Black Moth Super Rainbow: Eating Us

Der Schriftzug sieht eher wie der einer Metal- denn der einer Pop-Band aus. Aber statt Grindcore schicken Black Moth Super Rainbow faszinierenden Pop in unsere Gehörgänge. Die experimtierfreudige und verspielte Band aus Pittsburgh, deren Mitglieder allesamt sehr seltsame Pseudonyme tragen, wandeln auf ihrem vierten Album mal auf den Spuren von Air zu ‚The Virgin Suicides‘-Zeiten („Gold Splatter“), mal verbeugen sie sich vor The Flaming Lips. Apropos, deren Produzent Dave Fridmann war auch hier zugange.

Zudem tourten BMSR bereits mit den Lips ebenso wie mit MGMT und Aesop Rock. Vielleicht mögen diese Querverweise eine Erklärung für die komplexen, schrägen und oft auch psychedelisch angehauchten Kompositionen sein, die BMSR auf ihre Hörer loslassen. Wie sie es dabei noch hinbekommen haben, Hits wie „Born On A Day The Sun Didn’t Rise“ zu schreiben, bleibt ihr Erfolgsgeheimnis.

(kfb)

Eine Stadt sucht ihren Mord

Man muss das verstehen. Jahrhundertelang lag die Stadt im Halbschlaf, nichts geschah. Ein Reichsgrafengeschlecht verschwand in den Wirren der Französischen Revolution (und tauchte – von der Leyen – irgendwann in Gestalt einer angeheirateten Familienministerin wieder auf), das Schloss brannte, an den Straßenrändern Myriaden von Reissäcken, die einfach nicht umfallen wollten. Irgendwann, Gebietsreform, kamen umliegende Gemeinden (zumeist gegen ihren Willen) zur Stadt hinzu und brachten mit: einen Grillweltmeister, einen Mann, der das verbrach, was heute seinen Namen wie einen Rufmord trägt: Hartz IV. Und jetzt das:

Weiterlesen

.Klein: Outside In

Eigentlich gibt es heutzutage kein Album mehr, dessen Songs nicht aus mehreren Stilen zusammengesetzt wurden. So genannter Eklektizismus ist in der Popmusik längst keine Seltenheit mehr, sondern fester Bestandteil dieser – wenn nicht sogar Grundvoraussetzung für deren Erfolg. Lutz Nikolaus Kratzer wagt es auf ‚Outside In‘, Underground-HipHop, Electronica, Pop und Indie/Singer-Songwriter-Musik in einen Topf zu werfen. Herausgekommen sind eigentlich verschrobene und verspielte Songs, die sich aber partout nicht dem Mainstream verschließen wollen. Weiterlesen

Presseschau 16. September 2009

R.I.P. Bobby Graham. „You Really Got Me“, „Tired of Waiting for You“, „‚Downtown“, „‚Gloria“,…  Ca. 15000 Alben, 107 Top 50 Hits, 13mal #1: ↑Acclaimed Session Drummer Bobby Graham Dies at 69

Songwriter Bart Davenport war in Darmstadt. Die Frankfurter Rundschau war auch da und sah das ↑Glück im Wohnzimmer

Die FAZ über die neue von Element Of Crime: ↑Zur Not bin ich auch noch da

Geschichtsaufarbeitung: ↑The 10 myths of Riot Grrrl

Weiterlesen

Gerald Kersh: Ouvertüre um Mitternacht

Das ist Krimi: Ich mach dir deine schöne Welt kaputt, kitte sie wieder – und am Ende steht sie schöner da denn zuvor. Schicken wir eine alte, exzentrische Lady auf Mördersuche, das wird spannend und lustig. Aber wenn es nicht spannend und lustig wird? Wenn die Welt am Ende keineswegs schöner, nein, hässlicher und kaputter ist als am Anfang? Dann nennt man’s Noir. Also nennen wir Gerald Kershs „Ouvertüre um Mitternacht“ einen Noir.

