Zumindest namenstechnisch haben I Love You But I’ve Chosen Darkness alle Vergleiche gewonnen. Während sich alte und neue musikalische Verwandte mit kurzen Namen wie Joy Division oder Interpol schmücken, klingt der Bandname der Amerikaner wie der Anfang eines Gedichts.
WeiterlesenKrimikritik 1929
Der Literat Franz Blei, 1871 wohlhabend in Wien geboren, 1942 im Armenhospital von Westbury / New York gestorben, war ein rühriger Mensch. Er dichtete, er gründete Literaturzeitschriften, er förderte die Talente (Musil, Kafka, Robert Walser), er entdeckte die Vergessenen (ETA Hoffmann, Karl Philipp Moritz) neu. Und er schrieb „Zu Kriminalromanen“. So lautet der Titel jener kleinen Abhandlung in der Nr. 6 der „Roman-Rundschau“ von 1929.
WeiterlesenVIVA quizzt

Als ob die ganzen nervigen Klingeltonwerbungen nicht schon schlimm genug wären, hat sich VIVA jetzt auch noch ein nächtliches Quiz eingefangen – mit kostenpflichtigen Anrufen und einem Moderator, der pflichtschuldigst jede Menge Zeit totlabert. Aber wenigstens kann man bei VIVA formulieren wie bei keinem anderen Anrufsender:


Vanden Plas: Christ 0
Ausgerechnet die Pfalz rettet den Prog-Rock. Nicht dass die musikalische Qualität von Vanden Plas jemals im Vergleich zu ihrer Herkunft Kaiserlautern stand, aber ein so überragendes Album hätte ich von dem Quintett nicht erwartet.
WeiterlesenNoch ein Lob
Natürlich ist die bezaubernde und hochtalentierte Kriminaldichterin → Anobella befangen, wenn es um das → Krimijahrbuch 2006 geht. Doch wer sie kennt, der weiß: Sie ist auch integer. Was sie sagt, das stimmt einfach. Und was sagt sie so?
WeiterlesenSchlussfolgerung
Weiterlesen„Daß die Menschheit die Macht hat, zu strafen, das ist die Ursache jeder geistigen Rückständigkeit. Gäb‘ es keine Strafen, so hätte man längst schon Mittel gefunden, Verbrechen unmöglich, überflüssig und aussichtslos zu machen. Wie weit wären wir in allem, wenn wir Galgen und Kerker nicht hätten! Wir hätten Häuser, die nicht Feuer fangen, und es gäbe keine Brandstifter. Wir hätten keine Waffen mehr, und es gäbe keine Meuchelmörder. Jeder hätte, was er braucht und was er sich ersehnt, und es gäbe keine Diebe. Manchmal kommt mir der Gedanke: Wie gut es ist, daß Krankheit kein Verbrechen ist. Sonst hätten wir keine Ärzte, nur Richter.“
Alan Furst: Dark voyage
In Deutschland scheint nur Tobias Gohlis Alan Fursts Lied zu singen: Schon zweimal hat Gohlis dem Lob des Autors kostbaren Platz in seiner monatlichen Kolumne in der ZEIT zur Verfügung gestellt. Sehr groß ist ansonsten in Deutschland die Resonanz auf neue Bücher des Autors nicht. Zwei DKP aus den 80er Jahren zeigen, dass das einmal anders war. Der Edgar 1976 für den besten Erstling des Jahres bezeugt zudem, dass hier ein ehemaliges Talent und ein nunmehr routinierter Autor schreibt.
WeiterlesenHundred Reasons: Kill Your Own
Dem Genre Emo ging in letzter Zeit rapide die Luft aus. Keiner will mehr dazu gehören zu den bebrillten Gefühlsduselern mit Playmobil-Frisur. Bands, die gestern noch Emo waren, wollen jetzt wieder Indie sein und die kleine Schwester „Screamo“ ist auch keine Schublade, in der man feststecken will.
WeiterlesenThe Appleseed Cast: Peregrine
Das eröffnende Instrumental „Ceremony“ lässt noch nicht erkennen, um welche Band es sich handelt, aber beim direkt darauf folgenden, postrockenden „Woodland Hunter (Part II)“ kommt man schon kurz ins Grübeln, ob man wirklich die neue Appleseed Cast eingelegt hat. Ungestüm und rau poltert es aus den Boxen und schnell wird klar: Hier hatte keiner Lust auf Kuschelkurs.
WeiterlesenRaised Fist: Sound Of The Republic
Wer hätte gedacht, dass Raised Fist überhaupt noch einmal ein Album veröffentlichen würden? Schließlich erschien das letzte, ‚Dedication‘, im Jahr 2002. Vier Jahre Pause – zumindest veröffentlichungstechnisch – das ist an den Jungs aus dem hohen Norden nicht spurlos vorüber gegangen.
WeiterlesenUrbs & orbs

