Traumberuf Krimirezensent! All die dicken Bücherpakete, die einem der treulich seinen tariflichen Mindestlohn ablatschende Postbote schwitzend ins Haus bringt! Kostenlos! Und die Kugelschreiber zu Weihnachten! Die Taschenkalender! Anlässlich der Buchmesse gibt’s gratis lauwarmen Kaffee, der Verleger kotaut, als wärs eine Übung in der Muckibude, und die blutjunge Praktikantin – natürlich eine blonde Germanistikstudentin! – hängt einem bewundernd an den Lippen und spielt versonnen mit dem Schlüssel zu ihrem Hotelzimmer. Ja! Traumberuf!
WeiterlesenVorläufiges aus der Zwischenzeit
Die Zukunft der Krimikritik ist digital und liegt im Internet. Ja. Nein. Eventuell. Aber ganz anders. Jedenfalls: Der kalte, weil niemals erklärte Krieg zwischen den Parteien hat längst begonnen. Voila, die Frontlinien in diesem Stellungskrieg: Hier die „Professionellen“; Journalisten, manche mit literaturwissenschaftlichem Hintergrund, manche nur im Gewerbe, weil sie „auch Krimis“ lesen. Sie schreiben für Geld, und das ist völlig in Ordnung. Dort die „Dilettanten“ in Schopenhauerscher Definition. Liebhaber, die um des geliebten Gegenstands willen schreiben, nicht für den schnöden Mammon, der durch andere Tätigkeiten in die Haushaltskasse fließen muss.
WeiterlesenIain McDowall: Der perfekte Tod
Seit kurzem bin ich ja auf Bewährung beim „Titel-Magazin“, wo Thomas „Zielgruppenschreck“ Wörtche den Samstag-Krimitag verantwortet. Für mich ist das wichtig, denn hier locken Rum und Ähre, also Schnaps und Korn. Aber: Wenn meine Rezensionen nicht wenigstens 10.000 Mal angeklickt werden, krieg ich die Kündigung. Also: Bitte lesen Sie dringend meine Besprechung von Iain McDowalls →„Der perfekteTod“. Lesen Sie dazu die →Pieke-Biermann-Rezi, hervorragend angefertigt vom Bruder Ulrike Nollers. Und auch gleich →das Interview dazu. Und etwas zu Jenny Silers →„Portugiesische Eröffnung“. Und zu →„Weiße Nächte“ von Rainer Gross. Und ein →Krimigedicht von Frank „Tantenmörder“ Wedekind. — Also lesen! Holt mich endlich aus meinem Bloggerelend!
Zielgruppe
„Was hilft, viele Bücher zu verkaufen?“ Weiß ich doch auch nicht. Aber ER weiß es: TW, der Noch-aber-nicht-mehr-lange-Krimipapst. Sein launiger, für das Sommerheft der „Buchkultur“ geschriebener Aufsatz über Zielgruppen und, unter anderem, auch Blogger, kann jetzt bei →Kaliber .38 eingesehen werden.
Böser Verdacht
Ich mag Frauen. Sie sind anders. Nicht so langweilig wie Männer. Riechen besser. Meistens. Können auch mal zuhören. Sind sensibler. – Also: Ich liebe Frauen. Nur: Warum bringe ich sie dann um?
Weil sie nicht rechnen können? Einmal im Monat schlecht drauf sind? – Kaum. Aber es ist so. In „Menschenfreunde“ stirbt – eine Frau. Auch in den drei stilistisch und dramaturgisch höchst unterschiedlichen Konzepten für den Nachfolgeroman muss jeweils eine Frau dran glauben. Ich bin entsetzt.
Der Ernst des Lesens
Drei schöne lange Jahre lang konnten wir unseren Rezensenten-Azubi Jochen König vor den Fallstricken des Daseins, dem Morast des Alltags, der Verludertheit des Menschen schützen. Er hat etwas gelernt (manchmal), er hat die Segnungen des Rezensionsreservats wtd (Whirlpool, freie alkoholische Getränke, Zwangspraktikantinnen) genutzt (ständig) – doch jetzt, nach bestandener Prüfung („befriedigend“) weht ihm der Wind der Welt um die Ohren; und siehe: es ist ein stürmischer.
WeiterlesenAssoziationsketten
Zufälle gibts nicht. Zwei Stunden Zugfahrt. Da kann man in Ruhe nachdenken. Über Radiofrequenzen und Retrogrades, über schrille Cover und Marktmechanismen. Einsteigen.
WeiterlesenVerfügbar

