Mit der Besprechung des dritten Bandes, „Voodoo LTD.“, ist die Artie Wu / Quincy Durant – Trilogie von Ross Thomas vollständig rezensiert. Und damit man nicht unnötig suchen muss, habe ich alle drei Rezensionen in einem Artikel ins →Krimikultur-Archiv gestellt. Ein grundsätzlicher Aufsatz dazu ist zwar im Moment nicht zu befürchten, für die Zukunft jedoch auch nicht auszuschließen…
Zweimal Kritik
„Mimis seien gewarnt: „Arme Leute“ ist anspruchsvolle Lektüre – voller Stil, voller Witz, und oft richtig schmutzig.“ – schreibt Ulrich Kroeger über die „Armen Leute“ in seiner →neuesten Kolumne bei den Alligatorpapieren. Schön.
WeiterlesenInterview: Biffy Clyro
Dem schottischen Trio Biffy Clyro gelingt der Spagat zwischen dem Stadion-Alternative Rock der Foo Fighters und dem Rock-Wahnwitz ihrer englischen Kollegen Muse immer besser. Der aktuelle Beweis ist ihr mittlerweile fünftes Album „Only Revolutions“,dessen Titel von dem gleichnamigen Roman des amerikanischen Schriftstellers Mark Z. Danielewski entlehnt wurde. Wie schon der Vorgänger „Puzzle“ wurde das Album mit Garth „GGGarth“ Richardson aufgenommen – allerdings nicht wie zuletzt in Kanada, sondern im sonnigen Los Angeles. Und das hatte seine ganz speziellen Gründe, wie Hinter-Net! im Interview mit Schlagzeuger Ben Johnston erfuhr.
Presseschau 12. November 2009
Der Tagesspiegel interviewt den großen Van Dyke Parks: ↑Stille Nacht mit Einstein
The Quietus interviewt Wayne Coyne: Near Death Experiences & Creative Rebirth
Konzertkritik im Tagesspiegel – Grizzly Bear: ↑Nervöser Wohlklang unter Einweckgläsern
Das Musikblog der Süddeutschen mit einem ↑Norah Jones-Interview: Willie Nelsons Joints sind unglaublich stark (und sie hat nicht inhaliert)
Declan Burke gibt auf
Zwei Bücher hat der irische Krimiautor Declan Burke herausgebracht. Hochgelobt in den angloamerikanischen Landen, noch nicht ins Deutsche übersetzt, von Bernd Kochanowski indes auch hierzulande gepriesen. Burke führt zudem einen feinen Blog mit dem hintersinnigen Namen →Crime Always Pays, und auf diesem teilte er nun seiner bestürzten Leserschaft mit, er gebe das Schreiben von Krimis auf. Er müsse eine Familie ernähren, was ihm mit journalistischen Arbeiten besser gelinge als dem mühseligen Zusammenbosseln von „fiction“, dieser zeitraubenden und schlechtbezahlten Tätigkeit. Wir soll man sich eines gutes Gewissens erfreuen, wenn man seine Familie vernachlässigt, sie in ökonomische Nöte stürzt – und das werte Publikum, aller Jubelarien zum Trotz, dann doch lieber zum üblichen Massenfroufrou greift?
WeiterlesenPresseschau 11. November 2009
The Quietus interviewt Jarvis Cocker: ↑Complicating The Human Animal In Fantastic Mr Fox
Die taz über ein Konzert und den Artrock der Grizzly Bears: ↑Seltsames Verlangen nach Soul
In short, no one knows the music industry better than Butch Walker. Der erste Teil (von dreien) eines Interviews mit dem Musiker/Produzenten bei PopMatters: ↑The Gospel According to Butch: Part 1—The Producer
Ross Thomas: Voodoo, LTD.
Der Stein, der alles ins Rollen bringt, ist ein Kieselchen, wenn überhaupt. Das erfahren wir natürlich erst zum Ende des Romans, aber gedacht haben wir uns das schon früher. Denn irgend etwas an „Voodoo, LTD.“, dem abschließenden Teil von Ross Thomas‘ Wu/Durant-Trilogie, ist von Anfang an merkwürdig, nein, die ganze Story ist es. Völlig unglaubwürdig, überkandidelt – man kann es nennen wie man will. Also: ein Fehlgriff?
WeiterlesenElse kriegt Auguste
Toll, jetzt hat auch die gute Else Laudan einen Staubfänger im Büro rumstehen. „Die Goldene Auguste“ nämlich, den erstmals von den →„Mörderischen Schwestern“ verliehenen Preis für Personen, die sich um die Kriminalliteratur von Frauen verdient gemacht haben.
WeiterlesenEditors: In This Light And On This Evening
Editors waren seit jeher eine sogenannte Liebe-Hass-Band. Viele mögen sie, ebenso viele scheinen sie zu hassen. 2007 traten sie beispielsweise auf dem größten französischen Rockfestival „Les Eurockéennes de Belfort“ auf. Sänger Tom Smith machte einen derart schieren, irgendwie apathischen Eindruck, so als hätte er sich kurz vorher erst die Nadel einer Heroinspritze aus dem Arm gezogen. Es war ein äußerst irritierendes Erlebnis, ihn so auf der Bühne zu sehen.