raphael
Ostergruß
„Heute ist mir“, bemerkt Chef Walter sardonisch lächelnd, „irgendwie danach, jemanden ans Kreuz zu nageln. Ich weiß auch nicht warum. Na, dpr, keinen Verriss in der Schublade?“
WeiterlesenMorningwood: Morningwood
Vorsicht ist geboten, wenn es heißt: „One of the hottest bands changing the New York soundscape“. An solch einem Spruch hat man sich schnell die Finger verbrannt. „Heiß“ trifft auf jeden Fall auf Morningwood-Frontfrau Chantal Chalet zu. Doch das nur am Rande. Morningwood sind zweifelsohne eine wilde Band. Der Album-Opener „Nü Rock“ ist ein Kracher.
WeiterlesenStieg Larsson: Verblendung
Mach dir die Dinge bewusst und gemach zueigen. Ent-schleu-ni-ge. Slow food. Nimm dir ne halbe Stunde Zeit für die Currywurst. Schling nicht so. „Verblendung“ von Stieg Larsson ist die Krimivariante dieser Philosophie. Und funktioniert. Jedenfalls über weite Strecken.
WeiterlesenMuriel Spark
Die schottische Schriftstellerin stirbt 88jährig in Florenz.
WeiterlesenFußballsammelbildchen 3

März 1941: Im Freundschaftsspiel Danzig – Litzmannstadt verweist der Unparteiische Böll den Danziger Schlussmann Grass nach wiederholtem Foul des Feldes. Litzmannstadt siegt verdient mit 4 : 2.
Kollegenkritik
Aus unserer beliebten Reihe „Blinde beklagen die Farblosigkeit der Welt“:
„Sowas wird heutzutage im Hardcover auf den Markt geworfen, der Autor sei ja schließlich der deutsche Mankell, verkündet der Verlag. Klar, dessen Schund verkauft sich ja auch ganz prima.“ (Eintrag vom 11.April).
Schon richtig. Was da so alles schund- und hardcovermäßig auf den Markt geworfen wird… → Hier weiß eine, von was sie spricht.
Unperson
Medienmogul Alfred „Silvio“ Miersch („Alligatorpapiere“, NordPark Verlag u.v.a.), besonderes Kennzeichen: trinkt seinen täglichen Champagner bevorzugt aus Autorenschädeln, hat zurückgeschlagen. Erbost über meine knallharte → Enthüllungsstory setzt er alle Hebel in Bewegung, mich zur Unperson zu erklären und aus dem kollektiven Gedächtnis der deutschen Krimibesserleser zu streichen (danke für die Formulierung, → Astrid!). Hier der Beweis:
WeiterlesenErich Loest: Der Mörder saß im Wembley-Stadion
Sieben Jahre Zuchthaus lagen hinter Erich Loest, als ihn wirtschaftliche Erwägung und politische Notwendigkeit zum Autor kriminalliterarischer Harmlosigkeiten machten. Das wäre eigentlich auch schon das Spannendste an „Der Mörder saß im Wembley-Stadion“.
WeiterlesenFußballsammelbildchen 2

Im Kampf gegen Fortuna Celle, Bargfeld im Sommer 1968