Ocean´s Twelve

Hoffentlich gibt´s kein Ocean´s Thirteen. Ich hab schon Ocean´s Twelve nicht mehr kapiert. Ständig neue Finten, und alle zwei Minuten ist nichts mehr, wie man noch vorher glaubte. Naja, ich hab mich seit „Wild things“ dran gewöhnt. Und hab trotzdem meinen Spaß. Wie, weiß ich auch nicht. Das einzige, was mich echt an den Film gestört hat, waren die eingeblendeten Schriftzüge. Die sahen aus, wie von Kindern mit magnetischen Plastikbuchstaben gelegt. Da hätte ein bisschen Style echt gut getan.

Brigittehoroskop

Ich glaub, ich bin vertauscht worden. Sternzeichen-vertauscht. Weiß auch nicht, wie das gehen soll. Aber nachdem ich das Jahreshoroskop der Zwillinge 2005 in der Brigitte gelesen hab, weiß ich, dass ich einfach kein Zwilling sein kann. Zwillinge seien total spontan, und ihr Haus stünde jederzeit für Besuch offen. Und Zwillinge seien unfähig, sich selbst zum Thema zu machen. Weshalb sie hervorragende Reporter und Berichterstatter sind. Aha. Ich sollte das am besten mal recherchieren: wie genau ich vertauscht wurde. Oder wann genau mein Haus spontan für Besuch offen steht.

Trumpet a gogo

Oh, hier seh ich große Freuden auf mich zukommen: American Patrol, mein geliebtes Delicado, Tico Tico, Wheels, Never on a sunday… Klingt nach einem Melodienregen, der sich gewaschen hat. In Kombination mit dem, was zu den ausgemachten Stärken von James Last gehört: Trompeten in Szene zu setzen!

Und so ist es auch. Das einzige, was hier noch fehlt, ist das „Trompetenecho“. Aber vielleicht gab´s das damals noch nicht. Hier sind jedenfalls jede Menge Lieder drauf, ganz große Melodien, die man so im Unterbewusstsein gespeichert hat, eigentlich aber nie sagen kann, wie sie heißen. Solche Lieder sind oft von Herb Alpert. Oder dem Sir Douglas Quintett. Lieder, wo man erst behauptet: „Kenn ich nicht.“ Und wenn sie dann jemand ansingt: „Ach ja, daaas!“ Manchmal kennt man sie auch, weil man sich vor Jahren mal einen Easy Listening-Sampler gekauft hat namens „Hits in Stereo“, auf dem alle möglichen dieser Sachen im niedlichen 50s-Hammond-Sound drauf sind.

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Humba Humba à gogo


James Last ist wirklich unglaublich. Die Worte „Humba Humba“ dürften so ziemlich zu dem Schrecklichsten, Abstoßendsten gehören, was die deutsche Sprache hervorgebracht hat. Sowas, wo sich alle vorher Handschuhe anziehen. Und niemand mit gesehen werden will. Aber James Last hängt einfach ein „à gogo“ dran – und schon ist das ganze Ding stylish.


Und hätte hier nicht ein Dekor wie auf „Hereinspaziert zur Polka Party“ auf´s Cover gehört? Oder wenigstens eine Flasche Jägermeister? Nein! „Ein Potpourri mit 28 hand- und trinkfesten Stimmungsliedern für die Bottleparty“ ist der Untertitel der Platte. Hand- und trinkfest? Ich will gar nicht weiter drüber nachdenken… Aber so macht das James Last: macht seinen Fans einen Sauf-Soundtrack und spricht von „Bottleparty“. Hier ist kein gewollt modernistischer Aglizismer am Werk, sondern ein Mensch, der echte Lebenshilfe leistet. Er gibt dem Affen Zucker – aber zugleich auch das Gefühl, etwas Besseres zu sein. Eiche rustikal zum letzten Schrei erhoben. Salonfähig gemacht. Hier sind sogar Martinikirschen im Glas! Aufgespießt auf einem kleinen Säbel, damit das Publikum sich trotzdem noch wiedererkennt. Gewusst, wie.

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In Concert 6

James Last Orchestra – In Concert 6, 1976

Ich will ja nichts sagen, aber diese Platte ist eine schlechte Fälschung der „Classics up to date 4“. Wohlmeinendere würden das vielleicht „Wiederveröffentlichung“ nennen. Leicht manipulierte Wiederveröffentlichung.


Das Cover ist bis auf den Schriftzug schon mal identisch. Und hinten muss man dann ein klein bisschen suchen, um die Fehler zu finden. „Rodrigos Concerto“ heisst nun – korrekt – „Concierto d´Aranjuez“. Es ist von der linken auf die rechte Seite gerutscht, hat als einziges Stück eine – Schlamperei – kleinere, fettgedruckte Schrift bekommen und seine Zeitangabe verloren.

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James Last – My way (Doku)

„Ich bin der Bandleader“, sagt der alte Mann zu den jungen, verlegenen Dingern, die sich den Soundtrack anschauen. Der was? „Der Bandleader. Der, der vorne rumhampelt.“ Schrecksekunde bei den Mädels. Jetzt begreifen sie erst, wer da zu ihren Sitzen gekommen ist.

Da dürften sie die einzigen sein, die so lange brauchen. Nicht nur in dem Film von Thomas Schadt. Schließlich ist James Last so bekannt wie ein bunter Hund. Und da sein Konterfei nun nicht gerade selten auf seinen Platten abgebildet war, dürften ihn auf der Straße auch mehr Menschen erkennen als den Bundeskanzler.

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Hammond a gogo 2

Gewöhnungsbedürftig. Ist doch nicht die Hammondorgel, sondern die Trompete das Instrument des James Last-Sounds. Er heißt ja auch nicht Franz Lambert, sondern James Last.

Gebe zu, dass die Platte zugänglicher wird, wenn man sie auf 33 1/3 abspielt. Bin übrigens erst nach zwei Liedern auf die Idee gekommen. Bei Hammond-Orgeln rechnet man ja mit allem… Aber nee. Dieses Waberige, das ist dann doch wirklich nix für James Last. Das klebt wie Kaugummi am Schuh, man kommt einfach nicht hoch. Wo ist der Last-Swing mit den Bläser-Turbinen, der wie ein Jet in die Luft steigt? Hier nicht.

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Polka Party

Oh ja, jetzt, beim zweiten Stück – nach dem eher betulichen Auftakt-„Ständchen“ – groovt sich das Ding schon richtig ein. Heisst ja auch „Trompeten Muckel“. Jaaa! James Last spielt die psychedelischsten Polkas, die ich je gehört habe. Wenn das Bierzelt-Musik ist, dann will man in einem Bierzelt leben! In Wirklichkeit ist das natürlich keine Bierzelt-Musik. Denn Bierzelt-Musiker können in der Regel nicht swingen. Und schon gar nicht so toll blasen, wie die James-Last-Bläser. Das ist einfach super: da wabert der Ton noch, wenn er lange schon geblasen wird. Das geht so wellenförmig. Nicht: Puff = Raus. Nein: der kriegt immer noch mal in den Hintern getreten, der Ton. Auch wenn er denkt, seine Verfolger längst abgeschüttelt zu haben.

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