Obiges Produkt ist verfügbar. Beim Verlag. Nicht bei mir, meine Autorenexemplare müssen den ganzen weiten Weg von Berlin zu Fuß zurücklegen. Rezensionsexemplare gehen hoffentlich auch bald raus (nicht zu Fuß), Kaufexemplare gibts beim →Verlag, bei der freundlichen Buchhändlerin, dem freundlichen Buchhändler um die Ecke oder im großen Internethandel. Georg? Lesebefehl erteilen!
Nachtrag: Ich sehe gerade, dass euch der Verlag auch eine umfangreiche Leseprobe spendiert.
van de Wetering +
Eigentlich wollte ich euch die Nachricht, dass ich morgen unterwegs bin und nicht bloggen kann, als eine „traurige“ verkaufen. Und muss dafür eine wirklich traurige bekanntgeben: Janwillem van de Wetering ist am 4. Juli im Alter von 77 Jahren in Maine, USA gestorben.
Neu bei den Glorreichen Sieben
Seit neuestem gibt der Blogger kund, welche sieben Werke der Kriminalliteratur ihm im laufenden Kalenderjahr am besten gemundet haben. Jetzt wird es Zeit, die Liste (in der rechten Leiste, wenn man den Beitrag anklickt) ein wenig zu aktualisieren. Was nicht heißt, dass die Ausgestoßenen des Lesens nicht mehr wert wären. Aber ab und zu muss was Neues rein.
WeiterlesenWeichgekochtes
Hard Case Crime? Interessiert mich nur am Rande. Ich kenne bisher nur die ersten drei erschienenen Bände der deutschen Reihe und die nicht einmal vollständig. Neben dem netten Block gibt es da einen höchst überflüssigen Bruen / Starr und einen Guthrie, den ich angelesen, dann aber zugunsten wichtigerer Lektüre beiseite gelegt habe. Auch über die Lizenzpolitik bei Rotbuch vermag ich, da kein Insider, nichts Erhellendes zu sagen. Und die Cover? Je nun, es gibt gewiss Grauenvolleres, was aber kein Argument pro und contra sein kann.
WeiterlesenKlarstellungen
Unvorstellbare Szenen vor deutschen Bahnhofsbuchhandlungen. Verzweifelte Krimifans bedrängen noch verzweifeltere Verkäuferinnen und verlangen nach „wtd – die Krimizeitschrift“. Gibt’s aber nicht. Kein Hochglanz, keine erbauliche Zwischendurchlektüre beim Warten auf die Straßenbahn.
WeiterlesenTitelsamstag
Braungebrannt und endlich wieder nüchtern: Thomas Wörtche, verantwortlich fürs Kriminelle beim „Titel-Magazin“, ist aus dem Urlaub zurück und legt jetzt richtig los. Heute lesen wir ein Porträt von Stuart MacBride, diverse Rezensionen (Colin Cotterill, John Connolly, Jean-Christophe Rufin) sowie – ein Gedicht von H.C. Artmann. Bei so viel lyrischer Besinnung tut dann der Rundumschlag von Le Chef persönlich richtig gut. Die neue Kolumne „Markt & Totschlag“ preludiert mit einer kritischen Betrachtung des aktuellen Hardboiled-Hypes. Und wo gibts die ganze Bescherung? →Hier natürlich.
Janwillem van de Wetering
Der niederländische Krimiautor stirbt 77jährig.
Analogie
Vor manchen Fragen scheut man ja instinktiv zurück; und vor keiner so angewidert wie vor der, was denn „Krimi“ eigentlich sei. Meine Erfahrung sagt mir: Je intensiver ich mich um eine Definition bemühe, desto mehr zersplittert der Begriff an sich. Eine andere Frage jedoch bleibt fruchtbar; nicht weil sie sich schlüssig beantworten ließe, sondern weil die Beschäftigung mit ihr immer neue Fragen aufwirft, die für sich schon Erkenntnisse sein können. Wann wird etwas als Krimi wahrgenommen – und wann nicht? Und warum?
WeiterlesenPieke verfinstert den Tag

„Es beginnt am hellichten Tag“: in Pieke Biermanns aktueller Kriminalreportage, die man am Freitag, dem 4. Juli 2008 im RBB-Inforadio 93,1 um 10:27 und 13:27 Uhr hören und am Sonnabend, dem 5. Juli 2008 im TAGESSPIEGEL lesen kann (oder per Klick aufs Radio). Aber das ist nichts weniger als sonnig und freundlich, was uns Pieke da zu berichten hat: Kinderpornografie, Kindermissbrauch. Finster ists unter dem Asphalt von Berlin.
WeiterlesenEin Tagungsbericht
Wieder einmal freuen wir uns, Ihnen einen Bericht unseres Partnermediums, des Itzehoer Volksboten, zur Lektüre anbieten zu können. Die Kollegen von der papiervernichtenden Zunft haben sich auf einem für alle Liebhaber spannender Kriminalliteratur interessanten Kongress umgeschaut…
WeiterlesenDeutschland …

… spielt jetzt wieder Golf! Viel Erfolg!
Röhrende Zwanziger

Ja, war schon was los, damals, 1929. Börsenspekulanten plumpsten aus 33. Stockwerken, elegante Damen mit Federn an den Topfhüten hoben die Beine zum letzten Charleston, im deutschen Straßenbild tauchten immer mehr Männer mit Charlie-Chaplin-Bärtchen auf. Apropos: Auch „Die Drei aus Hollywood“ brechen zu einem Abenteuer auf, jetzt in der →„Criminalbibliothek des 19. und frühen 20. Jahrhunderts“ unter dem Autorennamen Herbert Rosenhayn nachzulesen. Wir wünschen viel Vergnügen.
Ein deutsches Trauerhalbjahr?
Die ersten sechs Monate des Krimijahres 2008 sind glücklich überstanden. Erkenntnisse? Neue Trends? Empfehlungen? Gewiss, gewiss. So schlecht war das Halbjahr nicht – jedenfalls nicht international. Wie aber sieht es hierzulande aus? Nun, leider: traurig.
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