Folge 3: Der Schreibstil

million.jpg

Kurz vor dem Offenbarungseid? Mehr Krimis gelesen als Georges Simenon geschrieben hat? Stets bereit, die Tinte aus der Feder sprudeln zu lassen, bevor die Ideen aus dem Hirn fontänen? Mit einem Wort: Skrupellos genug, ein(e) deutsche(r) Kriminalschaffende(r) zu werden? Nun denn, wohlan. In unserer neuen kleinen Sommerreihe erklären wir dir, wie du es schaffst, ein Erfolgskrimiautor zu werden und nach 300 Seiten die ersten Millionen an die Pforte deiner Sparkasse klopfen zu hören. Wir geben dir die ultimativen Ratschläge, wie du wenigstens vier Millionen Krimileser erreichst. Das ist wissenschaftlich bewiesen! Und wie du somit, bei einem durchschnittlichen Honorar von zwei Euro pro Buch (gebunden, Schutzumschlag) 8 Millionen Euro vor Steuern einsacken kannst. Denn vier Millionen mal 2 macht acht Millionen. Das ist mathematisch bewiesen! Heute: – Und wie schreib ich den ganzen Mist?

Weiterlesen

Leonardo Padura: Adiós Hemingway

Die Literatur, stellt Mario Conde am Ende fest, sei eine einzige große Lüge. Die Literatur ist aber auch die Wirklichkeit. Und die Wirklichkeit Literatur. Was die Sache mit der Lüge relativiert. Wenn nämlich alles Lüge ist, dann auch die Wahrheit, und wenn alles wahr sein kann, dann die Lüge allemal auch. Mario Conde weiß das, weil sein Schöpfer Leonardo Padura es weiß. Und mit „Adiós Hemingway“ einen wunderbaren kleinen Roman darüber geschrieben hat.

Weiterlesen

Ian Rankin: Die Sünden der Väter

Goldmanns abenteuerliche Übersetzungs- und Veröffentlichungspolitik würde ich mir gerne mal erklären lassen. Aber wahrscheinlich gibt’s da nichts zu erklären, denn die Beliebigkeit, in der die John Rebus Romane durcheinander gewürfelt werden, kann eigentlich keinem Plan folgen – hoffe ich zumindest. Denn wenn dem doch so wäre hieße es ja, dass Menschen existieren, die absolut kein Interesse am Inhalt ihrer Arbeit haben. Und das gibt es doch nicht. Nicht heute, nicht in Deutschland. Naja, immerhin verkürzen sich die Abstände vom Erscheinen des Originals zur Übersetzung. Waren es bei „Knots & Crosses“ – „Verborgene Muster“ noch 12 Jahre, ist der Abstand mit dem vorliegenden Roman auf die Hälfte geschrumpft. Und es ist endlich der Roman, in dem Samantha Rebus Unfall, der zu ihrer (vorübergehenden) Lähmung führt, einen wichtigen Handlungsstrang einnimmt. So zeigt „Die Sünden der Väter“ wie wichtig eine chronologische Veröffentlichung ist. Gerade unter markttechnischen Gesichtspunkten, was den ein oder anderen unbelesenen Schlipsträger ja tangieren dürfte.

Weiterlesen

Die Aufreger der Woche

Heute bin ich den ganzen Tag unterwegs. Ein elektronisches Pflanztagebuch muss weiterentwickelt werden. In Wiesbaden, bei „bildungsbenachteiligten Jugendlichen“, die auch schon „bildungsfern“ oder, sehr schön, „bildungsresistent“ heißen können, wenn es irgendeinem Sozialpädagogen so gefällt. Aber das nur nebenbei. Heißt nämlich: Heute steht hier nichts krimimäßig Substantielles, und wer jetzt auftrumpft, das tue es hier eh selten, dem präsentiere ich, zum Aufheizen, noch ein paar Aufreger der Woche.

Weiterlesen

Ludgers Schreibbloggade beendet

Angeblich musste er viel arbeiten. Angeblich „läuft da was im Hintergrund mit dem Krimijahrbuch“. Wahrscheinlicher: Zuerst WM geguckt, dann 14 Tage Sonne satt auf den Seychellen. Nun denn: →Ludger Menke bloggt wieder. Unter anderem über den Was-hast-Duden-da? – Rezensionsexemplare bekommt er auch noch, die Verlage scheinen Geld im Überfluss zu haben. Jetzt warten wir auf die erste Post-Bloggade-Rezension.

