Frank Göhre: Seelenlandschaften

Manchmal ist es schon sinnvoll, die im Laufe eines Schriftstellerlebens verstreuten Kleinigkeiten in einem Bändchen zu sammeln. Schon, damit nun klar ist, dass die Kleinigkeiten gar nicht so klein sind. „Seelenlandschaften“ hat Frank Göhre seine Sammlung von Vor- und Nachworten, Glossen, Reportagen und Porträts genannt, im Untertitel „Annäherungen, Rückblicke“, alle der Kriminalliteratur und ihren Protagonisten gewidmet, aber auch immer: Annäherungen an Frank Göhre, Rückblicke auf sein bisheriges Schaffen.

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Verlagsinteressen

Wenn Herbert Burda in der FAZ einen Artikel schreibt ( →Wir werden schleichend enteignet) interessiert das hier normalerweise niemand. Spätestens aber wenn er fordert, „den Begriff des Leistungsschutzes weiter zu fassen“ sollte man genauer hinsehen. Anja Seligr vom Perlentaucher hat das schon mal gemacht: 

Dies alles wird gefordert nicht zugunsten einer freien Presse, sondern zum Schutz überkommener Geschäftsmodelle. Die Zeitungen werden schamlos für Lobbyarbeit in eigener Sache benutzt und sprechen schon damit jeder Form von Qualitätsjournalismus Hohn.

Die vierte Gewalt ist jetzt im Netz

P.S.: Ja, es ist die gleiche FAZ, die auch schon die Initiatoren des „Heidelberger Appells“ ausgiebig zu Wort kommen ließ, denen es ja auch vor allem um Leistungsschutzrechte ging. Passend dazu noch ein Lesetipp: Joachim Losehand im Freitag-Blog →Wir sind Troja – oder: Die FAZ scheißt auf Elke Heidenreich.

Chez Véro

Von ihrem ersten Gehalt hat sich wtd-Mitarbeiterin Anna Veronica einen Blog gekauft. Für ihren Einstand war da natürlich wieder „kein Geld“ da, aber nächsten Monat sollen sie dann knallen, die Champagnerkorken. Wir entkorken zur Feier des neuen Blogs →„Le Véro“ schon mal ein feines Fläschchen der lustigen Witwe…

Leser/innen gesucht!

Ja, ja, könnt jeder kommen. Leserinnen und Leser suchen sie alle. Aber wir suchen natürlich ganz besondere Leserinnen und Leser. Solche nämlich, die uns Auskunft über ihr Krimileseleben geben wollen. Wie reingeschlittert, welche Vorlieben, wo informiert man sich, was vermisst man, auf was könnte man verzichten? Kleine Interviews im großen Rahmen der „Krimikultur“. Veröffentlicht hier bei wtd und… das verrate ich noch nicht, Überraschung. Also Mut! Ich frage schon nichts Privates. Wir machen das per Email, wir haben jede Menge Zeit und ganz bestimmt viel Spaß. Einfach →hier melden.

Probleme

Ich weiß, einige von euch haben zur Zeit Probleme mit der ordnungsgemäßen Darstellung von wtd (Partnervermittlungsanzeigen und so…). Woran das liegt, weiß nur Chef Walter selbst. Er wurde strengstens ermahnt, sich zu outen, wir warten noch auf Rückantwort und fassen uns bis dahin fassungslos in Geduld. Sorry.

Little Feat

Liebe Corso-Moderatorin,
ob der heute vor 30 Jahren gestorbene Lowell George wirklich kleine Füße hatte weiß ich nicht, bin aber doch ziemlich sicher, dass er seine Band nicht danach benannt hat.
Oder zeichnet sich hier schon ein neues Feature am Horizont ab: „Legasthenie in der Rockmusik“ (mit Frank Supper, The Beetles, Bedfinger, Kings of Lyon, Herr Bert Gröhne-Meier und Def Leppard)?

Sky Saxon

In dem Mediengetöse um den Abgang von Michael Jackson ist fast untergegangen, dass es am gleichen Tag auch eine Größe der 60er Jahre erwischte: Sky „Sunlight“ Saxon (eigentlich: Richard Marsh), Frontmann der Seeds (“Pushin’ Too Hard”) starb am vergangenen Donnerstag in einem Krankenhaus in Austin an Nieren- und Herzversagen.

Nachruf im Guardian

Offizielle Website

1994 – 2009

15 Jahre sind eine lange Zeit. Eine Zeit in der manche ihr Abitur machen, sich zum fünften Mal von großen Liebe trennen, lernen wie man Souffles macht, überlegen, die FDP zu wählen, es dann doch nicht tun, eine Fremdsprache lernen, zum Akupunkteur gehen, nicht zur Darmspiegelung gehen, sich unsterblich in Michelle Pfeiffer verlieben, einen guten Freund zu Grabe tragen, einen Abschluss machen, bei der Steuer bescheissen, heiraten (nicht Michelle Pfeiffer), doch noch ein Kind kriegen, zum dritten Mal eine Beule ins Auto fahren und sich zum ersten Mal richtig darüber ärgern, fast auf eine Demo gehen, zum ersten (und – großes Ehrenwort – letzten) Mal pauschal nach Malle fahren, über Witze lachen, deren Pointe „Frisur egal“ lautet, sich schon ein bisschen vor dem Alter fürchten und endlich einsehen, dass Kerner kein Journalist ist. Weiterlesen

Nicht literaturfähig

„Ein Porsche-Krimi wäre ein ziemlich langweiliges Buch“: sagt Krimiautor Wolfgang Schorlau in einem aufschlussreichen →Interview (→via) – und folglich wird er ihn nicht schreiben. Aber Kollege Heinrich Steinfest differenziert: „Mein Interesse gilt ja dem Abstrusen und Grotesken in der Welt, und beides ist in diesen Konzernen massiv vorhanden. Mich beschäftigen freilich nicht bestimmte Firmen, sondern die Strukturen, die Strukturen von Macht, auch die Frage, inwieweit solche Unternehmen ein Eigenleben in unserer Gesellschaft führen.“

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Zwei Nachrichten

Morgen muss die wtd-Küche leider kalt bleiben, aber deshalb packe ich heute halt noch ein bisschen mehr auf den Teller. Einmal den Hinweis, dass man am Samstag etwas Längeres über Eric Ambler und seinen Roman „Der Levantiner“ beim Titelmagazin wird lesen können. Dann die Botschaft, dass die Krimicouch den →Grimme Online Award gewonnen hat. Glückwunsch den Kolleginnen und Kollegen. Und, quasi als Permanenthinweis: Die →IG Krimikultur wartet auf euch und eure Ansichten.