Naked Lunch: Songs For The Exhausted

Naked Lunch sind nicht vom Glück verwöhnt. Sie sind im positiven Sinne immer im oberen Mittelfeld mitgeschwommen. „Aber in manchen Belangen sind wir unseres eigenes Glückes Schmied. Da spielt auch Eigenverschulden mit“, gesteht Oliver Welter.In 13 Jahren haben sie fünf Alben zustande bekommen. Ihr aktuelles, das bei einem Major erscheint, ist das reifste und beste. Die zuletzt gewonnene Abgeklärtheit hat sie zu neuen und zu anderen Taten motiviert. „Songs For The Exhausted“ ist unter schwierigen Bedingungen entstanden. Welter stand zwischenzeitlich gar ohne Wohnung und Freundin da. Um Geld zu sparen, produzierte die mit Olaf Opal im heimischen Studio in Klagenfurt. Ohne Plattenvertrag wohlgemerkt.

Dass Motor Music – nach vielen Absagen anderer Kandidaten – bei „Songs For The Exhausted“ zugriff, ist erfreulich. Denn eigentlich ist „es ein komplexes und schwieriges Album“ (Welter). Es bedarf Zeit, sich mit den negativen Stimmungen vertraut zu machen. Doch das macht „Songs For The Exhausted“ sympathisch. Es ist sicherlich kein Album für Zwischendurch. Die Fülle an Details – ob in Bezug auf den Sound oder die Instrumentierung – machen die besondere Würze aus. „Wir haben alles erdenkliche an Instrumentarien zusammengetragen“ (Welter). Diese Mühe hat sich fürwahr gelohnt.

Naked Lunch: Songs For The Exhausted
Motor Music/Universal
VÖ: 1.3.2004

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