Stoppok: Bla-Bla Nonstop

Ich geb’s zu – ich musste Stefan Stoppok erst live sehen, um mich mit seinem Werk nochmal intensiver zu beschäftigen. Ich hab‘ ihn irgendwann mal in die Schublade „Ruhrpott-Knödler“ gelegt und ihn dort fälschlicherweise nicht mehr raus gelassen. Asche auf mein Haupt, zuerst hat mich sein akustischer Auftritt bei den Acoustic Stories II überzeugt, danach sein vor kurzem erschienenes Album „Bla-Bla Nonstop“.

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Pennywise: From The Ashes

Wenn es eine Band gibt, von der man keine Innovation erwarten darf, dann ist das sicherlich Pennywise. Die alten Recken prügeln auch auf „From The Ashes“ in munterer Punkmanier ihre Hymnen unters Volk. Dass man ihnen die Stagnation nicht übel nimmt, liegt zum einen daran, dass sie immer noch riesige Nummern schreiben („Falling Down“, „Judgement Day“), zum anderen aber auch an der Ambition, mit der das Quartett nachdrücklich am Hirn des Hörer rüttelt.

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Billy Talent: Billy Talent

Was ist das? Eine Band, die ganz gewöhnlichen Rock spielt und die man definitiv in keine Schublade stecken kann? Man ringt nach Einflüssen, sucht nach Parallelen und kommt nur zu dem Schluss, dass das alles schonmal da war, aber eben nicht in dieser Form. Das Quartett Billy Talent hat sich mehr als zehn Jahre den Hintern abgespielt, um jetzt mit seinem Debütalbum vom Stand weg den großen Wurf zu landen.

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Jill Parr: Orbit

Jill Parr ist so eine Art rothaarige Vanessa Amorosi, von der man ein bisschen Pop-Appeal abziehen kann und übrig bleibt eine wahrlich beeindruckende Stimme. Das macht zwar „Orbit“ nicht wirklich spektakulär, aber wenn ihr auch eine Partnerin habt, die das Autoradio bei Leann Rimes lauter dreht, könntet ihr mit Jill Parr einen Überraschungserfolg landen.

(6 Fritten)

Jill Parr: Orbit
(Butterfly/Gerth)

Peter Frampton: Now

Peter Frampton gehört in den großen Topf mit Jim Capaldi und Eric Clapton, sprich – alternde Rockstars, die mehrheitsfähige, nette Musik machen. Gemeinsam mit dem Sessiongitarristen Gordon Kennedy hat Peter Frampton 13 Songs geschrieben und sie mit einer etwas unnötigen Coverversion von „While My Guitar Gently Weeps“ ergänzt. Solide wie ein Bobby-Car, aber ungefähr auch so spannend.

(6 Fritten)

Peter Frampton: Now
(Framptone/SPV)

The Walkabouts: Shimmers

Es ist eigentlich leicht: Wenn man ein Best-Of-Album zusammenstellt, klebt man alle Hits hintereinander und wartet, bis es Weihnachten ist. Oder man hat nur einen Hit, macht es sicher noch leichter und stellt einfach die Lieder zusammen, die man gerne mag und die zusammenpassen. Voller Unachtsamkeit veröffentlicht man das Ding kurz nach dem Hochsommer und dabei heraus kommt eines der stimmigsten Best-Of-Alben der vergangenen Jahre.

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The Weakerthans: Reconstruction Site

Ein Song, 1:44 Minute und direkt alles an musikalischer Konkurrenz weggewischt, was im näheren Umfeld steht. Das kanadische Quartett Weakerthans musiziert so, als hätte es sich jeden Ton genau überlegt, stülpt aber dem Hörer die Illusion über, dass es gerade munter drauflos spielt. Wenn es ein Song erfordert, lassen die Jungs sogar ein Gitarrensolo vom Stapel, das sich gewaschen hat, ohne in Poserkitsch zu verfallen.

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Josh Rouse – 1972

Josh Rouse - 1972 Albumcover

1972 ist das Geburtsjahr von Josh Rouse, das „Geburtsjahr“ seiner Gitarre und der Name seines vierten Albums. Es ist dann auch nicht wirklich überraschend, dass es sein Wunsch war, das neue Werk so klingen zu lassen, als hätte es schon 31 Jahre auf dem Buckel. Bekannt für seine behutsamen und einfallsreichen Arrangements, schwimmt er dieses Mal 3 Jahrezehnte zurück und packt alles in die Songs, was man mit dem Sound der frühen 70er vereinbaren kann.

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Panteón Rococó: Compañeros Musicales

Mir doch egal, wenn der Sommer zu Ende geht. Mit „Compañeros Musicales“ bleibt zumindest der Sonnenbrand auf und in den Ohren noch bis weit in den Dezember erhalten. Bei Panteón Rococó ist eher der Begriff „Kollektiv“ als „Band“ angebracht, denn als ob zehn Bandmitglieder nicht schon genug wären, sind auf „Compañeros Musicales“ (wie passend) noch unzählige Gastmusiker zu hören.

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Mitch McVicker: Without Looking Down

„Without Looking Down“ ist das musikalische Pendant zum Sonntag Nachmittagsfilm bei Regen. Ähnlich wie Eagle-Eye Cherry oder Fred Haring felsenfest bei „Nett“ eingepegelt, rockt sich Mitch McVicker verhalten durch zwölf durchweg gelungene Songs. Aber trotz aller Lieblichkeit zeigt er, dass gute Arrangements auf lange Sicht überzeugen. Wenn man die richtige Stimmung abwartet, ist „Without Looking Down“ das passende Album.

Mitch McVicker: Without Looking Down
(Spindust)