Presseschau 10. November 2009
taz-Interview mit der Goldenen Zitrone Ted Gaier: ↑Kultursozialismus? Da haben wir gelacht
Die Welt: ↑Arctic Monkeys reifen von Schuljungen zu Männern
Der Sack Reis ist umgefallen. Die aktuelle CD indiziert. Gähn. Denkt wohl auch Matthias Heine in der Welt: ↑Rammstein – öde Tabubrüche für Einfältige
Thomas Winkler in der Frankfurter Rundschau über Antye Greies neues Album „Einzelkämpfer“: ↑Bewusste Leerstellen
The Quietus interviewt Captain Sensible: ↑On Why He Likes Trains
Sympathie auf der Couch
Ach so, ach ja, beinahe vergessen: Meine →November-Kolumne auf der Krimicouch ist endlich online. Es geht um Sympathieträger einst und jetzt und warum sie es geworden sind und was das mit Trivialliteratur und Nichttrivialliteratur zu tun hat und überhaupt… Gesegnete Lesemahlzeit wünsch ich!
Presseschau 9. November 2009
Die taz über Raz Ohara: ↑Öfter mal ausatmen
Der Tagesspiegel über ein Arctic Monkeys-Konzert: ↑Atem raubend
Pitchfork ↑interviewt Kraftwerk (also Ralf Hütter)
↑Re-Meet the Beatles – PopMatters widmet den Fab Four eine ganze Woche
1997: Notes From Underground
Victory Records ist längst nicht mehr das Hardcore-Label, das es einst war. Seit geraumer Zeit hat man sich in dessen Hauptquartier in Chicago auch anderen Genres geöffnet. Gott sei Dank. Es gibt nichts langweiligeres als Engstirnigkeit bzw. den berühmten Tunnelblick. Für Hardcore-Fanatiker ist das allerdings immer noch ein erstaunlicher Entwicklungsschritt.
Jochen Schmidt: Gangster, Opfer, Detektive (erster Eindruck)
Ein Ziegelstein? Eher ein Backstein. Unhandlich und kiloschwer, kein Schnäppchen aus der Krabbelkiste: Jochen Schmidts „Gangster, Opfer, Detektive“ in überarbeiteter, aktualisierter und stark erweiterter Neuausgabe der Erstveröffentlichung von 1989 bei Ullstein. 1127 Seiten, Großformat. Ein Buch, über dessen Existenzberechtigung nicht zu streiten ist, ein Buch aber auch, das nur dann wertvoll wird, wenn man sich MIT IHM streitet.
WeiterlesenPresseschau 6. November 2009
20 Jahre Mauerfall bringen auch das musikalisch Schlimmste ans Tageslicht (nicht alles lässt sich so einfach wie U2 hinter einer Mauer verstecken). Die taz über musikalische Missverständnisse zum 9.11.89: ↑Der Mauerbarde David Hasselhoff
Die taz über Robbie Williams: ↑Führerscheinlos im Präriestaub. Alternativ dazu die Frankfurter Rundschau: Butterweich bis zackig. Oder die Welt: Es geht ihm gut. Und in der FAZ gar die CD der Woche
The Flare-Up!: Whip ‚Em Hard, Whip ‚Em Good
Flareup heißt einer der Transformers – gewusst? Wir auch nicht. Ist auch völlig nebensächlich. Interessanter ist derweil, dass sich Nicke Andersson für The Flare-Up! begeistern kann. Andersson spielte vor einigen Jahren bei Entombed, um diese dann für The Hellacopters links liegen zu lassen. Nun steht der gute Mann also auf The Flare-Up! und hat diese gleich für einen Vertriebsdeal bei seiner Firma Sound Pollution verpflichtet.
Nach oben offen
Wusst ichs doch, dass die Bewertungsskala auf der Krimicouch (1 – 100) für die →„Armen Leute“ nicht ausreichen würde. Momentan steht das Buch bei 189 Grad, d.h. es brodelt gewaltig. Und, siehe Titel, nach oben sind keine Grenzen gesetzt…
Anderswo besprochen
Mit der monatlichen Krimicouch-Kolumne kann ich heute nicht dienen – die Kollegen arbeiten noch dran. Aber zwei neue Rezensionen sind schon zur Besichtigung freigegeben. Einmal mit nickendem (→Bohnet Pleitgen), einmal mit geschütteltem Kopf (→Horst Bosetzky) gelesen. Und die Kolumne reiche ich nach, versprochen.
Presseschau 5. November 2009
Die Mauer steht wieder. Dank U2. Michael Pilz in der Welt über die Verleihung der europäischen MTV Awards: ↑Aufgeladen für Millionen
↑Yesterday’s Jukebox PopMatters über das gerade in einer Deluxe-Edition wiederveröffentlichte Nirvana-Album „Bleach“.
In seiner Öligkeit perfekt. Der Spiegel hört zwei akuelle Coverversionen von Foreigners „I Want To Know What Love Is“: ↑Fiep, fiep, fiep, Mariah hat uns lieb
Der Tagesspiegel über die neue (CD, natürlich) von Robbie Williams: ↑Groß zu sein, bedarf es wenig
Die FAZ über Julian Casablancas:↑ Die elfte Dimension
Das allerletzte Tabu
Frauen. Sie denken anders, lieben anders, schreiben anders und fahren anders Auto. Anders als die, aus deren Rippen sie entstanden sind. Daran hat man sich im Laufe der Evolution gewöhnen müssen und eigentlich klappt das Zusammenleben trotz aller Widrigkeiten recht gut, manchmal jedenfalls. Aber jetzt: Könnte es sein, dass Frauen auch anders Krimis lesen? Und, natürliche Konsequenz, auch anders rezensieren?
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