Toller Plot

Keine Zeit, tut mir leid. Muss tollen neuen Plot entwickeln. Also… Deutschland hat endlich die Schnauze voll, generationenlang für die riskanten und lukrativen Spielchen der Reichen und ihrer Bankgenossen zu bluten. Das mit der Arbeitslosigkeit gefällt ihnen auch nicht mehr, seit auch „Leistungsträger“ stempeln gehen müssen. In einer Fabrik eskaliert die Situation: Die Arbeiter drohen mit der Sprengung des Werks, wenn nicht jeder von ihnen (allesamt entlassen) 30.000 € Abfindung bekommt. Nu gut, unter Revolution hatte man sich eigentlich was anderes vorgestellt, aber immerhin. Jetzt…

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…und wächst und wächst und wächst…

Während ich gerade vier Rezensionen von Claus Kerkhoff zu französischen Krimis im handlichen PDF im →Krimikultur: Archiv einlagere, ist Pieke Biermann immer noch fleißig am Hochladen. Bester rarer Stoff, Rezensionen, Gespräch und Porträt Sara Paretsky, wer weiß, was sie heute noch so alles aus der Schatzkiste kramt (also morgen auf jeden Fall noch mal vorbeischauen). So. Und jetzt noch schnell den wtd-Beitrag für morgen, damit wir auch hier sagen können: Stillstand? What Stillstand?

Der Mord als simple Filmkunst betrachtet

Die Filmkunstwerke der Helene Tursten sind radikal. Sie denken das Genre Film zuende, was man leicht daran erkennt, dass ihr jüngstes Werk „Das Brandhaus“ nicht als Film, sondern als Buch daherkommt, obwohl es – was zu zeigen sein wird – natürlich ein Film im Bucheinband ist. Es kurbelt sich sozusagen direkt ins innere Kino des Lesers und okkupiert seine Bildwelten, denn bei allem digitalen Fortschritt auf dem Gebiet des Filmemachens ist nur das menschliche Gehirn in der Lage, „Das Brandhaus“ in seiner avantgardistischen Schönheit, seinem experimentellen Anspruch zu projizieren.

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Vereinswechsel

Eigentlich sollte es ja noch geheim bleiben. Aber inzwischen zieht es als „Gerücht“ längst seine digitalen Kreise: Ja, ich werde ab August bei der Krimi-Couch mitarbeiten. Rezensionen, eine ständige Kolumne – und alles andere läuft wie gewohnt weiter: dieser Blog, das Krimikultur-Projekt… Leicht ist mir diese Entscheidung nicht gefallen. Ich hatte einige kritische Fragen an den Couch-Chefredakteur und … aber lesen Sie selbst.

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Krimileseleben –1-

Welche Krimis lesen Sie eigentlich – und warum – und wie kommen Sie dran – und was wünschen Sie sich noch von der „Szene“ und was ganz bestimmt nicht? Fragen zum Krimileseleben, und einige Menschen waren so freundlich, mir darauf zu antworten. Manche taten es kurz und bündig, andere ausführlicher. Beginnen wir heute mit den ersten beiden Interviews. Ein erstes Päckchen werden wir dann auch ins →Krimikultur: Archiv einstellen.

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Fünf steile Thesen wider das Lesen von Kriminalliteratur

„Das gibt’s doch nicht!“ Fräulein Anna Veronica, wie jeden Morgen als erste vor der wtd-Tür, weil sie als Redaktionsküken für den ordnungsgemäßen Zustand des Frühstücks verantwortlich ist, Fräulein Anna Veronica also, die sonst immer ein Wort auf der scharfen Zunge parat hat, – ist sprachlos. Ein DinA4-Blatt, akribisch handbeschrieben, mit Reißzwecken an die Tür gepinnt. „Fünf steile Thesen wider das Lesen von Kriminalliteratur“ prangt darauf als Überschrift, sie seien den wtd-Konsumenten nicht vorenthalten.

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Ein Verteidiger

So, es ist wieder einmal Zeit für krimihistorische Bildung. Diesmal präsentiert die →„Criminalbibliothek des 19. und frühen 20. Jahrhunderts“ ein weiteres Werk von Dietrich Theden, „Ein Verteidiger“ (1900). Interessanter Mann, das. Redakteur der „Gartenlaube“, Kinder- und Jugendbuchautor, Autor auch des Romans „Menschenhasser“, den man ebenfalls in der Criminalbibliothek lesen kann. Also keine Zeit verlieren!

Krimi und Gesellschaft

Ist der Krimi „die ideale Form des Gesellschaftsromans“, wie es Anne Chaplet glaubt, →Herr Linder aber wohl eher nicht? Keine Ahnung. Ich weiß nur, dass Daniel Defoes „Robinson Crusoe“ auch dort Gesellschaftsroman ist, wo der Held allein auf seiner einsamen Insel fuhrwerkt. Man muss schon lange suchen – wahrscheinlich vergebens -, um einen Roman zu finden, der nichts über die Gesellschaft erzählt, und fände man ihn, würde er, gerade weil er nichts erzählt, sehr viel darüber erzählen.

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Michael Robotham: Dein Wille geschehe

Handy-Thrill. Wer noch nicht von einem notorischen Endlos-Anrufer selbst belästigt wurde, kennt das inzwischen aus dem Kino und weiß, welch dramatische Ausmaße solch fernmündliche Verbindung annehmen kann. Auf jeden Fall, so lassen uns geläufige Filmtitel wissen, darf man ‘Nicht Auflegen’ (USA, 2002), denn der ‘Final Call’ (USA, 2004) bestimmt von nun an über dein Leben, wobei der Täter mit ‘Eagle Eye’(USA, 2008) dem Opfer immer mehrere Schritte voraus scheint. Bei so viel Hollywood-Telefonat-Thrill drängt sich die Frage auf: Schon wieder Telefon-Terror?

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Gesprächskrimikultur

Wie bereits angekündigt, wurde soeben ein längeres Gespräch mit Else Laudan, Herausgeberin der Ariadne Kriminalromane im Argument Verlag, ins →Krimikultur: Archiv eingelagert. Aber nicht, um dort zu verstauben, das wäre nämlich sehr schade. Was im Krimijahrbuch locker über 15 Seiten gekommen wäre, wird Ihnen hier in sogar bebilderter Form präsentiert. Wir reden über den Zustand des „Krimimarktes“, das Aufklärerische im Genre, feministische Kriminalromane, Glanz und Elend der kleinen Verlage, das Affirmative und das Subversive, den Verlockungen des Erfolgs und warum man ihnen widerstehen sollte und, neben anderen Themen mehr, natürlich auch über die Ariadne Krimis selbst, die man, sollte man sie bisher noch nicht gekannt haben, spätestens seit den Kritikerhymnen für Lehmann, Geier, Scharsich und Co. auf der Rechnung haben muss.

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