Der junge Inspektor Morse, Staffel 4

Neues von unserem aktuellen Lieblings-Inspektor, dem Mann mit dem Hang zum Grübeln und dem Gespür fürs Verbrechen.
Wo seine Kollegen an Unfälle glauben (wollen), da ahnt Morse schon Niedertracht und finstere Machenschaften („Zwei Ertrunkene an einem Tag. Das ist doch ungewöhnlich“). Und – spoiler alert! – hat am Ende immer recht.

Wir schreiben inzwischen das Jahr 1967. Die Serie hat weiter ihren anachronistischen, sepia-getönten Charme, aber ins beschauliche Oxford halten nun langsam Fortschritt und Wandel Einzug mit Farbfernseher, Computer, Kernkraftwerk, Rockmusik und den Ausläufern von Swinging London.

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Call My Agent! Staffel 2


Du kennst Dich doch aus mit Frankreich“, sagt der Chefredakteur, drückt mir eine DVD in die Hand und ist schon wieder verschwunden, bevor ich auch nur „Au contraire, mon capitain“ oder auch nur „M’enfin!“ sagen kann.

Eh bien. Die erste Staffel von „Call My Agent!“ war nominiert für den International Emmy 2016 als Beste Comedy-Serie. Mit französischer Comedy hatte ich mich zuletzt etwas schwer getan. Aber nach Durchsicht der 6 Folgen kann ich Entwarnung geben. Denn „Call my agent!“ hat nichts Schenkelklopferisches, ist eher Groteske oder Soap. Unterhaltsam, charmant und mit Witz, aber doch mit (fast) allen Elementen einer guten Soap.

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Vicky Christina Barcelona

Und im Leben geht’s oft her wie in einem Film von Rohmer
Und um das alles zu begreifen
Wird man was man furchtbar haßt nämlich Cineast
Zum Kenner dieser fürchterlichen Streifen

So sangen Tocotronic vor Jahr und Tag und eben so lange ist´s wohl auch schon her, dass ich im Nachtprogramm der ARD meinen zweiten und letzten Eric Rohmer-Film sah. Endloses Geplapper, bei dem ich mich zudem fragte, ob eine Hörspielversion nicht den gleichen (Nerv-)effekt viel billiger erzeugt hätte.

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Depeche Mode: Touring The Angel

Sondererwähnung für Martin L. Gore: Nicht nur, dass er bei dem zur Pianoballade umgestrickten „Shake The Disease“ die Leadvocals übernimmt, er schafft es auch, mehr als eine halbe Stunde sein Hühnermützchen aufzubehalten. Ich komme kaum bis zur S-Bahn und da fängt mein Kopf schon zu jucken an, während sich Martin Gore von der Lightshow und der Hitze des Konzerts völlig unbeeindruckt zeigt.

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Evergrey: A Night To Remember

Ein paar Wochen nach der Live-CD „A Night To Remember“ erscheint nun die angekündigte Doppel-DVD. Wer gelassen genug war abzuwarten, kann jetzt zugreifen. Evergrey haben mit dem Saal des Storan Theaters in Göteburg eine wirklich geeignete Location ausgedeutet, um den Liveauftritt visuell zu unterstützen. Neben dem kompletten Konzert gibt es eine zweite DVD mit rund sechseinhalb Stunden Bonusmaterial mit Interviews, Dokumentationen, sechs Promo-Videos und der berühmten Mucker-Lektion ‚wer spielt was durch welchen Amp‘. Für Fans interessant und informativ, alle anderen müssen selbst entscheiden, wie viele wackelige Aufnahmen aus dem Probenraum sie sich anschauen wollen.

