Wirklich nur ein Zufall?

Soeben frisch ausgepackt: Bücher von Stieg Trenter („Eine Puppe für Samarkand“, Neuer Europa Verlag) und Leif G.W. Persson („Zwischen der Sehnsucht des Sommers und der Kälte des Winters“, btb). Na und?
Bücher kommen hier täglich an, aber – das hier sind schwedische! Schwedische! Ich krieg eigentlich eher mauretanische als schwedische und jetzt gleich zwei und das einen Tag nachdem mir der Band „Fjorde, Elche, Mörder. Der skandinavische Kriminalroman“, herausgegeben von Jost Hindersmann auf den Tisch geflattert ist! Zufall?

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Laura Lippman: Gefährliche Engel

Laura Lippman, so schrieb der Rezensent anlässlich des letzten Abenteuers ihrer Protagonistin Tess Monaghan, gehöre „zu den Lieferantinnen solider Spannungsware“. Dieses Urteil muss nach der Lektüre von „Gefährliche Engel“ revidiert werden: Denn nicht nur solide Spannungsware beschert uns die Autorin, auch fein ausgedachte Beobachtungen psychischer und weltlicher Kalamitäten hat sie im Programm.
Wobei das einzig leicht Ärgerliche an „Gefährliche Engel“ eben dieser deutsche Titel ist. Engel sind Alice und Ronnie, die beiden elfjährigen Mädchen nämlich nicht, gefährlich schon, denn sie entführen einen Säugling und töten ihn anschließend. Für diese Tat sperrt man sie sieben Jahre weg, Elfjährige, wohlgemerkt. Als junge Frauen werden sie in die Freiheit entlassen, doch als wiederum ein Kleinkind gekidnappt wird und sich herausstellt, dass sich die beiden Mädchen ganz in der Nähe des Tatorts aufgehalten haben, holt sie die Vergangenheit ein.

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Cerys Matthews: Never Said Goodbye

Ich geb’s zu: Ich hab mal eine Catatonia-CD verkauft, weil ich Cerys Matthews‘ Stimme nicht mehr ertragen konnte. Ein Fehler – ganz klar! Matthews ist jetzt ohne Band wieder da und hat in den vergangenen Jahren erkannt, dass es langfristig kein Kompliment ist, wenn man alle Jungs unter den Tisch saufen kann. Inzwischen ist sie Mutter zweier Kinder und neuerdings auch Mutter einer zweiten Solo-CD.

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Jahrbuch-Leckerli 1

Die heiße Phase des Krimijahrbuchs 2007 hat begonnen. Nach und nach trollen sich die Manuskripte in meinen Briefkasten, erste Fingerübungen zum Satz werden angestellt, Fotos begutachtet (ja, diesmal auch mit Bildern drin! Schwarz-weiß-schön). Wer bis Donnerstag 24 Uhr nicht geliefert hat, erhält in den nächsten Tagen dezenten Besuch zweier italienischer Herren, Spezialität: Finger brechen, Schultern auskugeln, Korrektur lesen. Selbiges gilt auch für Leser, die nicht so-fort vorbestellen. Und lieber eine kleine Extragabe des Herausgebers wollen als einen dicken Krankenschein. Kleinere Leckerli zum Appetitmachen werden ab sofort in unregelmäßiger Folge verabreicht.

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Seherische Fähigkeiten?

München (sid) Max Merkel ist tot. Der frühere Fußball-Meistertrainer starb am Dienstag, neun Tage vor seinem 88. Geburtstag, in seinem Haus in Putzbrunn bei München. Die Familie bestätigte eine entsprechende Vorabmeldung der Bild-Zeitung auf sid-Nachfrage.

Deftones: Saturday Night Wrist

Elf Freunde sollt ihr sein, oder auch fünf, oder vier. Was im Fußball selten funktioniert, klappt bei Rockbands noch lange nicht. Immer wieder faszinierend zu beobachten, wie Chino Morenos Kollegen sich in Interviews unverblümt über ihren Sänger auslassen und klarstellen, dass er eigentlich aus der Band fliegen würde, wenn er nicht so talentiert wäre. Und an Talent mangelt es dieser Truppe sicher nicht.

