The Seer: Arrival

The Seer sind in erster Linie eine Liveband und haben über all die Jahre ihre Spielfreude zumindest auf der Bühne nicht verloren. Dafür sind aber ihre Alben Schritt für Schritt ein bisschen schwächer geworden.Nach dem völlig vermurksten „Rise“ drehen The Seer auf ihrem neuen Album „Arrival“ die Zeituhr ein paar Jahre zurück und verlassen sich wieder auf folkig eingängige Rocknummern, mit denen sie die Clubs rocken können. Speziell die ersten beiden Songs „Away From Here“ und „Nothing Else“ werden die Fans begeistert aufnehmen und sich nicht an meinem Innovationsgemurmel stören. „Arrival“ ist zwar scheinbar ein Rückschritt, zeigt aber, dass The Seer am besten funktionieren, wenn sie sympathisch drauf los rocken.

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Maria McKee: Peddlin‘ Dreams

Es ist ein Elend – während Acts wie Katie Melua oder Norah Jones aus dem Stand durch die Decke gingen, kämpfen Qualitätsgaranten wie Natalie Merchant oder Maria McKee nur noch um Aufmerksamkeit in Insiderkreisen.Maria McKee’s neues Album erscheint über Cooking Vinyl, was hoffen lässt, dass die Wahrnehmung etwas höher ausfällt als bei „High Dive“. Verglichen zu den Jahren davor befindet sich die Dublinerin im Moment in einem wahren Veröffentlichungstaumel. Zwei Studioalben und eine Liveplatte in nur drei Jahren ist für Mrs. McKee eine beachtliche Schlagzahl. Dabei ist „Peddlin‘ Dreams“ bewusst direkter gehalten als die lang gereiften Vorgänger, was der Qualität keinen Abbruch getan hat.

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KT Tunstall: Eye To The Telescope

KT Tunstall ist eine schottische Songwriterin, die mit einem kantigen und ausgefuchsten Debüt überrascht. Würde Meredith Brooks heute noch richtig gute Songs schreiben und wäre Sheryl Crow nicht so unerträglich mainstreamig geworden, könnten beide als entfernte Verwandte herhalten.KT Tunstall zieht ihren eigenen Stil durch und überzeugt besonders bei den schnelleren Stücken. Ohne brachial zu rocken verleiht sie den Up-Tempo Nummern einen rauen Groove, der gut mit ihrer rauchigen Stimme harmoniert. Aber auch die Leisetreter liegen weit über dem Durchschnitt, allen voran die düstere Abschlussballade „Through The Dark“.

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Ezio: Live In Cambridge

Da die Studioalben von Ezio nicht durchgängig überzeugen konnten, werden Fans nicht müde zu erwähnen, wie genial Ezio Lunedei und Mark ‚Booga‘ Fowell auf der Bühne sind.“Live In Cambridge“ gibt sich die ersten drei Songs nicht wirklich Mühe, diese Tatsache zu beweisen, aber nach dem bösen Liedchen „The Girl Of My Dreams“ lassen sie mit einem Schlag die Spielfreude von der Leine. Mit einer perfekt eingespielten Band groovt es bis zum Umfallen und Ezios kauziger Charme tut sein Übriges, das Ergebnis abzurunden.

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Aimee Mann: The Forgotten Arm

Das Statement vorneweg: „The Forgotten Arms“ ist ein fantastisches Album, getragen von der lakonisch zurückhaltenden Stimme Aimee Manns.Aber bevor die Lobeshymnen weitergehen, muss ich auch eine kleine Kritik einschieben: Obwohl ihre sechste Platte deutlich anders klingt als der Vorgänger „Lost In Space“, lässt sich nicht verleugnen, dass Aimee Mann bestimmte Harmonien und Gesangslinien bevorzugt und diese auch gerne mehrmals verwendet.

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Tyler: Don’t Play

Tyler ist ein österreichisches Quartett, das mit „Don’t Play“ sein Album mit einer deutlichen – zumindest stimmlichen – Millencolin-Schlagseite veröffentlicht und sich im weiteren Verlauf einmal quer ein paar Punk-Möhren oder Rock-Bohnen aus dem Gemüsegarten zieht. Dabei bleibt die Eigenständigkeit auf der Strecke, aber wenn man nicht gerade auf dem Innovationstrip ist, kann man das nett hören.

