Krimijahrbuch-Werkstatt 1

Von wegen „eingeschränkter Betrieb“… Sitze gerade an einer Konzeption zum „deutschsprachigen Krimi 2005“ fürs Jahrbuch und habe einige während der vergangenen Monate aufgeschnappte Leserstimmen im Hinterkopf, die „den deutschen Krimi“ reichlich geschmäht haben. Müsst ich mir jetzt mühselig aus den Foren zusammensuchen. Oder, noch besser, doch mal rasch bei den Lesern hier und anderswo nachfragen: Haltet ihr den deutschen Krimi wirklich für schlechter als den nichtdeutschen? Und warum oder warum nicht? Wäre doch auch mal was für den Menke und seine Frage der Woche…

Deutsches Gauner=Repertorium

Auf ein wunderbares und ergiebiges Projekt hat mich soeben der Leser realiter aufmerksam gemacht. →„Deutsches Gauner=Repertorium“ nennt es sich und bietet „Register und Aufsätze über zu 61.715 originalen historischen deutschen Steckbriefen, Personenbeschreibungen, Signalements und Biographien von Bettlern, Betrügern, Herumstreifern, Gaunern, Landesverwiesenen, Verbrechern, Armen, Vaganten, Vagabunden, Obdachlosen, Kleinkriminellen und ihren Opfern aus der Zeit von 1500 bis 1919“. Als Projektträger fungiert lustigerweise das „Institut Deutsche Adelsforschung“. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.

Sprung ins kalte Wasser

Es wurde ja schon angedeutet: Im Frühjahr 2006 erscheint ein Krimijahrbuch. Mehr als 20 (zwanzig!) Autorinnen und Autorinnen, selbstredend das Beste vom Besten, schreiben über Krimis und Hintergründe, das Vergangene und das Zukünftige, über das Besondere und das Allgemeine. Mehr sei noch nicht verraten. Aber schon ein Angebot gemacht: Wer dieses Jahrbuch jetzt hier vorbestellt , erhält als Beigabe einen sonst nirgendwo erscheinenden Originalbeitrag des Herausgebers extra. Dieses Angebot gilt bis zum Sonntag, 4.12, 24 Uhr. Eine Beruhigung noch: Das Jahrbuch wird bei ca. 250 Seiten etwa 20 € kosten, der Sprung ins kalte Wasser erfordert also finanziell keinen übergroßen Mut.

Schule der Rezensenten – Opitzrest

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Na also: Ich habe gelacht. Auf Seite 331 seines famosen Werkes nennt Opitz ein paar Titel aus Tinius’ Bibliothek: „Die Rächdschreibung der Deutdschen Buchschdaben“ – „Cicero, ein großer Windbeutel, klar erwiesen“ – „Lob der schlechtesten Schriftsteller“. Und auf Seite 332: „Untersuchungen der Ursachen des verdorbenen Geschmacks der Deutschen“.

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Off topic

… ist eigentlich das nicht, was der Soziologe Hans Joas im →„Tagesspiegel“ über die „Entstehung von Werten“ zu sagen hat. Es geht um Selbstvergewisserung und die Erschütterung des Ich, um Objektives und Nichtobjektives, Dinge also, die man sich auch auf den Krimi zurückschnitzen könnte, irgendwie. Harter Stoff, und wer das nicht lesen möchte, kriegt wenigstens einen Satz zum Mord mit auf den Weg:

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Sekundärliteratur

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Sekundärliteratur trägt ihren Makel schon im Namen. Sie steht zurück hinter dem Primären, hält sich im Halbdunkel, während die wirkliche Literatur im Lichte glänzt. Wer braucht sie schon, die Exegeten und Katecheten, die Erbsenzähler und Krittler? Was liefern sie einem? Gut und schön: Informationen. Wenn man sie braucht. Wer einen Krimi liest, braucht sie aber nicht.

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Kwiss

Ein →Quiz! Mitmachen! Gewinnen! Bist du Krimiexperte? Strebst du nach Höherem? Willst du etwa selber Krimis schreiben, kannst es aber nicht? Macht nichts! Als Quizhauptgewinn winkt die kostenlose Teilnahme am „Online Workshop Krimi schreiben“. Das ist ungefähr so, als ginge es bei Günther Jauch um Spielgeld.

Harry Thürk (1927 – 2005)

Der, laut →SPIEGEL, „Konsalik des Ostens“ ist tot. Harry Thürk, zu Zeiten der DDR erfolgreicher Autor u.a. von Krimis starb gestern nach langer Krankheit in einem Weimarer Krankenhaus. Thürk, der auch als Reporter in Korea und Vietnam tätig war, wurde vor allem durch seine Reihe mit dem Hongkonger Kommissar Lim Tok bekannt.