Weiterlesen

The Lemonheads: Varshons

Zwei Dinge muss man nicht mehr diskutieren: Zum einen, dass The Lemonheads eine der legendären Bands der Alternative Rock/Post Punk-Szene sind. Zum anderen, dass deren Kopf Evan Dando verrückt ist. Die Idee eines anderen Verrückten, namentlich Gibby Haynes von den Butthole Surfers, war es, die The Lemonheads dazu veranlasste, ein Album mit Coverversionen aufzunehmen. So ging Dando mit Vess Ruthenberg und Devon Ashley ins Studio, um unter der Aufsicht von Haynes und Anthony Saffrey (Ex-Cornershop) elf Songs umzudichten.
Weiterlesen

The Temper Trap: Conditions

Infectious Records, das Label, das uns in der Vergangenheit solch großartige Bands wie Muse und Ash beschert hatte, wurde just wieder zu neuem Leben erweckt. Dort steht mittlerweile die australische Band The Temper Trap unter Vertrag. Wer sich ihr Debüt, das in Australien übrigens in den Top Ten landete und auf der Insel immerhin auf Rang 32 kletterte, anhört, wird ob der Reife der Songs überrascht sein.

Weiterlesen

The Black Eyed Peas: The E.N.D.

The Black Eyed Peas gehörten mal in eine Reihe mit klassischen HipHop-Bands, die der alten HipHop-Schule folgend intelligente Songs mit lyrischem Tiefgang schrieben: siehe Jurassic 5 oder A Tribe Called Quest. Diese Zeiten sind leider vorbei. Der Titel ihres fünften Albums, „The E.N.D.“ (Abkürzung für: „The Energy Never Dies“), scheint den geistigen und damit kreativen Zustand der Band zu beschreiben. Sie sind mit ihrem Latein am Ende und produzieren nunmehr flachste Dance-Pop-Lieder mit HipHop-Beats, wie man sie von jeder x-beliebigen Pop-Band um die Ohren gehauen bekommt.

Weiterlesen

Presseschau 14. September 2009

Die taz über die am Dienstag startende Konferenz „all2gethernow“: ↑Ware mit Aura

Spiegel-Interview mit Dr. Dre und Jimmy Iovine: ↑HipHop hat keine Ideen mehr

Todd Rundgren-Interview: ↑Talking With The Wizard & True Star

The Quietus spricht mit Johnny Marr & The Jarmans über: ↑The Cribs, The Smiths And The Trouble With Indie

Über das Mitklatschen in Konzerten: ↑Deconstructing the Clap

Weiterlesen

Die Krimifabrik

Wer als Autor mit dem Schreiben von Kriminalromanen nach materiellem Reichtum strebt, braucht Glück und eine durchschlagende Strategie, also am besten beides. Am wichtigsten: Verabschiede dich von der Vorstellung des irgendwie authentischen „Kunstwerks“, der individuellen Maßanfertigung, gar der literarischen Tradition des Genres, in die du deinen geistigen Erguss platzierst. Wir leben in einer Welt der rationalisierten Massenfertigung, des kostenoptimierten Fließbandes und der globalen Diversifizierung von Arbeitsabläufen. Nicht wer einen Krimi SCHREIBT, wird reich, sondern der, der ihn designt und schreiben lässt. Wie James Patterson.

Weiterlesen

Presseschau 10. September 2009

No Homer: ↑10 Hip-Hop Icons Simpsonized (Kanye West, Lil Wayne, Notorious B.I.G., 2Pac, Snoop Dogg, Flava Flav, Eazy E, Andre 3000, Eminem, Fat Joe)

The Quietus interviewt Tori Amos: ↑Song, Slayer & Staying True To Her Vision

Pitchfork befragt diverse Musiker (Yo La Tengo, Spoon, J. Mascis, Moby, The XX, Booka Sahe, Calexico, Phoenix uvm) nach ihrer Lieblingsmusik der Nuller-Jahre – ↑Guest List: 2000s Edition

Die taz entdeckt mit dem Debüt von Kid Cudidas Hiphop-Album der Stunde

Weiterlesen