Alligatorvertreten

Ihr habts schon gemerkt: Zum Alligatorvertreten hab ich heuer keine Zeit. Was sich dieses faule Herrenhandgelenktäschchen aber auch ständig erholen muss… Ab und an stoße ich natürlich beim alltäglichen Surfen auf diesen und jenen Fund.

Heute etwa, wie immer pünktlich am letzten Freitag des Monats, auf des Kollegen W. Kolumne im →„Freitag“, wo er sich mit organisierter Kriminalität beschäftigt. Lesen. Bald gibt es das auch bei „kaliber .38“, wo seit wenigen Tagen immerhin zwei Rezensionen von Pieke Biermann auf LeserInnen warten. Einmal über ein Buch, in dem →„Polizistinnen erzählen“, und dann noch Ian Rankins neuen Schmöker →„Ein Rest von Schuld“ betreffend. So. Das wärs für heute mit dem Alligatorvertreten.

Glorreich und neu

Alles muss raus. Neues muss her! Auch bei den „Glorreichen Sieben“. Naja, nicht „alles“, aber doch vier Stammgäste mussten weichen. Nicht weil sie über Nacht schlechter geworden wären, sondern weil die unbarmherzigen Gesetze des Marktes frisches Blut heischen. Und die Neuen? Sind noch nicht besprochen. Werden es aber. Einmal, im Falle von „Citizen Sidel“, gar sehr ausführlich und merkwürdig, wobei noch nicht einmal sicher ist, ob wir es hier tatsächlich mit einem empfehlenswerten Buch zu tun haben. Hier schon mal die Daten der glücklichen Neuankömmlinge:

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Zeitungsausschnitte

Helft mal einer netten Dame. Kennt ihr Krimis, in denen Zeitungsausschnitte eine (möglichst bedeutende) Rolle spielen? Leonardo Padura, Der Nebel von gestern und, wenn ich mich nicht gänzlich täusche, Henning Mankell, „Kennedys Gehirn“ sind mir selber eingefallen. Und ein dritter Titel drängt gerade ins Bewusstsein, sträubt sich aber noch ein wenig. Also? Zeitungsausschnitte, Buchstaben aus Zeitungen, aus denen Erpresserbriefe zusammengesetzt werden… Poe? „Marie Roguet“? Arbeitet er mit Ausschnitten oder den kompletten Zeitungen? Muss ich mal nachgucken…

Pieke arbeitet nachts

pieke.gif

Berlin, wenn es dunkel wird. Prächtige Boulevards, gute Stimmung, freundliche Menschen. Probleme? Nö, wo denn? Na, vielleicht in Wedding? Ach was! – In ihrer neuesten Kriminalreportage legt Pieke Biermann eine „Nachtschicht am Kiez“ ein und berichtet wie immer aus der Wirklichkeit jenseits der Propaganda. Am Freitag, 26. September 2008 im RBB-Inforadio 93,1 um 10:27 und 13:27 Uhr und am Sonnabend, 27. September 2008 in
DER TAGESSPIEGEL. Und im Internet, wenn man weiß, wie man auf eine Grafik klickt.

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Showpopulist

Stefan Raabs Show geht als eine der erfolgreichsten im deutschen Fernsehen als eindeutiges Argument gegen die Demokratie durch. Wenn Raab sich in seiner überheblichen, dummdreisten Art über die unbeholfene und nicht gerade souveräne Sprecherin einer Kleinstpartei lustig macht und ihre Forderung nach einem Grundeinkommen – keineswegs ihre Erfindung, sondern eine seit langem diskutierte Alternative für den Sozialstaat – als lächerliches Hirngespinst darstellt und sich das Publikum dabei feixend auf die Schenkel klopft, dann möchte man lieber nicht dabei sein, wenn der Dumpfionär und seine Anhängerschaft über viel weiter reichende Gesellschaftsmodelle abstimmen müssten.

Johnny Haeusler: →Der Maulwurf aus diesem Internet

Pieke lives! Live!

Denn Pieke hat ein Buch geschrieben und eins übersetzt. Deshalb kommt sie mal aus ihren vier Wänden raus und liest uns was vor. Die schlechte Nachricht: Sie kommt wieder nicht nach Saarbrücken. Also muss unsereiner zur Buchmesse gondeln. Aber was tut man nicht alles für regelmäßige Leserinnen dieses Blogs! Hingehbefehl! Und jetzt die Termine in Piekes own words:
Wer Bücher schreibt oder Bücher übersetzt, darf damit raus – direkt zum Publikum.

