmannschaften gegeneinander antreten lassen. Oder einen Spieler formen, den man von klein auf durch seine Karriere steuert.

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Tornado Outbreak

Wer wollte nicht mal klein und blau sein, sich aber so dolle um die eigene Achse drehen können, dass ein erst harmloser, mit der Zeit aber an zerstörerischer Kraft gewinnender Tornado entsteht? Genau dieser sehnsuchtsvolle Wunsch liegt dem Spiel „Tornado Outbreak“ zugrunde. Die Tücke des Spiels: Dem kleinen blauen Männchen wird nur vorgegaukelt, mit seiner Wirbelei Gutes zu tun. Eigentlich wurde es vom Bösen instrumentalisiert.

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Synekdoche

Wieder was gelernt. Oder besser: wieder dran erinnert, was man einmal gelernt hat. In Jim Nisbets „Dunkler Gefährte“ kommt der Ausdruck „Synekdoche“ vor. Von „Synekdoche“ spricht man, wenn ein bestimmtes Wort durch einen Unter- oder Oberbegriff ersetzt wird. „“Man versteht unter einem kleinen Teil das Ganze oder unter dem Ganzen einen Teil“, soll Cicero gesagt haben, lese ich gerade. Also „Wenn du umziehst, leihe ich dir meine Hand“. „Hand“ wäre dann der Unterbegriff des konkreten Ausdrucks „Arbeitskraft“. „Ich lege dir die Welt zu Füßen“ der Oberbegriff von, sagen wir, „nächstes Mal bringe ich den Müll runter“.

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Jahresrückblick II

Peter Meyers CDs und Konzerte 2009

CDs:

1. Elbow: „The Seldom Seen Kid Live At Abbey Road“
2. Yeah Yeah Yeahs: „It´s Blitz!“
3. Archive: „Controlling Crowds“
4. Mumford & Sons: „Sigh No More“
5. Glasvegas: „Glasvegas“
6. Fever Ray: „Fever Ray“
7. The Dead Weather: „Horehound“
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Jahresrückblick (I)

Kai Florian Beckers Top Ten 2009

Was vom Jahre übrig blieb. Oder: Aus den weit über 500 gehörten Tonträgern in diesem Jahr ist dies die Quintessenz der emotionalsten Platten. Denjenigen also, die einen tief berührt und nicht mehr los gelassen haben. Es war ein in vielerlei Hinsicht bewegtes Jahr: mit massenhaft guter Musik, die bevorzugt melancholischer Natur war. Liegt vielleicht am Alter — muss aber nicht.

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Ulrich Ritzel: Beifang

Beifang. Der Fischer schippert übers Meer, das Schleppnetz sammelt ein, was sich einsammeln lässt. Eigentlich steht ihm der Sinn nur nach Heringen. Aber wenn er dann das Netz an Bord hievt, zappelt alles Mögliche in den Maschen. Jede Menge Kleinfisch, aber auch Delphine, Rochen, Haie, Autoreifen… Was er nicht braucht, wirft der Fischer zurück ins Meer, lebendig oder tot oder so gut wie tot. Eine besonders ökonomisch-ökologische Fangmethode ist das nicht.

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