Norbert Sahrhage: Blutiges Zeitspiel
Sollen wir’s kurz machen? Dieser Krimi ist nicht besser oder schlechter als viele andere auch. Es regionalt ein wenig (Bielefeld und Umgebung!), ein paar biedere Bullen grasen auf der schon arg gemähten Wiese des Polizeikrimis, es geht um Handball und Mord und, am Rande, auch um etwas ganz, ganz Schreckliches. Gelesen, vergessen. Sollen’s doch die Piraten ins Internet stellen und als Umsonstkultur verscherbeln. Aber etwas bleibt haften. Nichts Gutes. Nein, diesmal nicht die Sprache, über die wollen wir gnädig hinweglesen. Es ist etwas anderes, nennen wir es einmal: den Ton.
Erklärung der deutschen Krimiautorinnen und -autoren
Zunächst einmal bitten wir um Nachsicht. Wir sind Autorinnen und Autoren, das heißt: wir schreiben, das Lesen ist nicht unsere Stärke, dafür sind die EndverbraucherInnen unserer Werke zuständig. Auch das wirkliche Leben interessiert uns eher weniger, was nicht verwundern sollte, tummeln wir uns doch bevorzugt im Kitsch eines Genres, von dem wir nicht wissen, wie es entstanden ist. Doch hat man uns neulich von bösen Menschen erzählt, die uns bestehlen wollen, so wie früher die Piraten auf dem Meer Handelsschiffe überfielen und ausraubten und das hat etwas mit Internet zu tun, aber sorry, davon verstehen wir auch ziemlich wenig, aber unser Verlag hat uns gesagt, wir sollen uns eine Homepage machen und bei Facebook vorbeischauen, das wäre gut für den Abverkauf.
WeiterlesenInduktion, Deduktion
Keine Rezension. Nicht dass mich Guido Rohms „Die Sorgen der Killer“ sprachlos gemacht hätte. Das schafft nur das unterirdisch Schlechte, das Schriftstehlerische, das also, dem das fehlt, was Rohms 13 Erzählungen allemal bieten: die Prägnanz der Sätze, die Unmittelbarkeit, mit der das Ungeheuerliche neben dem beiläufig Alltäglichen erzählt wird, das gut gefüllte stilistische Arsenal des Autors, das es ihm auch erlaubt, eine Geschichte in einem einzigen, seitenlangen Satz zu erzählen, ohne dass der innere Geschmackstaxameter auf „Manierismus!“ pegelt. All das steckt in den Erzählungen wie zuvor schon in den Romanen Guido Rohms, auch Humor, der nicht zum Lachen ist und das Tragische, das natürlich zum Lachen ist. Nennen wir das ruhig einmal die Dialektik des Seins, gar nicht philosophisch, einfach nur beobachtend, in Wörter kondensiert, aufgeschrieben.
Tag 100
Sektgläser, die in ihrer Schönheit und Anmut wirken als hätte ich sie bei einem Stehempfang des SPD-Kreisverbands Bliesmengen-Bolchen mitgehen lassen. Weiterlesen
Tag 99
Junge Römer.
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Tag 98
Gerade aus einem möglicherweise auch zu entsorgenden Buch gefallen: eine 9 Jahre alte Fahrkarte. Aus den Zeit, da meine Eltern noch im Rheinhessischen lebten und ich als guter Sohn und überzeugter Nichtautofahrer eben auf die Dienste der Deutschen Bahn angewiesen war.
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Tag 97
Krautrock, irgend jemand?
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Tag 96
Und wieder ein Haufen Videokassetten. Weiterlesen
Wolfgang Burger: Die falsche Frau
Ein Heidelberger Polizeikrimi. Muss das sein? Wo sich Regionalität und Beamtentum paaren, da erblickt Langeweile das Licht der Welt. Verkauft sich natürlich gut, traurig genug, Autorinnen und Autoren nehmen aber in Kauf, sich in einem Panoptikum voller totformulierter Gemeinplätze zu bewegen. Überhaupt: Regiokrimi ist out (das Publikum hat es nur noch nicht gemerkt), Polizeikrimi ist out (die Schreiber derselben haben es nur noch nicht gemerkt). Da geht man mit einer gehörigen Dosis Skepsis an Wolfgang Burgers „Die falsche Frau“, wie in einen falschen Film sozusagen, aber bevor man sich mit Popcorn in den Schlummerzustand frisst, wird’s dann doch noch ein unterhaltsamer Abend.
Tag 95
Familienerinnerungen:
Tag 94
Texte schreiben am Computer fällt mir leicht. Naja, nicht wirklich leicht. Aber es geht mir besser von der Hand als die traditionelle Textwerkerei mit Papier und Stift. Texte am Computer korrigieren hingegen klappt fast gar nicht. Das erklärt auch die vielen Rechtschreib- und Interpunktionfehler im Hinternet. In Wirklichkeit bin ich nämlich gar kein Legastheniger. Weshalb ich früher manchen korrigierungsbedürftigen Text lieber ausgedruckt habe. Zum Beispiel Seiten unseres →Historischen Kalenders. Natürlich nur Teile, denn bei mehr als 14000 Einträgen käme da einiges zusammen und die druckerpatronenherstellende Industrie würde auf den Tischen tanzen.
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Zukunft des Kriminalromans?
Na, das ist ja mal eine besondere Montagsattraktion! Ludger Menke →bespricht den „Boten“ und mag ihn sogar. „Ein verstörender und unbequemer Roman, dessen kraftvoller Realismus gebrochen und veredelt wird durch die bildstarken Phantasie des Autors. Die Mechanismen von Macht und Ohnmacht, von Durchtriebenheit und Dummheit legt Rudolph in einem zukunftsweisenden Stück Literatur offen.“ Und weils so schön ist, finden auch → „Die Sorgen der Killer“ des geschätzten Kollegen Guido Rohm ihre angemessene Würdigung.
Tag 93
Das Begleitheft zu einer Lou Reed-Werkschau-Multi-CD-Box. In einer Zweitausendeins-Bude irgendwo in dieser Republik in der Ramschkiste gefunden. Und gekauft. Zur Unterfütterung eines geplanten Lexikonartikels über good old Lou.
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