Ich hab dies Jahr ein Buch geschrieben

DER ASPHALT UNTER BERLIN

und eins übersetzt

ANYA ULINICH, PETROPOLIS

und hier sind die Termine:

27. September 2008
11 Uhr
Lesung “Der Asphalt unter Berlin”
Kriminalgericht Moabit, Saal 500
Turmstraße 91
10559 Berlin-Moabit

*
2. Oktober 2008
(Uhrzeit folgt)
Lesung “Der Asphalt unter Berlin”
Einkaufscenter DAS SCHLOSS
Schlossstr.34
12163 Berlin-Steglitz

*
13. Oktober 2008
18 Uhr
Lesung mit Anya Ulinich, “Petropolis”
(als ihre Übersetzerin)
Moderation: Peter Korfmacher (Leipziger Volkszeitung)
Hugendubel Leipzig
Peterstr.12
04109 Leipzig

*
Frankfurter Buchmesse:

am Pendragon-Stand
Halle 4.1 F 147
(Termine dort erfragen)

16. Oktober 2008
17 Uhr
Präsentation “Petropolis”
mit Anya Ulinich und Jasmin Tabatabai (Hörbuch)
FOCUS Forum Hörbuch Halle 4.1

18. Oktober 2008
11:30
mit Anya Ulinich im
Lesezelt

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26. Oktober 2008
12 Uhr
Lesung “Der Asphalt unter Berlin”
Gießener Krimifestival 2008
Eröffnung Ausstellung “Hinter Gittern…”
des Kriminologie-Museums Criminalium
Amtsgericht Gießen
Gutfleischstraße 1
35390 Gießen

*
3. November 2008
19 Uhr
Lesung “Der Asphalt unter Berlin”
Krimibuchhandlung totsicher + citybibliothek.berlin
Bruno-Lösche-Bibliothek
Perleberger Str. 33
10559 Berlin- Moabit

Auf großes Gedrängel freut sich
Pieke Biermann

Roger Graf: Der Mann am Gartenzaun

Der Titel von Roger Grafs neuem Krimi, „Der Mann am Gartenzaun“, klingt nicht von ungefähr so ähnlich wie der seines vorhergegangenen: „Die Frau am Fenster“, der sich im April an dieser Stelle wohlwollender Kritik erfreuen konnte. Und weil in dieser Kritik von „faulen Krimilesern“ die Rede ist, spielen wir jetzt den faulen Krimikritiker: Lest einfach →die Rezension noch einmal – und ihr habt im Grunde schon die für „Der Mann am Gartenzaun“.

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Noch einmal und anders: Das Ende des Krimis?

Über das Ende des Krimis als Folge allzu floskelhafter Praxis und fortwährender Okkupation des Genres durch die „gute Literatur“ wurde jüngst hier berichtet. Jetzt eine weitere, sehr seriöse Variante der Vision: Das Ende des Krimis als Kapitulation vor dem Zustand der Welt, die in belletristischen Texten, also auch Krimis, nicht mehr abbildbar ist. An einem sehr konkreten und aktuellen Beispiel.

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In einem Zug 2

64 Seiten, zumal wenn sie so eng bedruckt sind wie Manfred Wieningers „Die Rückseite des Mondes“, das ist schon fast ein gestauchter Roman. Oder eine ausgewalzte Kurzgeschichte? Wäre beides möglich, ist es aber nicht. „Die Rückseite des Mondes“ ist eine längere Erzählung mit Romanpotential, ein Showstück auch, das Noch-nicht-Wieninger-Leser auf den Geschmack bringen kann.

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In einem Zug 1

So, zurück. Und ich habe Wort gehalten. Die Reise versüßten mir zwei Bändchen der aktuellen Lieferung von „kaliber .64“, jedes mit genau 64 Seiten im Idealumfang: Auf der Hinfahrt wurde zwischen Saarbrücken Hbf und Idar-Oberstein Manfred Wieningers „Die Rückseite des Mondes“ gelesen, für die Rückfahrt lag Marita und Jürgen Alberts, „Tod in der Quizshow“ bereit und reichte für die Strecke Mainz Hbf – Bad Münster am Stein. Beginnen wir mit dieser Rückfahrt, denn Wieninger braucht eine ausführlichere Würdigung.

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Die Wahrheit als längeres Gedankenspiel

Im Kriminalroman geht es zumeist um nichts weniger als die Wahrheit. Szenario: Über 400 Seiten lang hat eine Reihe von Personen „wahre“ Geschichten erzählt. Am Ende des Textes scharrt der Ermittler seine Verdächtigen um sich und rekonstruiert, was geschehen ist, wer als Täter seiner gerechten Strafe entgegensehen muss. Ein typischer Whodunit, eine mit den Mitteln der Deduktion fixierte Wahrheit, neben der keine andere bestehen kann. Kausalitäten, Indizien, Fakten.

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