Summer Camp -1-

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Okay. Ich habe es mir in den Kopf gesetzt, die Welt zu erschaffen. Im Anfang war das Wort, und das Wort war beim Autor, und der Autor war das Wort. Will sagen: eine vage Idee. Natürlich genial. Man glaubt ja gar nicht, wieviel Genialität im eigenen Kopf brütet, aber so selten in fremden. Ein bislang kaum erforschtes Naturphänomen.

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Margery Allingham…

… wäre heute 100 Jahre alt geworden. Eine der „großen alten Damen“ des englischen Krimis, aber, wenn man es nüchtern betrachtet, wohl doch die größte. →Die Alligatorpapiere gedenken der Lady, schenken uns ein Bündel Links (auch einer zu →Hinternet ist dabei), und während wir uns da durcharbeiten, öffnen wir in Gedanken eine Fläschlein Schaumwein. Prost, Margery. Well done.

Rezensent/in gesucht

Der rührige Grafit Verlag hat mir drei interessante Neuerscheinungen geschickt. Schön so. Und da ich Rezensionsexemplare möglichst schnell mit einer Rezension quittiere, habe ich nun Stoff genug. Zuviel Stoff? Ob jemand von euch vielleicht Lust hätte? Ich frag ja nur.

Also. Bei den drei Büchern handelt es sich um folgende:

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Summer Camp: Vorbereitungen

Es ist ja nicht nur so, dass lernwillige junge Menschen aus der Tristesse ihres Studierzimmers in die Sommerseligkeit frischer Luft entführt werden sollen. In unserem summer camp geht es um die existentiellen Dinge des Krimischreibens. Wir wollen das Skelett eines Krimis aus der Erde unserer Gedanken graben (hm; ist das jetzt ein schönes Bild oder einfach nur Quatsch?), all die vielen kleinen Knöchelchen, und dann zusammensetzen.

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Crime School: Lektion 17

Wenn ich mich durch einen Raum, eine Landschaft bewege, will ich mich entspannen. Vielleicht, indem ich mir einfach nur den Weg als Ziel gesetzt habe, völlig desinteressiert an dem, was da um mich herum passiert. Atmosphäre? Meinetwegen; aber ich brauche sie nicht. Ich will nur vom Anfang bis zum Ende gelangen, weil ich der Meinung bin, dass mich Bewegung entspannt oder weil ich wirklich nichts Besseres zu tun habe.

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10 kriminelle Songs

Als wir im Spätherbst vorigen Jahres das Erscheinen des mittlerweile vollständig veröffentlichten →„PromiMassakers“ vorbereiteten, hatte einer von uns (wahrscheinlich wieder Chef Walter; jedenfalls läuft er seit Monaten herum und murmelt etwas von der „guten Idee“, die er da gehabt hat), eben besagte gute Idee, eine Liste mit „kriminellen Songs“ zusammenzustellen. Songs, in denen Morde und andere Verbrechen geschehen, und tatsächlich haben wir mehrere Hundert davon listen können.

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Crime School: Materialien 3

Wahrheit, Leben, Wirklichkeit: Das Thema lässt uns hier nicht mehr los. Philippe Djian hat ein schönes Bild parat, das nicht von ihm stammt, sondern von Céline.

Die Wahrheit steht nicht in den Büchern. Sie liefern nur ein bestimmtes Bild der Wahrheit. Und auch das Leben in meinen Büchern ist nur eine Reflexion des Lebens. Es funktioniert nun einmal nicht, wenn man das reale, echte Leben in die Bücher packen will. Es nützt nichts, wenn man einfach nur ein Mikro in eine Bar hineinhält und das dann abtippt, das ergibt kein Buch. Das heißt, es ist alles nur eine Darstellung der Wahrheit, anders geht es nicht, sonst ist man kein Schriftsteller. Céline hat das einmal sehr schön gesagt: wenn man einen Stab ins Wasser hält, dann gibt es eine Lichtbrechung und der Stab sieht aus, als wäre er geknickt. Damit er gerade aussieht, muss man den Stab erst zerbrechen. Dann hält man den gebrochenen Stab ins Wasser, und erst dann sieht er gerade aus.

Das komplette Interview kann man bei Spiegel Online lesen.

Extremlesen – infernalischer Dreier

Manchmal kann man es auch übertreiben mit dem Extremlesen. Tiefe Depression hier, überbordende, kindliche (kindische?) Phantasie dort. Da tut es gut, wenn man was Drittes in petto hat, das die Extreme souverän auspendelt.

Zwei Vorabexemplare, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten: Friedrich Anis neuer Krimi „Süden und der Mann im langen schwarzen Mantel“ – Jasper Ffordes neues Abenteuer mit Thursday Next „Im Brunnen der Manuskripte“.

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Crime School: Erster Schüler vermittelt!

Ist es nicht immer wieder rührend, wenn man als Pädagoge einen jungen Menschen nicht nur auf den rechten Weg, sondern auch in den Schoß einer sinnvollen Arbeit gewiesen hat?

Crimeschüler Marc jedenfalls hat es, noch vor der Abschlussprüfung, geschafft und sich selbstständig gemacht! In seiner →Krimi-Schule bringt er fortan seine hier erworbenen Kenntnisse an Mann und Frau. Wir wünschen ihm alles Gute für seinen weiteren beruflichen Lebensweg!

Crime School: Lektion 16

Kann man in Kriminalromanen leben? Sie wie eine interessante Landschaft durchwandern? Mit dem Personal reden, ihm Worte entlocken, die es eigentlich schwarz auf weiß gar nicht sagt? Verfolgen sie einen vielleicht auch dann, wenn man die Wirklichkeit des Romans schon längst wieder verlassen hat?

Keine Angst, wir sind nicht in einem typischen Jasper-Fforde-Roman. Von „atmosphärischer Dichte“ war in der letzten Lektion die Rede, einem bei Lesern scheinbar sehr beliebten Zustand, von dem wir jedoch anzweifelten, er sei per se für das Wohlbefinden bekömmlich. Austariert solle sie sein in ihrer Zusammensetzung, die Atmosphäre, und was Dichte anbelange, so sei ein Zuviel genauso ungesund wie ein Zuwenig.

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John LaGalite: Zacharias

Vorstadt, Mietshaus, eine Frau ohne Mann, ein zwölfjähriger Sohn namens Zacharias, zuckerkrank. Eine Selbstmörderin fliegt durch die Luft, zerschmettert zu Zacharias’ Füßen, das heißt: Eine Wohnung wird frei.

Ein merkwürdiger Mann zieht ein, ein merkwürdiger Mann, weil er merkwürdige Gewohnheiten hat, Leute beobachtet, von Zacharias beobachtet wird. Der Mann hat einen Motorradunfall und ist querschnittsgelähmt, die Mutter, die Geld verdienen muss, pflegt ihn, Zacharias, der den Mann verhören will, hilft ihr. Warum verhören? Der Mann ist wahrscheinlich ein Frauenmörder, mehrmals schon hat er in der Nachbarschaft zugeschlagen. Zacharias ermittelt.

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