Sandra Lüpkes: Halbmast

Carolin Spinnaker, Fotografin beim Nachrichtenmagazin Objektiv, steckt in mehr als einer Klemme. Sie befindet sich an Bord des Luxusliners Poseidonna, um dessen spektakuläre Überführung von der Werft ins offene Meer zu dokumentieren. Knifflige Arbeit, einen solchen Koloss über die Ems zu manövrieren. Und nicht unumstritten, weil man das Flüsschen dem Zweck hat „anpassen“ müssen.

Carolines Probleme beginnen, als Lars Minnesang, ihr Reporterkollege, spurlos verschwindet. Er war einer heißen Sache auf der Spur, einem Skandal – was ist mit ihm passiert? Statt seiner sind plötzlich zwei blinde Passagiere auf der Bildfläche. Einer will die Natur schützen und plant daher Sabotageakte. Den anderen haben Rachegründe auf die „Poseidonna“ getrieben.

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Andernorts im Krimiland: Übersetzungen

Ist das Zufall? Gestern wiesen →„die Alligatorpapiere“ auf das Bedauern der amerikanischen Kolumnistin Sarah Weinman über das Fehlen von Übersetzungen ausländischer Kriminalromane hin. Sie beschließt ihre Ausführungen:

“I’ll just keep on sounding the same drum again: there are fabulous writers who aren’t known to the English speaking public and thanks to the effort of small presses like Arcadia and Bitter Lemon (as well as larger ones like Harvill Secker) they are getting attention and readership. May the pie grow and add more pieces for more authors.”

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Summer Camp -4-

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Geschichten bekam man in der Prä-TV-Aera zumeist mündlich überliefert. Bücher kosteten viel Geld, Lesenkönnen war ein nicht alltägliches Privíleg. Wir sprechen vom 18., vom 19. Jahrhundert.
Das war auch die Zeit, in der die modernen Erzählperspektiven in der Literatur heranreiften. Ihnen zugrunde lag zumeist die prototypische Situation des (um Arno Schmidt zu zitieren) „Erzählers im lauschenden Hörerkreis“. Irgendjemand erzählte wahre oder erfundene oder aus beiden Elementen spannend gemixte Geschichten in der Er- oder Ich-Form. Der Sprecher musste, wollte er sein Publikum bei der Stange halten, einiges bedenken. Wenn ich jemandem etwas erzähle, dann entwickelt sich im Kopf des Zuhörers ein Film. Das ist kein geringer Aufwand, und ich tue gut daran, es meinem Zuhörer zu gestatten, seinen Film möglichst ohne notwendige „Nachbearbeitung“ zu drehen.

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Nury Vittachi: Der Fengshui-Detektiv und der Computertiger

Sommerzeit. Und wenn Sommer ist, lesen wir alle unsere Krimis am Strand (karibisch, sonnenerschlagen), auch wenn wir uns auf der Couch unserer 2-Zimmer-Kellerwohnung (deutsch, Starkregen) lümmeln. Und was lesen wir?

„Der Fengshui-Detektiv und der Computertiger“ wäre keine schlechte Wahl. Wir wollen uns unterhalten, nicht aufregen, wir sind milde gestimmt und suchen nicht nach dem Spannungsbogen, wir machen einen Abstecher in das geheimnisvolle südliche Asien und lernen Menschen kennen, von denen wir zwar nicht glauben, dass es sie wirklich geben könnte, aber schön dass es sie gibt.

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Was ist Krimi?

Denken und stapeln

Ich mag sie nicht, diese großen und letzten Fragen. Was ist der Sinn der Lebens? Entweder du schreibst ein zehnbändiges philosophisches Traktat darüber oder kommst zu dem Schluss, es sei der Sinn des Lebens, endlich einmal deine Plattensammlung alphabetisch zu ordnen. Warum also die Frage, was ein Krimi sei? Ganz einfach: Weil ich gerade ein Buch lese, das kein Krimi ist – und doch der spannendste Krimi, den ich seit langem gelesen habe.

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Andreas Hoppert: Die Medwedew-Variante

„Watching the detectives“ lässt lesen. Diesmal Dr. Bernd Kochanowski den neuesten Krimi von Andreas Hoppert, „Die Medwedew-Variante“.