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Rage: From The Cradle To The Stage

Ja, auf den Metal-Bühnen dieser Welt kann man so richtig posen und nach Effekten haschen.. Die ehemaligen Ruhrpottrocker Rage spielen dieses Spielchen seit 20 Jahren mit und belohnen jetzt zum Jubiläum die Fans mit zeitgleich erscheinender Doppel-DVD und Doppel-CD.Ruhrpott war gestern, Staatengemisch ist heute. Peavy Wagner, Victor Smolski und Mike Terrana kommen aus drei verschiedenen Ländern, und aus der Distanz betrachtet war der Split von den restlichen Bandmitgliedern das beste, was Peavy Wagner passieren konnte.

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Marillion: Marbles On The Road

Auf der Bühne sind Marillion eine Macht. Nach einigen Livealben gibt’s den Beweis jetzt auch zum Gucken. „Marbles On The Road“ ist die erste DVD der Band und umfasst im Wesentlichen die komplette Liveumsetzung des vergangenen Studioalbums „Marbles“. Aufgenommen im Astoria in London strahlen die Highlights des Albums wie „The Invisible Man“ oder „Neverland“ in noch hellerem Glanz, aber selbst schwächere Songs werden von Intensität und Dynamik getragen. Fast selbstredend, dass „Marbles On The Road“ höchsten technischen Anforderungen genügt und durch gute Kameraführung (insgesamt 15 Kameras) und druckvollen Sound (wahlweise auch als 5.1-Surround) glänzt. Hier liegt vielleicht der einzige Schwachpunkt der CD: Der Livesound klingt so perfekt, dass man sich an manchen Stellen etwas distanziert vom Geschehen fühlt.

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La Linea 2

Ja, das kleine Strichmännchen ist wieder da. Noch mehr des ewig schimpfenden, plappernden und manchmal schadenfroh lachenden Männchens auf und aus der Linie.Wieder hat es seinen Zeichner fest im Griff. Wenn´s auf den Roller regnet, muss es zeichnerisch zum Auto aufgestockt werden. Und wenn das über zu holprigen Untergrund rattert, kriegt es Rotoren und Heckflosse und wird zum Hubschrauber. Aber Vorsicht – nicht jeden überstehenden Zipfel der Linie darf man einfach abschneiden. Manchmal ribbelt sich dann die gesamte Linie weg. Auch die Kontur des Männchens…

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La Linea 1

Ich hab gestern abend fast zwei Stunden lang eine Linie angeguckt. Hör ich da schon die Pfleger, die mich gleich abholen kommen? Ja, wahrscheinlich. Denn dieser Abend war auch ein Selbstversuch: wie lange ertrage ich einen bewegten Strich, der cholerische Ausbrüche kriegt, wenn irgendwas nicht nach seinem Gusto läuft?

Ziemlich lange. Und es geht mir wunderbar dabei. Denn die Linie ist natürlich La Linea. Das kleine Knollenmännchen, das nur aus einem weißen Umriss besteht. Jeder kennt es: es schlendert immer auf einer weißen Linie entlang, die eigentlich eine Fortsetzung von ihm selbst ist. Im Hintergrund wechseln die Farben, es klimpert lustige Jazzmusik, und aus der Linie wachsen die unmöglichsten und überraschendsten Dinge: eine Treppe, ein Fernseher, Tiere, Frauen, Wellen, Gitter und – Löcher! Ende Gelände. Dann kann das Strichmännchen nicht weiter, denn ohne Linie kein La Linea! Und schon geht das wütende Gezetere los. Geduld ist nicht die Sache des Männchens. Erst wenn die Hand des Zeichners erscheint und die Linie verlängert, kehrt wieder Ruhe ein.

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6. Lektion: Datenträger – ein Beruf mit Zukunft

Die Geschichte des Datenträgers beginnt knapp vier Monate nach der Erfindung des Feuers. Erst mit seiner Hilfe war es möglich, an die Wände der Wohnhöhlen gemalte Zeichen überhaupt als solche wahrzunehmen. Natürlich waren die ersten so entstandenen Daten von der Banalität jeder Pionierleistung: „1a-Mammut zum Selberschlachten“ wurde da geschrieben, oder „Neanderthaler raus!“.

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