(6 Fritten)

Tyler: Don't Play
Der freie Raum für Musik/Edel
VÖ: 25.4.2005
www.officialtyler.com

Befreit! Lieder und Texte nach dem 8. Mai

Da immer weniger Menschen wissen, wann der Krieg tatsächlich aufgehört hat, ist „BEFREIT!“ mit Sicherheit ein wichtiges Werk. Unter der Regie und Produktion von Dieter Dehm stellen Künstler wie Konstantin Wecker, Götz George oder Peter Sodann ältere oder aktuelle Beiträge zur Verfügung. Ob man das inhaltsreiche Interview mit Prof. Rudolf Hickel nachträglich mit einer Posaune untermalen muss, lass ich hier mal unbeantwortet. Vielleicht ist es nur die verzweifelte Hoffnung der Initiatoren, unsere aufmerksamkeitsschwache Gesellschaft wenigstens für ein paar Sekunden bei einem Thema zu halten.

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Soilwork: Figure Number Five

Waren es vergangenes Jahr In Flames mit „Reroute To Remain“, greifen Soilwork schon jetzt im April nach der Metalkrone des Jahres. Völlig verzückt kann man jetzt wieder den Manierismus „Schwedenstahl“ hervorkramen und dessen Härte preisen. Im Ernst – was die sechs Schweden und ihre soundverwandten Kollegen wie Dark Tranquility, Arch Enemy und die schon genannten In Flames in den vergangenen Jahren abreißen, verdient auch eine Beachtung außerhalb des Hartwurstuniversums.

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Ben Folds: Songs For Silverman

Die Begeisterung über Ben Folds‘ erstes Solowerk „Rockin‘ The Suburbs“ hat sich erst mit den Jahren gesteigert. Obwohl danach lange nichts kam, tauchte sein Name unermüdlich als Referenz oder Bezugspunkt auf und nach einer EP-Trilogie liegt jetzt sein neues Album vor. Wie zu seligen Ben Folds Five-Zeiten hat er sich Schlagzeuger und Bassist dazugeholt und klimpert sich die Vorschusslorbeeren von der Seele.

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Snowy White & The White Flames: The Way It Is…

Das Albumcover suggeriert es schon: Ein älterer Herr hat sich nochmal die Gibson umgeschnallt und schüttelt sich Paradiesvögel aus dem Ärmel. Der Opener „No Stranger To The Blues“ und die Neuaufnahme von Snowy Whites größtem Hit „Bird Of Paradise“ gehen gerade noch durch, der Rest flattert etwas flügellahm vor sich hin. Für Künstler und Zielgruppe bleibt nur die Schublade ‚mainstreamiger alte-Männer-Blues‘.

(4 Fritten)

Snowy White & The White Flames: The Way It Is...
White Flames/Soulfood
www.snowywhite.com
VÖ: 11.4.2005

Farin Urlaub: Am Ende der Sonne

Was haben Reinhard Mey und Farin Urlaub gemeinsam? Die Verehrung für Dr. Erika Fuchs. Der eine erwähnt sie in einem Songtext (Reinhard Mey), der andere widmet ihr gleich das ganze Album. Dr. Erika Fuchs ist die Übersetzerin unzähliger Disney-Comics und hat die deutsche Sprache für die Sprechblasen von Mickey, Donald und Dagobert geschmeidig gemacht. Also keine schlechte Referenz für Zwei, die es verstehen, mit der deutschen Sprache umzugehen.

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Wir sind Helden: Von hier an blind

Bei der Popularität von Kettcar und dem kometenhaften Erfolg von Wir sind Helden bleibt es nicht aus, dass die Musik auch Leute anspricht, mit denen man eigentlich nicht den Musikgeschmack teilen wollte. Deswegen die Nase rümpfen, sich Schritt für Schritt distanzieren? Besser nicht — die Helden legen ihr zweites Album vor und bleiben ein Phänomen. Aller Voraussicht nach wird „Von hier an blind“ ein großes Publikum ansprechen, aber hier klebt immer noch das Label ‚unabhängig‘ dran.

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