Jeden Morgen das Gleiche. Ratlos liegt Marc Hagen da und weiß nicht, wer er ist, wo er ist und was gestern war: Er leidet an einer partiellen Amnesie. Alle Erinnerung an sein früheres Leben, an Familie, Freunde und Bekannte sowie an alles was sich gestern ereignete, ist in einem schwarzen Loch verschwunden. Seine einzige Verbindung zu der jüngeren Vergangenheit ist das Tagebuch, welches er führt. Tag für Tag kann er dort wieder nachlesen, was er in den Vortagen erlebte oder was ihm erzählt wurde. Nicht-personenbezogenes Wissen und sein logisches Denkvermögen sind nicht beeinträchtigt.

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Andreas Hoppert: Die Medwedew-Variante

„Watching the detectives“ lässt lesen. Diesmal Dr. Bernd Kochanowski den neuesten Krimi von Andreas Hoppert, „Die Medwedew-Variante“.Jeden Morgen das Gleiche. Ratlos liegt Marc Hagen da und weiß nicht, wer er ist, wo er ist und was gestern war: Er leidet an einer partiellen Amnesie. Alle Erinnerung an sein früheres Leben, an Familie, Freunde und Bekannte sowie an alles was sich gestern ereignete, ist in einem schwarzen Loch verschwunden. Seine einzige Verbindung zu der jüngeren Vergangenheit ist das Tagebuch, welches er führt. Tag für Tag kann er dort wieder nachlesen, was er in den Vortagen erlebte oder was ihm erzählt wurde. Nicht-personenbezogenes Wissen und sein logisches Denkvermögen sind nicht beeinträchtigt.

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Summer Camp -3-

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Redet man von „Erzählperspektive“, wird fast immer der Begriff „Kamera“ assoziiert. Das „Ich“ filmt die Handlung aus der Perspektive einer handelnden Person, das „Er“ hängt die Kamera quasi über dem Handlungsraum auf und gibt wieder, was sich dort tut. Sie folgt einer oder mehreren Personen, ist nüchterner und distanzierter als die Ich-Perspektive, deren Vorteile eher in der subjektiven Färbung des Geschilderten sowie der leichteren Identifikationsmöglichkeit des Lesers mit dem Erzähler liegen.

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Walter was watching detectives

Ruhelos wandert Chef Walter durch die einsamen nächtlichen Flure der Redaktion. An Schlaf ist wieder einmal nicht zu denken. Der Preis für ein Barrel Content auf dem Internetweltmarkt steigt unaufhaltsam, der Krimiblogger und seine neue Praktikantin, Frl. Atemlos, haben sich, mit neckischem gegenseitigen Augenzwinkern, aus dem Staub gemacht. Von dem Burschen ist morgen kein Content zu erwarten. Seufzt Walter und macht sich selbst auf die Suche.

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Extremlesen … und „literarische“ Krimis

Den Fforde hab ich, seufzend, in die Ecke gelegt. Helgason beeindruckt nach wie vor, 600 Seiten lang. Christoph Güskens „Faust auf Faust“ wurde zu Ende gebracht, Besprechung folgt. Und nu?
Zwei neue Krimis liegen bereit, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten. Horst Eckerts ja schon vielseitig besprochene „617 Grad Celsius“ und Nury Vittachis „Der Fengshui-Detektiv und der Computertiger“. Hier die nüchtern-düstere deutsche Wirklichkeit, dort der bizarr-witzige asiatische Okkultismus. Mal sehen.

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Crime School – Das Buch

Unsere Crime School ist ja ein sehr spontanes Bildungsinstitut. Als ich damit anfing, hockte in meinem Kopf eine allgemeine Vorstellung von Literatur, nichts sonst, und ich wollte sehen, wie weit sie sich dem „Genre“ Kriminalroman überstülpen lässt – oder nicht. Heute, die 15. Lektion wird pünktlich am Montag erscheinen, sehe ich klarer – und auch wieder nicht. Ein Abenteuer ist die Crime School weiterhin – für den „Lehrer“ und die Schüler, die aktiven (wenige) und die passiven (scheinen erstaunlich viele zu sein).

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