Olivier Descosse: In der Höhle des Kraken

Am Ende schaut der Held mit feuchten Augen auf seine Königin, seine Stadt, Marseille. Der Leser nimmt das perplex zur Kenntnis, denn eine solch tragende Rolle hat die Stadt vorher nicht gespielt. Statt dessen herrschte das Gehetze eines weltumspannenden Abenteuerromans vor, und eher wenig der urbane Thriller, womöglich noch tout noir. Nix da. Von Marseille geht’s nach Paris, zurück nach Marseille, auf Tauchgang ins polynesische Tureia Atoll, zum Showdon zurück auf die Insel Porquerolles vor den Gestaden Marseilles, wo alles mit einer angeschwemmten Leiche begann. Habe ich eine Station vergessen? Bestimmt…

Weiterlesen

Nichts als Ärger

… hat man mit diesen Kriminaldichterinnen. Da schätzt du pi mal Daumen: Jo, 24 Seiten, das reicht, und dann erkennst du, mitten in der Arbeit: Nee, das reicht nicht. Soeben Seite 20 geschrieben und immer noch bei „Sterntaucher“, der Nummer 2 von vieren. Außerdem: Ungewöhnliche Bücher erfordern ungewöhnliche Maßnahmen. Vier Zeichnungen von Diplomkünstler Wünsch, alles klar. Jetzt aber auch noch die Notwendigkeit, auf zwei Ebenen zu schreiben. Die zweite für Exkursionen ins Grundsätzliche, Asides, Abschweifungen…

Weiterlesen

Die Debütantin

Die Presse-Infos des Eichborn Verlags, die von Zeit zu Zeit in meinem Postfach landen, sind zumeist erfreulicher Natur. „Aschemenschen“ von Ulrich Schmid wurde mir so ans Herz gelegt, auch Jan Costin Wagners „Schattentage“, ein Spiel mit den Möglichkeiten des Krimis. Gestern jedoch brachte mich schon die Betreffzeile der neuesten Eichborn-Post schwer ins Grübeln: „Regula Venskes literarisches Debüt ‚Marthes Vision'“. Regula Venske? Den Namen kenn ich doch…

Weiterlesen

Die Arbeit der nächsten Wochen

…wird mich fast erschlagen. Erstens: Ich habe hier quasi „das Ganze“. Chef Walter liegt noch erschöpft im Wochenbett, die dynastische Hinternet-Erbfolge ist mit Prinz Vincent jetzt immerhin gesichert. Das noch schüttere Haupthaar des zukünftigen Hinternet-Magnaten erinnert an Zidane und man weiß schon jetzt: Wer dereinst seine Mamma beleidigen wird, geht schweren Zeiten entgegen. Der Knabe wurde Fräulein Katja zur artgerechten Aufzucht übergeben.

Weiterlesen

Folge 2: Das ultimative Verbrechen

million.jpg

Kurz vor dem Offenbarungseid? Mehr Krimis gelesen als Georges Simenon geschrieben hat? Stets bereit, die Tinte aus der Feder sprudeln zu lassen, bevor die Ideen aus dem Hirn fontänen? Mit einem Wort: Skrupellos genug, ein(e) deutsche(r) Kriminalschaffende(r) zu werden? Nun denn, wohlan. In unserer neuen kleinen Sommerreihe erklären wir dir, wie du es schaffst, ein Erfolgskrimiautor zu werden und nach 300 Seiten die ersten Millionen an die Pforte deiner Sparkasse klopfen zu hören. Wir geben dir die ultimativen Ratschläge, wie du wenigstens vier Millionen Krimileser erreichst. Das ist wissenschaftlich bewiesen! Und wie du somit, bei einem durchschnittlichen Honorar von zwei Euro pro Buch (gebunden, Schutzumschlag) 8 Millionen Euro vor Steuern einsacken kannst. Denn vier Millionen mal 2 macht acht Millionen. Das ist mathematisch bewiesen! Heute: Welches Verbrechen wählen wir für unseren Topseller?

Weiterlesen