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Ken Bruen: The Killing of the Tinkers

Mit „The Killing of the Tinkers“, dem zweiten Band der Jack Taylor Reihe schreibt Ken Bruen die Darstellung eines Alkoholikerlebens am Rande des Abgrunds (und manchmal darüber hinaus) fort. Bestand am Ende von’The Guards’, dem ersten Buch der Jack Taylor Reihe, noch Hoffnung auf Rettung, da Taylor nach einer harten Entziehung trocken nach London zog, erfahren wir nun, dass er dort auf Dauer nicht zurecht kam. Die Schuld die er meint, auf sich geladen zu haben, sie lastete zu schwer auf ihm. Und als er ein Jahr später nach Galway zurückkommt, ist er nun auch noch kokainabhängig.

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Sarah McLachlan: Mirrorball – The Complete Concert

Die Frage muss erlaubt sein: Braucht man das komplette „Mirrorball“-Konzert, wenn bereits ein Zusammenschnitt mit 14 Songs vorliegt? Die Antwort lautet tatsächlich: Ja.
Mitgeschnitten beim Tourabschluss in Portland am 20. und 21. April 1998 bietet die Doppel-CD 23 Songs, denen das Livegewand besser steht, als der sonst etwas ätherische Studioklang. Beeindruckend ist Sarah McLachlans Stimme, die auf der Bühne um so vieles kraftvoller klingt und nicht für einen Moment die Brillanz verliert. Sollte hier einer nachträglich an den Masterbändern geschraubt haben, dann hat er einen perfekten Job gemacht.

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Mogwai: Zidane: A 21st Century Portrait

Die Sympathien der Schotten zu den Franzosen, das geht wohl auf die Historie zurück und damit auf ihre gleichsam gehegte Antipathie gegen die Engländer. Unter diesem Gesichtspunkt verwundert es etwas weniger, dass ausgerechnet die schottischen Leise-leise-laut-Treter Mogwai für das filmische Porträt des just mit einen Knall abgetretenen französischen Fußball-Idols die musikalische Untermalung besorgt haben.

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Ein handgemachter Mord

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(Ex-Kommissar Wickius, nach einer Intrige denk- und kommentarfauler Blogleser seines Amtes enthoben und in den vorzeitigen Ruhestand geschickt, kennt die Verbrechens- und Kriminalliteratur der letzten ca. 2500 Jahre in- und auswendig, er löst jeden Fall, indem er das literarische Muster dafür sucht. Und Sie? Wissen auch Sie, welche klassischen Fälle den hier in loser Folge geschilderten Mordtaten zu Grunde liegen? Dann nichts wie ran an die Kommentarfunktion! Für alle Unbelesenen gibt es die Auflösung immer ein paar Tage nach der Veröffentlichung der Geschichte.)

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Saosin: Saosin

Das US-Quintett Saosin hat das Problem, dass es sich erst zu Wort meldet, als eigentlich schon alles gesagt ist. Ihr Wortbeitrag wurde zwar erwartet, aber keiner wusste, wann es so weit sein würde.
Als Sänger Antony Green nach der vielversprechenden EP „Translating The Name“ (2004) ausstieg und die famosen Circa Survive formte, wurde es, von Tourneen und Internetstreiflichtern abgesehen, ruhig um Saosin. Wäre das selbstbetitelte Full-Length-Debüt schon vor zwei Jahren erschienen, hätte es der Emo-Welt wahrscheinlich die Sprache verschlagen. Jetzt kann man nur hoffen, dass der Cover-Käfer stark genug ist, um beim großen Krabbeln mitzuhalten. Verdient hätten es die Jungs allemal.

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Johann König: Gestammelte Werke

Wer Johann Königs aktuelles Programm „Johann König eskaliert“ gesehen hat, weiß, dass der Kölner mehr drauf hat als den somnambulen Stammler. Mit wenigen Worten skizziert er die Welt und schwenkt zwischen scheinbar Sinnlosem und Alltagsphilosophie geschickt hin und her. Im stillen Kämmerlein kann man das mit seinem ‚literarischen Debüt‘ nachvollziehen, das jetzt unter dem leider nur mäßig witzigen Titel „Gestammelte Werke“ erscheinen ist.

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